für Frankfurt hatte Heinrich Heine nichts als Spott übrig. Doch denk ich an Deutschland, dann ist er heute so aktuell wie je und damit immer einen Artikel des Monats wert.
Artikel des Monats Oktober 2019: Lyrischer Dichter und kritischer Denker Er war nur dreimal kurz in Frankfurt: Heinrich Heine. Dennoch spielten sich in der alten Handelsstadt am Main einige Schlüsselszenen in seinem Leben ab. Zum ersten Mal wurde der damals knapp 18-Jährige 1815 von seinem Vater nach Frankfurt gebracht, wo er eine kaufmännische Lehre absolvieren sollte. Nach einem Versuch im Bankfach und einem weiteren im Spezereihandel floh Heine nach sieben Wochen zurück ins Elternhaus. Auch wenn er beteuerte, „kein Talent zum Erwerb“ zu haben, half es ihm letztlich nichts, da er nun in die Banklehre bei seinem Onkel in Hamburg gegeben wurde. Seine Eindrücke aus Frankfurt und der Judengasse verarbeitete er später in der fragmentarisch gebliebenen Erzählung „Der Rabbi von Bacherach“ (ab 1824). Als Heine 1827 wieder nach Frankfurt kam, war er schon ein bekannter Dichter und Schriftsteller. Er traf sich hier mit seinem Kollegen Ludwig Börne, und die beiden durchstreiften drei Tage lang „in fast idyllischer Friedsamkeit“ die Stadt; erst nach Börnes Tod rechnete Heine in einer Denkschrift (1840) mit dem Konkurrenten ab. Bei seinem letzten Besuch in Frankfurt 1831 führte sich Heine wie ein geckenhafter Bürgerschreck auf und brüskierte damit selbst die treuesten Liebhaber seiner Gedichte. Die Frankfurter nahmen ihm das wenig übel, kümmerten sich lange um die Pflege seines Grabs auf dem Friedhof von Montmartre in Paris und errichteten Heine 1913 das erste Denkmal in Deutschland. Lesen Sie mehr >
Das Heinedenkmal in Frankfurt entstand seinerzeit gegen den erbitterten Widerstand konservativer und antisemitischer Kreise, nachdem frühere Denkmalspläne andernorts, etwa in Heines Geburtsstadt Düsseldorf, unrühmlich gescheitert waren. Dank einer Bürgerinitiative, die von führenden Persönlichkeiten des städtischen Kulturlebens gegründet und vom Magistrat ausdrücklich unterstützt wurde, konnte das Projekt in Frankfurt verwirklicht werden. Schon vor der Aufstellung des Denkmals war die Stadt deswegen einer schier unglaublichen Hetzkampagne der nationalen und antisemitischen Presse ausgesetzt. Dagegen versammelten sich zur feierlichen Enthüllung des Heinedenkmals durch Oberbürgermeister Voigt am 13. Dezember 1913 über 2.000 Menschen im Anlagenring. Knapp 20 Jahre später, wenige Monate nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, wurde das Denkmal mit roher Gewalt gestürzt. Seine von Georg Kolbe geschaffenen Bronzefiguren konnten gerettet werden und „überwinterten“ während der NS-Zeit im Städel. Bereits 1947, anlässlich von Heines 150. Geburtstag, wurde das Denkmal wiedererrichtet. Seitdem steht es in der Taunusanlage.
Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Zeit und besonders unseren jüdischen Leserinnen und Lesern ein gutes Jahr 5780, das vor wenigen Tagen begonnen hat.
Bis zum nächsten Mal grüßt Sie herzlich Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. November 2019.
wie das Leben in einer biographischen Lexikonredaktion manchmal so spielt, steht unversehens die Altfrankfurter Familie Bansa im Blickpunkt dieser Septemberlieferung. Das beschert mir den willkommenen Anlass, den Artikel des Monats einer der beeindruckenden Frauen aus dieser Familie zu widmen.
