Mit einem Verzeichnis der Rechenmeister, 1450 bis ca. 1680, unter: https://www.adam-ries-museum.de/das-museum/forschung/rechenmeister (abgerufen am 8.12.2025).
Die Artikellieferung des Monats April 2025 ist aus redaktionellen Gründen noch nicht ganz komplett und wird baldmöglichst vervollständigt. Wir bitten um Verständnis und noch etwas Geduld. Hier finden Sie die bereits erschienenen neuen Artikel.
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Mai 2025.
manchmal gibt es merkwürdige Zufälle in der biographischen Lexikonarbeit. Man nimmt sich beispielsweise einen Artikel zur Bearbeitung vor und stellt verblüfft fest, dass die behandelte Person gerade an diesem Tag auch Geburtstag hätte. Genau am Weltfrauentag in diesem Jahr waren wir in der Redaktion mit dem Artikel über eine Frankfurterin befasst, die sich in der bürgerlichen Frauenbewegung des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts engagierte. Ihr gilt jetzt der Artikel des Monats März.
Artikel des Monats März 2025: Eine Frankfurterin für Frauenbildung und Frauenrecht
Sie wollte die Wahl haben: Pauline Neubürger. Im Juni 1863 hatte die damals 21 Jahre alte jüdische Kaufmannstochter, die mütterlicherseits aus der weitverzweigten Frankfurter Familie Flesch stammte, den 37-jährigen Lehrer Emil Neubürger geheiratet. In der ersten Zeit ihrer Ehe führte ihr Mann eine von seinen Eltern übernommene Unterrichts- und Erziehungsanstalt für israelitische Mädchen im Ostend, wobei sie ihn vermutlich unterstützte. Später engagierte sich Pauline Neubürger im Verein Frauenbildung – Frauenstudium. Der Verein, dessen seit 1898 bestehender Frankfurter Ortsgruppe sie zeitweise vorstand, trat für die Gleichstellung von Mädchen und Jungen in allen schulischen Bereichen ein und forderte nicht zuletzt einen gleichberechtigten Hochschulzugang für Frauen, ein Ziel, das in Preußen erst 1908 erreicht wurde.
Überhaupt war Pauline Neubürger, die auch der 1895 gegründeten Frankfurter Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) angehörte, in verschiedenen Organisationen und Gremien der bürgerlichen Frauenbewegung aktiv. Den Schwerpunkt ihrer frauenpolitischen Arbeit setzte sie mehr und mehr auf die Stimmrechtsbewegung. Mit dem Frankfurter Verein für Frauenstimmrecht, den sie von 1912 bis 1916 auch leitete, kämpfte sie für die Durchsetzung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts. Infolge der im November 1918 erreichten Wahlrechtsreform durften Frauen 1919 zum ersten Mal wählen und sich wählen lassen – auch bei den Kommunalwahlen in Frankfurt am 2. März 1919.
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Die bürgerliche Frankfurter Frauenbewegung der „Jahrhundertwende“ (also um 1900) hat in der stadtgeschichtlichen Forschung seit den 1980er Jahren zunehmend Beachtung gefunden. Erste Biographien von Frankfurter Frauenrechtlerinnen waren bereits in der Buchausgabe der „Frankfurter Biographie“ enthalten. Heute sind z. B. Elisabeth H. Winterhalter, Bertha Pappenheim, Anna Edinger, Henriette Fürth, Johanna Elberskirchen und Meta Quarck-Hammerschlag mit Artikeln im Frankfurter Personenlexikon (teilweise in redigierten Übernahmen aus der Buchausgabe) präsent. Weitere Biographien über Vertreterinnen der frühen Frankfurter Frauenbewegung sind geplant.
In der aktuellen Lieferung erscheint außerdem ein Artikel über den Maler und Radierer Bernhard Mannfeld anlässlich von dessen bevorstehendem 100. Todestag am 29. März 2025. Seine Originalradierungen mit Frankfurter Stadtansichten hingen früher in vielen Frankfurter Wohnungen.
