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Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Dezember 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

es ist immer wieder erstaunlich, wie die Zeit vergeht. Hätten Sie etwa gedacht, dass das Frankfurter Museum für Moderne Kunst schon über ein Vierteljahrhundert alt ist? Von dessen ebenso engagiertem wie charismatischem Eröffnungsdirektor handelt der diesmalige Artikel des Monats.

Artikel des Monats Dezember 2018:
Der Kunstmissionar

Er zeigte den Frankfurtern die moderne Kunst: Jean-Christophe Ammann. Als der Schweizer Kunsthistoriker und Kurator 1989 zum Direktor des Museums für Moderne Kunst nach Frankfurt berufen wurde, gab es dieses Museum eigentlich noch gar nicht. Erst zwei Jahre später wurde das künftig kurz „MMK“ genannte Haus in einem eigens errichteten Neubau, dem „Tortenstück“ an der Ecke Braubach-/Domstraße, eröffnet. Angesichts knapper Kassen bei der Stadt erfand Ammann die „Szenenwechsel“, mit denen das Museum sich und seine Bestände zweimal im Jahr neu präsentierte. Legendär wurden die abendlichen Mittwochsführungen, bei denen der Direktor selbst einer begeisterten Kunstgemeinde vor Ort und vor den Originalen im Museum die Kunst näherbrachte. Nach zwölf Jahren Amtszeit und 20 „Szenenwechseln“ verabschiedete sich Ammann 2001 vom MMK. Weiterhin blieb er jedoch Frankfurt verbunden, wo er bis zuletzt als Kurator, Autor und Kunsttheoretiker lebte und arbeitete.
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Eine junge Leserin, die mir gerade beim Schreiben über die Schulter auf den Bildschirm schaute, meint, sie könne mit meiner Frage zu Beginn dieses Editorials nichts anfangen. Für sie, die erst einige Jahre nach Eröffnung des MMK geboren wurde, ist das Museum im „Tortenstück“ schon immer da und altvertraut. Da zeigt es sich wieder einmal, dass jeder seine (eigene) Zeit hat –
auch die Personen der Frankfurter Stadtgeschichte, die Sie im Frankfurter Personenlexikon finden und lesend ein Stückchen durch ihre Zeit begleiten können. In diesem Monat laden Sie etwa der Buchdrucker Johann Andreae, die Stifterin Louise von Rothschild, der Musikaliensammler Nicolas Manskopf, der Physiker Walther Gerlach und der Politiker Hans Wilhemi zur Zeitreise ein.

Dass die Zeit ein merkwürdiges Phänomen ist, ist gerade jetzt im Dezember wieder zu spüren. Während Kinder sehnsüchtig und scheinbar endlos lange auf Weihnachten warten, wundert man selbst sich, dass schon wieder das Fest naht und das Jahr sich zu Ende neigt. Andere sehen einen grauen Wintertag nach dem anderen ohne Wärme und Hoffnung zäh dahintropfen. In solchen Situationen mag die Erinnerung, eine enge Verwandte der Zeit, helfen. Vielleicht gibt sie Ihnen in der Trostlosigkeit einen Funken der unbewussten Vorfreude aus der Kindheit zurück. Oder sie erlaubt Ihnen im Alltag einen Augenblick der Rückbesinnung auf sich selbst. Oder sie erzählt Ihnen in der Einsamkeit von schönen Erlebnissen in früheren Tagen. Dann scheint die Uhr stillzustehen. Dass Sie viele solcher magischen Momente genießen und auch teilen können, das wünsche ich Ihnen für die kommende Zeit.

Frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Herzlichst
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Januar 2019.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. November 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

der November meldet sich mit dem monatsüblichen Regen. Nach der langen Trockenheit in diesem Jahr nimmt man das erleichtert, vielleicht sogar erfreut und wohl kaum kommentarlos auf. Immer und überall, nicht nur in diesem Editorial hier, wird gern übers Wetter gesprochen. Und das hat sein Gutes – auch für die Geschichtsforschung.
Anhand von Informationen über das Wetter ließ sich beispielsweise ein großer Augenblick in der Physikgeschichte genau datieren. Nachdem den Physikern Otto Stern und Walther Gerlach in einer Februarnacht 1922 im Institut für Theoretische Physik in Frankfurt der erste Nachweis der Richtungsquantelung gelungen war, begann „ein herrlicher Morgen“, mit „Kaltlufteinbruch und Neuschnee“, wie es einer von Gerlachs Doktoranden in seinen Erinnerungen detailliert beschrieben hat. Durch den Vergleich mit meteorologischen Aufzeichnungen konnten der Physiker Horst Schmidt-Böcking und die Wissenschaftshistorikerin Karin Reich den historischen Tag – oder vielmehr: die historische Nacht des „Stern-Gerlach-Experiments“ bestimmen. Von dem wegweisenden Physiker Otto Stern und seiner Frankfurter Zeit handelt diesmal der Artikel des Monats.