Artikel des Monats September 2019: Alleinerziehende Unternehmerin zur Goethezeit Sie war Hausfrau, Mutter, Netzwerkerin, Unternehmerin – und damit eine moderne Frau im alten Frankfurt vor mehr als 200 Jahren: Sophie Bansa, geb. Streiber. Die knapp 19-jährige Tochter eines wohlhabenden Bankiers aus Eisenach war nach der Heirat mit dem Kaufmann Johann Matthias Bansa 1781 nach Frankfurt gekommen. Bald stand die junge Frau Bansa im Mittelpunkt eines kulturinteressierten Kreises, den sie und ihr Mann um sich versammelten, zunächst im Saalhof, dann in ihrem Haus in der Fahrgasse, wo auch das familieneigene Bank- und Handelshaus „Bansa & Sohn“ seinen Sitz hatte. Als Johann Matthias Bansa mit 44 Jahren 1802 starb, hatte seine Witwe Sophie sechs unmündige Kinder allein zu versorgen. Kurzerhand entschloss sie sich, die Leitung der Firma „Bansa & Sohn“ zu übernehmen. Erst 1837, inzwischen 75 Jahre alt, schied Sophie Bansa endgültig aus dem Geschäft aus. Lesen Sie mehr >
Schon in ihrem Elternhaus in Eisenach hatte Sophie Bansa einst Goethe kennengelernt, den sie bei seinen Besuchen in Frankfurt und Wiesbaden 1814/15 wiedertraf. An diese Begegnungen der Frau Bansa mit dem Dichterfürsten erinnert ein Gartentempel auf dem Mühlberg, wo sich damals das Landgut Engelbach-Bansa befand. Dort hat wiederum Sophies Schwiegertochter Cleophea Bansa, geb. Schmid, glückliche Jugendtage verbracht und konnte sich seitdem „kaum ein lieblicheres Fleckchen Erde“ als den Mühlberg vorstellen. Auch Cleophea, genannt „Clefchen“, ist übrigens Goethe einmal begegnet. Denn natürlich war sie dabei, als Sophie Bansa mit ihrer ganzen Familie am 6. September 1815 von dem befreundeten Ehepaar Johann Jakob und Marianne Willemer zu einem kleinen Fest für den verehrten Dichterfürsten auf der Gerbermühle eingeladen war.
Cleophea Bansa, wieder eine interessante Frau dieses Namens, die mit einem Artikel in dieser Lieferung bedacht ist, hat seit ihrer Zeit auf dem Mühlberg sich einen Zug ins Grüne bewahrt und eine Leidenschaft für die Gartenkunst entwickelt. Ihr späterer Garten am Schneckenbrunnen in Sachsenhausen soll einer der schönsten in Frankfurt gewesen sein. Wenn es jetzt an sonnigen Herbsttagen auch Sie hinaus ins Grüne zieht, so hätte Ihnen wohl unser Frankfurter Lokalpoet Friedrich Stoltze ebenfalls den Mühlberg als lohnendes Ausflugsziel empfohlen: „Korzum, es is uff dere Welt kää Plätzi, was merr so gefällt!“, schwärmte er einmal auf gut Frankfurterisch in einem Loblied auf die doch eher bescheidene Erhebung im Osten Sachsenhausens. Längst gibt es aber auf dem Mühlberg keine Weinberge mehr, und die wunderbaren Sommervillen mit ihren großen Gärten sind auch verschwunden. Immerhin ist jedoch vom ehemaligen Landgut Engelbach-Bansa noch ein Stückchen Park übrig, das lange zum Mühlbergkrankenhaus gehörte und nun eine Seniorenwohnanlage umgibt. Da steht bis heute der Goethetempel, der nicht nur dem berühmtesten Frankfurter, sondern auch einer faszinierenden Frankfurterin gewidmet ist: Sophie Bansa. Wenn das Tempelchen nicht wäre, hätten wir sie fast vergessen. Nun erzählt das Frankfurter Personenlexikon ihre Geschichte.
Schöne Septembergrüße Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Oktober 2019.
das Frankfurter Personenlexikon (FP) porträtiert Persönlichkeiten meist in Worten. Um sich ein Bild von einem Menschen machen zu können, möchte man ihn aber auch ansehen. Das FP bemüht sich daher im Rahmen der Möglichkeiten, die Artikel jeweils mit einem Bildnis der behandelten Person zu illustrieren. Porträtgemälde und -zeichnungen zahlreicher prominenter Frankfurterinnen und Frankfurter schuf im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ein Maler, dem diesmal der Artikel des Monats gilt.