Neu im März ist u. a. auch der Beitrag über den belgischen Unternehmer Frédéric de la Hault, der die Frankfurter Pferdebahn begründete. Am Pfingstsonntag, den 19. Mai 1872, nahm das seinerzeit neuartige Verkehrsmittel den Betrieb auf. Damals brachte die Trambahn mit einer Pferdestärke ihre Fahrgäste von der Hauptwache über die Bockenheimer Warte bis zur Stadtgrenze am Schönhof (oder zurück). Anfangs gab es zwei Wagenklassen sowie besondere „Damencoupés“, die aber schon bald aufgegeben wurden. Der Fahrpreis betrug in der I. Klasse 25 Pfennige, in der II. Klasse 17 Pfennige. Die meisten Fahrgäste bevorzugten jedoch die II. Klasse. Daraufhin führte die geschäftstüchtige Trambahngesellschaft „F. de la Hault & Cie.“ schnell einen Einheitstarif von 20 Pfennigen ein, was die Einnahmen des erfolgreichen Unternehmens noch beträchtlich erhöhte.
Auch wenn Sie vielleicht nicht mit der Straßenbahn und schon gar nicht mit der Pferdebahn unterwegs sein werden, so wünsche ich Ihnen doch einen guten Start in die nächste Jahreszeit. Ich würde mich freuen, wenn Sie dem Frankfurter Personenlexikon weiterhin gewogen blieben.
Mit freundlichen Frühlingsgrüßen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. April 2025.
sich eine eigene Welt aus Zucker zu schaffen – das kann nicht nur süß, sondern auch ganz schön klebrig werden, wenn man es nicht beherrscht. Von einem, der die Kunst verstand, handelt der diesmalige Artikel des Monats.
Artikel des Monats Februar 2025: Alles aus Zucker
Er verwandelte Zucker in Kunst: Johann Valentin Prehn. Der Frankfurter Konditor der Goethezeit war für seine Zuckerplastiken berühmt. Zur Kaiserkrönung 1792 etwa präsentierte er in seinem Geschäft in bester Lage auf der Zeil werbewirksam einen großen farbigen Tafelaufsatz. Mit seinem Zuckerwerk brachte es Prehn zu ansehnlichem Wohlstand. So konnte er sich eine besondere Leidenschaft erlauben: das Sammeln. Im Laufe der Jahre trug Prehn zahlreiche Kunstwerke, aber auch Münzen, Ethnographica, Tierpräparate, Mineralien und Porzellan zusammen, die er in seinem Haus arrangierte, jedoch nicht in einer jener altertümlichen Kuriositätenkammern. Vielmehr verfügte er über eine ansprechende und wohlgeordnete Bildergalerie. Zu seiner Kunstsammlung gehörte auch das heute so genannte „Prehn’sche Miniaturkabinett“. Mit über 800 kleinen und kleinsten Gemälden, die der Sammler selbst in einer sehr persönlichen und teils auch humorvollen barocken Hängung in 32 Klappkästen zusammenstellte, ist es wohl eines der außergewöhnlichsten Kunstkabinette seiner Zeit. Die Rahmen für die Miniaturen fertigte der Zuckerbäcker selbst an – aus einer Modelliermasse aus Kreide, Gips und Tragant, einem pflanzlichen Verdickungsmittel, das er auch in seiner Konditorei verwendet haben dürfte. Heute kann das „Prehn’sche Miniaturkabinett“ im Historischen Museum bewundert oder in einer Datenbank online erkundet werden.
