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Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. April 2017

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wieder steht Ostern vor der Tür, und das möchte ich zum willkommenen Anlass nehmen, eine Frage zu lösen, die einige von Ihnen nach meinem vorösterlichen Editorial im vergangenen Jahr stellten. Doch zunächst lassen Sie uns beschwingt in den April starten – mit dem diesmaligen Artikel des Monats, der an einen Großen der Frankfurter Schule des Jazz erinnert.

Artikel des Monats: Der Trompeter der Stunde Null
Er machte Frankfurt zur deutschen Jazzhauptstadt: Carlo Bohländer. Kurz nach Kriegsende, im Mai 1945, erhielt der 25-jährige Trompeter eine Sondergenehmigung der amerikanischen Militärregierung, als Jazzmusiker auftreten zu dürfen. Der an Dr. Hoch’s Konservatorium ausgebildete Musiker spielte seitdem nicht nur selbst in verschiedenen Formationen mit. Er veröffentlichte auch die erste deutschsprachige Harmonielehre für Jazz, die, seit 1947 in mehreren Überarbeitungen erschienen, als praktische Anleitung für die neue Musik gern genutzt und daher in ihrem Einfluss auf die Entstehung einer Jazzszene in Nachkriegsdeutschland nicht zu unterschätzen ist. 1952 gründete Bohländer das „Domicile du Jazz“, den heutigen „Jazzkeller“, der internationalen Jazzmusikern wie deutschen Talenten ein gemeinsames Forum bot. Von hier gingen wichtige Impulse für das Jazzgeschehen, nicht nur am Main, aus.
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In der Buchausgabe der „Frankfurter Biographie“ von 1994/96 sind kaum Protagonisten des Jazz in Frankfurt vertreten. Frankfurts Geschichte als Jazzstadt war damals noch kein Thema für Historiker. Erst seit einigen Jahren ist der „Frankfurt Sound“, auch dank einer gleichnamigen Ausstellung des Instituts für Stadtgeschichte (2004), in den Fokus des historischen Interesses gerückt. Gern greift das Frankfurter Personenlexikon diesen Trend in der Stadtgeschichtsforschung auf. Erste Artikel über Jazzmusiker – über James Elmer Spyglass, Sidney Bechet und Eugen Henkel – sind bereits in früheren Lieferungen erschienen, und weitere sind in Planung.

Nun will ich aber endlich zu der versprochenen Lösung des Rätsels vom vorjährigen März kommen. Damals schrieb ich über das vorösterliche „Problem des Haseneis“. Eine grammatikalisch gebildete Leserin stellte gleich fest, dass es nicht um eine neue Sorte im Angebot ihrer Eisdiele an der Ecke gehen konnte, aber auch im Nominativ bereitete ihr das Wort „Hasenei“ noch Schwierigkeiten. Mit der Wüstenei nämlich ist das Hasenei ganz und gar nicht verwandt. Es gibt vielmehr Hühnereier, Enteneier, Straußeneier und... halt auch Haseneier – doch die nur zu Ostern.
Das Hasen-Ei, um einmal mit dieser unschönen, aber deutlichen Bindestrichschreibweise auch die letzten Verständnisprobleme auszuräumen, wurde von echten Dichtern wie Friedrich Stoltze besungen. In einem wissenschaftlichen Publikationsprojekt wie dem Frankfurter Personenlexikon jedoch sollte es eigentlich nicht vorkommen. Wir bemühen uns zwar, Ihnen bunte Geschichte(n) zu erzählen, aber auf der Basis von fundierter Recherche und nicht freier Erfindung.
Falls Sie dennoch in irgendeinem unserer Artikel ein Hasenei entdecken sollten, das uns versehentlich untergekommen ist, dann ärgern Sie sich bitte nicht – sondern teilen Sie mir Ihren seltenen Fund mit. Ich werde das Hasenei nehmen und braven Kindern ins Osternest legen. Im Frankfurter Personenlexikon hat es nichts zu suchen.

Mit österlichen Grüßen und Wünschen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Mai 2017.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. März 2017

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Jahr hat der Frühling aus meteorologischer Sicht bereits am 1. März angefangen. Mit dem Licht kommt neues Leben in die Natur, und beim Anblick der ersten Schneeglöckchen und Märzenbecher schöpfen auch viele Menschen den Mut, etwas Neues zu beginnen. Und so passt es ganz gut, dass sich in der diesmaligen Monatslieferung ein paar Lebensgeschichten finden, in denen historische Persönlichkeiten auf die Suche gingen oder einen Aufbruch wagten – auch wenn nicht immer mit glücklichem Ausgang, wie etwa der Artikel des Monats erzählt.

