Wappen der Familie Andreae
Frontispiz zur von Alexander Dietz verfassten „Geschichte der Familie Andreae“ (1923).
© unbekannt. Das mit „O. R.“ [?] signierte Blatt wurde in dem o. g. Buch ohne nähere Angabe zu dem/der Zeichner/-in 1923 publiziert.
Ein Zweig der Familie widmete sich seit 1762 dem Spezerei- und Farbwarenhandel, nachdem die Brüder Christof (auch: Christoph) A. (1736-1789) und Johann Matthias A. (1737-1806) die bedeutende Farbwarenhandlung von Ehrenfried Klotz (1685-1763) übernehmen konnten; von dessen Witwe erwarben sie 1765 auch das Geschäftshaus der Firma in der Töngesgasse 57 [Zur Weis(s)enau] nahe dem Liebfrauenberg. Als angesehene Kaufleute, die später zunehmend im Bankgeschäft tätig waren, etablierten sich die A. in der Ffter Stadtgesellschaft – nicht zuletzt dank einer vorteilhaften Heiratsstrategie (unter Einheirat in die Familien Bansa, Goll, de/von Neufville, Passavant, Schmidt-Polex, Willemer, Winckler u. a.). Seit dem 19. Jahrhundert profilierten sich einzelne Vertreter der Familie als vielseitige Gelehrte (wie der Jurist, homöopathische Arzt, Theologe und Sprachforscher Hermann Victor A.), innovative Unternehmer (wie der Ingenieur Abraham, gen. Brami, A.), begabte Künstler (wie der Maler Tobias, gen. Toby, A.) und renommierte Wissenschaftler (wie der Geologe und Paläontologe Achilles A.). Als Stifterin trat Magdalena Margaretha A., verw. Klotz, hervor, die ihr ansehnliches Vermögen der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession zu wohltätigen Zwecken vermachte. Nach ihr ist die A.straße in Bornheim benannt.
Haus zum Rosengarten in der Fahrgasse 89 als Stammhaus der Familie seit 1671 (abgerissen um 1900). Stammhaus der Buchdruckerei in der Alten Mainzer Gasse 39 (nicht erhalten). Stammhaus der Farbwarenhandlung „Gebr. Andreae“ und damit der heutigen Familie A. in der Töngesgasse 57 (nach alter Nummerierung; nicht erhalten). Villa A. am Schaumainkai 29 (1904; erhalten); das Gebäude gehört heute als Haupt- und Ausstellungshaus zum Komplex des Weltkulturen Museums. Villa A., erbaut als Sommersitz für den Bankier Albert A.-von Neufville (1854-1940), in Königstein/Taunus (Architekt: Franz von Hoven, 1891; erhalten); nach dem Verkauf durch den Erbauer Albert A.-von Neufville 1927 diente das Anwesen u. a. als Schülerheim des Vereins für Innere Mission (1946-87) und als Firmensitz des Immobilienunternehmers Jürgen Schneider (1987/89 bis zu dessen aufsehenerregender Pleite 1994).
Grabstätten der Familie auf dem Ffter Hauptfriedhof (u. a. Gewann A 286-290, C 89, D an der Mauer 179, D an der Mauer 202 und II GG 74-75).
Eine direkte Beziehung zu der württembergischen Theologenfamilie A. ist nicht nachzuweisen.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 24, verfasst von: Sabine Hock.
14 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.
Andreae, Abraham, gen. Brami
Abraham, gen. Brami, Andreae
Fotografie (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, Tafel vor S. 147).
© unbekannt. Das Foto wurde spätestens 1875 aufgenommen und in dem o. g. Buch ohne Angabe des Fotografen/der Fotografin 1923 publiziert.
Besuch einer technischen Bildungsanstalt in Weinheim. Von 1837 bis 1840 Maschinenbaustudium am Polytechnikum in Karlsruhe. Erste praktische Tätigkeit in der Gutehoffnungshütte in Sterkrade. Längere Studienreisen in Deutschland und England. Seit 1843 Chefkonstrukteur der Maschinenfabrik der Vereinigten Hamburg-Magdeburger Dampfschiffahrts-Compagnie in Buckau bei Magdeburg, zu deren Mitbegründern 1838 der Reeder Johann Friedrich A. (1785-1856) gehört hatte. Bei dem kurz „Maschinenfabrik Buckau“ genannten Unternehmen, um 1847 angeblich der zweitgrößten deutschen Maschinenfabrik, war A. insbesondere im Schiffs- und im Großmaschinenbau tätig. Während einer Unternehmenskrise um 1848/49 Ausscheiden aus der dortigen Stellung und Beginn einer längeren Studienreise durch Nordamerika. Anschließend mehrjährige Tätigkeit als Ingenieur bei der Einrichtung von Fabriken für die Zuckerindustrie in Mexiko, dann (seit 1854) als Zivil-Ingenieur in Havanna auf Kuba und in St. Louis in den USA. Wahrscheinlich kurz vor seiner Heirat mit Emilie Marianne Hennige (1834-1907), der Tochter eines Magdeburger Zuckerfabrikanten, 1856 wurde A. zum technischen Direktor der Maschinenfabrik Buckau bei Magdeburg berufen, die unter seiner Leitung wieder zu einem führenden Unternehmen in Deutschland aufstieg. So entwickelte er dort, nach erheblicher Vergrößerung der Fabrikanlagen und verbesserter Ausstattung der Werkstätten, den Bau von Dampfmaschinen aufgrund seiner in Amerika gesammelten Erfahrungen weiter. Er führte technische Neuerungen (wie die Corliss-Dampfmaschine) in Europa ein, begann mit der Produktion von Lokomobilen, konstruierte große Dampfpumpen (u. a. für das Magdeburger städtische Wasserwerk, 1858) und Heißluftmaschinen. Auch setzte er sich ab 1864 erfolgreich für die Einführung der Kettenschifffahrt auf der Elbe ein. Unter seiner Regie entstand das wohl erste in Deutschland gebaute Kettenschiff.
Eine von A. konstruierte Heißluftmaschine (1860) befindet sich im Deutschen Museum in München.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 24, verfasst von: Sabine Hock.
GND: 138677298 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 7.12.2018
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 12.2018
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Dezember 2018.
Andreae, Achilles
Achilles Andreae
Fotografie (aus: Der Lehrkörper Ruperto Carola zu Heidelberg im Jahre 500 ihres Bestehens 1886, S. 25; Vorlage von Wikipedia, 25.6.2020).
