Johann Matthias Andreae
Fotografie (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, Tafel neben S. 190).
© unbekannt. Das Foto wurde in dem o. g. Buch ohne Angabe des Fotografen/der Fotografin 1923 publiziert.
Andreae (auch: A.-Binder), Johann Matthias (eigentl.: Matthäus) Julius, gen. Jean Mathieu. Material- und Farbwarenhändler.
* 10.6.1816 Ffm., † 17.4.1892 Ffm.
Drittes Kind des Spezerei- und Farbwarenhändlers Ferdinand A. (1787-1857) und dessen Ehefrau Anna Elisabeth(e), geb. Hebenstreit (1792-1843). Drei Brüder, fünf Schwestern. Verheiratet (seit 1841) mit Maria (auch: Marie) Elisabethe (auch gen.: Elise) A., geb. Binder (1823-1895), Tochter eines Weingutsbesitzers aus Worms. Eine Tochter, drei Söhne.
1841 gründete A. die Material- und Farbwarenhandlung „J. M. Andreae“ im Haus zum Eßlinger (kriegszerstört 1944, Reste abgerissen 1950, rekonstruiert 2012-18) am Hühnermarkt, in dem seit dem Mittelalter traditionell eine Materialwarenhandlung ansässig war, zuletzt im Besitz der Familie Melber. Von den Erben von Johanna Melber, Goethes Tante, hatte A. das Haus zum Preis von 27.000 Gulden erworben, um in den Handel mit pharmazeutischen Präparaten und Farben unter eigener Firma einzusteigen. 1878 nahm er seine Söhne Ferdinand Philipp A.-Haring (1850-?) und Philipp Hermann A.-Engelhard (1854-1911) als Teilhaber auf, die das Geschäft nach A.s Tod 1892 weiterführten.
Seit dem Ausscheiden seines Bruders 1904 leitete Philipp A.-Engelhard allein die Handlung in „Drogen und Chemikalien en gros“, der er bald zahlreiche Filialen anschloss und ein neues Geschäftshaus (1905) in der Hohenstaufenstraße 27 errichten ließ; dort blieb, unter stetigen Erweiterungen des Gebäudekomplexes, der Hauptsitz der Firma bis 1990. Nach dem Tod von Philipp A.-Engelhard wurde das Unternehmen zunächst (1911) in eine GmbH umgewandelt und schließlich (1922) in eine AG überführt, nachdem der einzige männliche Erbe von Philipp A.-Engelhard, der Sohn Walter Oscar Wilhelm A. (1892-1916), im Ersten Weltkrieg gefallen war. 1923 fusionierte die Ffter Firma „J. M. Andreae“ mit der 1855 in Nürnberg gegründeten Handelsgesellschaft „Noris Zahn & Cie.“ zur „Andreae-Noris Zahn Aktiengesellschaft“ (ANZAG), die sich zu einer der bedeutendsten deutschen Pharmagroßhandlungen entwickelte. Das Unternehmen führte noch bis 2013 den Namen seines Gründers in der Firmenbezeichnung weiter. Erst nach der vollständigen Übernahme durch den englischen Pharmagroßhändler „Alliance Boots“ wurde die Firma in „Alliance Healthcare Deutschland AG“ umbenannt (ab 1.4.2013). Seit 2015 zu dem US-amerikanischen Konzern „Walgreens Boots Alliance“ gehörend, hat sie als dessen Tochterunternehmen ihren Hauptsitz weiterhin in Ffm.
1841 gründete A. die Material- und Farbwarenhandlung „J. M. Andreae“ im Haus zum Eßlinger (kriegszerstört 1944, Reste abgerissen 1950, rekonstruiert 2012-18) am Hühnermarkt, in dem seit dem Mittelalter traditionell eine Materialwarenhandlung ansässig war, zuletzt im Besitz der Familie Melber. Von den Erben von Johanna Melber, Goethes Tante, hatte A. das Haus zum Preis von 27.000 Gulden erworben, um in den Handel mit pharmazeutischen Präparaten und Farben unter eigener Firma einzusteigen. 1878 nahm er seine Söhne Ferdinand Philipp A.-Haring (1850-?) und Philipp Hermann A.-Engelhard (1854-1911) als Teilhaber auf, die das Geschäft nach A.s Tod 1892 weiterführten.
Seit dem Ausscheiden seines Bruders 1904 leitete Philipp A.-Engelhard allein die Handlung in „Drogen und Chemikalien en gros“, der er bald zahlreiche Filialen anschloss und ein neues Geschäftshaus (1905) in der Hohenstaufenstraße 27 errichten ließ; dort blieb, unter stetigen Erweiterungen des Gebäudekomplexes, der Hauptsitz der Firma bis 1990. Nach dem Tod von Philipp A.-Engelhard wurde das Unternehmen zunächst (1911) in eine GmbH umgewandelt und schließlich (1922) in eine AG überführt, nachdem der einzige männliche Erbe von Philipp A.-Engelhard, der Sohn Walter Oscar Wilhelm A. (1892-1916), im Ersten Weltkrieg gefallen war. 1923 fusionierte die Ffter Firma „J. M. Andreae“ mit der 1855 in Nürnberg gegründeten Handelsgesellschaft „Noris Zahn & Cie.“ zur „Andreae-Noris Zahn Aktiengesellschaft“ (ANZAG), die sich zu einer der bedeutendsten deutschen Pharmagroßhandlungen entwickelte. Das Unternehmen führte noch bis 2013 den Namen seines Gründers in der Firmenbezeichnung weiter. Erst nach der vollständigen Übernahme durch den englischen Pharmagroßhändler „Alliance Boots“ wurde die Firma in „Alliance Healthcare Deutschland AG“ umbenannt (ab 1.4.2013). Seit 2015 zu dem US-amerikanischen Konzern „Walgreens Boots Alliance“ gehörend, hat sie als dessen Tochterunternehmen ihren Hauptsitz weiterhin in Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Literatur:
Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 191f.
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FS Andreae-Noris Zahn AG 1966.
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Ziegler, Dieter/Köhler, Ingo: Heirats- und Verkehrskreise als Instrumente wirtschaftsbürgerlichen Aufstiegs: die Familie Andreae. In: Genealogie, Sonderheft 1998, S. 18-35, hier S. 21.
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Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel VII.
Quellen:
Anschrift der Firma „J. M. Andreae“ im neuen Geschäftshaus ab 1905: Adr. 1906, T. I, S. 6.
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Sterbeurkunde der Ehefrau Maria Elisabethe Andreae, geb. Binder († 11. 3. 1895): ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Toten-/Sterbebuch, Standesamt Ffm., Sterbeurkunde 1895/I/746 (Bd. 2, S. 146) vom 12. 3. 1895.
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ISG, S2/2. 019.
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ISG, S3/1. 058 (Fa. Andreae-Noris Zahn).
Internet:
Wikipedia, 5.4.2019.
GND: 1194442293 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Andreae, Johann Matthias. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/4422.
Stand des Artikels: 6.4.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 04.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. April 2019.