Artikel des Monats: Suchender auf Station in Frankfurt
Er wollte seine Heimat an der Frankfurter Universität finden: Walter Benjamin. Aber der knapp 33-jährige Literaturwissenschaftler scheiterte 1925 mit seiner Habilitationsschrift über den „Ursprung des deutschen Trauerspiels“, die von der Philosophischen Fakultät abgelehnt wurde. Während der Vorarbeiten an dem gleichwohl beeindruckenden Werk in Frankfurt hatte Benjamin jedoch wichtige Kontakte geknüpft, die sein weiteres Schaffen als Schriftsteller und Kulturkritiker entscheidend beeinflussten, etwa zu Siegfried Kracauer und Theodor W. Adorno. Für die Frankfurter Zeitung und den Südwestdeutschen Rundfunk, den damaligen Frankfurter Sender des noch neuen Mediums, wurde Benjamin zum wichtigen Beiträger. Über 50-mal kam der rastlose Kulturphilosoph zu Arbeitsaufenthalten in die Mainstadt, bis er von den Nationalsozialisten 1933 ins Exil getrieben wurde.
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Mit einem Aufbruch begann vor 500 Jahren eine Entwicklung, die die ganze Welt verändern sollte: Luthers Thesenanschlag an die Schlosskirche zu Wittenberg am 31. Oktober 1517 wurde zum Auslöser für die Reformation. In diesem Jahr wird das Reformationsjubiläum, so die Evangelische Kirche in Deutschland, „in globaler Gemeinschaft“ gefeiert. Auch in Frankfurt wird an Luther gedacht, der allerdings nicht immer nur Gutes über die Stadt (das von ihm so bezeichnete „Silber- und Goldloch“) zu sagen hatte. Die wichtigsten Informationen über Luther und Frankfurt finden Sie in dem Artikel über den Reformator im Frankfurter Personenlexikon, der jetzt als überarbeitete Fassung des Beitrags aus der „Frankfurter Biographie“ online erschienen ist. Darin steht auch, wie Luther im Frühjahr 1521 in einer wahrhaft dramatischen Lebenssituation nach Frankfurt kam, auf dem Weg zum und vom Reichstag in Worms, und wie er damals von einigen Patriziern herzlich in der Mainstadt empfangen wurde. Die Einführung der Reformation in Frankfurt wurde von einem humanistisch gesinnten Kreis aus der oberen Stadtgesellschaft gefördert, vor allem von Hamman von Holzhausen und Philipp Fürstenberger, deren Biographien ebenfalls online im Frankfurter Personenlexikon zu lesen sind.

Wenn Sie jetzt einen persönlichen Neubeginn wagen wollen, so zögern Sie nicht, nur weil es – frei nach Fontane – „erst März“ und „noch nicht Mai“ ist. Lassen Sie sich ermutigen – auch durch die Lektüre im Frankfurter Personenlexikon. Es sind darin nicht nur tragische, sondern viel mehr erfüllte Lebensgeschichten zu entdecken, die davon zeugen, dass sich ein Aufbruch trotz aller folgenden Mühen lohnt.

Mit allen guten Wünschen für Ihren Start in den Frühling
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. April 2017.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Februar 2017

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

was haben ein Urkundenfälscher, ein Kirchenbaumeister und ein Flüchtlingspfarrer gemeinsam?
Dies ist keine närrische Scherzfrage, trotz des Fastnachtsmonats Februar, in dem wir uns gerade befinden. Die Antwort lautet vielmehr: Ihre Lebensgeschichten werden in den Artikeln der Februarlieferung des Frankfurter Personenlexikons erzählt. Übrigens stammen diese Biographien aus ganz unterschiedlichen Jahrhunderten, nämlich aus dem 14., dem 16. und dem 20. Jahrhundert. Wer in welche Zeit gehört, das verrate ich Ihnen, wenn ich Ihnen den Artikel des Monats vorgestellt habe, der diesmal einer bemerkenswerten Frau gilt.