© entfällt. Diese Abbildung ist gemeinfrei.
Verheiratet (seit 1896) mit Margarethe A., geb. von Wasmer (1874-?). Zwei Söhne: Manfred A. (1897-?) und Hans Wolfgang Valentin A. (1898-?).
Schon als Schüler der Musterschule bekam A. erste Anregungen zur naturwissenschaftlichen Arbeit durch den Besuch zoologischer und geologischer Vorlesungen am Senckenbergischen Institut. Damals begann er seine rege Sammeltätigkeit, die vor allem Versteinerungen und lebenden Mollusken galt. Seit 1879 Studium der Geologie, Paläontologie und Mineralogie in Straßburg, Berlin, Bonn und wieder in Straßburg; daneben private Kunststudien. 1883 Promotion in Straßburg. 1883 Volontär bei der geologischen Landesaufnahme in Straßburg. 1884 Habilitation an der Universität Heidelberg. Zunächst Privatdozent, von 1887 bis 1894 außerordentlicher Professor für Paläontologie und Geologie in Heidelberg. Seit 1894 Direktor des Roemer-Museums in Hildesheim.
A. beherrschte vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch) und unternahm ausgedehnte Reisen zur naturwissenschaftlichen Forschung wie zum kunsthistorischen Studium in Frankreich, Italien, England, Russland, Griechenland, der Türkei, Nordafrika und Nordamerika.
Der SNG in Ffm. blieb A. zeitlebens eng verbunden.
Verfasser geologischer und paläontologischer Arbeiten, insbesondere zum Tertiär des Elsasses und Oberschlesiens, womit er „als einer der wenigen neueren deutschen Geohistoriker diesen jüngsten Zeitabschnitt der Erdgeschichte zu seinem Hauptstudium gemacht“ hat (Werner Quenstedt). Außerdem publizierte A. u. a. geologische Studien über Geysire und zoologische Beiträge zur Molluskenforschung sowie eine Reihe von naturwissenschaftlichen und kunsthistorischen Führern durch die Sammlungen des von ihm geleiteten Roemer-Museums.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 24, verfasst von: Sabine Hock.
GND: 116308990 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 7.3.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. März 2019.
Andreae, Edgar
Edgar Andreae
Fotografie (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, Tafel neben S. 212).
© unbekannt. Das Foto wurde in dem o. g. Buch ohne Angabe des Fotografen/der Fotografin 1923 publiziert.
Inhaber der Ffter Firma Jacob Sackreuter, Waffen (Gewehrfabrik), Jägerei- und Fischerei-Utensilien, Weißadlergasse 16, und bekannter Sachverständiger in Fragen der Jagd und Fischerei.
Verfasser von „Die Geschichte der Jagd im Taunus mit besonderer Berücksichtigung des Rotwildbestandes“ (1894, Nachdruck 1981).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 24, verfasst von: Sabine Hock (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).
GND: 1111666091 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 13.1.2017
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2017
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Januar 2017.
Andreae, Fritz
Fritz Andreae
Fotografie (um 1930).
© Historisches Archiv der Commerzbank, Ffm.
Verheiratet (seit 1902) mit Edith A., geb. Rathenau (1883-1952), der Tochter von Emil Rathenau (1838-1915), dem Gründer und Generaldirektor der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) in Berlin, und dessen Ehefrau Sabine Mathilde, geb. Nachmann (1845-1926), die aus einer jüdischen Ffter Bankiersfamilie stammte; älterer Bruder von Edith Rathenau war der Industrielle Walther Rathenau (1867-1922), der spätere Außenminister der Weimarer Republik. Vier Töchter: Maria Elisabeth A. (später verh. Holzhausen, 1902-?); Ursula Ruth A. (seit 1927 verh. von Mangoldt-Reiboldt, 1904-1987), Theologin, Schriftstellerin und Verlegerin; Barbara A. (später verh. Fürth, 1909-?), Pianistin; Veronika Ingeborg A. (später verh. Schnewlin-A., 1915-1985), Psychologin und Graphologin.
Nach dem frühen Tod des Vaters kam A. durch die erneute Verheiratung der Mutter 1882 nach Berlin. Dort Besuch des Joachimsthalschen Gymnasiums, abgeschlossen mit dem Abitur 1891. Kaufmännische Ausbildung bei dem Berliner Privatbankhaus Hardy & Co. mit längeren Aufenthalten in der französischen Schweiz, in Frankreich und England, seit 1895 in Südafrika und danach in den USA. Bei Umwandlung des Bankhauses Hardy & Co. in eine GmbH 1899 übernahm A. den Posten des Geschäftsführers. Durch seine Heirat mit Edith Rathenau 1902 konnte er weitreichende Kontakte zur (Berliner) Wirtschaftselite knüpfen und zog bis 1906 als Vertreter der Bank Hardy & Co. in zahlreiche Aufsichtsräte deutscher Unternehmen ein; zudem war er seit 1913 Deputierter im Zentralausschuss der Reichsbank und im Aktionärsausschuss des Berliner Cassen-Vereins. Als die Dresdner Bank 1917 die Anteilsmehrheit an Hardy & Co. übernahm, erhielt auch A. einen Kapitalanteil an dem Bankgeschäft und wurde in der Folge in den Aufsichtsrat der Dresdner Bank und der AEG berufen. In den 1920er Jahren stieg Hardy & Co. zu einer der führenden deutschen Privatbanken auf. Mit rund 30 Aufsichtsratsmandaten bei verschiedenen Großbanken und Unternehmen, u. a. als Aufsichtsratsvorsitzender der Dresdner Bank (seit 1926) und der AEG (zunächst kommissarisch seit 1930), war A. ein einflussreicher „Big Linker“ in der deutschen Wirtschaft, insbesondere im Bankwesen und in der Industrie. Auch nach seinem Ausscheiden als Geschäftsführer bei Hardy & Co. 1931 blieb er Generalbevollmächtigter bei diesem Bankhaus, und noch 1932 hatte er einen Sitz in 22 Aufsichtsräten. Seit 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde A. als „Halbjude“ zur Aufgabe aller seiner Posten gezwungen, zuletzt auch bei der Dresdner Bank (1936). 1939 emigrierte er mit seiner Frau nach Zürich, wo er seitdem als Privatier lebte.