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Außerdem tritt in der aktuellen Lieferung endlich wieder einmal ein Artikel zur Frankfurter Sportgeschichte an, und zwar über die Leichtathletin und Handballerin Emmi Haux, die in den 1920er und frühen 1930er Jahren besonders als Sprinterin erfolgreich war. Allerdings ist es wohl eine Legende, dass sie das Modell für das Denkmal der „Läuferin am Start“ im Waldstadion gewesen sei. Doch symbolisch kann die von Richard Martin Werner 1936/37 geschaffene Figur für die gefeierte Frankfurter Sportlerin stehen. Ebenfalls neu sind in diesem Monat die Frankfurter Biographien des Karmelitenpriors Johannes Münzenberger, der Forschungsreisenden Hedwig Elbert und des Volksschauspielers Egon Zehlen.
Aus aktuellem Anlass lässt sich der Artikel über den Arzt und Mathematiker Johann Hartmann Beyer wieder lesen, dessen Todestag sich am 1. August 2025 zum 400. Mal jährt. Seine bedeutende Büchersammlung vermachte Beyer testamentarisch dem Rat der Stadt für dessen Bibliothek, aus der die heutige Universitätsbibliothek JCS hervorgegangen ist. Im dortigen Schopenhauer-Studio ist jetzt, vom 14. Februar bis 27. April, eine Ausstellung mit Stücken aus „Beyers Bücherschatz“ zu sehen.
In der Schau soll auch das Rezept der von Beyer erfundenen „Engelischen Pillen“ oder „Frankfurter Pillen“ gezeigt werden. Das einst streng geheime Originalrezept wird heute in der Privilegienkammer im Institut für Stadtgeschichte aufbewahrt. Zucker mag in Beyers berühmten Pillen aber wohl nicht gewesen sein.
Beste Grüße – und bleiben Sie gesund!
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. März 2025.
mit einer neuen Artikellieferung begrüße ich Sie herzlich im Jahr 2025. Für das begonnene Jahr wünsche ich Ihnen noch alles Gute, Glück und Gesundheit, Erfolg und Erfüllung!
Zugleich möchte ich Ihnen danken – für die Treue, die Sie seit vielen Jahren dem Frankfurter Personenlexikon entgegenbringen, und für die Geduld, die Sie im vergangenen Monat während der technisch notwendigen Datenbankarbeiten gezeigt haben, als das FP eine Zeitlang nur über Umwege erreichbar war. Inzwischen geht alles wieder. Im laufenden Jahr sind einige Neuerungen in der Struktur des FP infolge des Upgrades der Datenbank geplant, aber zunächst einmal folgt hier, wie gewohnt, der Artikel des Monats.
Artikel des Monats Januar 2025: Eine der markantesten Künstlerinnen der Stadt
Sie brach das Licht auf ihre Weise: Eugenie Bandell. Gegen die Widerstände der Zeit setzte die talentierte Tochter aus wohlhabendem Hause ihre Ausbildung zur Malerin durch. Jahrelang soll sie in ihrer Heimatstadt Frankfurt versucht haben, in die „Damenklasse“ des Städelschen Kunstinstituts aufgenommen zu werden, aber immer wieder angeblich „wegen Platzmangels“ abgewiesen worden sein. Erst 1887 konnte die damals 28-Jährige ihr Studium beginnen, an der Königlichen Zeichenakademie in Hanau, wo der für seine (Frankfurter) Stadtansichten bekannte Maler Paul Andorff ihr Lehrer war. Sie nahm zudem Unterricht bei dem seinerzeit berühmten Landschaftsmaler Georg Cornicelius, besuchte später Radierkurse bei Bernhard Mannfeld am Städel und wurde schließlich zur Meisterschülerin von Wilhelm Trübner in Frankfurt. Bereits während ihrer Ausbildung präsentierte Eugenie Bandell ihre Werke in Ausstellungen, und seit etwa 1901/02 arbeitete sie als freie Malerin mit eigenem Atelier im Städel. Im Experiment mit Licht und Farbe entwickelte sie einen für sie charakteristischen, modernen Stil, indem sie Motive aus rhythmischen Pinselabdrücken oder Farbflächen mosaikartig zusammensetzte. Als Eugenie Bandell 1918 im Alter von 59 Jahren starb, würdigte die Frankfurter Zeitung sie als „eine der markantesten Künstlerinnen unserer Stadt“. Ein großer Teil ihres umfangreichen Werks wurde bei einem Luftangriff auf Frankfurt 1944 zerstört. Doch sind über 150 Werke der produktiven Künstlerin in öffentlichen und privaten Sammlungen erhalten geblieben – auch im Städel Museum.