Artikel des Monats August 2019: Der Frankfurter Impressionist Er malte Ansichten von Frankfurt und porträtierte die Spitzen der Stadtgesellschaft: Jakob Nussbaum. Geboren in einer ländlichen Gegend in Osthessen, war der Zehnjährige mit Eltern und Geschwistern 1883 nach Frankfurt gekommen. Nach seinem Studium der Malerei in München und Ungarn arbeitete der von der Berliner Secession inspirierte und mit Max Liebermann befreundete Künstler seit etwa 1900 vorwiegend in der Mainstadt. In den 1920er Jahren war Nussbaum eine feste Größe im Frankfurter Kulturleben. Er leitete den Frankfurter Künstlerbund, von dem er noch am 8. Januar 1933, zu seinem 60. Geburtstag, zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Wenige Monate später entschloss sich Nussbaum angesichts der Situation im nationalsozialistischen Deutschland zur Emigration nach Palästina. Dort ist er nach längerer Krankheit 1936 gestorben. Erst kürzlich hat das Jüdische Museum in Frankfurt den Nachlass erworben, der zum Aufbau eines „Jakob-Nussbaum-Archivs“ dienen soll. Lesen Sie mehr >
In den 1920er Jahren bildete auch ein anderer Künstler zahlreiche Frankfurter Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Gesellschaft ab: Lino Salini, geboren am 27. Dezember 1889 (also vor bald 130 Jahren) in Frankfurt. Sein Vater, der aus der Gegend von Parma stammte und eine italienische Osteria in der Mainstadt betrieb, soll auch gemalt haben – immer dasselbe Motiv: die Blaue Grotte von Capri. Die Gäste des väterlichen Lokals, darunter viele Künstler, entdeckten und förderten das Talent des kleinen Lino. Dafür hat er sie dann (später) alle gezeichnet oder vielmehr karikiert, sie und die gesamte Frankfurter Prominenz, etwa für das Stadtblatt der Frankfurter Zeitung und die Frankfurter Nachrichten. Als Zeichner gemütvoller Szenen aus dem Sachsenhäuser „Ebbelwei-Milieu“ war und ist Salini sehr beliebt. Dass er in der NS-Zeit auch Aufträge von nationalsozialistischen Organisationen annahm und während des Zweiten Weltkriegs u. a. Chefzeichner der Feldpostzeitung „Kamerad Humor“ war, brachte vor 30 Jahren eine Ausstellung des Stadtarchivs, des heutigen Instituts für Stadtgeschichte, ans Licht. Das sorgte für Unmut unter Salinis „Fans“. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Biographie und die Katalogisierung der Werke von Lino Salini stehen weiterhin aus. Erst auf dieser Grundlage wird eine historisch gültige Einordnung seiner Haltung, auch in der NS-Zeit, möglich sein. Einstweilen erinnert das Frankfurter Personenlexikon mit einer geprüften und aktualisierten Neufassung des Artikels aus der „Frankfurter Biographie“ wieder an Lino Salini – und damit an ein Desiderat in der Frankfurter Stadtgeschichtsforschung.
Die weiteren Lebensbilder dieser Lieferung stellen den Kaufmann Johann Conrad Bansa, die Warenhausbesitzerin Ida Wronker und den Regisseur Einar Schleef dar. Mit diesen fünf Neuheiten sind im Frankfurter Personenlexikon nun insgesamt 500 Artikel online erschienen. Aber das sind längst nicht alle Einträge, die Sie mittlerweile im FP finden. Dazu demnächst mehr.
Bis dahin beste Grüße und Wünsche Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. September 2019.
mit einer hervorragend besetzten Artikellieferung startet das Frankfurter Personenlexikon in sein sechstes Jahr im Internet. Zum Bauhausjubiläum blicken wir im aktuellen Artikel des Monats wieder auf einen bedeutenden Architekten und Designer des „Neuen Frankfurt“ und der klassischen Moderne.
Artikel des Monats Juli 2019: Architekt der linken Avantgarde Er wurde von Ernst May nach Frankfurt geholt, um komfortable „Wohnungen für das Existenzminimum“ zu bauen: Mart Stam. Gerade hatte sich der knapp 28-jährige Architekt aus den Niederlanden mit der Gestaltung eines Reihenhauses an der am 23. Juli 1927 eröffneten Werkbund-Ausstellung in Stuttgart-Weißenhof beteiligt. Dafür hatte er den ersten Freischwingerstuhl aus Stahlrohr entworfen und damit einen Designklassiker der Moderne geschaffen. Wohl auf einem Architektenkongress in der Schweiz 1928 lernte er den Frankfurter Stadtbaurat May kennen. Noch im selben Jahr übersiedelte Stam in die Mainstadt, wo er seitdem das „Neue Frankfurt“ mitgestaltete. Er konzipierte die neue Hellerhof-Siedlung im Gallusviertel und war maßgeblich an der Planung des Henry und Emma Budge-Heims, eines Altersheims am Dornbusch, beteiligt. 1930 begleitete der Architekt, der das „Neue Bauen“ als sozialreformerischen Auftrag begriff, May und dessen Team zur Planung von Stadtregionen in die Sowjetunion. Lesen Sie mehr >
Auch die anderen Personen aus den Artikeln dieser Julilieferung sind eine Entdeckung wert, etwa der Fotograf und Verleger Carl Friedrich Fay, der von 1896 bis 1911 insgesamt 26 Folgen von „Bildern aus dem alten Frankfurt am Main“ veröffentlichte, genau 314 Aufnahmen, die uns heute das Stadtbild um 1900 zeigen. Nachdenklich stimmt die Geschichte des Journalisten Wilhelm Cohnstaedt, eines wichtigen Mitarbeiters der „Frankfurter Zeitung“, der sich in der Weimarer Republik für die deutsche Demokratie engagierte und anlässlich der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 eine Ergebenheitsadresse an Hitler in einem Leitartikel verweigerte; daraufhin schickte die FZ ihren Redakteur zu seiner Sicherheit gerade noch rechtzeitig in die USA. Erinnern Sie sich, wie ein Pfennig aussieht? Wenn Sie wissen wollen, wer die (meisten) Pfennigmünzen entworfen hat, mit denen in der Bundesrepublik von 1949 bis 2001 bezahlt wurde, dann lesen Sie den Artikel über den Medailleur Adolf Jäger, der – so viel sei schon verraten – auch „der Pfennig-Jäger“ genannt wurde. Einen der bekanntesten Bildhauer aus Frankfurt stellt ein weiterer Artikel in diesem Monat vor: Hans Steinbrenner. Der gebürtige Frankfurter wohnte und arbeitete von 1967 bis zu seinem Tod 2008 in einem Atelierhaus in der Künstlerkolonie in Praunheim. Einige seiner „Figuren“, wie der international anerkannte Künstler seine Skulpturen stets nannte, sind auch im öffentlichen Raum in Frankfurt präsent. Und ein Artikel ist schließlich Wolfgang Kaus, dem langjährigen künstlerischen Leiter und Regisseur des Volkstheaters Frankfurt, zum ersten Todestag am 18. Juli gewidmet. Er steht hier übrigens nur an letzter Stelle, weil diese kleine Empfehlungsliste lesenswerter neuer Artikel chronologisch nach dem Geburtsdatum der behandelten Personen geordnet ist.