Seit 1897 Mitglied, später Vorstandsmitglied und Mitglied der Aufnahmekommission des exklusiven „Clubs von Berlin“.
A. besaß eine umfangreiche Goethebibliothek und galt als ausgezeichneter Goethekenner. Er förderte die schönen Künste, insbesondere Max Reinhardt (1873-1943) und dessen Deutsches Theater in Berlin, und war vielen Künstlern freundschaftlich verbunden, u. a. Gerhart Hauptmann, Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) und Max Liebermann (1847-1935). A.s Gattin Edith, „die intellektuellste Frau Berlins“ (so die Schriftstellerin Marie von Bunsen), war seit ihrer Jugend mit Katia Pringsheim (1883-1980), der späteren Ehefrau von Thomas Mann, befreundet. In ihrem Salon in der Villa A. (Architekten: Alfred Breslauer und Paul Salinger, 1913/14; später Villa Paicos, erhalten) in Grunewald empfingen Edith und Fritz A. jeden Sonntagnachmittag Bankiers und Industrielle, Politiker und Diplomaten, Wissenschaftler und Schriftsteller, Musiker und bildende Künstler, u. a. Ferruccio Busoni, Lovis Corinth, Friedrich Ebert, Albert Einstein, Leo Frobenius, Wilhelm Furtwängler, André Gide, Olaf Gulbransson, Georg Kolbe, Fritzi Massary, Max Planck, Rainer Maria Rilke, Fritz von Unruh, Karl Vollmoeller und Karl Wolfskehl. Nach der Ermordung ihres Bruders Walther R. bei einem Attentat in Berlin am 24.6.1922 verwaltete Edith A. dessen politischen und literarischen Nachlass.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 24, verfasst von: Sabine Hock.
GND: 116309210 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 15.3.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. März 2019.
Andreae, Hermann
Hermann Andreae
Fotografie (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, Tafel neben S. 208).
© unbekannt. Das Foto wurde in dem o. g. Buch ohne Angabe des Fotografen/der Fotografin 1923 publiziert.
Verheiratet (seit 1871) mit Sofie Friederike Antonie, gen. Toni, A., geb. A. (1848-1927), der Tochter des Bankiers Achilles A. (1820-1888) und dessen erster Ehefrau Marie Auguste, geb. Schmidt-Polex (1825-1857). Zwei Töchter: Sofie Alharde A. (seit 1911 verh. Gräfin von Üxküll, 1875-?) und Elisabeth Johanna A. (seit 1902 verh. von Schmeling, 1879-1943).
Wohl erste Berufsjahre im Ausland, nachweislich als Commis beim Bankhaus Andreae, Metzler & Wachter in Paris (um 1865/67). Rückkehr nach Ffm. Zunächst Direktor des Ffter Bankvereins. Von 1873 bis 1912 Direktor, dann Aufsichtsratsvorsitzender der Ffter Bank. Mitglied im Aufsichtsrat der Ffter Hypothekenbank.
Vom 1.1.1881 bis Oktober 1882 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Ffm. Obwohl bis 1886 gewählt, bat A. bereits am 12.10.1882 um seine Entlassung aus dem Amt als Stadtverordneter.
Bei Parzellierung des Bansa’schen Gartens in Sachsenhausen 1884 erwarb A. ein Grundstück auf diesem Gelände und ließ sich dort ein Wohnhaus bauen (Gartenstraße 7; wohl verändert erhalten).
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 24, verfasst von: Sabine Hock.
GND: 103226537X ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 29.3.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 02.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Februar 2019.
Andreae (auch: A.-Passavant), Jean
Jean Andreae(-Passavant)
Fotografie.
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 266).
Kaufmännische Tätigkeit zunächst im väterlichen Geschäft, der Farbwarenhandlung „Johannes A. senior“ in Ffm., dann für längere Zeit im Ausland. Seit 1862 Direktor und Vorstandsmitglied der Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank). A. galt, nicht zuletzt aufgrund seiner weitreichenden internationalen Verbindungen, als ein „Bankmann von modernem Zuschnitt“. 1910 trat er von der aktiven Leitung der Darmstädter Bank zurück und wechselte in deren Aufsichtsrat.
Mitglied im Aufsichtsrat zahlreicher deutscher Unternehmen und einiger ausländischer Banken, u. a. als Vorsitzender bei der in ihren Ursprüngen (1856) von seinem Vater mitbegründeten Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron (1904-15), der Degussa und der Ffter Lokalbahn-AG, als stellvertretender Vorsitzender bei der Ffter Gasgesellschaft sowie als Mitglied bei den Main-Kraft-Werken, der Chemischen Fabrik Kalle & Co. in Biebrich und der Metallbank und Metallurgischen Gesellschaft (1910-15). Gewerke der Gewerkschaft „Vereinigte Stockheimer Steinkohlenwerke“ in Stockheim/Oberfranken, in der er in Nachfolge seines Vaters Johann A.-Winckler seit 1889 den Hauptanteil der Kuxe besaß und bis zur Auflösung der Gewerkschaft durch Verkauf der Gruben 1905 hielt. Mitglied im Verwaltungsausschuss der Zentrale für Bergwesen.
Als Vertreter der Nationalliberalen Partei gehörte A. von 1885 bis 1904 der Ffter Stadtverordnetenversammlung an.
1888 wurde A. in die Ffter Handelskammer gewählt, der er, nach einer kurzen Zeit als Vizepräsident (seit 1899), von 1900 bis 1915 als Präsident vorstand. In dieser Funktion eröffnete er 1902 den ersten Deutschen Bankiertag in Ffm. Mitglied des Börsenausschusses und der Berufungskammer in Börsen- und Ehrengerichtssachen.
A. engagierte sich für die Gründung der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, deren Großem Rat er angehörte. Seit der Gründung der aus der Akademie hervorgegangenen Universität, die er mit einer großzügigen Schenkung unterstützt hatte (1912/13), saß er in deren Großem Rat und Kuratorium.
Verdienste um die Luftfahrt, u. a. als Vorsitzender des Ffter Vereins für Luftschiffahrt (später: Ffter Verein für Luftfahrt), als Mitglied des Vorstands sowie Vorsitzender und Ehrenmitglied des Großen Ausschusses der Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung (Ila) in Ffm. 1909 und als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Luftschiffahrts-AG (Delag). Mitwirkung bei der Organisation des von 1911 bis 1914 veranstalteten „Zuverlässigkeitsflugs am Oberrhein“, eines Zuverlässigkeitswettbewerbs für deutsche Flugzeuge, seit 1913 nach dem Schirmherrn auch „Prinz-Heinrich-Flug“ genannt, dessen Strecke 1911, 1912 und 1914 auch über Ffm. führte.