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Die weiteren Neuerscheinungen des Monats beschäftigen sich mit dem Zimmermann Hans Wilhelm und seinem Einsatz für den Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg, dem Advokaten Johann Theodor Wiesen und seiner Rolle im Kunstleben des 19. Jahrhunderts, der Opernsängerin Sara Oppenheimer und ihrer Karriere am Stadttheater von 1863 bis 1874, dem Telefonbuchverleger Adolf Christ und seiner Vergangenheit in der NS-Zeit sowie dem Journalisten Ludwig Joseph und seinem Engagement für die Jüdische Gemeinde nach 1945 (in chronologischer Reihenfolge nach dem Geburtsjahr der Hauptpersonen). Der Artikel über Johann Theodor Wiesen erscheint rechtzeitig zu dessen 150. Todestag am 21. Februar 2025. Aus dem Nachlass von Wiesen wurde übrigens das Gemälde „Christus an der Geißelsäule“ von Guido Reni für das Städel erworben.
Ich würde mich freuen, wenn Sie dem Frankfurter Personenlexikon auch 2025 gewogen blieben.
In diesem Sinne sage ich
Auf Wiederlesen!
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Februar 2025.
wie war das früher bei Ihnen an Weihnachten? Bei uns sah „man“ am Heiligen Abend nicht fern, und im allgemeinen familiären Festtagstrubel hätte auch gar niemand Zeit dazu gehabt. Aber natürlich lief am Abend des 24. Dezember ein Programm im Fernsehen, unter dem Motto: „Wenn die anderen feiern“, wie der Rundfunkzeitschrift zu entnehmen war. Die möglichst stimmungsvollen Sendungen sollten ein kleiner Trost sein für alle, die am Weihnachtsabend einsam und allein waren. Gerade in persönlich, politisch oder wirtschaftlich schweren Zeiten können viele Menschen, die eigentlich gerne mitfeiern würden, nur oder noch nicht einmal zuschauen. Eine andere Weihnachtsgeschichte erzählt auch der diesmalige Artikel des Monats.
Artikel des Monats Dezember 2024: Zwei Tage vor Weihnachten
Sie tat, was sie konnte, im Widerstand gegen das nationalsozialistische Terrorregime: Elisabeth Schumacher. Ihr Vater, der Ingenieur Fritz Hohenemser, stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Bankiersfamilie und war in seinem Frankfurter Elternhaus im evangelisch-reformierten Glauben erzogen worden. Als er in den ersten Kriegsmonaten 1914 an der Westfront fiel, ließ er seine Frau mit fünf Kindern zurück, von denen Elisabeth als Zweitälteste zehn Jahre und Fritz als Jüngster gerade einmal neun Tage alt waren. Die Mutter übersiedelte mit den Kindern zu Verwandten in Meiningen.
1921 wurde die 16-jährige Elisabeth Hohenemser zu Onkel und Tante nach Frankfurt geschickt, die ihr eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule der Technischen Lehranstalten in Offenbach am Main ermöglichten. Nach sieben Frankfurter Jahren wechselte sie zum Studium der Gebrauchsgrafik an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, wo sie den Bildhauer Kurt Schumacher kennenlernte. Im August 1934 heirateten die beiden. Elisabeth Schumacher hatte nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft keine feste Anstellung in ihrem Beruf als Grafikerin erhalten und bildete sich nun zur Fotografin fort.