Artikel des Monats: Frankfurts erste Stadträtin
Sie kam aus bürgerlichem Haus und wurde zur Frauenrechtlerin der ersten Stunde: Meta Quarck-Hammerschlag. Nach dem frühen Tod ihres Ehemanns begann die erst knapp 27-jährige Witwe und alleinerziehende Mutter 1891, sich sozial zu engagieren. Sie arbeitete zunächst in der Waisen- und Armenpflege, focht für die Frauenbildung, unterstützte ein Witwerheim für alleinstehende Väter und deren Kinder ebenso wie den von ihr mitbegründeten Bund für Mutterschutz in Frankfurt, interagierte als Netzwerkerin auf überregionaler Ebene in den wichtigsten Frauenvereinen, trat für die Entkriminalisierung der Prostitution ein, initiierte das Frauenseminar für soziale Berufsarbeit. Nach ihrem Eintritt in die SPD 1911 lernte sie den Frankfurter Sozialdemokraten und Journalisten Max Quarck näher kennen, mit dem sie in der Frauenfrage zuerst einmal gründlich stritt und dann eng zusammenarbeitete. Im Kriegsjahr 1916 heirateten die beiden. Das Frauenwahlrecht, für das sie vehement eingetreten waren, wurde 1918 eingeführt. Im Jahr darauf, am 28. Oktober 1919, wählte die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung Meta Quarck-Hammerschlag zum ersten „weiblichen Stadtrat“ in Frankfurt.
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Nach dem Hinweis auf diese wirklich lesenswerte Frauengeschichte will ich Ihnen gleich die versprochene Lösung meiner Zeitfrage liefern: Heilmann Frosch, Stadtpfarrer aus einflussreicher Patrizierfamilie, der eine Urkunde zugunsten seiner eigenen Pfarrei fälschte, gehört ins 14. Jahrhundert. Werner W. Neumann, Architekt und Maler, der von 1955 bis 1969 sechs Frankfurter Kirchen errichtete, gilt damit als bedeutendster evangelischer Sakralbaumeister der Stadt in der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts. Und Cassiodoro de Reina, Spaniens Bibelübersetzer, kam im 16. Jahrhundert als evangelischer Glaubensflüchtling nach Frankfurt, wo er 1585 die Niederländische Gemeinde Augsburger Confession mitbegründete und 1593 ins Amt des französischen Predigers für die lutherischen Exilanten eingesetzt wurde. Hätten Sie das gedacht?
Die Niederländische Gemeinde Augsburger Confession (NGAC), einst als Almosenkasten für bedürftige Gemeindemitglieder eingerichtet, existiert übrigens bis heute, seit 1998 als gemeinnützige Stiftung, die auch mildtätige und kulturelle Zwecke unterstützt. Davon profitiert auch das Frankfurter Personenlexikon, zu dessen Hauptförderern die NGAC seit 2016 dankenswerterweise gehört.

Für den kommenden Monat wünsche ich Ihnen eine gute Zeit für sich, in der die Geschichten und Menschen aus anderen Zeiten und Welten ihren Platz haben dürfen. Die Sicht auf das Leben der Anderen ermöglicht Ihnen nicht nur, aber auch das Frankfurter Personenlexikon.

Es grüßt Sie herzlich
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. März 2017.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Januar 2017

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

es freut mich sehr, Sie auch 2017 wieder auf den Seiten des Frankfurter Personenlexikons online willkommen heißen zu dürfen. Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes und glückliches neues Jahr!
Zugleich möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen hiermit einmal für Ihr Interesse und Ihre Treue zu danken. Im vergangenen Jahr 2016 haben knapp 26.000 Leserinnen und Leser das Frankfurter Personenlexikon genutzt, dessen Internetauftritt insgesamt über 49.000-mal online besucht und dabei fast 264.000 Einzelseiten aufgerufen, so dass jede und jeder durchschnittlich mehr als fünf Seiten pro Besuch angesehen hat.
Das sind stolze Zahlen für eine Plattform von der Größe des Frankfurter Personenlexikons, die uns ermutigen, dieses Projekt einer Frankfurter Stadtgeschichte in Biographien fortzusetzen – Monat für Monat mit neuen Artikeln, die wir für Sie herausbringen. So vervollständigt sich zum Beispiel allmählich die Galerie der Oberbürgermeister im Frankfurter Personenlexikon, in der diesmal wieder ein Neuzugang zu vermelden ist.

Artikel des Monats: Wallmanns unglücklicher Nachfolger
Er fand kaum Freunde in Frankfurt: Wolfram Brück. Als der bisherige Dezernent für Personal, Ordnung und Recht vom scheidenden Oberbürgermeister Walter Wallmann 1986 zu dessen Nachfolger gekürt wurde, hätten viele gern einen anderen im Amt des Stadtoberhaupts gesehen. Bis heute wird Brück seine unrühmliche Haltung im „Börneplatz-Konflikt“ 1987 angelastet. Auch waren seine Amtsjahre von der Aufdeckung eines Korruptionsskandals in der Stadtverwaltung, in den Brück selbst nicht verstrickt war, überschattet. Darüber gerieten die Verdienste, die er sich in seiner kurzen Zeit als Oberbürgermeister bis 1989 erwarb, fast in Vergessenheit. Brück schuf etwa die planerischen Grundlagen für die stadtbildprägende Erweiterung der Skyline, u. a. durch den Messeturm, und er etablierte das Museumsuferfest, das 1988 erstmals gefeiert wurde.
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Die Informationen, die Sie im Frankfurter Personenlexikon finden, sind übrigens nicht nur überraschend, interessant, aktuell, spannend und unterhaltsam, sondern auch nach wissenschaftlichen Grundsätzen recherchiert und geprüft. Diesem Anspruch fühlen wir uns bei unserer Arbeit in Ihrem Interesse weiterhin verpflichtet.
Bei allem redlichen Bemühen ist jedoch keiner ganz vor Fehlern sicher. Falls Sie einen solchen im Frankfurter Personenlexikon finden sollten, dann ärgern Sie sich nicht – sondern melden Sie sich bitte bei der Redaktion, am einfachsten und schnellsten über den E-Mail-Link im Impressum. Wir gehen jedem Hinweis baldmöglichst nach.