Der Briefwechsel zwischen Marianne von Willemer und Goethe, den nach Mariannes Tod zunächst A. im Namen der Erben in einem Schließfach der Darmstädter Bank aufbewahrte, konnte nicht zuletzt dank seiner Unterstützung in einer ersten kommentierten Ausgabe (hg. v. Theodor Creizenach, 1877, 2. Aufl. 1878) erscheinen. Auch war A. Mitglied und Förderer des Freien Deutschen Hochstifts, dessen Verwaltungsausschuss er, zuletzt (1914/15) als Vorsitzender, angehörte. Er unterstützte das Hochstift beim Erwerb wichtiger Handschriften und stiftete die Büste von Marianne von Willemer (von Carl Rumpf, 1904) für das Goethe-Museum.
Mitglied der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, des Ffter Vereins für Geographie und Statistik sowie des Städelschen Museums-Vereins. Mitstifter eines 972-teiligen Tafelbestecks für das Ratssilber (1906).
Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann II GG 74-75).
Der ältere Sohn, Johann, gen. Jean, Valentin Oscar A. (1870-1925), folgte dem Vater in der Stellung als Direktor der Darmstädter Bank nach und lebte dauerhaft an deren nunmehrigem Hauptsitz (seit 1873) in Berlin. Die jüngere Tochter Anna Luise Justine A. (1873-1956) heiratete 1895 den Kaufmann Karl Kotzenberg, Teilhaber der Seidenhandlung „Gebr. Passavant“.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 24f., verfasst von: Sabine Hock.
GND: 116309318 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 21.5.2021
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 05.2017
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Mai 2017.
Andreae, Johann, gen. d. J.
Signet von Johann Andreae d. J.
Grafik (um 1680; aus Lübbecke: 500 Jahre Buch u. Druck in Ffm. 1948, S. 408).
© entfällt. Diese Abbildung ist gemeinfrei.
A. erlernte das Buchdruckerhandwerk bei seinem Vater in Straßburg. Zusammen mit seinem älteren Bruder Johann Nikolaus A. (1624-?) führte er anfangs die väterliche Offizin fort. Nach seiner Heirat mit Christine Fievet (1634-1693), einer Tochter des Schriftgießereibesitzers und Buchdruckers Philipp Fievet († 1649), erwarb A. am 1.11.1653 das Ffter Bürgerrecht. Er versuchte jedoch zunächst, sich als Buchdrucker in Herborn anzusiedeln, kehrte aber bald nach Ffm. zurück, das auch in den Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs seine Metropolstellung im deutschen Buchhandel behauptete. Seit 1656 arbeitete er hier als Faktor des Bibeldruckers Balthasar Christoph Wust (1630-1704). Infolge einer (zwar vorübergehenden) Schließung der Wust’schen Druckerei 1666 machte sich A. mit einem eigenen Betrieb selbstständig, wofür ihm seine Schwiegermutter Dorothea Fievet, geb. Palthenius (1601-1669), eine der vier ihr zugeschriebenen Druckerpressen mit Genehmigung des Rats der Stadt überließ (19.6.1666). In seiner Druckerei arbeitete A. meist nicht im Eigenverlag, sondern im Auftrag für andere Verlage, vor allem für Merian Erben unter Christoph Le Blon, aber auch für seinen früheren Arbeitgeber Balthasar Christoph Wust sowie die Verleger Caspar Wächtler und Johann David Zunner. Im Oktober 1671 erwarb A. das Haus zum Rosengarten in der Fahrgasse, das seitdem als Stammhaus der Familie galt (für einen Neubau der Konfektionsfirma Fuhrländer niedergelegt um 1900). Um seinem ältesten Sohn Johann Philipp A. bei dessen Verheiratung zu einer eigenen Existenz zu verhelfen, kaufte er 1681 eine zweite Druckerei in der Neugasse hinzu. Bei seinem Tod 1693 hinterließ A. ein Vermögen von 4.000 Gulden.
Von seinen 14 Kindern, von denen fünf Söhne und zwei Töchter den Vater überlebten, übernahm der älteste Sohn Johann Philipp A. das Geschäft. Zwei weitere Söhne waren ebenfalls als Buchdrucker tätig, Johann Nikolaus A. (1664-1729) in Herborn und Matthias A. (1679-1721) in Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 25, verfasst von: Sabine Hock.
GND: 135718341 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 6.1.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 12.2018
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Dezember 2018.
Andreae, Johann Benjamin, gen. d. Ä.
Johann Benjamin Andreae d. Ä.
Fotografie eines Porträtgemäldes von unbekannter Hand (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 74).
© unbekannt. Urheber/-in und Entstehungsjahr von Original und Reproduktion sind in der o. g. Bildquelle aus dem Jahr 1923 nicht angegeben. Der Verbleib des Originals konnte bisher nicht ermittelt werden.
Johann Benjamin A. war das jüngste von zwölf Kindern und der einzige von fünf Brüdern, der das Erwachsenenalter erreichte. Da er beim Tod seines Vaters 1722 erst 17 Jahre alt war, leitete der aus Prenzlau stammende Buchhändler Paul Henrich Hort († 1733) vorübergehend die Ffter Druckerei und Handlung. Wohl seit der Heirat Horts mit A.s Schwester Elisabeth Dorothea A. (1697-1732) im Jahr 1724, spätestens aber seit A.s Aufnahme in das Bürgerrecht und eigener Heirat mit der Pfarrerstochter Elisabeth Dorothea Holzhausen 1726 führten die beiden Schwäger das Geschäft gemeinsam und nahmen die seit einiger Zeit ruhende Verlagstätigkeit wieder auf. Auch nach dem Tod Horts lautete die Bezeichnung der in der Alten Mainzer Gasse 39 ansässigen Firma noch „Andreae & Hort“ (bis 1747). Unter diesem Namen erschienen insgesamt rund 200 Verlagstitel. Schwerpunkte des Verlags waren Rechtswissenschaft (u. a. Werke des Staatsrechtlers Johann Jacob Moser), Geschichte und Theologie (u. a. das Ffter Gesangbuch und das „Große Gesang-Buch“ von Ambrosius Lobwasser); kurzzeitig versuchte sich A. auch als Zeitungsherausgeber („Teutsche Zeitung“, 1737) und Zeitschriftenverleger [„Neueste Reichs-Handlungen und Staats-Geschichte (...)“, 1745]. A. war erster Vorsteher der Ffter Buchdruckergesellschaft und leitete 1740 in Ffm. die 300-Jahr-Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst.