Artikel des Monats November 2018:
Bahnbrechende Experimente in Bockenheim

Er wirkte nur drei Jahre in Frankfurt und hat hier doch Physikgeschichte geschrieben: Otto Stern. Im Februar 1919 kam der damals 31-jährige Physiker, zunächst als Privatdozent, an das Physikalische Institut der Frankfurter Universität. Dort, im Institutsgebäude in der Robert-Mayer-Straße 2 in Bockenheim, widmete er sich vorrangig der experimentellen Physik und entwickelte zunächst die Grundlagen der Molekularstrahlmethode. Damit konnten erstmals einzelne Atome vermessen werden. In der Nacht vom 7. auf den 8. Februar 1922 glückte Stern und seinem Kollegen Walther Gerlach das später nach ihnen benannte „Stern-Gerlach-Experiment“, mit dem nachgewiesen werden konnte, dass sich Atome zum Magnetfeld in einem bestimmten Winkel ausrichten („Richtungsquantelung“). Das Ereignis markiert den experimentellen Beginn der modernen Quantenphysik. Auf Sterns Forschungsergebnissen basieren etwa die Erfindung der Atomuhr, die Kernspintomografie und die Lasertechnologie.
Vermutlich aufgrund antisemitischer Anfeindungen erhielt Stern, inzwischen Extraordinarius, keine ordentliche Professur in Frankfurt. Er wechselte daher über Rostock 1923 nach Hamburg. 1933 in die USA emigriert, wurde Otto Stern 1943 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet, ausdrücklich für die Molekularstrahlmethode, die er seinerzeit in Frankfurt entwickelt hatte.
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Neu im November sind auch die außergewöhnliche und vielseitige Künstlerin Julia Virginia Scheuermann, die heute zu Unrecht fast vergessen ist, der Bildhauer Arnold Hensler, der mit seinen Werken in den Kirchen des „Neuen Frankfurt“ präsent ist, und der Konzertveranstalter Horst Lippmann, mit dem das Duo Lippmann + Rau im Frankfurter Personenlexikon komplett ist. So lässt sich der nasse November bei interessanter Lektüre überstehen, ohne dass doch der Blues kommt...
Es sei denn, Sie sind immer noch mit dem Abhören Ihrer alten Schallplatten beschäftigt, wie im vergangenen Monat empfohlen. Da könnte der Blues schon mal drin beziehungsweise drauf sein.

Der Tag der schlechten Wortspiele (am 12. November) naht, und bevor ich mich weiter hinreißen lasse, darauf hinzuarbeiten, mache ich lieber Schluss für heute.

Einstweilen wünscht Ihnen
eine gute Zeit bei jedem Wetter
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Dezember 2018.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Oktober 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wenn Sie an Ihre Jugend denken: Welche Musik hören Sie? Swing, Jazz, Rock oder Pop? War Marlene Dietrich Ihr Idol? Oder Ella Fitzgerald? Oder vielleicht Joan Baez? Fühlten Sie sich als Rebell bei den Klängen der Rolling Stones? Oder als Sieger beim Hit von Queen? Hatten Sie keine Panik mit Udo Lindenberg? Oder schwärmten Sie für Udo Jürgens? Oder für Charles Aznavour? Waren Sie ein Fan von David Bowie? Oder von Madonna?
Das sind sicher Geschmacks-, aber auch Generationenfragen. Und dennoch: Falls Sie jemals das Glück hatten, „Ihren“ Star oder „Ihre“ Band live auf der Bühne zu sehen und zu hören, dann verdanken Sie das wahrscheinlich dem Mann, dem der diesmalige Artikel des Monats gilt.

Artikel des Monats Oktober 2018:
„Rock ’n’ Rau for ever”