Mit guten Wintergrüßen aus dem heute verschneiten Frankfurt
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Februar 2017.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Dezember 2016

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Monaten machte der Große Hirschgraben zumindest zwei seiner Namensbestandteile alle Ehre. Es tat sich dort, direkt neben dem Goethehaus, eine riesige Grube auf. Auf dem Areal des abgerissenen alten „Hauses des Deutschen Buchhandels“ wurde der Grund für einen Neubau gelegt, in dem u. a. das Deutsche Romantik-Museum entstehen wird. Zum Zentrum der Romantik wurde die Mainstadt, eigentlich mehr für ihren Handel und ihre Messen bekannt, um die Wende zum 19. Jahrhundert durch ein Haus, das Goethe „die Mitte Frankfurts“ nannte: das Haus zum Goldenen Kopf in der Großen Sandgasse 12, das Stammhaus der Familie Brentano. Hier trafen sich einst die führenden Köpfe der romantischen Bewegung. Einer der ersten war der junge Schriftsteller Achim von Arnim, dem diesmal unser Artikel des Monats gewidmet ist.

Artikel des Monats: Verheiratet mit einer Frankfurterin
Er wurde von seinem Studienfreund nach Frankfurt eingeladen und heiratete später dessen Schwester: Achim von Arnim. Der 21-jährige Schriftsteller kam im Sommer 1802 erstmals zu Besuch nach Frankfurt, auf Einladung von Clemens Brentano, mit dem er künftig kongenial zusammenarbeitete. In jenem Juni starteten die beiden Dichterfreunde von Frankfurt aus zu einer Rheinreise, die heute als Beginn der literarischen Rheinromantik in Deutschland gilt. Schon bei dem ersten Frankfurtaufenthalt lernte Arnim die damals 17-jährige Bettine Brentano kennen. Um die Zeit der Drucklegung der Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ (1805/08), die er in Heidelberg betreute, kehrte er oft und gern nach Frankfurt zurück. Nach der Hochzeit mit Bettine im März 1811 reiste Arnim noch gelegentlich an Main und Rhein, um die Familie Brentano zu besuchen. 1829, kaum zwei Jahre vor seinem frühen Tod, vertraute er seine Töchter Maximiliane und Armgart seinem Schwager Georg Brentano in Frankfurt zur Erziehung an. Dessen Park in Rödelheim war nicht nur Maximilianes „Zauberreich“.
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An das Haus zum Goldenen Kopf, einst Dreh- und Angelpunkt der literarischen Romantik, erinnert vor Ort in der Sandgasse nichts mehr. Mitten im Zweiten Weltkrieg, im Sommer 1942, war noch die Idee aufgekommen, es als „Haus der Romantik“ museal zu gestalten. Doch bei den Luftangriffen auf die Frankfurter Altstadt im März 1944 wurde das Brentanohaus völlig zerstört. An seiner Stelle erhebt sich heute die Seitenwand des Parkhauses Hauptwache zur Sandgasse. Nur zwei Straßen weiter hat das künftige Deutsche Romantik-Museum in der Nachbarschaft des Goethehauses und unter der Obhut des Freien Deutschen Hochstifts seinen angemessenen neuen Platz gefunden.
Dort, im Großen Hirschgraben, soll das Museum voraussichtlich im Sommer 2019 eröffnet werden. Bald wird es also in der kleinen Innenstadtstraße wieder keinen großen Graben mehr geben. Und Hirsche sind hier schon lange nicht mehr zu sehen, was vor mehr als 260 Jahren auch die Kinder Johann Wolfgang und Cornelia Goethe verwunderte. Auf ihre Fragen, so erzählt Goethe aus der Erinnerung in „Dichtung und Wahrheit“, erklärte man den Geschwistern den Straßennamen damit, dass ehemals dort „ein Graben gewesen“ sei, „in welchem eine Anzahl Hirsche unterhalten worden. Man habe diese Tiere hier bewahrt und genährt, weil nach einem alten Herkommen der Senat alle Jahre einen Hirsch öffentlich verspeiset, den man denn für einen solchen Festtag hier im Graben immer zu Hand gehabt.“

Für die jetzt wieder kommende Zeit der Feste wünsche ich Ihnen nicht nur leckeres Essen und bequemes Leben, sondern auch viel Freude und etwas Besinnlichkeit, gute Ruhe und besonders Wohlergehen sowie allen Menschen mehr Frieden auf Erden.

