Donner-von Richter, Otto Philipp. Ursprüngl. Nachname: Donner; führte seit der Heirat 1870 zusätzlich den Geburtsnamen seiner Frau Helene Sophie Catharina Maria, geb. von Richter (1846-1916). Prof. Maler. Kunsthistoriker.
* 10.5.1828 Ffm., † 13.11.1911 Ffm.
Sohn von Philipp (von) D. und dessen Ehefrau Sophie Catharine, geb. Martin.
Von 1843 bis 1847 Ausbildung am Städel als Schüler von Veit, Passavant und Jakob Becker. Weitere Studien in Paris bei Delaroche (1847/48) und in München bei Schwind (1848-51). Reisen und Auslandsaufenthalte (bis 1876). 1859 und 1861 malte D. Friese mit Darstellungen von Goethe-Gedichten im Haus Niddastraße 2 in Ffm. Nach zehnjährigem Aufenthalt in Italien ließ sich D.-v. R. 1876 wieder in Ffm. nieder. Mitwirkung bei der Ausmalung des neuen Opernhauses: dekorative Gemälde am Deckenspiegel des Hauptfoyers und am Proszeniumsbogen (1879/80). Diese Gemälde entstanden zwar im Zusammenhang mit dem für die Innenausmalung des Opernhauses in Skizzen aufgestellten Programm von Steinle, wurden jedoch von D.-v. R. selbstständig ausgeführt und nicht – wie häufig behauptet – nach Kartons von Steinle gemalt. Da D.-v. R. durch ein Beinleiden immer wieder in seiner Arbeit als Maler gehemmt wurde, hatte er sich schon in Italien kunsthistorischen Studien gewidmet. In Ffm. beschäftigten ihn neben seiner Tätigkeit als Historienmaler und Porträtist zunehmend kunsthistorische und historische Arbeiten. Zudem entwickelte er eine rege Teilnahme am Ffter kulturellen Leben und war in zahlreichen Vereinen und Kommissionen tätig.
Mitbegründer (neben Cornill und Passavant) und Vorsitzender (seit 1877) des Vereins für das Historische Museum. Vorstandsmitglied des Ffter Vereins für Geschichte und Landeskunde. Mitglied der städtischen Kommission für Kunst- und Altertumsgegenstände. Nahm regen Anteil am Wiederaufbau des Doms. Mitarbeit im Archäologischen Institut, vor allem beteiligt an den Heddernheimer Ausgrabungen. Mitarbeit im Freien Deutschen Hochstift und in der Ffter Künstlergesellschaft.
Zu D.-v. R.s künstlerischen Arbeiten der Ffter Zeit gehören u. a. die Porträts von Kaiser Wilhelm I. (1877) und Adolf Schreyer (1888) sowie die Gemälde „Lukas Cranach wirbt für Luther um Katherina von Bora“ (1883), „Siegfried findet die schlafende Brynhild“ (1884), „Unterzeichnung des Ffter Friedens“ (1886) und „Kaiser Wilhelm I., auf Gesetz und Schwert gestützt“ (für die Aula der Wöhlerschule, 1892). „Illustrationen zu Goethes parabolischen Gedichten“ (12 Blätter, Fotografien nach Zeichnungen D.-v. R.s, erschienen bei H. Keller in Ffm., 1875).
Zahlreiche kunsthistorische Schriften, wobei sich D.-v. R. in seiner Ffter Zeit hauptsächlich mit der alten Ffter Malerei beschäftigte. Sein besonderes Verdienst ist die Wiederentdeckung Jerg Ratgebs für die Kunstgeschichte. Für sein Buch „Jerg Ratgebs Wandmalereien in dem Karmeliterkloster zu Ffm. und sein Altarwerk in der Stiftskirche zu Herrenberg“ (1892) fertigte er Kopien der Wandgemälde im Karmeliterkloster an. Um die Konturen der stark nachgedunkelten Gemälde wieder genau sichtbar zu machen, bestrich er diese mit Wasserglas bzw. Leinöl. Dadurch beschädigte er die Malereien zwar stark, doch da er überzeugt war, dass die Originale – zumal nach dem Einzug des Hauptzollamts in das ehemalige Kloster – nicht erhalten bleiben könnten, nahm er zur Anfertigung seiner Kopien diesen Eingriff in Kauf. Weitere Veröffentlichungen zur Ffter Geschichte: „Heddernheimer Ausgrabungen“ (mit Alexander Riese, 1885), „Die Malerfamilie Fyoll und der Römerbau“ (1896), „Philipp Uffenbach (...) und andere gleichzeitig in Ffm. lebende Maler“ (1901) und „Die Thoranc-Bilder in der Provence und im Goethe-Museum zu Ffm.“ (1904).
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Ehrenvorsitzender des Vereins für das Historische Museum, Große Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft des Königs von Württemberg (1883), Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft zur Beförderung rationeller Malverfahren in München (1902) und Kronenorden III. Klasse (1908).
Selbstbildnis im HMF.
Künstlerischer Nachlass im Städelschen Kunstinstitut.