Er holte Bob Dylan, Jimi Hendrix, die Rolling Stones und ABBA nach Deutschland: Fritz Rau. Sein erstes großes Konzert organisierte der damals 25-jährige Jurastudent 1955 in Heidelberg mit Albert Mangelsdorff und den Frankfurt All Stars. 1963 gründeten er und Horst Lippmann die Konzertagentur „Lippmann + Rau“ mit Sitz in Frankfurt. Damit begann der Aufstieg von Fritz Rau zum bekanntesten und bedeutendsten Konzert- und Tourneeveranstalter Deutschlands. Er brachte die Weltelite des Jazz, Blues, Rock und Pop nach Europa und promotete deutsche Künstler wie Udo Lindenberg und Peter Maffay auf internationaler Ebene. Als erster veranstaltete er ein Open-Air-Rockkonzert in Deutschland, mit den Rolling Stones, die 1976 vor über 40.000 Besuchern im Stuttgarter Neckarstadion auftraten. Bei dem einzigen Deutschlandkonzert von Madonna 1987 im Frankfurter Waldstadion organisierte Rau auch gleich die Anreise der Fans aus der ganzen Bundesrepublik mit 20 Sonderzügen à 1.000 Plätzen – direkt zum „Bahnhof Madonna“, wie die Haltestelle „Frankfurt Sportfeld“ kurzzeitig hieß. Die Hochachtung, die der Konzertmanager bei „seinen“ Künstlern genoss, spricht aus den Worten von Mick Jagger, dem Frontmann der Stones, an Fritz Rau: „Rock ’n’ Rau for ever”.
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Alle Artikel der aktuellen Lieferung erzählen Biographien aus dem 20. Jahrhundert. Ihren Protagonisten ist gemeinsam, dass sie die Zeit des Nationalsozialismus erlebt haben und damit umgehen mussten – wenn auch auf unterschiedlichste Weise. Sie lebten für oder gegen das Regime oder zumindest mit ihm und entgingen dabei, anders als unzählige Menschen, oft nur knapp dem Tod. Einen Rückzug ins Private erlaubt eine Diktatur nicht, auch wenn uns das die Wirtschaftswundergeneration in der Bundesrepublik gerne glauben machen wollte. Selbst und gerade Kinder waren betroffen. Wie Fritz Rau, bei Kriegsende erst 15 Jahre alt, der als „Hitlerjunge“ in der NS-Ideologie erzogen worden war. Nach Kriegsende wurde er vom Jazz „entnazifiziert“, wie er selbst sagte. Als überzeugter Demokrat engagierte sich Rau ein Leben lang für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, auch in seinem Beruf als Konzertveranstalter. Gegen den wieder aufkeimenden Rechtsradikalismus setzte er immer wieder Zeichen, etwa als er 1978 Bob Dylan auf dem früheren Reichsparteitagsgelände der NSDAP in Nürnberg auftreten ließ.

Genießen wir unsere Freiheit. Und legen Sie dazu doch einfach mal wieder eine Ihrer alten Platten auf – ob von der Dietrich oder den Stones, ganz wie Sie wollen.

Einen genussvollen goldenen Oktober wünscht Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. November 2018.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. September 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

jetzt im September ist viel los. Es beginnt der Herbst und damit die Saison – mit neuen Theaterinszenierungen, Konzerten, Ausstellungseröffnungen, Modenschauen, Sportereignissen, aber auch mit gesellschaftlichen Anlässen, etwa Wohltätigkeitsveranstaltungen, festlichen Abendeinladungen und bald auch großen Bällen. Dort trifft sich die Frankfurter Stadtgesellschaft. Das war um 1900 nicht anders und vielleicht noch glanzvoller. An der Spitze und zugleich im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Frankfurt standen damals die großen bürgerlichen Familien, darunter die „Sektdynastie“ der Mumm von Schwarzenstein, aus deren Reihen der erste Oberbürgermeister der Stadt nach 1866 und auch unsere Protagonistin des Monats stammten.

Artikel des Monats September 2018:
Emma, der erste Ehrenbürger der Frankfurter Universität

Sie war eine echte Dame, die gut organisieren, schnell handeln und sehr energisch sein konnte – und wohl auch musste: Emma Mumm von Schwarzenstein. 1871 heiratete die 19-jährige Emma, eine geborene Passavant, den zehn Jahre älteren Kaufmann Hermann Mumm, der bald den Adelstitel „von Schwarzenstein“ führen durfte und zum „Champagner-Baron“ aufstieg. Die junge Frau hatte zwei große Häuser zu führen, das Mumm’sche Palais auf der Zeil und die neu erbaute Burg Schwarzenstein auf dem traditionellen Weingut der Familie in Geisenheim im Rheingau, und bekam neun Kinder. Nebenbei engagierte sie sich für karitative und kulturelle Zwecke. Zur Gründung der Frankfurter Universität trug sie u. a. mit einer hohen Spende von 400.000 Mark bei. Zum Dank wurde Emma von Mumm, wie sie sich selbst nannte, kurz vor ihrem Tod 1922 zum ersten „Ehrenbürger“ der Universität ernannt.
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Ein – zwar häufig unterschätztes – gesellschaftliches Ereignis ist auch der Besuch im Kasperletheater. Nicht umsonst fragt der Kasperl die Kinder erst einmal: „Seid ihr alle da?“ Unter diesem Motto wird am 12. September ein biographisches Kabinett im Historischen Museum eröffnet, das der Puppenspielerin Liesel Simon gewidmet ist. Vor einiger Zeit, im Februar 2015, stellte die Autorin Hanna Eckhardt die in den 1920er Jahren aus dem Frankfurter Rundfunk bekannte und beliebte „Puppenliesel“ in unserem Artikel des Monats vor. Damals war Liesel Simon fast vergessen. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 hatte sie wegen ihrer jüdischen Herkunft Berufsverbot erhalten und war 1941, in letzter Minute, nach Ecuador geflohen. Den Kasperl und alle ihre anderen Puppen hatte sie mitgenommen. Mittlerweile sind die 13 Puppen nach Frankfurt zurückgekehrt. Im Juli 2015 hat die Enkelin von Liesel Simon sie dem Historischen Museum übergeben, wo Kasperl & Co. nun in dem neuen Kabinett bewundert werden können.