Seit 1754 gehörte A. dem Rat der Stadt an, zunächst in der Handwerkerbank, seit 1759 in der zweiten Bank. 1764 gab er, der auch die offiziellen Bekanntmachungen des Rats druckte, die Leitung seines Geschäfts an seine Söhne Johann Benjamin A. d. J. (1735-1793) und Dr. jur. Johann Jacob A. (1741-1819) weiter und widmete sich fortan nur noch städtischen Angelegenheiten. Er amtierte 1765, 1767 und 1769 als Jüngerer Bürgermeister und stieg 1771 zum Schöffen auf.
Im Alter von fast 60 Jahren hatte der mittlerweile verwitwete A. 1765 die sehr wohlhabende Witwe Magdalena Margaretha Klotz, geb. Burgk, geheiratet, mit der er nach eigenen Angaben „eine sehr vergnügte Ehe“ führte. „Dagegen“, so schreibt Alexander Dietz, „entfremdete er sich immer mehr seinen Söhnen, welche ihm nicht die verabredeten Zinsen von dem überlassenen Geschäft und Haus zahlten und bald selbst untereinander in heftige Streitigkeiten gerieten.“ (Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 76.) In seinem Testament von 1776 setzte A. seine Söhne zu gleichen Teilen mit seiner zweiten Ehefrau als Erben ein, woraufhin es nach seinem Tod 1778 wiederum zu Streitigkeiten der Söhne mit der Witwe im Zuge der Erbauseinandersetzung kam.
Bestattet in der Katharinenkirche, wo ihm seine Witwe Magdalena Margaretha A. ein Grabmal [von Johann Michael Datzerat („Johann Tatzrad“), 1778/79] errichten ließ.
Durch ihr Testament von 1778 begründete Magdalena Margaretha A., die nachgelassene zweite Ehefrau, die A.’sche Stiftung zur Waisenfürsorge in der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession in Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 25, verfasst von: Sabine Hock.
GND: 137537875 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 15.5.2018
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 05.2018
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Mai 2018.
Andreae, Johann Matthias
Johann Matthias Andreae
Fotografie (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, Tafel neben S. 190).
© unbekannt. Das Foto wurde in dem o. g. Buch ohne Angabe des Fotografen/der Fotografin 1923 publiziert.
1841 gründete A. die Material- und Farbwarenhandlung „J. M. Andreae“ im Haus zum Eßlinger (kriegszerstört 1944, Reste abgerissen 1950, rekonstruiert 2012-18) am Hühnermarkt, in dem seit dem Mittelalter traditionell eine Materialwarenhandlung ansässig war, zuletzt im Besitz der Familie Melber. Von den Erben von Johanna Melber, Goethes Tante, hatte A. das Haus zum Preis von 27.000 Gulden erworben, um in den Handel mit pharmazeutischen Präparaten und Farben unter eigener Firma einzusteigen. 1878 nahm er seine Söhne Ferdinand Philipp A.-Haring (1850-?) und Philipp Hermann A.-Engelhard (1854-1911) als Teilhaber auf, die das Geschäft nach A.s Tod 1892 weiterführten.
Seit dem Ausscheiden seines Bruders 1904 leitete Philipp A.-Engelhard allein die Handlung in „Drogen und Chemikalien en gros“, der er bald zahlreiche Filialen anschloss und ein neues Geschäftshaus (1905) in der Hohenstaufenstraße 27 errichten ließ; dort blieb, unter stetigen Erweiterungen des Gebäudekomplexes, der Hauptsitz der Firma bis 1990. Nach dem Tod von Philipp A.-Engelhard wurde das Unternehmen zunächst (1911) in eine GmbH umgewandelt und schließlich (1922) in eine AG überführt, nachdem der einzige männliche Erbe von Philipp A.-Engelhard, der Sohn Walter Oscar Wilhelm A. (1892-1916), im Ersten Weltkrieg gefallen war. 1923 fusionierte die Ffter Firma „J. M. Andreae“ mit der 1855 in Nürnberg gegründeten Handelsgesellschaft „Noris Zahn & Cie.“ zur „Andreae-Noris Zahn Aktiengesellschaft“ (ANZAG), die sich zu einer der bedeutendsten deutschen Pharmagroßhandlungen entwickelte. Das Unternehmen führte noch bis 2013 den Namen seines Gründers in der Firmenbezeichnung weiter. Erst nach der vollständigen Übernahme durch den englischen Pharmagroßhändler „Alliance Boots“ wurde die Firma in „Alliance Healthcare Deutschland AG“ umbenannt (ab 1.4.2013). Seit 2015 zu dem US-amerikanischen Konzern „Walgreens Boots Alliance“ gehörend, hat sie als dessen Tochterunternehmen ihren Hauptsitz weiterhin in Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
GND: 1194442293 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 6.4.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 04.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. April 2019.
Andreae, Johann Philipp
Johann Philipp Andreae
Kupferstich von Johann Martin Bernigeroth (im Besitz der UB Ffm.).
© Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Ffm. (Porträtsammlung Holzhausen, Nr. 15, URN: urn:nbn:de:hebis:30:2-323926).