Mit vorweihnachtlichen Grüßen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Januar 2017.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. November 2016

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

in Frankfurt wurden mathematische Höchstleistungen vollbracht. Kein Wunder, werden Sie jetzt denken, bei den vielen Handelsunternehmen, Banken und der Börse, die es von alters her in der Mainmetropole gibt. Da wird natürlich auch gerechnet. Aber ich spreche hier und heute von der mathematischen Forschung. Auf diesem Gebiet leistete Ruth Moufang zu Beginn der 1930er Jahre an der Frankfurter Universität wirklich Außerordentliches. Mit dem diesmaligen Artikel des Monats erinnert das Frankfurter Personenlexikon an die bedeutende Mathematikerin.

Artikel des Monats: Laufbahn auf dem Grund der projektiven Ebene
Sie schlug eine Karriere ein, die damals äußerst ungewöhnlich für eine Frau war: Ruth Moufang. Nach ihrer Promotion mit einer Arbeit über die „Struktur der projektiven Geometrie der Ebene“ 1930 ging die 25-Jährige nicht in den Schuldienst, wie es ihrerzeit für eine Absolventin des Mathematikstudiums üblich gewesen wäre, sondern blieb an der Frankfurter Universität und forschte in der reinen Mathematik. Insbesondere auf dem Gebiet der projektiven Geometrie gelangen ihr folgenreiche Entdeckungen, und einige der von ihr erstmals beschriebenen Strukturen sind heute nach ihr benannt. 1936 habilitierte Ruth Moufang sich, als dritte Frau in Deutschland im Fach Mathematik, doch die Venia legendi wurde ihr als Frau versagt. Sie wechselte daraufhin in die Industrie. Erst nach dem Krieg konnte sie an die Frankfurter Universität zurückkehren, wo sie 1946 endlich die Lehrerlaubnis erhielt, zunächst als außerplanmäßige Professorin unterrichtete und wesentlich zum Wiederaufbau des Seminars für Mathematik beitrug. Seit 1962 hatte sie als erste Frau in Deutschland eine beamtete Professur für Mathematik inne.
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An den praktischen Rechenkünsten jedoch, wie sie die Regierung dieser Stadt „vor so un so viel Jahrn“ ausübte, zweifelte ein berühmter Frankfurter gelegentlich: Friedrich Stoltze, der den Stadtvätern in seiner „Frankfurter Latern“ gern ein Licht aufsteckte. „Mer habe e Dutzend Millione“, so schrieb er etwa auf gut Frankfurterisch, „verjuckert for’sch Opernhaus“, nämlich für den Bau der heutigen Alten Oper, die 1880 eröffnet wurde. „Die Bohne“ sollten durch Einsparungen an den Löhnen und Gehältern der kleinen Leute, der „Gassekehrer“, der „Butzfraa im Römer“ und der „klaane Stadtbeamte“, wieder herausgeholt werden: eine Rechnung, die nicht aufgehen konnte, wie Stoltze aufzeigte.
Noch mehr von dem Frankfurter Schriftsteller, dessen Texte aufgrund ihrer ungebrochenen Aktualität immer wieder überraschen, wird anlässlich seines 200. Geburtstags in diesem Monat sicher zu hören und zu lesen sein. Eine informative Kurzbiographie von Friedrich Stoltze ist schon seit einiger Zeit im Frankfurter Personenlexikon zu finden.

Sie sehen: Mit dem Frankfurter Personenlexikon können Sie rechnen. Auch wenn das Projekt noch im Aufbau ist, so nimmt die Zahl der Artikel doch stetig zu – Monat für Monat. Wenn Sie auch in diesem grauen November wieder eine positive Bilanz aus der Lektüre unserer Seiten ziehen könnten, dann würde mich das freuen.

Einstweilen zahlreiche Grüße und noch mehr gute Wünsche für Sie alle
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Dezember 2016.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Oktober 2016

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wieder einmal, wie alljährlich im Oktober, steht die Frankfurter Buchmesse vor der Tür. Wie sich ein Autor in der überfüllten und umtriebigen Mainmetropole fühlt, das hat schon Jacob Grimm 1848 erfahren. Der bedeutende Literatur- und Sprachwissenschaftler, die berühmtere Hälfte des Märchenbrüderpaars, gehörte damals als Abgeordneter der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt an und wollte eigentlich in seiner freien Zeit neben der Parlamentsarbeit seine zweibändige „Geschichte der deutschen Sprache“ vollenden. Doch dazu kam er kaum. Überall lauerten ihm seine Verehrer und vornehmlich Verehrerinnen auf. Seine Ruhe fand Jacob Grimm nur auf langen Spaziergängen, die ihn oft vors Bockenheimer Tor bis nach Rödelheim führten. Aber Grimm war nicht nur entnervt von dieser Stadt. Er schätzte sie wegen ihrer Tradition als ehemalige Reichsstadt und Krönungsstätte der deutschen Könige und Kaiser durchaus. Welche Bedeutung Jacob Grimm für Frankfurt und umgekehrt Frankfurt für ihn hatte, können Sie in unserem diesmaligen Artikel des Monats nachlesen.