Im Frankfurter Personenlexikon findet sich immer viel Stoff. Der Vorteil der Internetpräsenz des Projekts ist, dass Sie überall und jederzeit darin lesen und nachschlagen können – etwa in oder auch erst nach Ihrem Sommerurlaub. Wie es Ihnen nützt und gefällt. Das Frankfurter Personenlexikon ist für Sie da.
Schöne und entspannte Sommerwochen wünscht Ihnen Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. August 2019.
wieder stellen wir eine neue Artikellieferung für Sie ins Internet oder, umgangssprachlich kurz gesagt, „ins Netz“. Insofern könnte man Herausgeber, Chefredakteurin, Autorinnen und Autoren des Frankfurter Personenlexikons auch – eher scherzhaft – „Networker“ oder „Netzarbeiter“ nennen. Mit einem echten Netzwerker dagegen befasst sich der diesmalige Artikel des Monats.
Artikel des Monats Juni 2019: Glänzender Universitätskurator Er wollte Frankfurt „zu einem Zentrum deutscher Universitätskultur“ machen: Kurt Riezler. Zum Sommersemester 1928 wurde der 46-jährige frühere Diplomat und nunmehrige Privatgelehrte zum „Geschäftsführenden Vorsitzenden des Kuratoriums der Frankfurter Universität“ berufen. In seiner kurzen Ära erlebte die noch junge Frankfurter Hochschule eine Glanzzeit. So engagierte sich Riezler für die Besetzung zahlreicher Professuren mit herausragenden Gelehrten, darunter Max Horkheimer, Ernst Kantorowicz, Paul Tillich u. v. a. In verschiedenen – wissenschaftlichen wie politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen – Kreisen scharte er eine intellektuelle Elite um sich, die auf interdisziplinärer Ebene nach Lösungen für die drängenden Fragen der Zeit suchte. Die Stadtgesellschaft und auch viele Stifterfamilien zeigten sich von dieser „bunten Welt“ begeistert. Von den Nationalsozialisten wurde Riezler 1933 in Schutzhaft genommen und zum Rücktritt gezwungen. Lesen Sie mehr >
Der Artikel über Kurt Riezler, der gegenüber dem Eintrag in der Buchausgabe der „Frankfurter Biographie“ grundlegend überarbeitet wurde, stammt von dem Historiker Professor Dr. Notker Hammerstein, dem hervorragenden Kenner der Frankfurter Universitätsgeschichte, der kürzlich eine Biographie über Riezler in der Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ der Frankfurter Goethe-Universität herausgebracht hat.
Ich würde mich freuen, wenn auch Sie wieder interessante Artikel im Frankfurter Personenlexikon finden würden und weiterhin unserem Projekt gewogen blieben.
Mit den besten Wünschen für den Weg in den Sommer Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Juli 2019.
der Artikel dieses Monats erinnert an den Schriftsteller Joseph Roth, der am 27. Mai vor 80 Jahren in Paris starb. Später in diesem Jahr, am 2. September, ist außerdem des 125. Geburtstags von Roth zu gedenken. Das Frankfurter Personenlexikon nimmt das zum willkommenen Anlass, einen Artikel über Joseph Roth zu bringen, der die nicht ganz unbedeutende Rolle der Stadt Frankfurt in dessen Leben näher beleuchtet.