Von 1843 bis 1847 Ausbildung am Städel als Schüler von Veit, Passavant und Jakob Becker. Weitere Studien in Paris bei Delaroche (1847/48) und in München bei Schwind (1848-51). Reisen und Auslandsaufenthalte (bis 1876). 1859 und 1861 malte D. Friese mit Darstellungen von Goethe-Gedichten im Haus Niddastraße 2 in Ffm. Nach zehnjährigem Aufenthalt in Italien ließ sich D.-v. R. 1876 wieder in Ffm. nieder. Mitwirkung bei der Ausmalung des neuen Opernhauses: dekorative Gemälde am Deckenspiegel des Hauptfoyers und am Proszeniumsbogen (1879/80). Diese Gemälde entstanden zwar im Zusammenhang mit dem für die Innenausmalung des Opernhauses in Skizzen aufgestellten Programm von Steinle, wurden jedoch von D.-v. R. selbstständig ausgeführt und nicht – wie häufig behauptet – nach Kartons von Steinle gemalt. Da D.-v. R. durch ein Beinleiden immer wieder in seiner Arbeit als Maler gehemmt wurde, hatte er sich schon in Italien kunsthistorischen Studien gewidmet. In Ffm. beschäftigten ihn neben seiner Tätigkeit als Historienmaler und Porträtist zunehmend kunsthistorische und historische Arbeiten. Zudem entwickelte er eine rege Teilnahme am Ffter kulturellen Leben und war in zahlreichen Vereinen und Kommissionen tätig.
Mitbegründer (neben Cornill und Passavant) und Vorsitzender (seit 1877) des Vereins für das Historische Museum. Vorstandsmitglied des Ffter Vereins für Geschichte und Landeskunde. Mitglied der städtischen Kommission für Kunst- und Altertumsgegenstände. Nahm regen Anteil am Wiederaufbau des Doms. Mitarbeit im Archäologischen Institut, vor allem beteiligt an den Heddernheimer Ausgrabungen. Mitarbeit im Freien Deutschen Hochstift und in der Ffter Künstlergesellschaft.
Zu D.-v. R.s künstlerischen Arbeiten der Ffter Zeit gehören u. a. die Porträts von Kaiser Wilhelm I. (1877) und Adolf Schreyer (1888) sowie die Gemälde „Lukas Cranach wirbt für Luther um Katherina von Bora“ (1883), „Siegfried findet die schlafende Brynhild“ (1884), „Unterzeichnung des Ffter Friedens“ (1886) und „Kaiser Wilhelm I., auf Gesetz und Schwert gestützt“ (für die Aula der Wöhlerschule, 1892). „Illustrationen zu Goethes parabolischen Gedichten“ (12 Blätter, Fotografien nach Zeichnungen D.-v. R.s, erschienen bei H. Keller in Ffm., 1875).
Zahlreiche kunsthistorische Schriften, wobei sich D.-v. R. in seiner Ffter Zeit hauptsächlich mit der alten Ffter Malerei beschäftigte. Sein besonderes Verdienst ist die Wiederentdeckung Jerg Ratgebs für die Kunstgeschichte. Für sein Buch „Jerg Ratgebs Wandmalereien in dem Karmeliterkloster zu Ffm. und sein Altarwerk in der Stiftskirche zu Herrenberg“ (1892) fertigte er Kopien der Wandgemälde im Karmeliterkloster an. Um die Konturen der stark nachgedunkelten Gemälde wieder genau sichtbar zu machen, bestrich er diese mit Wasserglas bzw. Leinöl. Dadurch beschädigte er die Malereien zwar stark, doch da er überzeugt war, dass die Originale – zumal nach dem Einzug des Hauptzollamts in das ehemalige Kloster – nicht erhalten bleiben könnten, nahm er zur Anfertigung seiner Kopien diesen Eingriff in Kauf. Weitere Veröffentlichungen zur Ffter Geschichte: „Heddernheimer Ausgrabungen“ (mit Alexander Riese, 1885), „Die Malerfamilie Fyoll und der Römerbau“ (1896), „Philipp Uffenbach (...) und andere gleichzeitig in Ffm. lebende Maler“ (1901) und „Die Thoranc-Bilder in der Provence und im Goethe-Museum zu Ffm.“ (1904).
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Ehrenvorsitzender des Vereins für das Historische Museum, Große Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft des Königs von Württemberg (1883), Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft zur Beförderung rationeller Malverfahren in München (1902) und Kronenorden III. Klasse (1908).
Selbstbildnis im HMF.
Künstlerischer Nachlass im Städelschen Kunstinstitut.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 162-163, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Dessoff, S. 33.
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Schrotzenberger, S. 52.
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Thieme/Becker 9 (1913), S. 453.
Literatur:
Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 385.
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Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009.
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Städelkat. d. Gemälde d. 19. Jh. s 1972, Textband, S. 91f.
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Wiederspahn/Bode: Kronberger Malerkolonie 1982, S. 219, 687.
Quellen:
ISG, Nullkartei.
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ISG, S2/1. 977.
GND: 116178655 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Donner-von Richter, Otto. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2036.
Stand des Artikels: 4.12.1987