Der Herbst hat also etwas zu bieten und wird bunt. Falls es Ihnen doch irgendwann zu bunt werden sollte mit den ganzen Veranstaltungsterminen und Verpflichtungen, dann lehnen Sie sich einfach einmal zurück – vielleicht daheim vor dem Computerbildschirm, wo sich im Frankfurter Personenlexikon ganz entspannt die Stadtgesellschaft vergangener Jahrhunderte online Revue passieren lässt.

Viel Vergnügen im Leben und beim Lesen wünscht Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Oktober 2018.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. August 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wer ist der größte Frankfurter nach Goethe? Was meinen Sie: vielleicht Otto Hahn oder Theodor W. Adorno? Oder lieber eine Frankfurterin: Bettine von Arnim oder Anne Frank? Oder doch einer, der zwar nicht in der Mainstadt geboren wurde, aber hier gewirkt hat und berühmt wurde: Paul Ehrlich oder Max Beckmann? Die Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte einmal: Albert Mangelsdorff. Dessen Biographie können Sie in unserem aktuellen Artikel des Monats lesen.

Artikel des Monats August 2018:
Der Posaunenvogel

Er spielte die Posaune wie kein anderer: Albert Mangelsdorff. Aufgewachsen in Praunheim, kam der Sohn eines Buchbinders durch seinen älteren Bruder Emil schon früh in Kontakt mit der Swing-Jugend und deren oppositioneller Subkultur in der NS-Zeit. Bald nach dem Krieg startete der 19-Jährige in eine Karriere als Berufsmusiker – zunächst als Gitarrist. Eher zufällig kam er zum Posaunenspiel, in dem er es – weitgehend durch autodidaktisches Studium und hartnäckiges Üben – innerhalb weniger Jahre zu einer bis dato für unmöglich gehaltenen Virtuosität und Leichtigkeit brachte. Schnell stieg er zum Star in der Jazzszene auf. Spätestens seit Mitte der Fünfzigerjahre war Albert Mangelsdorff nicht nur am Main, sondern in der ganzen Welt bekannt.
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Am 5. September dieses Jahres wäre Albert Mangelsdorff übrigens 90 Jahre alt geworden, weshalb jetzt nicht nur unser Artikel erscheint, sondern im Herbst mit verschiedenen Veranstaltungen an den Weltstar aus Frankfurt erinnert wird.

Ein besonderer Geburtstag liefert auch den Anlass, eine interessante Frankfurterin im Frankfurter Personenlexikon erneut vorzustellen: Hanna Bekker vom Rath. Die Malerin und Kunstsammlerin, die wichtige bildende Künstler der Moderne schon früh gefördert und auch in der NS-Zeit heimlich unterstützt hatte, gründete 1947 das „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“ und zeigte auf ausgedehnten Ausstellungsreisen seit den 1950er Jahren deutsche Kunst in der Welt.
Ihr biographischer Artikel, der bereits in der Buchausgabe der „Frankfurter Biographie“ enthalten war, erscheint nun, anlässlich des 125. Geburtstags der bedeutenden „Botschafterin der Kunst“ am 7. September dieses Jahres, in einer grundlegenden Neufassung im Frankfurter Personenlexikon. Als Autorin für den Beitrag konnten wir die Kunsthistorikerin Marian Stein-Steinfeld, die Enkelin von Hanna Bekker vom Rath, gewinnen. Sie hat gerade die neue Biographie „Hanna Bekker vom Rath. Handelnde für Kunst und Künstler“ verfasst. Das Buch, verlegt von der Frankfurter Bürgerstiftung in deren Reihe „Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, wird mit einem Vortrag der Autorin und einer kleinen Ausstellung im Holzhausenschlösschen am 7. September 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Inzwischen scheint die große Hitzewelle dieses Sommers abzuebben, was manche von Ihnen eher bedauern mögen und andere – wie auch mich – endlich aufatmen lässt. Jetzt läuft alles wieder wie gewohnt und noch besser, auch im Frankfurter Personenlexikon, dessen umfassende technische Aktualisierung und Wartung im vergangenen Monat abgeschlossen wurde. Mein besonderer Dank gilt Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die dem Frankfurter Personenlexikon trotz mancher Fehlermeldungen, Wartungspausen und anderer Widrigkeiten während der monatelangen „Bauzeit“ die Treue gehalten haben.