Artikel des Monats Mai 2019: Sein Traum einer Stadt Er war nirgendwo ganz zuhause und in Frankfurt ein bisschen daheim: Joseph Roth. Bei seinen häufigen Aufenthalten in der Mainstadt wohnte der Schriftsteller meist im Hotel „Englischer Hof“ gegenüber vom Hauptbahnhof. Im März 1923 lieferte er sein erstes Feuilleton aus Frankfurt, damals für den Berliner Börsen-Courier, worin er konstatierte: „Frankfurt besteht aus einer Stadt und einem Traum.“ Der Traum war für ihn die Altstadt, von der er regelrecht schwärmte. Noch im selben Jahr begann Roth, für die Frankfurter Zeitung zu schreiben. Die journalistische Arbeit für deren Feuilleton führte ihn immer wieder nach Frankfurt. Auch einige seiner Romane ließ er im Vorabdruck in der FZ erscheinen, zuletzt 1932 „Radetzkymarsch“. Lesen Sie mehr >
Neben der laufenden Redaktionsarbeit wird derzeit eine Neuerung eingeführt, die das Frankfurter Personenlexikon im Internet langfristig noch attraktiver und informativer für Sie, die Nutzerinnen und Nutzer, werden lässt. Einige unserer aufmerksamen Leserinnen und Leser haben schon die ersten Ergebnisse dieses „Projekts im Projekt“ entdeckt. Weitere Informationen werden Sie zu gegebener Zeit im monatlichen Editorial finden. Sie dürfen gespannt sein.
Einstweilen freundliche Grüße und gute Wünsche für einen wunderschönen Monat Mai Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Juni 2019.
in der Frankfurter Oper hängt der Himmel voller Geigen. Das ist ganz wörtlich zu nehmen, und es sind auch ein paar Celli, Hörner, Harfen und andere Musikinstrumente dabei – im Bühnenbild der aktuellen Inszenierung von Franz Schrekers „Der ferne Klang“. Das Werk erzählt die dramatische Geschichte des Opernkomponisten Fritz, der sein Leben lang dem ersehnten Klang nachjagt, den er jedoch erst im Sterben zu hören glaubt. Kurz zuvor ist in der Oper seine Oper „Die Harfe“ erfolglos uraufgeführt worden. Beim Komponieren mag der Weg vom Fritz zum Franz (oder umgekehrt) nicht so weit gewesen sein. Doch dem realen Komponisten schien seine Oper, uraufgeführt 1912 in Frankfurt, zunächst mehr Glück zu verheißen, wie im diesmaligen Artikel des Monats nachzulesen ist.
Artikel des Monats April 2019: Der erste Klang im Frankfurter Opernhaus Vier seiner neun Opern wurden in Frankfurt uraufgeführt: Franz Schreker. Der in Wien lebende Komponist reüssierte 1912 mit seinem Werk „Der ferne Klang“, das erstmals im Frankfurter Opernhaus auf die Bühne kam. Über Nacht wurde der 34-Jährige zu einem der berühmtesten und meistbeachteten Opernkomponisten seiner Zeit. In den nächsten Jahren brachte die Frankfurter Oper auch seine Werke „Das Spielwerk und die Prinzessin“ (1913), „Die Gezeichneten“ (1918) und „Der Schatzgräber“ (1920) in Uraufführung heraus. Die Oper „Der Schatzgräber“, die Schreker der Stadt Frankfurt widmete, wurde zum Sensationserfolg. Für seine späteren Opern, nicht mehr in Frankfurt uraufgeführt, standen die Sterne nicht so günstig. Nicht nur in Berlin, wo Schreker seit 1920 die Musikhochschule leitete, wurde er bald wegen seiner jüdischen Herkunft und der angeblichen „Dekadenz“ seiner Werke angefeindet. Lesen Sie mehr >
Die Neuinszenierung von Schrekers „Der ferne Klang“, die am 31. März Premiere hatte, hat die Oper Frankfurt dem kürzlich verstorbenen Dirigenten Michael Gielen gewidmet, der von 1977 bis 1987 Generalmusikdirektor der Oper und Leiter der Museumskonzerte in Frankfurt war. In seiner Ära hat Gielen mit einer spektakulären Produktion von „Die Gezeichneten“ in der Regie von Hans Neuenfels 1979 wesentlich zur Renaissance von Schrekers Werk beigetragen. Im Frankfurter Personenlexikon ist ein Artikel über Michael Gielen vorgesehen.
