Begründer der äthiopischen Philologie.
Ludolf (auch: Ludolfus, Ludolph, Leutholf), Hiob (auch: Job). Kaiserlicher Rat. Dr. jur. Orientalist.
* 15.6.1624 Erfurt, † 8.4.1704 Ffm.
Nach Aufgabe des gothaischen Hofdiensts als Kammerdirektor und Sachsen-Altenburgischer Justizrat 1678 kursächsischer Resident in Ffm. Hier fand L. die für seine Studien nötigen Bücher und Muße. In dichter Folge erschienen seine bedeutenden Werke zur Geschichte und Sprache Äthiopiens. Beim Zusammentreffen mit Kaiser Leopold 1679 in Prag regte er an, freundschaftliche Kontakte mit diesem Land anzubahnen; dabei Erhebung zum Kaiserlichen Rat. Daneben häufig in diplomatischen Missionen verwendet: 1681 sächsischer Gesandter bei Friedensverhandlungen mit Frankreich; in diesem Jahr auch Kurpfälzischer Kammerdirektor in Heidelberg mit Sitz in Ffm. 1683 aus eigenem Antrieb diplomatische Reise nach England und Holland zum Abschluss einer europäisch-äthiopischen Allianz gegen die Türkei. 1691 vom neuen sächsischen Herzog als Resident in Ffm. bestätigt.
L. soll 25 Sprachen beherrscht haben. Er war ein genialer Universalgelehrter, dessen sprachliche und historische Arbeiten für seine Zeit vorbildlich waren. Ein ausgedehnter Briefwechsel mit bedeutenden Zeitgenossen, u. a. mit Leibniz, zeigt seine weitgespannten Interessen.
Das auf sein Betreiben 1690 gegründete „Collegium Imperiale Historicum“ hatte keinen Bestand.
L. lieferte wesentliche Untersuchungen zu Geschichte und Sprachen Äthiopiens. Sie waren Standardwerke bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und sind heute noch als Quellen wertvoll, u. a. „Historia Aethiopica“ (1681) und „Commentarius ad suam historiam aethiopicam“ (1691). Der erste Band der „Allgemeinen Schaubühne der Welt“, einer Chronik des 17. Jahrhunderts, erschien 1699.
Porträt (von John Closterman, 1683) im Besitz der Dr. Senckenbergischen Stiftung.
Epitaph an der Außenmauer des Ostchors der Katharinenkirche.
L.s Nachlass gelangte durch testamentarische Verfügung an die Stadtbibliothek (heute: UB) Ffm.: Briefe und Entwürfe (etwa 800), Handschriften und Drucke überwiegend eigener Werke (24 Faszikel), eine Truhe mit äthiopischen Lettern.
Ludolfusstraße in Bockenheim.
L. soll 25 Sprachen beherrscht haben. Er war ein genialer Universalgelehrter, dessen sprachliche und historische Arbeiten für seine Zeit vorbildlich waren. Ein ausgedehnter Briefwechsel mit bedeutenden Zeitgenossen, u. a. mit Leibniz, zeigt seine weitgespannten Interessen.
Das auf sein Betreiben 1690 gegründete „Collegium Imperiale Historicum“ hatte keinen Bestand.
L. lieferte wesentliche Untersuchungen zu Geschichte und Sprachen Äthiopiens. Sie waren Standardwerke bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und sind heute noch als Quellen wertvoll, u. a. „Historia Aethiopica“ (1681) und „Commentarius ad suam historiam aethiopicam“ (1691). Der erste Band der „Allgemeinen Schaubühne der Welt“, einer Chronik des 17. Jahrhunderts, erschien 1699.
Porträt (von John Closterman, 1683) im Besitz der Dr. Senckenbergischen Stiftung.
Epitaph an der Außenmauer des Ostchors der Katharinenkirche.
L.s Nachlass gelangte durch testamentarische Verfügung an die Stadtbibliothek (heute: UB) Ffm.: Briefe und Entwürfe (etwa 800), Handschriften und Drucke überwiegend eigener Werke (24 Faszikel), eine Truhe mit äthiopischen Lettern.
Ludolfusstraße in Bockenheim.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 471f., verfasst von: Bernhard Reichel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Siegfried in: ADB 19 (1884), S. 394f.
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Eike Haberland in: NDB 15 (1987), S. 303f.
Literatur:
Rüppell, Eduard: Schaumünzen, welche zum Angedenken von Bewohnern Fft. s oder in dieser Stadt gebornen Personen gefertigt wurden. In: AFGK 7 (1855), S. 1-82, hier S. 26f. (m. Abb. auf Tafel V, Nr. 7a u. 7b).
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Bast/Rieß: Ffter Geheimnisse 2017, S. 27-30.
Quellen:
ISG, S2/1. 516.
GND: 118817167 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Reichel, Bernhard: Ludolf, Hiob. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3120.
Stand des Artikels: 30.9.1994