Ursprünglich (1679) wollte sich A. als Buchdrucker in Herborn niederlassen, was ihm jedoch nicht genehmigt wurde. Er erwarb daraufhin 1681 das Ffter Bürgerrecht, heiratete Catharina von der Lahr (1661/62-1717), die einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aus der niederländischen Flüchtlingsgemeinde in Ffm. entstammte, und begründete seine hiesige Existenz mit Hilfe seines Vaters, der eine Druckerei in der Neugasse für ihn erwarb. Mit seinem Bruder Johann Nikolaus A. (1664-1729), der seit 1685 eine Druckerei in Herborn führte, arbeitete er erfolgreich zusammen. Nach dem Tod des Vaters 1693 übernahm A. als ältester Sohn dessen Ffter Druckerei und brachte das Unternehmen zu hoher Blüte. Zunächst profilierte sich A. als Bibeldrucker. Neben der fortgesetzten Auftragsarbeit für Merian (u. a. Nachdruck der Merian’schen Bibel, 1704), Zunner und andere Verlage hatte er bereits seit 1682 auch eine eigene Verlagstätigkeit entwickelt. Insgesamt verlegte er über 200 Werke, meist theologischen Inhalts, oft in Kooperation mit seinem Bruder Johann Nikolaus A., u. a. Bibelausgaben [vor allem „Poli Synopsis bibliorum criticorum“ (kurz: „Biblia critica sacra“), 7 Bände, 1695, 2 Supplementbände, 1701, sowie zwei hebräische Bibelausgaben, 1694 (in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Buchhändler Johann Friedrich Gleditsch) und 1701], Predigtsammlungen (u. a. von Philipp Jakob Spener), Erbauungsschriften und Gesangbücher, aber auch wissenschaftliche Werke von Hiob Ludolf und mindestens ein Musikstück von Georg Philipp Telemann („Der für die Sünde der Welt leidende und sterbende Jesus“, Passionsoratorium auf Worte von Barthold Heinrich Brockes, 1716; Exemplar des Originaldrucks im Besitz der UB Ffm.); zahlreiche der Verlagswerke waren allerdings nur Neudrucke früherer Ausgaben seiner inzwischen verstorbenen Konkurrenten Balthasar Christoph Wust (1630-1704) und Johann David Zunner (1641-1704). Zudem gab A. einen Hofkalender „Das jetzt-lebende Durchlauchtige Europa“ heraus, den sein Sohn und Nachfolger fortsetzte (nachgewiesen 1716-29). Einer der letzten Lehrlinge A.s soll der spätere Verleger Heinrich Ludwig Brönner gewesen sein (1717-21). A.s Nachlass, der u. a. die Druckerei mit vier Pressen und eine Schriftgießerei umfasste, hatte angeblich einen Wert von 35.000-40.000 Gulden.
Als bedeutendster Ffter Drucker stand A. lange der Ffter Buchdruckergesellschaft vor. Wiederholt soll er als Wortführer der christlichen Buchhändlerschaft gegen jüdische Konkurrenten aufgetreten sein (vgl. Dietz: Handelsgesch. III, S. 175; Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 47).
Aus der Ehe von Johann Philipp und Catharina A. stammten zwölf Kinder, von denen fünf Töchter und der jüngste Sohn Johann Benjamin A. d. Ä. das Erwachsenenalter erreichten. Nach Johann Philipp A.s Tod führte der Sohn, zunächst zusammen mit seinem späteren Schwager Paul Henrich Hort († 1733), die Ffter Druckerei und Buchhandlung fort. Mindestens drei der Töchter von Johann Philipp A. heirateten in Buchhändler- und Verlegerfamilien (u. a. Fleischer und Hort) ein.
Am Ffter Gutenberg-Denkmal (von Eduard Schmidt von der Launitz, 1840/58) auf dem Roßmarkt ist Johann Philipp A. als einer von 14 bedeutenden Druckern, deren Bildnisköpfe unter dem Hauptgesims am Sockel angebracht sind, dargestellt.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 25, verfasst von: Sabine Hock.
GND: 100758541 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 18.1.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Januar 2019.
Andreae, Magdalena Margaretha
Magdalena Margaretha Andreae
Pastell von unbekannter Hand (als Dauerleihgabe der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession im HMF).
© Niederländische Gemeinde Augsburger Confession / Historisches Museum Frankfurt (Inv.-Nr. C58298).
Nach dem Tod ihres ersten Mannes, eines reichen Farbwarenhändlers, mit dem sie im Haus zur Grünen Hand im Großen Hirschgraben Lit. F 68 (später Nr. 13) gelebt hatte, verfügte Magdalena Margaretha über ein beachtliches Vermögen, das u. a. aus dem Haus und einem großen Kapital an Schuldverschreibungen bestand. Im Alter von 58 Jahren verheiratete sie sich wieder, mit dem Buchdrucker und Verleger Johann Benjamin A. d. Ä., der sich kurz zuvor aus seinem Geschäft zurückgezogen hatte, um sich künftig als Ratsherr und späterer Schöffe ganz der Stadtpolitik zu widmen. 1778 erneut verwitwet, legte A. ihr Vermögen im Wert von circa 280.000 Gulden testamentarisch etwa zur Hälfte in Vermächtnissen fest, zugunsten ihrer eigenen Familie (während die Verwandten aus der Familie Klotz und ihre Stiefsöhne Johann Benjamin und Johann Jacob A. fast leer ausgingen) und insbesondere für wohltätige Zwecke in der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession, und setzte schließlich diese Gemeinde zu ihrer Universalerbin ein. Ebenfalls 1778 gehörte die „Frau Schöff A.“, u. a. zusammen mit dem Kaiserlichen Rat Johann Caspar Goethe, Goethes Vater, zu den Verkäufern des Porzellanhofs auf dem Klapperfeld.
Porträt (Pastellzeichnung) als Dauerleihgabe der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession im HMF.
Zahlreiche Dokumente zu Vermögen, Nachlass und Stiftung von A. sind im Archiv der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession (als Depositum im ISG) überliefert.
Mit ihrem Testament von 1778 (mit einem Nachtrag von 1786) stiftete A. ein Waisenhaus zur Betreuung, Bildung und Förderung elternloser unbemittelter Kinder aus der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession (NGAC), das in ihrem Wohnhaus im Großen Hirschgraben 13 eingerichtet werden und mit einem Kapital von 100.000 Gulden aus ihrem Vermächtnis unterhalten werden sollte (daher auch: „A.’sche Stiftung“ oder „A.’sche Waisenhausstiftung“); zudem vermachte sie der NGAC einen Betrag von 10.000 Gulden für Stipendien. Noch in A.s Sterbejahr (1787) zogen die ersten Waisenkinder, Mädchen und Jungen, in das Haus ein. Während die Mädchen später in Kost und Logis zu Familien gegeben wurden, diente das Haus im Großen Hirschgraben, zusammen mit dem hinzuerworbenen Nachbargebäude (Lit. F 69, später Nr. 15), weiterhin als Heim für bis zu 20 Knaben. Nach dem Verkauf der baufällig gewordenen Immobilie 1865 übersiedelte das Waisenhaus in die Seilerstraße 18, wo seitdem auch die NGAC selbst ihren Sitz hatte. Das Waisenhaus wurde hier mindestens bis 1923 fortgeführt. Aus dem Gebäude in der Seilerstraße, das 1965 an die Stadt verkauft und abgerissen wurde, nahm die NGAC einen Portikus von 1799 mit und ließ ihn im Eingang ihres neuen Hauses im Oberweg 16 anbringen. Dort soll er an Magdalena Margaretha A. als die große Wohltäterin der Gemeinde erinnern.