Ob und wann ein neuer Artikel im Frankfurter Personenlexikon veröffentlicht wird, hängt jedoch von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zuvor ist sorgfältige und oft aufwendige Arbeit im Streben nach Historical Correctness zu leisten: von der Recherche in den Quellen über das kritische Prüfen der Fakten und das Ringen um Formulierungen bis hin zum Anpassen an die redaktionell vorgegebene Form. Oft steckt der Teufel im Detail, und so ist manchmal ein „kleiner“ Artikel viel arbeitsintensiver als ein „großer“. Von all den Mühen ist nichts mehr zu merken, wenn ein Artikel online erscheint. Und so soll es auch sein. Wenn ich hier dennoch von der – durchaus erfüllenden – Arbeit erzähle, die hinter jedem Beitrag im Frankfurter Personenlexikon steckt, so geschieht das nur, um Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Verständnis und etwas Geduld bitten zu können. Ich kann Ihre Fragen und Wünsche nach neuen Artikeln verstehen. Wir arbeiten unablässig am weiteren Ausbau des Artikelbestands im Frankfurter Personenlexikon, und wenn Ihr Wunschartikel den Aufnahmekriterien genügt, so wird er sicher erscheinen. Bitte, geben Sie ihm und uns nur etwas Zeit, damit Sie den gewünschten Beitrag auch in der gewohnten Qualität im Frankfurter Personenlexikon finden können werden. Derweil mögen Ihnen vielleicht die 475 anderen Artikel, die bereits im Frankfurter Personenlexikon enthalten sind, die Wartezeit etwas verkürzen.
Allen Leserinnen und Lesern einen bunten Frühling und schöne Ostertage wünscht Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Mai 2019.
die im Februar begonnene Reihe von Beiträgen über ebenso spannende wie umstrittene Persönlichkeiten setzt sich in diesem Monat unvermittelt fort. So ist im Artikel des Monats März eine Biographie aus der jüngsten Zeitgeschichte dokumentiert, die Stoff für Diskussionen bieten, aber auch Anlass zum Nachdenken geben kann.
Artikel des Monats März 2019: Eine verhängnisvolle Einladung Er machte es sich nicht leicht im Einsatz für seine Überzeugungen: Alexander Schubart. Erstmals zu Beginn der Siebzigerjahre setzte sich der Jurist zwischen die Stühle, als er einerseits die Stadt Frankfurt, seinen Dienstherrn, in Prozessen wegen Bauvorhaben vertrat und andererseits privat die Hausbesetzer im Westend unterstützte. Bald wurde der Basisdemokrat zur Führungsfigur im außerparlamentarischen Widerstand in Frankfurt und insbesondere im Kampf gegen den Ausbau des Rhein-Main-Flughafens. Als Sprecher der Bürgerbewegung gegen den Bau der Startbahn 18 West rief Schubart bei einer Kundgebung in Wiesbaden am 14. November 1981 zu einer friedlichen Demonstration, wörtlich einem „Besuch“, vor Ort auf. Bei der Blockade des Flughafens durch fast 10.000 Demonstranten am folgenden Tag kam es jedoch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen zahlreiche Menschen verletzt wurden. Lesen Sie mehr >
Der Streit um den Ausbau des Flughafens ist in Frankfurt seitdem aktuell geblieben. Ein ganz anderes Thema, das Bürgerinnen und Bürger im Frankfurt der Nachkriegszeit immer wieder neu bewegt, ist der Wiederaufbau der Stadt, und man muss kein Hellseher sein, um zu prophezeien, dass diese Diskussion sich auch nach dem Bau der neuen Altstadt nicht erledigt haben dürfte. Einer, der sich gleich in den ersten Nachkriegsjahren in die Debatte einbrachte, war der Architekt Werner Hebebrand, der von 1925 bis 1929 zum Team von Ernst May für das „Neue Frankfurt“ gehört hatte. Im Oktober 1946 kehrte Hebebrand als Baudirektor und Leiter des Stadtplanungsamts in die noch weitgehend in Trümmern liegende Mainstadt zurück. Sofort machte er sich wenig Freunde unter den Altfrankfurtern, als er die Wiedererrichtung des Goethehauses in der historischen Gestalt ablehnte. Auch seine Pläne für eine moderne Bebauung des Dom-Römer-Bereichs fanden keinen Anklang, so dass der Architekt schon nach zwei Jahren wieder aus den städtischen Diensten in Frankfurt schied. Wie in seiner grundlegend neu bearbeiteten Biographie im Frankfurter Personenlexikon nachzulesen ist, wirkte Hebebrand später als Städtebauer in Hamburg, übrigens wieder in Zusammenarbeit mit Ernst May.
Ob Ihre Sympathien den Freunden oder den Kritikern der neuen Altstadt, den Gegnern oder den Befürwortern des Flughafenausbaus gehören – denken Sie bitte bei der Lektüre des Frankfurter Personenlexikons daran: Unser Projekt schreibt Frankfurter Personengeschichte, unabhängig von Parteien, Glaubensrichtungen und Meinungen, und wir sind bemüht, die Biographien aller Persönlichkeiten, sofern sie von stadthistorischer Bedeutung sind, in möglichst sachlicher Darstellung zu bringen. Manchmal sind es dennoch eher die kleinen und die großen menschlichen Dramen zwischen den Zeilen, die mich noch lange nach der Redaktion eines Artikels umtreiben. Auch das macht die Beschäftigung mit dem Frankfurter Personenlexikon interessant – für mich und hoffentlich auch für Sie.