Artikel des Monats: Ehrenplatz für Märchensammler und Sprachforscher
Er kam 1846 nach Frankfurt, um hier die Wissenschaft der Germanistik mitzubegründen: Jacob Grimm. Schon seit ihrer Kindheit kannten die aus Hanau gebürtigen Brüder Jacob und Wilhelm Grimm die zentral gelegene Messe- und Handelsstadt am Main – wenn auch wohl nur von der Durchreise. Durch ihre freundschaftlichen Beziehungen zur Familie Brentano kamen die beiden Gelehrten später oft und gern zu Besuch nach Frankfurt. Für den September 1846 luden sie und 16 Kollegen zu einer wichtigen wissenschaftlichen Tagung in die traditionsreiche Mainstadt ein. Diese Erste Germanistenversammlung, die unter der Leitung von Jacob Grimm im Kaisersaal des Römers zusammentrat, gilt als Geburtsstunde der Germanistik im heutigen Sinne. Zugleich war sie ein Vorspiel für die Deutsche Nationalversammlung. In jenem ersten freigewählten deutschen Parlament, das keine zwei Jahre später in der Frankfurter Paulskirche zu tagen begann, nahm Jacob Grimm einen Ehrenplatz – in der ersten Reihe mitten vor dem Rednerpult – ein.
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Wenn Sie sich die kommenden Herbsttage weder mit langen Spaziergängen vor die Stadt noch mit Besuchen in überfüllten Buchmessehallen vertreiben möchten, dann lesen Sie doch einfach mal wieder. Es müssen ja keine Bestseller sein, weder die guten alten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm noch das allerneueste Werk von der Buchmesse. Auch das Frankfurter Personenlexikon bietet eine belehrende wie unterhaltende Lektüre.

Mit besten Herbstgrüßen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. November 2016.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. September 2016

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wieder, wie schon beim letzten Mal, ist aus aktuellem Anlass eine ungewöhnliche Stifterpersönlichkeit die Hauptperson unserer monatlichen Artikellieferung. Das mag ein Zufall sein, aber kein unwahrscheinlicher. In Frankfurt hat das Stiften eine lange Tradition, nicht erst seit Gründung der ersten deutschen Stiftungsuniversität, die zum Herbstsemester 1914 hier in unserer Stadt eröffnet wurde. Derzeit gibt es fast 600 Stiftungen in Frankfurt. Eine der ältesten und größten ist die „Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung“. Deren Gründerin war die Patrizierin Justina Catharina Steffan von Cronstetten, die vor 250 Jahren, am 20. September 1766, starb. Ihr ist der Artikel des Monats gewidmet.

Artikel des Monats: Fluch und Segen im Leben eines Patrizierfräuleins
Sie bekam Lust und Last ihrer privilegierten Herkunft zu spüren: Justina Catharina Steffan von Cronstetten. Als Erbtochter eines großen Vermögens wuchs das adelige Patrizierfräulein wohlbehütet und standesgemäß auf. Immer wieder litt sie jedoch unter den Nachwirkungen unzüchtiger Affären ihrer Vorfahren mütterlicherseits, die den familiären Ruf wie das eigene Gewissen beschwerten. Im Alter von 23 Jahren wurde Justina im Februar 1700 das Opfer eines gewaltsamen Entführungsversuchs durch den Hauptmann Andreas Grass – ganz und gar keine romantische Liebesgeschichte, sondern ein entsetzliches Drama, das für den wohl tatsächlich in Justina verliebten Entführer im Elend und letztlich im Tollhaus endete. Das traumatische Erlebnis ließ Justina den Entschluss fassen, unverheiratet zu bleiben und auf eine Familiengründung zu verzichten. Sie konnte es sich leisten, ein zwar zurückgezogenes, aber selbstbestimmtes Leben im elterlichen Kranichhof am Rossmarkt zu führen, verwaltete und mehrte ihr ererbtes Vermögen umsichtig und fand ihre Rettung in einer tiefen pietistischen Frömmigkeit. Als letzte Trägerin des Namens Steffan von Cronstetten gründete Justina testamentarisch eine Stiftung, die sie angesichts ihres eigenen Schicksals vor allem alleinstehenden Frauen aus dem Patriziat zugedachte.
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Die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, die aufgrund von Justinas Vermächtnis 1767 ihre Arbeit aufnahm, besteht und wirkt bis heute in Frankfurt. Längst unterhält sie jedoch kein Stift für adelige Damen mehr. Angesichts der Lebenswirklichkeit in der modernen Großstadt engagiert sich die gemeinnützige Cronstetten-Stiftung im Geiste ihrer Gründerin vor allem in der Altenpflege und -hilfe sowie im sozialen Bereich, aber auch für kulturelle Projekte. So ist sie ein Hauptförderer des Frankfurter Personenlexikons, das nicht zuletzt dank ihrer großzügigen und kontinuierlichen Unterstützung hier erscheinen kann.