A.straße in Bornheim.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
GND: 1125026456 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 18.6.2020
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 05.2018
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Mai 2018.
Andreae, Tobias
Tobias, gen. Toby, Andreae
Fotografie (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 149).
© unbekannt. Das Foto wurde spätestens 1873 aufgenommen und in dem o. g. Buch ohne Angabe des Fotografen/der Fotografin 1923 publiziert.
Von 1842 bis 1848 Studium am Städelschen Kunstinstitut als Schüler von Jakob Becker, Veit und Steinle. Bekanntschaft mit Moritz von Schwind, dem er zusammen mit Otto Donner[-von Richter] Ende 1848 nach München folgte. Unter dem Eindruck der älteren Malerkollegen Carl Rahl (1812-1865) und Bonaventura Genelli (1798-1868) versuchte sich A. zunächst in der Historien- und Genremalerei. Infolge einer Preisaufgabe von Bologna malte er in München 1852 das Bild „Saul bei der Hexe von Endor“, das er bald der Hamburger Kunsthalle schenkte. Erst nach einer Italienreise (wohl 1852-54; Ende 1852 Bekanntschaft mit Victor Scheffel in Rom) wandte sich A. allmählich, ab 1860 völlig der Landschaftsmalerei zu. Im künstlerischen Dialog mit Eduard Schleich (1812-1874) und Anton Teichlein (1820-1879) gab er seinen Landschaften eine eher melancholische Stimmung; gerne schuf er Ansichten von Seen und Meer (aus dem Süden wie aus dem Norden), später auch aus dem Gebirge, und seine besondere Vorliebe waren Nacht- und Mondscheinlandschaften, gelegentlich Nebellandschaften. Für die Münchner Internationale Ausstellung 1869 lieferte er zwei Gemälde: „Venedig bei Nacht“ und „Capri bei Nacht“. A. lebte bis zuletzt, abgesehen von häufigen Besuchen in seiner Heimatstadt und einigen kürzeren Studienreisen (Frankreich), dauerhaft in München. Nach einem erneuten Italienaufenthalt (um 1872) und der Heirat mit Anna Bayer († 1911), der Tochter des prominenten Heldentenors Aloys Bayer (1802-1863), plante A. eigentlich eine Weltreise, zumindest bis nach Indien, als er sich, für seine Freunde plötzlich und unerwartet, das Leben nahm. Die Sektion ergab eine fortgeschrittene Erkankung des Gehirns, weshalb er bei seinem Suizid „in völlig unzurechnungsfähigen [sic!] Zustande“ gewesen sein soll (Passauer Tagblatt, 29.4.1873).
Zahlreiche Bilder von A. in Ffter Familienbesitz.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 25, verfasst von: Sabine Hock.
GND: 1036676501 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 22.6.2017
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2017
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. März 2017.
Andreae, Victor
Hermann Victor Andreae
Fotografie (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, Tafel neben S. 212).
© unbekannt. Das Foto wurde in dem o. g. Buch ohne Angabe des Fotografen/der Fotografin 1923 publiziert.
Seit Herbst 1837 Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen (1837/38), Berlin (1838) und Bonn (1838-40), abgeschlossen mit der Promotion zum Dr. jur. in Heidelberg (1840) und der staatlichen Prüfung in Ffm. (1841). 1841 Niederlassung als Advokat in Ffm. Unbefriedigt von diesem Brotberuf, widmete sich A. nebenbei seinem eigentlichen Interessensgebiet, der Theologie, und gab einige theologische Schriften heraus (u. a. „Die Kämpfe des christlichen Herkules“, Übersetzung eines Werks von seinem vermuteten und verehrten Vorfahren Johann Valentin A. aus dem Lateinischen, 1845, und „Lebensfragen der Kirche Christi. Zehn Betrachtungen veranlaßt durch das Auftauchen des sogenannten Irvingismus in Deutschland“, 1848). Ab Ostern 1850 absolvierte A. ein Medizinstudium in Bonn (1850-51) und Heidelberg (1851), promovierte mit einer Arbeit „Ueber den Zusammenhang zwischen Medicin und Philosophie“ (im Druck 1852) zum Doktor der Medizin und war anderthalb Jahre lang am Senckenbergischen Bürgerhospital tätig. 1852 eröffnete er eine eigene Arztpraxis in Ffm., wobei er sich auf die Homöopathie spezialisierte und auch psychische Aspekte bei der Heilung betrachtete. Als damals einziger homöopathischer Arzt in Ffm. soll er besonders von den Familien der Bundestagsgesandten gesucht gewesen sein. In späteren Jahren beschäftigte sich A. wieder intensiver mit der Theologie. 1869 verlieh ihm die Universität Marburg den Grad eines theologischen Lizentiaten. Daraufhin gab er seine Arztpraxis 1870 an seinen Schwiegersohn Dr. med. Caspar Simrock (1842-1897) ab und widmete sich fortan ganz religionsgeschichtlichen und sprachlichen Studien. Neben Latein, Griechisch, Französisch, Englisch, Italienisch und Chinesisch beherrschte A. vor allem das Hebräische, das er in einem ständigen Kränzchen mit den Ffter Rabbinern pflegte. Zu seinen langjährigen Freunden gehörten der baptistische Theologe August Rauschenbusch (1816-1899), der Arzt Louis Appia (1818-1898) und der Kaufmann Georg Seufferheld (1813-1874).
A.s späte theologische Werke dienten „dem Zweck (...), die heilige Schrift den Gebildeten durch sorgfältige Uebersetzung und erbauliche Auslegung ohne Eingehen auf kritische Fragen näher zu bringen“ (Hermann Dechent). Insbesondere seine Übersetzungen und Erläuterungen der Propheten Hiob (1870) und Jesaja (1892 posthum) sowie seine Vorlesungen über „Ursprung und erste Entwicklung der Kirche Christi in der Apostelgeschichte des Lukas“ (1877) fanden seinerzeit breite Anerkennung. Weitere theologische Schriften, u. a. „Die Weltanschauung des Glaubens in einer praktischen Auslegung des Hebräerbriefes“ (1866) und „Die Psalmen“ (Übersetzung und Kommentar, gedacht für den erbaulichen Hausgebrauch, 1885).