Einen interessanten Monat März wünscht Ihnen Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. April 2019.
diese Februarlieferung hat es in sich. Sie bringt Beiträge über faszinierende wie polarisierende Persönlichkeiten. Einer schillernden Künstlerfigur der jüngsten Zeit gilt der Artikel des Monats.
Artikel des Monats Februar 2019: Konturen – nicht nur in Schwarz und Pink Frankfurt sei eine spannende Stadt, sagte er in einem Interview, er kenne keine andere Stadt, wo er gerne leben wolle: Max Weinberg. Der in Kassel geborene Maler, der als Fünfjähriger mit Eltern und Geschwistern 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland geflohen war, kehrte 1959 aus Israel zurück und ließ sich in Frankfurt nieder. Seitdem, fast 60 Jahre lang, war er in der städtischen Kunstszene präsent. Auf Veranstaltungen fiel der Künstler schon durch sein Äußeres auf: Er hatte von schwarzem Kajal umrandete Augen, lange graue Haare und einen wild gewachsenen Vollbart; dazu trug er gern bunte Kleidung, meist mit kleinen Graffitis in Pink besprüht. Ein bisschen glich er den leuchtend bunten Gestalten, die er bevorzugt malte, die aber noch viel schriller sind und zudem in anatomischer Hinsicht fantastisch (etwa mit drei Beinen, vier Brüsten oder nur einem Auge). In seinem Atelier in der Ostparkstraße, wo er seit Ende der Neunzigerjahre lebte und arbeitete, schuf Weinberg in einem ebenso obsessiven wie spielerischen Prozess seine Werke, rund 4.000 Bilder im Jahr, manchmal bis zu 500 in einer Woche. Er spielte bewusst mit dem Zufall und setzte darauf, dass unter 1.000 Bildern vielleicht zehn oder 15 „Juwelen“ sein könnten, wie er einmal erklärte. Kurz vor seinem Tod im Alter von 90 Jahren 2018 wurde Max Weinberg mit der Goetheplakette der Stadt Frankfurt geehrt, die ihm jedoch erst posthum verliehen wurde. Sein Traum, dass einmal ein Bild von ihm im Städel, im Frankfurter Museum für Moderne Kunst oder gar im Museum of Modern Art in New York zu sehen wäre, blieb unerfüllt. Lesen Sie mehr >
Mit seinen Werken wandte sich Max Weinberg gegen Gewalt, Sexismus und Rassismus. Er schätzte den Frieden als Voraussetzung für seine Arbeit: „Wo die Kanonen schießen, ist die Muse tot“, sagte er. Demgegenüber setzte ein anderer Protagonist dieser Artikellieferung, allerdings mehr als 500 Jahre früher, seine Kunst für den Krieg ein. Der Bischof Enea Silvio Piccolomini, einer der meistgelesenen Schriftsteller der Renaissance, war auch als eleganter und charismatischer Redner berühmt. Bei einem Reichstag in Frankfurt, den er angesichts der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 für den Kaiser organisiert hatte, rief Piccolomini in einer flammenden Rede zum Feldzug gegen „die Türken“ auf. Weil er in dieser Frankfurter Rede vom 15. Oktober 1454, vielleicht erstmals überhaupt, „Europa“ als Leitbild heraufbeschwor, wurde er seit den 1950er Jahren gern als „Vater des Europagedankens“ bemüht. Dass er diesen Gedanken bewusst einsetzte, um ein Motiv zum kriegerischen Vorgehen gegen die „Türkengefahr“ zu liefern, lässt Piccolomini aus heutiger Sicht jedoch nicht zum Vorbild taugen, selbst wenn man ihm den Sachverhalt der Re-aktion, der Verteidigung gegen einen ebenso kriegerischen Akt, zugutehalten mag. Auch seine Haltung gegenüber dem Judentum, die er, inzwischen zum Papst mit dem Namen Pius II. aufgestiegen, etwa anlässlich der Errichtung der Frankfurter Judengasse 1462 zeigte, muss uns fragwürdig erscheinen.
Wenn eine Persönlichkeit durch die Aufnahme in das Frankfurter Personenlexikon geehrt werden sollte, dann würde ich Piccolomini lieber weglassen. Aber unser Projekt dient der Geschichtsschreibung, und vom historiographischen Standpunkt sind Biographie und Schriften von Enea Silvia Piccolomini durchaus bedeutend und interessant. Und abseits der großen Reichs- und Weltgeschichte lassen sich darin sogar ein paar ganz harmlose Marginalien von echtem kulturgeschichtlichem Wert entdecken. So hinterließ der Papst in seinen Erinnerungen ein hübsches Stimmungsbild, das sich liest, als hätte er seine Zeitgenossen in einem Reiseführer für Frankfurt werben wollen. Natürlich kommt der Römer, wo übrigens Piccolomini einst seine „Türkenrede“ hielt, darin vor. Dort, so berichtet er, seien die „Wähler“ zur Königswahl zusammengekommen. Damit hat er sich nicht geirrt. Tatsächlich berieten die Kurfürsten sich erst im Römer in der – heute nicht mehr vorhandenen und deshalb fast vergessenen – Wahlstube, dem späteren „Kurfürstenzimmer“, bevor sie in der bekannten Kapelle im Dom den eigentlichen Akt zur Wahl des Königs vollzogen.