Pünktlich zum jetzigen 250. Todestag der Stifterin liegt erstmals eine fundierte Biographie von Justina Catharina Steffan von Cronstetten vor, verfasst von dem Stadthistoriker Andreas Hansert, der aufgrund seiner umfassenden Forschungsarbeiten auch den Artikel über Justina für das Frankfurter Personenlexikon neu geschrieben hat. Am 13. Oktober 2016 wird das Buch, veröffentlicht als Band 13 der Reihe „Mäzene, Stifter, Stadtkultur“ von der Frankfurter Bürgerstiftung, im Holzhausenschlösschen vorgestellt.
Bereits am 20. September 2016, dem 250. Todestag von Justina, wird das Theaterstück „Fräulein Justina“ von Rainer Dachselt uraufgeführt, ein komödiantisches Melodram mit Katerina Zemankova in der Titelrolle, das die Fliegende Volksbühne unter der Regie von Michael Quast in der Orangerie im Günthersburgpark zeigt.
Beide Projekte wurden ebenfalls von der Cronstetten-Stiftung gefördert.

Auf vielerlei Weise wird somit die Stadtgeschichte im heutigen Frankfurt wieder lebendig. Dazu möchte auch das Frankfurter Personenlexikon beitragen. Bei uns können Sie lesend was erleben!

Ein lebhaftes Lesevergnügen wünscht Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Oktober 2016.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. August 2016

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

im Mittelpunkt dieser Monatslieferung zum Frankfurter Personenlexikon steht die Familie von Holzhausen. Die Patrizierfamilie, die nachweislich seit 1245 in Frankfurt lebte, war die vornehmste unter den Geschlechtern der Gesellschaft Alten-Limpurg und bestimmte über Jahrhunderte hinweg die Geschicke der Stadt. Sie war führend im Rat der Reichsstadt und stellte allein etwa 70-mal deren Bürgermeister. Der bedeutendste Staatsmann Frankfurts aus ihren Reihen war der Humanist Hamman von Holzhausen (1467-1536), der das spätere städtische Gymnasium mitbegründete und die Einführung der Reformation in der Stadt maßgeblich förderte. Unser Artikel des Monats jedoch ist aus aktuellem Anlass dem letzten herausragenden Vertreter der Familie von Holzhausen in Frankfurt gewidmet, dem Rittmeister Adolph von Holzhausen (1866-1923), der am 7. September vor 150 Jahren geboren wurde.

Artikel des Monats: Der tragische Stifter
Er hinterließ der Stadt ein riesiges Vermögen: Adolph von Holzhausen. Der Offizier mit dem traditionsreichen Namen hatte von seinem Onkel den Familienbesitz – mit der Holzhausen’schen Oede und dem dortigen Wasserschlösschen als Glanzstück – geerbt. Selbst unverheiratet und kinderlos, glaubte er, dass die Familie von Holzhausen in Frankfurt mit ihm aussterben würde. Daher setzte er die Stadt zu seiner Haupterbin ein. Aus einer von ihm 1916 errichteten Stiftung sollte sie vielfältige Projekte und Ideen verwirklichen, die dazu beitragen sollten, die Erinnerung an die Holzhausen in Frankfurt zu erhalten. Mit dem ursprünglichen Kapital der Stiftung, deren reines Geldvermögen auf einen heutigen Wert von etwa 30 Millionen Euro geschätzt wird, schienen alle Stifterwünsche erfüllbar. Doch Adolph von Holzhausen musste erleben, wie die Inflation sämtliche Werte und Pläne zunichtemachte. Um für seinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, sah er sich im April 1923 gezwungen, Kunstwerke aus seinem Besitz versteigern zu lassen. Allein der Auktionskatalog kostete damals 5.000 Mark. Wenige Monate später, als noch kein Ende der rasant fortschreitenden Inflation abzusehen war, starb der unglückliche Stifter.
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Das Holzhausenschlösschen, das Adolph von Holzhausen als letzter seiner Familie bis 1910 bewohnte, blieb mit dem umgebenden Park im Eigentum der Stadt erhalten. Seit 1989 ist es Sitz der damals neu gegründeten Frankfurter Bürgerstiftung, zu deren breitgefächertem Kulturprogramm auch das Projekt des Frankfurter Personenlexikons gehört. Den Wunsch des letzten Schlossherrn, alljährlich am 7. September, seinem Geburtstag, ein Kinderfest im Holzhausenpark zu feiern, erfüllt die Bürgerstiftung seit 1990. Zum diesjährigen 150. Geburtstag widmet sie dem Stifter Adolph von Holzhausen außerdem eine besondere Festveranstaltung und eine historische Ausstellung.