Mitverfasser des Werks „Bibliotheca sinologica. Uebersichtliche Zusammenstellungen als Wegweiser durch das Gebiet der sinologischen Literatur“ (mit John Geiger, 1864).
1870 Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Straßburg.
Grabstätte innerhalb des Familiengrabs A.-Simrock auf dem Ffter Südfriedhof (Gewann A/169-170).
Aus der 1842 geschlossenen Ehe mit Marie Gertraude Emilie Habel (1822-1880) stammten drei Söhne, u. a. der Kaufmann und Jäger Edgar A., und fünf Töchter; nur vier Kinder überlebten den Vater. Die älteste Tochter, Susanna Emilie Pauline A. (1843-1914), heiratete 1870 den Arzt Caspar Simrock (1842-1897), den Sohn des Bonner Germanisten Karl Simrock (1802-1876); dieser Schwiegersohn, ebenfalls Homöopath, führte die Arztpraxis A.s fort. Für den familiären Gebrauch schrieb A. viele Gedichte und einige Lieder, u. a. einen Gedichtzyklus zum Tod des im Alter von zwei Jahren verstorbenen jüngsten Sohns Johann Valentin Georg A. (1861-1863) als Trost für seine Frau zu Weihnachten 1863.
Aus dem Nachlass von A. befinden sich 15 Bände mit chinesisch-deutschen Lehr- und Übungsmaterialien (1859-62) in der UB Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 25f., verfasst von: Sabine Hock.
GND: 124496806 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 10.3.2017
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2017
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. März 2017.
Weber-Andreae, Eduard
Eduard Weber-Andreae (li.) im Gespräch mit Fritz ter Meer, vermutlich anlässlich einer Vorstandssitzung der IG Farbenindustrie AG
Fotografie (um 1930).
© Hessisches Wirtschaftsarchiv Darmstadt.
Schulbesuch zunächst möglicherweise in Duisburg, seit 1885 am städtischen Realgymnasium in Köln, wo er 1894 das Abitur ablegte. Kaufmännische Lehre vermutlich bei den „Chemischen Fabriken, vorm. J. W. Weiler & Cie.“ (seit 1896: „Chemische Fabriken, vorm. Weiler-ter Meer“) in Köln. Erste Berufsjahre in England und Frankreich. Militärdienst in (Köln-)Braunsfeld. Verkaufstätigkeit in Colombo/Ceylon (heute: Sri Lanka) und Lima/Peru. 1904 Eintritt in die Verkaufsabteilung der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron, wo er u. a. die Markteinführung der Naphthol-AS-Farbstoffe aus der 1905 erworbenen Anilinfabrik K. Oehler in Offenbach förderte. Enger Mitarbeiter von Theodor Plieninger. Seit 1905 Prokurist, dann seit 1910 stellvertretendes Vorstandsmitglied und Gesamtverkaufsleiter der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron. Nach der Rückkehr vom Kriegsdienst an der Front (1914-15) seit 1915 ordentliches Vorstandsmitglied der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron; außerdem arbeitete W.(-A.) maßgeblich in der von Plieninger geleiteten „Chlorkommission“ der „Kriegschemikalien AG“ mit, die die Verteilung von Chlor und damit dessen Bereitstellung für den Gaskrieg organisierte. Von 1926 bis 1943 ordentliches Vorstandsmitglied der IG Farben. Dort Leiter der Verkaufsgemeinschaft (VG) Chemikalien sowie Vorsitzender im Chemikalien-Ausschuss, Mitglied im Arbeitsausschuss und im 1928 neu gebildeten Kaufmännischen Ausschuss des Vorstands. Verdient um das weltweite Chemikaliengeschäft der IG Farben.
Zahlreiche Aufsichtsratsmandate, u. a. bei der Deutschen Edelsteingesellschaft (als Vorsitzender), der AG für Chemische Industrie Schalke, der AG für Stickstoffdünger Knapsack, bei Kalle und der Dynamit Nobel AG in Pressburg. Mitglied im Arbeitsauschuss des Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands und im Industriellen Ausschuss für den Geschäftsverkehr mit den übrigen Wirtschaftszweigen der Reichsgruppe Industrie.
Seit 1922 Erster Vorsitzender der Ffter Rudergesellschaft „Germania“, um deren Bau eines neuen Boots- und Gesellschaftshauses am Schaumainkai (Architekt: Fritz Josseaux, 1928; erhalten) er sich besonders verdient machte. Seit 1924 Mitglied im Patronatsverein der Städtischen Bühnen. Von 1929 bis 1936 Mitglied im Rotary Klub Ffm. Außerdem engagierte sich W.-A. als Berater in wirtschaftlichen und sportlichen Fragen für die seit 1923 bestehende Hermann-Lietz-Schule der Stiftung „Deutsche Landerziehungsheime“ auf Schloss Ettersburg/Thüringen; die Stiftung veranstaltete das Jahresfest der Deutschen Landerziehungsheime mindestens von 1933 bis 1936 als „Weber-Andreae-Spiele“ auf Ettersburg.
Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann A 286).
Die Angaben zur Karriere von W.-A. im internationalen Chemikalienhandel bei der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron bzw. nach der Fusion ab 1926 bei der IG Farben richten sich weitgehend nach einem Artikel zum 60. Geburtstag von W.-A. 1936 in der Werkszeitung der IG Farben (Von Werk zu Werk, März 1936, S. 50) und der Kurzbiographie von Jens Ulrich Heine (Heine: IG Farben, S. 150-152, Nr. V 77). Es sind bisher keine detaillierten biographischen Forschungen und Darstellungen von W.-A.s Tätigkeit und Rolle bei der IG Farben, auch in der NS-Zeit, bekannt.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
GND: 1203656653 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 26.10.2023
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 05.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Mai 2019.
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Die Autorenangabe bezieht sich auf den Artikel über die Familie. Die Angaben zu Autoren der hier ebenfalls dargestellten Personenartikel finden Sie, indem Sie auf die Namen der einzelnen Personen klicken.
Stand des Artikels: 16.10.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 1.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Januar 2019.