Es würde mich sehr freuen, wenn Sie dem Frankfurter Personenlexikon auch künftig gewogen blieben. Und falls doch einmal wieder etwas nicht „stimmen“ sollte, dann scheuen Sie sich nicht, sich über den Kontaktlink auf der Impressumsseite bei der Redaktion zu melden!

Mit den besten Grüßen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. September 2018.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Juli 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

dieser Sommer meint es außergewöhnlich gut mit uns. Er reiht einen strahlenden Sonnentag an den nächsten und lädt zu vergnüglichen Unternehmungen ein. Vielleicht möchten Sie einen der heiteren Tage zu einem Spaziergang in die vor wenigen Wochen eröffnete neue Altstadt in Frankfurt nutzen. Dort wohnte einst die lustige Person aus dem diesmaligen Artikel des Monats.

Artikel des Monats Juli 2018:
Goethes lebhafte Tante Melber

Sie war stolz darauf, dass einmal sogar der Kaiser den Hut vor ihr gezogen hatte: Johanna Melber, geb. Textor. Als Kind war die zweite von vier Schwestern kaum zu Hause zu halten, wenn in ihrer Heimat Frankfurt, der alten Krönungs- und Messestadt, etwas los war. Den Gruß des hohen Herrschers handelte sie sich ein, als sie, auf einem Prellstein an einer Hausecke stehend, dem in einer Kutsche vorbeifahrenden Kaiser Karl VII. ganz allein ein lautes Vivat zurief. Mit 17 Jahren heiratete Johanna 1751 den Materialwarenhändler Georg Adolf Melber. Mit ihm zog sie in das Haus zum Eßlinger am Hühnermarkt. Dort war „um sie her alles bewegt, lebenslustig und munter“, schreibt ihr Neffe Johann Wolfgang Goethe, der sich in seiner Autobiographie „Dichtung und Wahrheit“ an die Besuche im Hause Melber erinnert.
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Das bunte Getümmel am Hühnermarkt, direkt vor ihrem jetzt rekonstruierten Haus zum Eßlinger, hätte der Tante Melber sicher gefallen. Wer es etwas ruhiger liebt, der mag die neue Altstadt am Dom verlassen und ostwärts ziehen, bis zum Anlagenring, dem er von der Obermainanlage in die Friedberger Anlage folgen möge. Fast an deren Ende, idyllisch am Bethmannweiher, findet sich das Denkmal für einen prominenten und verdienstvollen Bürger, der einst sogar „le roi de Francfort“ (der König von Frankfurt) genannt wurde: Simon Moritz von Bethmann.
Rechtzeitig zu seinem 250. Geburtstag im kommenden Oktober ist jetzt ein neuer und fundierter Artikel über Bethmann im Frankfurter Personenlexikon erschienen, der – auch aufgrund der Editionsweise im Internet – viel ausführlicher sein kann als noch der alte Beitrag in der Buchausgabe. Eine Auffrischung hätte übrigens auch das Bethmanndenkmal, geschaffen 1868 von dem Bildhauer Eduard Schmidt von der Launitz, nötig. Die Sockelreliefs sind teilweise beschädigt. So ist auf dem rechten Bild, das die Verdienste Bethmanns um das Schulwesen würdigt, von den beiden dargestellten Schulkindern nur noch ein Beinchen übrig.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, keine Lust (mehr) haben, bei der Hitze durch die Stadt zu laufen, dann halten Sie sich einfach erneut an die Empfehlungen der Herren Kleeblatt und Bütschli, die ich Ihnen schon in früheren Editorials zur Ferienzeit vorgestellt habe. (Falls Sie allerdings noch am Bethmanndenkmal stehen sollten, dann nehmen Sie diesen Rat bitte nicht allzu wörtlich: Der dortige Weiher taugt nicht zur Schwimmanstalt.)
Ob in der Stadt oder im Park, im Schwimmbad oder im Eiscafé, wo immer Sie die Julitage verbringen mögen: Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin einen schönen und sonnigen Sommer!

Herzlichst
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. August 2018.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Juni 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

nicht erst seit gestern kommen moderne Menschen nach Frankfurt, um weiter in die Ferne zu schweifen. Ganz zu Beginn der Neuzeit brach von hier aus unser diesmaliger Held des Monats, ein prominenter Geistlicher aus Mainz, zu einer großen Reise auf. Eigentlich startete er allerdings in Rödelheim, das damals – streng genommen – noch im Frankfurter Vorfeld lag.

