Creizenach, Theodor, modo (1855): Adolph. Prof. Dr. phil. Lehrer. Dichter und Literaturhistoriker.
* 17.4.1818 Mainz, † 5.12.1877 Ffm.
Sohn von Michael C. und dessen Ehefrau Marianne, geb. Haas (1788-1844). Bruder von Ignaz C. Vater von Wilhelm C.
Schüler des Philanthropins, seit 1829 des Ffter Gymnasiums. Nach Studium in Gießen, Göttingen und Heidelberg (1835-39) war C. seit 1841 als Hauslehrer und Erzieher im Hause Anselm Salomon von Rothschilds (aus der Wiener Linie; 1803-1874) beschäftigt, der mit seiner Familie größtenteils in Ffm. lebte und C. auf Reisen nach London und Paris mitnahm (1845-49). In Paris knüpfte C. Verbindungen zu Heine und zum Jungen Deutschland, worüber er später im „Ffter Museum“ schrieb. 1842 begründete er als radikaler Verfechter der jüdischen Reformbewegung den Ffter Jüdischen Reformverein mit. Von 1849 bis 1853 war C. als Lehrer am Philanthropin tätig. Nach der Rückkehr von einer Italienreise trat er am 18.12.1854 zum evangelischen Glauben über. In den folgenden Jahren gab er Privatunterricht und war literarisch tätig. Redakteur des „Ffter Museums“, das er zusammen mit Otto Müller herausgab und von 1856 bis 1858 leitete. Seit 1858 erteilte C. Geschichtsunterricht an der Gewerbeschule. Seit 1859 Lehrer an der höheren Bürgerschule. 1861 fing C., zunächst provisorisch, als Lehrer am Ffter Gymnasium an, und 1863 wurde er als Nachfolger Kriegks dort ordentlicher Lehrer, seit 1864 mit dem Titel Professor. Befreundet mit Gabriel Riesser.
Angesehener Dante- und Goethe-Forscher. Seine Aufsätze über Goethe waren richtungweisend. Die Inschrift „Dem Wahren – Schönen – Guten“ am Opernhaus soll von C. angeregt worden sein. C. soll auch ein geistreicher Redner gewesen sein.
Zahlreiche Veröffentlichungen und literarische Werke, darunter Gedichte („Dichtungen“, 1839, und „Gedichte“, 1848), Essays und Dramen. Herausgeber des Briefwechsels zwischen Goethe und Marianne von Willemer (1877). Zusammen mit Oskar Jäger und Theodor Bernhardt bearbeitete C. Schlossers Weltgeschichte und setzte diese fort (ab 1870).
Schüler des Philanthropins, seit 1829 des Ffter Gymnasiums. Nach Studium in Gießen, Göttingen und Heidelberg (1835-39) war C. seit 1841 als Hauslehrer und Erzieher im Hause Anselm Salomon von Rothschilds (aus der Wiener Linie; 1803-1874) beschäftigt, der mit seiner Familie größtenteils in Ffm. lebte und C. auf Reisen nach London und Paris mitnahm (1845-49). In Paris knüpfte C. Verbindungen zu Heine und zum Jungen Deutschland, worüber er später im „Ffter Museum“ schrieb. 1842 begründete er als radikaler Verfechter der jüdischen Reformbewegung den Ffter Jüdischen Reformverein mit. Von 1849 bis 1853 war C. als Lehrer am Philanthropin tätig. Nach der Rückkehr von einer Italienreise trat er am 18.12.1854 zum evangelischen Glauben über. In den folgenden Jahren gab er Privatunterricht und war literarisch tätig. Redakteur des „Ffter Museums“, das er zusammen mit Otto Müller herausgab und von 1856 bis 1858 leitete. Seit 1858 erteilte C. Geschichtsunterricht an der Gewerbeschule. Seit 1859 Lehrer an der höheren Bürgerschule. 1861 fing C., zunächst provisorisch, als Lehrer am Ffter Gymnasium an, und 1863 wurde er als Nachfolger Kriegks dort ordentlicher Lehrer, seit 1864 mit dem Titel Professor. Befreundet mit Gabriel Riesser.
Angesehener Dante- und Goethe-Forscher. Seine Aufsätze über Goethe waren richtungweisend. Die Inschrift „Dem Wahren – Schönen – Guten“ am Opernhaus soll von C. angeregt worden sein. C. soll auch ein geistreicher Redner gewesen sein.
Zahlreiche Veröffentlichungen und literarische Werke, darunter Gedichte („Dichtungen“, 1839, und „Gedichte“, 1848), Essays und Dramen. Herausgeber des Briefwechsels zwischen Goethe und Marianne von Willemer (1877). Zusammen mit Oskar Jäger und Theodor Bernhardt bearbeitete C. Schlossers Weltgeschichte und setzte diese fort (ab 1870).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 141, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Wilhelm Creizenach in: ADB 47 (1903), S. 549-553.
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Erwähnung in: Falter, Gustav: Creizenach, Wilhelm. In: NDB 3 (1957), S. 406.
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Richel, S. 98.
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Schrotzenberger, S. 46.
Literatur:
Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 86-88.
Quellen:
Eintrag der Heirat mit Louise, modo (1855): Amalie, Flersheim, 30. 4. 1850: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbuch, Bestand STA 11/1: Standesamt Ffm., Heiratsbuch der Freien Stadt Ffm. 1849-51, S. 305, Nr. 103.
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Sterbeeintrag der Mutter Marianne Creizenach, geb. Haas, gestorben am 9. 4. 1844 in Ffm.: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Toten-/Sterbebuch 74 (1844), S. 194, Nr. 355 (unter Angabe des Geburtsjahrs mit 1788).
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ISG, S2/1. 317.
GND: 116718838 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Creizenach, Theodor. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2666.
Stand des Artikels: 23.9.1987