Noch wichtiger als diese (eher nur nette) Schilderung ist ein anderer Hinweis auf eine Beobachtung aus Frankfurt, der erst 1981 in den Briefen von Piccolomini entdeckt wurde: Danach lässt sich die Vollendung der Gutenbergbibel auf 1454/55 datieren. Der erste Bibeldruck wäre somit fast zwei Jahre früher fertig gewesen, als die Forschung ursprünglich angenommen hatte.
Etwas verspätet hat sich dagegen die diesmalige Monatslieferung des Frankfurter Personenlexikons, wie Sie vielleicht bemerkt haben. Es gab unvorhersehbare redaktionelle Schwierigkeiten. Ich bitte, das verzögerte Erscheinen der Artikel in diesem Monat zu entschuldigen, und würde mich freuen, wenn Sie unserem Werk dennoch weiter gewogen blieben.
Mit den besten Empfehlungen Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. März 2019.
für das neue Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Glück und besonders Gesundheit! Ich würde mich freuen, wenn Sie dem Frankfurter Personenlexikon auch 2019 weiter Ihr Interesse schenken würden. Der erste Artikel des Monats in diesem Jahr stellt wieder einmal eine sehr prominente Persönlichkeit vor, einen bedeutenden Frankfurter des 20. Jahrhunderts, der zwar nicht in der Mainstadt geboren wurde, aber zuletzt ihr verdienter Ehrenbürger war.
Artikel des Monats Januar 2019: Der Suhrkamp Verleger Er prägte von Frankfurt aus die bundesdeutsche Kultur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Siegfried Unseld. Der gelernte Buchhändler und promovierte Germanist hatte seine Doktorarbeit über den Dichter Hermann Hesse geschrieben. Über Hesse lernte er Peter Suhrkamp kennen, in dessen Frankfurter Verlag er 1952 eintrat. Seit 1959, nach dem Tod des Gründers, leitete Siegfried Unseld den Suhrkamp Verlag. Er führte dessen Tradition als renommierter Literaturverlag fort, gründete die Taschenbuchreihe „edition suhrkamp“, die seit 1963 erscheint, und kaufte im selben Jahr den Insel Verlag hinzu. Die „Kritikerempfänge“ bei Unseld, alljährlich am Mittwoch der Buchmesse in der Verlegervilla in der Klettenbergstraße, wurden legendär. In den Sechzigerjahren entwickelte sich der Suhrkamp Verlag auch zum wichtigen Publikationsort theoretischer Schriften, u. a. der Autoren der „Frankfurter Schule“. Der intellektuelle Diskurs, den der Verlag dadurch wesentlich mitgestaltete, machte vor der eigenen Tür nicht halt: Im Herbst 1968 kam es zum „Lektorenaufstand“ im Suhrkamp-Haus in der Lindenstraße. Dennoch blieben Unseld und sein Suhrkamp Verlag weiterhin maßgeblich im Geistesleben der Bundesrepublik. Die Stadt Frankfurt würdigte den großen Verleger kurz vor seinem Tod 2002 mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Lesen Sie mehr >
Von der langen Tradition Frankfurts als Stadt des Buches zeugt ein Artikel über einen anderen Verleger in der aktuellen Lieferung: Johann Philipp Andreae profilierte sich mit seinem Unternehmen im alten Buchdruckerviertel nahe dem Karmeliterkloster im ausgehenden 17. Jahrhundert zunächst als Bibeldrucker und machte sich später auch einen Namen als Verleger theologischer Schriften. Bis heute, trotz Wegzug des Suhrkamp Verlags 2010, ist Frankfurt ein Ort für das Buch und die Literatur geblieben – als Stadt der Buchmesse, Sitz bedeutender Verlage und Heimat zahlreicher Autoren. Einer, der lange in Frankfurt wohnte und arbeitete, war der Schriftsteller Peter Kurzeck, einer der bedeutendsten Chronisten der Bundesrepublik. Ihm, der vor etwas mehr als fünf Jahren – im November 2013 – starb, gilt ebenfalls ein Beitrag in dieser Januarlieferung.
Hier von meinem Schreibtisch in der alten Buchstadt aus lade ich Sie auch in diesem Jahr wieder gern zum Lesen ein – besonders im Frankfurter Personenlexikon.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen Sabine Hock Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Februar 2019.