Artikel des Monats Juni 2018:
Frühneuhochdeutscher Bestseller

Er nutzte alle Möglichkeiten der Mainmetropole: Bernhard von Breydenbach. Der Mainzer Domkapitular unternahm 1483/84 eine Pilgerreise ins Heilige Land, auf die Halbinsel Sinai und nach Ägypten. Seine Pilgergruppe hatte sich auf der Burg des mitreisenden Grafen Johann von Solms-Lich in Rödelheim zum Start versammelt und machte unterwegs Station in Venedig, bei dem aus Frankfurt stammenden Buchhändler und Verleger Peter Ugelnheimer, bevor sie sich auf den Seeweg begab. Nach der Rückkehr verfasste Bernhard von Breydenbach einen Reisebericht mit dem Titel „Peregrinatio in terram sanctam“. Das Buch brachte Bernhard, inzwischen zum Mainzer Domdekan aufgestiegen, pünktlich zur Königswahl in Frankfurt im Februar 1486 in lateinischer Sprache und rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse im Herbst desselben Jahres in deutscher Übersetzung heraus. Mit Erfolg: Sein Pilgerbericht wurde zu einem der ersten Bestseller.
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Im Leben des Bernhard von Breydenbach spielte Frankfurt eine wichtige Rolle: als traditionsreiche Reichstadt, Wahl- und Krönungsort der deutschen Könige und Kaiser, als Verkehrsknotenpunkt, Handelsmetropole und Messestadt. Viele Fäden liefen und laufen hier zusammen, so dass ein Netzwerk entsteht, das sich auch im Frankfurter Personenlexikon zeigt.

Gelegentlich können sich Fäden allerdings auch verwirren oder, wie man hier in Frankfurt so schön sagt, verknoddeln. Davor ist selbst das modernste aller Netze nicht gefeit. Wegen umfassender Wartungsarbeiten war und ist daher in den vergangenen und kommenden Wochen das Frankfurter Personenlexikon im Internet zeitweise nicht erreichbar, weshalb in der vorigen und in dieser Lieferung auch etwas weniger Artikel als üblich erscheinen konnten. Die Datenbank, auf der unser Online-Lexikon beruht, wird derzeit auf den technisch neuesten Stand gebracht. Denn auch künftig sollen Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Frankfurter Personenlexikon mit dem größtmöglichen Komfort nutzen können.

Wir bitten Sie daher um Nachsicht und Geduld, falls Sie in diesen Tagen unsere Seiten einmal nicht online erreichen konnten oder können, und würden uns freuen, wenn Sie unserem Projekt dennoch gewogen blieben. Vielleicht können Sie inzwischen den schönen Sommer für eine Reise nutzen, von der Sie gesund und erfüllt zurückkehren mögen.

Bis zum baldigen Wiederlesen im Frankfurter Personenlexikon grüßt Sie
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Juli 2018.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Mai 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

mit frischem Schwung und neuem Elan beginnen wir den Mai, begleitet von unserem Artikel des Monats, der wieder einmal – wie vor Jahr und Tag versprochen – einem großen Jazzmusiker gewidmet ist.

Artikel des Monats Mai 2018:
Botschafter des Jazz

Er präsentierte der alten Welt eine neue Musik: Sam Wooding. Auf einer Europatournee kam der afroamerikanische Musiker mit seinem Orchester auch nach Frankfurt, wo er zum ersten Mal am Silvesterabend 1925 im Schumanntheater aufspielte. Es waren nur ein paar Konzerte, in denen Wooding und seine Jazzband zum Jahreswechsel 1925/26 und noch einmal im August 1928 in der Mainstadt zu hören und zu sehen waren. Und doch wirkten ihre neuen, „wundervollen Klangbilder“, wie Siegfried Kracauer in einer seiner Kritiken schrieb, lange nach. Sam Wooding gab damit den Rhythmus vor – für den Weg der Stadt und ihrer Musikszene zum Jazz.
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Auf der Bühne trat Sam Wooding mit elf Musikern auf. Im Frankfurter Personenlexikon erscheint er zusammen mit zwei weiteren, allerdings barocken Kapellmeistern, einem Architekten, einem Buchdrucker und einer großherzigen Dame – eine spannungsvolle Gesellschaft, die Ihnen wiederum eine interessante Lektüre verheißen mag.

Einen abwechslungsreichen Monat Mai beim Lesen und im Leben wünscht Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Juni 2018.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. April 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vor fast genau hundert Jahren, im November 1918, erhielten Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Kurz davor oder danach wurde das Frauenwahlrecht auch in vielen anderen europäischen Ländern, etwa in Finnland (1906), Norwegen (1913), Dänemark (1915), den Niederlanden (1917), Russland (1917), Großbritannien (1918), Polen (1918), Österreich (1918) und Schweden (1920), sowie in den USA (1920) eingeführt. Mit der Rolle der Frau in Politik und Gesellschaft änderte sich auch das weibliche Erscheinungsbild. Die moderne und selbstständige Frau der Zwanzigerjahre zeigte sich ebenso schick wie selbstbewusst, trug den Rock nur noch knielang und ließ sich einen Bubikopf schneiden. Die Mode gewann als Ausdruck des Lebensstils an Bedeutung. Dementsprechend wurde an der Frankfurter Kunstgewerbeschule unter der Direktion von Fritz Wichert 1927 auch eine Modeklasse eingerichtet, bald die meistbesuchte Klasse dort, deren Leiterin in dem diesmaligen Artikel des Monats vorgestellt wird.

