Schwind, Moritz Ludwig von. Prof. Maler. Grafiker.
* 21.1.1804 Wien, † 8.2.1871 München.
Schüler von Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld in Wien. Seit 1828 unter dem Einfluss von Peter Cornelius in München tätig. Seit 1838 in Karlsruhe. 1844 erhielt Sch. einen Auftrag der Städelschen Stiftungsadministration für ein großes Historiengemälde. Da er mit weiteren vermögenden Auftraggebern in Ffm. rechnete, übersiedelte er mit seiner Familie in die Mainstadt. In einem Atelier des Städelschen Kunstinstituts beschäftigte sich der spätromantische Maler deutscher Sagen und Märchen vor allem mit dem von der Stiftungsadministration bestellten Gemälde „Der Sängerkrieg auf der Wartburg” (vollendet 1846). Daneben entstanden in Ffm. zahlreiche weitere Arbeiten, u. a. die Gemälde „Der Elfenreigen”, „Nymphen, einen Hirsch tränkend” und „Die Rose”, sowie verschiedene Innendekorationen für Privathäuser. Zur Feier der Enthüllung des Goethedenkmals von Ludwig Schwanthaler 1844 schuf Sch. ein Transparent mit einer Allegorie auf Goethes Geburt. Sch.s Vorschläge zur Ausmalung der Römerhallen und des Kaisersaals fanden Beifall, wurden aber nicht ausgeführt. Schon bald nach seiner Ankunft in Ffm. wurde Sch. Mitglied des von Heinrich Hoffmann mitbegründeten Stammtischs „Gesellschaft der Tutti Frutti”. 1845 erwarb der Künstler, der sich in Ffm. recht wohl fühlte, ein Grundstück an der Bockenheimer Anlage und ließ sich darauf nach eigenen Entwürfen ein Haus errichten (fertiggestellt 1846; heute Bockenheimer Anlage 3). Da sich jedoch die Aussicht auf ein Lehramt an der Städelschule zerschlug und sein „Sängerkrieg” nach der Aufhängung im Städelschen Kunstinstitut von der Ffter Presse weitgehend ignoriert wurde, folgte Sch. schon wenig später, im März 1847, einem Ruf als Professor an die Münchner Kunstakademie. In München ließ sich Sch. endgültig nieder. Infolge der Heirat seiner in Ffm. geborenen Tochter Anna Caroline Friederike (1844-1891) mit dem Ffter Bürger und Advokaten Johann Jacob Siebert kam Sch. allerdings auch in späteren Jahren noch mehrfach nach Ffm. Von 1854 bis 1855 beteiligte sich Sch. im Auftrag des Großherzogs von Weimar an der Ausmalung der Wartburg bei Eisenach. Hier wiederholte er auch das Ffter Thema des „Sängerkriegs” in einem großen Wandbild.
Verschiedene Gemälde, Zeichnungen und Grafiken Sch.s im Besitz des Städelschen Kunstinstituts Ffm.
Gedenktafel (von Knud Knudsen, 1967) am Eingang zum Haus Bockenheimer Anlage 3.
1904 Moritz-von-Sch.-Ausstellung im Ffter Kunstverein.
Sch.straße im Westend.
Verschiedene Gemälde, Zeichnungen und Grafiken Sch.s im Besitz des Städelschen Kunstinstituts Ffm.
Gedenktafel (von Knud Knudsen, 1967) am Eingang zum Haus Bockenheimer Anlage 3.
1904 Moritz-von-Sch.-Ausstellung im Ffter Kunstverein.
Sch.straße im Westend.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 369f., verfasst von: Birgit Weyel.
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Lexika:
Hyacinth Holland in: ADB 33 (1891), S. 449-469.
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Dessoff, S. 142f.
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Thieme/Becker 30 (1936), S. 386-390.
Literatur:
Donner-von Richter: Moritz von Schwinds Thätigkeit in Ffm. 1904.
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Haack: M. v. Schwind 1913.
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Kat. Romantik im Rhein-Main-Gebiet 2015, bes. S. 42, 142, 156-159, 279.
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Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009, S. 64, 109, 115f., 140.
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Städelkat. d. Gemälde d. 19. Jh. s 1972, Textband, S. 363-369.
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Wiederspahn/Bode: Kronberger Malerkolonie 1982, S. 209-211, 706.
Quellen:
ISG, S2/433.
GND: 118612271 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Schwind, Moritz von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1212.
Stand des Artikels: 5.9.1995