Ein Stück vom Glück, das der Stifter Adolph von Holzhausen in der Erinnerung an seine Familie suchte, blieb also doch erhalten und wird immer weitergegeben. Und wenn Erinnern glücklich machen kann, dann trägt vielleicht auch das Frankfurter Personenlexikon etwas zum persönlichen Wohlbefinden seiner Leserinnen und Leser bei. Das würde mich freuen.

In diesem Sinne wünscht Ihnen viel Glück
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. September 2016.

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Neuerscheinungen vom 10. Juli 2016

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

diesmal, zum zweiten Geburtstag des Frankfurter Personenlexikons online, stellen wir Ihnen wieder zwei prominente Stadtoberhäupter aus Frankfurts Geschichte vor.

Vor 150 Jahren, im Juli des Jahres 1866, wurde Frankfurt am Main von Preußen besetzt. Zunächst versuchte der amtierende Ältere Bürgermeister Carl Fellner, zwischen den städtischen politischen Gremien und den preußischen Militärbehörden zu vermitteln. Mit den immensen preußischen Kontributionsforderungen an die besetzte Stadt waren seine Bemühungen zum Scheitern verurteilt. Verzweifelt nahm sich Fellner am 24. Juli 1866, seinem 59. Geburtstag, das Leben. Anlässlich seines 150. Todestags erscheint der Artikel über Carl Fellner, den letzten Älteren Bürgermeister der Freien Stadt Frankfurt, aus der „Frankfurter Biographie“ in überarbeiteter Fassung online im Frankfurter Personenlexikon.
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Der preußischen Okkupation folgte die Annexion, die im Kaisersaal des Römers am 8. Oktober 1866 formell vollzogen wurde. Die bisher Freie Stadt Frankfurt hatte ihre Selbstständigkeit verloren. An der Spitze der Stadt stehen seitdem kein Älterer und Jüngerer Bürgermeister mehr, sondern ein Oberbürgermeister und ein (Zweiter) Bürgermeister. Mit einem Oberbürgermeister der jüngeren Vergangenheit beschäftigt sich ein Artikel, der ganz neu für das Frankfurter Personenlexikon entstanden und daher auch zum diesmaligen Artikel des Monats bestimmt ist.

Artikel des Monats: Der Stolz des Stadtoberhaupts
Er wollte den Frankfurtern den Stolz auf ihre Stadt wiedergeben: Walter Wallmann. Der Oberbürgermeister, der – als erster Vertreter der CDU in dieser Position – von 1977 bis 1986 amtierte, konnte lange geplante Projekte vollenden, etwa den Wiederaufbau der Alten Oper, initiierte mit seinem Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann das Museumsufer und verwirklichte die Rekonstruktion der historischen Ostzeile auf dem Römerberg. Wegen seiner kulturpolitischen Haltung war das Stadtoberhaupt, das so viel in die Kultur investierte, allerdings nicht immer unumstritten, etwa anlässlich der Verleihung des Goethepreises an Ernst Jünger 1982, die Wallmann vehement verteidigte. Bei den Frankfurter Bürgern war der konservative Niedersachse jedoch beliebt. Sie wunderten sich höchstens einmal lautstark frankfurterisch über die Vorliebe ihres Oberbürgermeisters, an jeder Ecke der Stadt einen Brunnen aufstellen zu lassen. Diese nicht nur künstlerisch wertvollen Brunnenschöpfungen der 1980er Jahre – wie der Brockhaus-Brunnen auf der Zeil und der (bereits 2004 wieder abgebaute) Pomodoro-Brunnen auf dem Goetheplatz – wurden aber nicht einfach irgendwo platziert. Vielmehr gehörten sie zu einer stadtplanerisch festgelegten „Brunnenachse“ in der Innenstadt.
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Den Abschluss der „Brunnenachse“ bildet der Lucae-Brunnen vor der Alten Oper. Er erinnert an traditionelle Sommervergnügen der Frankfurter in ihrer Stadt: Spazieren und Spielen im Anlagenring, Planschen im Brunnen, Ebbelweitrinken im Freien. Dem Schöpfer des Anlagenrings, dem Stadtgärtner Sebastian Rinz, ist übrigens ebenfalls ein Artikel in dieser Julilieferung gewidmet.
Ein anderer Beitrag beschäftigt sich mit dem Schauspieler Heinrich George, Vater des kürzlich verstorbenen Schauspielers Götz George, der seinen Vornamen der wichtigsten und liebsten Rolle des Vaters verdankte. Als Götz von Berlichingen wurde Heinrich George auch bei den Römerbergfestspielen in Frankfurt ab 1932 legendär. Und auch dies war einst ein Sommervergnügen der Frankfurter: sich an Festspielabenden hinter dem Zaun der Freilichtbühne zu versammeln – pünktlich auf die Sekunde, um George das Götz-Zitat über den Römerberg schmettern zu hören.

Falls Sie noch das passende Vergnügen in diesem Sommer suchen, dann stöbern Sie doch einfach im Frankfurter Personenlexikon.

Viel Sommerspaß wünscht Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. August 2016.

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