Artikel des Monats April 2018:
Modekarriere am Main

Sie sollte Frankfurt zur Modestadt von internationalem Ruf machen: Margarethe Klimt. Die gebürtige Wienerin übernahm am 1. April 1927 die Leitung der neu geschaffenen Modeklasse an der Frankfurter Kunstgewerbeschule, wo sie künftig Damenschneiderinnen und Modellzeichnerinnen ausbildete. In Modeschauen und Ausstellungen präsentierte Margarethe Klimt, im März 1929 zur Professorin ernannt, die Ergebnisse der Arbeit mit ihren Schülerinnen: von maßgeschneiderten Modellkleidern über speziell angefertigte Theaterkostüme bis hin zu Serienmodellen für die „Industrieverwertung“.
Im Zuge der nationalsozialistischen „Gleichschaltung“ der Kunstgewerbeschule 1933 wurde Margarethe Klimt, u. a. wegen ihrer angeblich „undeutschen“ Haltung in der Modeauffassung, „beurlaubt“. Sie erstritt aber bei NS-Oberbürgermeister Krebs bald ihre Wiederbeschäftigung. Im Frühjahr 1934 wurde sie von Krebs zudem mit der Leitung des neu gegründeten städtischen Modeamts betraut, das zur „Erringung eines neuen deutschen Modestils“ beitragen sollte. Dirndlkleid und Kittelschürze waren jedoch nicht gefragt. Das Modeamt unter Klimts Leitung setzte auf Haute Couture, die es nach nationalsozialistischer Sprachregelung zwar „Hochmode“ nennen musste, aber doch zur Geltung auch im Ausland bringen wollte. In den Kriegsjahren orientierte sich Margarethe Klimt, etwa in einer von ihr herausgegebenen Modellmappe des Modeamts, zunehmend am Idealbild der nationalsozialistischen Frau, die – in Klimts Worten – aus „Erwerbsleben und Beruf in die Familie“ habe „heimkehren“ dürfen. Dazu stand allerdings „ihr eigenes Lebensmodell als ehrgeizige Berufstätige und alleinerziehende Mutter“, wie es in unserem auf umfassender Quellenrecherche beruhenden Artikel zu lesen ist, „in deutlichem Kontrast“.
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Die aktuelle Monatslieferung bringt übrigens die Biographien zweier weiterer interessanter Frauen, deren Leben in der NS-Zeit jedoch weitaus dramatischer verlaufen musste. Die Schriftstellerin Nelly Sachs konnte im Mai 1940, wirklich in letzter Minute, aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen und verarbeitete seitdem im schwedischen Exil ihr eigenes und das jüdische Schicksal der Zeit in ihren Gedichten. Für ihre „Werke der Vergebung, der Rettung, des Friedens“ erhielt sie – als erste Frau – 1965 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der ihr in der Frankfurter Paulskirche verliehen wurde.
Die Historikerin Hildegard Schaeder, die sich um 1934/35 der Bekennenden Kirche angeschlossen hatte, half in der Berliner Gemeinde des Pfarrers Martin Niemöller bedrohten, deportierten und untergetauchten Menschen. Sie wurde deshalb denunziert, im September 1943 von der Gestapo verhaftet und ein paar Monate später in das Frauen-KZ Ravensbrück gebracht, wo sie nur knapp überlebte, obwohl sie am Karfreitag 1945 bereits für die Gaskammer „selektiert“ war. Nach dem Krieg lebte sie in Frankfurt. Als Referentin für die orthodoxen Kirchen des Ostens im Außenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland setzte sie sich für die Verständigung zwischen den Kirchen ein. Zudem lehrte die ausgewiesene Osteuropahistorikerin an der Frankfurter Universität.

Jetzt haben die Frauen diesmal die Männer ganz in den Schatten gestellt. Dabei sind auch die Biographien über die Herren in dieser Aprillieferung durchaus beachtenswert. Aber lesen Sie doch selbst...

Eine lohnende Lektüre im Frankfurter Personenlexikon wünscht Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Mai 2018.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. März 2018

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

manchmal gilt es, ein Zeichen zu setzen, im Großen oder auch ganz im Kleinen, bevor es zu spät sein könnte. Nicht zuletzt deswegen ist der Artikel des Monats diesmal einem außergewöhnlichen Kirchenbaumeister gewidmet.

Artikel des Monats März 2018:
Wegweiser für die Demokratie

Er baute das Symbol für den demokratischen Neubeginn in Deutschland nach 1945: Rudolf Schwarz. Bereits am Anfang seiner Karriere war der Architekt in Frankfurt tätig gewesen, wo er zusammen mit Dominikus Böhm 1927 den Wettbewerb um die Frauenfriedenskirche gewonnen hatte; der preisgekrönte Entwurf kam jedoch nicht zur Ausführung. Im November 1946 dann wurde Schwarz, der kurz zuvor als Generalplaner für den Wiederaufbau der Stadt Köln eingesetzt worden war, mit dem Wiederaufbau der Paulskirche in Frankfurt beauftragt. Als führender Kopf einer Planungsgemeinschaft, der außerdem Gottlob Schaupp und Johannes Krahn angehörten, gab er der Paulskirche ihre neue und bis heute gültige Gestalt.
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Die Signalwirkung, die vom Wiederaufbau der Paulskirche pünktlich zum 100. Jubiläum der Nationalversammlung 1948 für den politischen Neubeginn in Deutschland in jener Zeit ausgehen würde, hatte Oberbürgermeister Walter Kolb erkannt. Gegen mancherlei Widerstände setzte der überzeugte Demokrat daher das Projekt durch. Künftig sollte die Paulskirche kein Gotteshaus mehr sein, sondern „das Haus aller Deutschen“, das als nationale Gedenk- und Tagungsstätte dienen sollte. Auf einen Spendenaufruf vom 20. Januar 1947 hin gingen wirklich Gaben aus allen deutschen Ländern für die neue Paulskirche ein, insgesamt 1,8 Millionen Reichsmark und 327 Sachspenden, darunter etwa ein paar Tausend Klinkersteine aus Leipzig und ein Waggon Kreide aus Rügen.

Die neue Paulskirche, die zur Hundertjahrfeier der Deutschen Nationalversammlung am 18. Mai 1948 eingeweiht wurde, ist als Symbol für Tradition und Neubeginn der Demokratie in Deutschland nicht wegzudenken. Ihr architektonisches Konzept, das die Planungsgemeinschaft unter Rudolf Schwarz entwickelte, wird diesem Symbolcharakter kongenial gerecht. Der Bau respektiert die Tradition als Originalschauplatz der Nationalversammlung von 1848, verleugnet nicht die Zerstörung unter der nationalsozialistischen Herrschaft und zeugt vom Neubeginn und Aufbauwillen der Nachkriegszeit. Dabei ist die neue Paulskirche von einer hohen Ästhetik, „einer fast mönchischen Strenge“, womit der Baumeister Rudolf Schwarz eine besondere Hoffnung verband: „Der Bau dient heute geistigen Dingen von hohem Rang (...), und er ist von einer solch nüchternen Strenge, daß darin kein unwahres Wort möglich sein sollte.“ (Schwarz: Kirchenbau 1960, Nachdr. 2007, S. 94.)

Das mag nicht jedem gefallen. Doch wer die Geschichte kennt, wird auch die Paulskirche in ihrer heutigen Gestalt schätzen.

Frankfurter Frühlingsgrüße sendet Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. April 2018.

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Ein Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung

Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Stiftung Niederländische Gemeinde Augsburger Confession

Kooperationspartner: Frankfurter Historische Kommission
Projektleitung: Sabine Hock
Herausgeber: Clemens Greve, Sabine Hock
Datenbankprogrammierung: Andreas Bombel
Gestaltung: Anja Müller-Ries

Bildnachweis für die Kopfleiste (v. l. n. r.): Hamman von Holzhausen (Hans Happ nach Conrad Faber von Creuznach/UB Ffm.), Arthur Schopenhauer (ISG), Friedrich Stoltze (ISG), Johann Wolfgang Goethe (Johann Heinrich Lips/FDH-FGM), Max Beckmann (ISG), Bertha Pappenheim (ISG), Eduard Rüppell (Pompeo Marchesi/Archiv der SGN als Dauerleihgabe im HMF/Foto: Sven Tränkner), Paul Ehrlich (ISG), Christian Egenolff (Johann Friedrich Schmidt nach dem Monogrammisten „M“/ISG), Karl der Große (Andreas Artur Hoferick nach Karl Eduard Wendelstadt/Foto: Wolfgang Faust), Franz Adickes (ISG), Liesel Christ (hr-Archiv/Foto: Kurt Bethke), Ernst May (ISG), Georg Philipp Telemann (Valentin Daniel Preisler nach Ludwig Michael Schneider/ISG).

© ab 2014 Frankfurter Bürgerstiftung und für die einzelnen Artikel bei den Autoren und/oder Institutionen.

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