Mitte der 1930er Jahre schlossen sich Elisabeth und Kurt Schumacher einem politisch interessierten Freundeskreis um Harro Schulze-Boysen an, der bald im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv wurde. Elisabeth Schumacher setzte ihre Fähigkeiten als Grafikerin und Fotografin etwa bei der Herstellung von Flugblättern und der Vervielfältigung von Geheimdokumenten ein. 1939 nahm das Ehepaar Schumacher den aus dem KZ Aschendorfermoor geflohenen Gewerkschafter Rudolf Bergtel auf, dem es schließlich zur Flucht über die grüne Grenze in die Schweiz verhalf. Als ihre Verwandten aus der Familie Hohenemser immer stärker der Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung durch das NS-Regime ausgesetzt waren, versuchte Elisabeth Schumacher, sie zu unterstützen, u. a. durch Lebensmittelsendungen.
Im Zuge der Verhaftungswelle gegen das Widerstandsnetzwerk „Rote Kapelle“ wurde Elisabeth Schumacher am 12. September 1942 von der Gestapo festgenommen. Mit den Hauptangeklagten aus dem Widerstand der „Roten Kapelle“ wurden sie und ihr Mann am 19. Dezember 1942 durch das Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt. Drei Tage später wurden Elisabeth und Kurt Schumacher in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
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Die Angehörigen wurden zunächst nicht über den Tod von Elisabeth und Kurt Schumacher benachrichtigt, wie es das Reichsjustizministerium wenige Wochen zuvor grundsätzlich verfügt hatte. Kurts Schwester Toni Schumacher gab am 23. Dezember 1942 sogar noch Weihnachtspäckchen für ihren Bruder und ihre Schwägerin ab, die von der Gestapo auch kommentarlos entgegengenommen wurden. Das Weihnachtsfest überstand Elisabeths inzwischen in Friedrichroda lebende Mutter Rose Hohenemser zwar ziemlich gefasst, aber sie zitterte vor einem Brief aus Berlin, nachdem ihr Kurts Mutter Julie Schumacher geschrieben hatte, dass die Verhandlung schon gewesen sei. Oft erfuhr die Familie der Opfer erst mit der Zustellung der Rechnung über die Haft- und Hinrichtungskosten vom Tod ihrer Lieben. Am 28. Dezember 1942 überbrachte der Gefängnispfarrer, der offenbar mit den Familien der Hingerichteten fühlte, in Berlin die Todesnachricht an Mutter und Schwester von Kurt Schumacher, die sie an die Familie Hohenemser weitergaben. Der Abschiedsbrief von Elisabeth Schumacher wurde ihrer Mutter unter Berufung auf die jüdische Abstammung der Tochter nicht ausgehändigt. Er ist bis heute verschollen.
An dieser Stelle kann es auch hier keinen gefälligen Übergang zum Alltag geben. Erlauben Sie mir dennoch einen wichtigen Hinweis der Redaktion in eigener Sache: In der nächsten Zeit wird das Frankfurter Personenlexikon wegen eines technisch notwendigen Upgrades der Datenbank vorübergehend nur eingeschränkt oder kurzfristig gar nicht online erreichbar sein. Wir bitten um Verständnis und werden uns bemühen, die anstehenden Arbeiten zügig zu erledigen, damit Ihnen das Angebot des FP baldmöglichst wieder in vollem Umfang zur Verfügung steht.
Ich würde mich freuen, Sie im neuen Jahr wieder hier begrüßen zu dürfen.
Einstweilen wünsche ich Ihnen ruhige und unbeschwerte Festtage sowie einen guten Start in das Jahr 2025!
Herzlichst
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Januar 2025.
zunächst möchte ich mich an dieser Stelle für Ihre Geduld bedanken. Der diesmalige Artikel des Monats konnte aus redaktionellen Gründen ausnahmsweise erst später erscheinen. Nun ist er endlich online, gerade rechtzeitig zum 100. Geburtstag des Porträtierten am 11. Dezember.
Artikel des Monats November 2024: Der unterschätzte Unterhaltungskünstler
Er war einer der großen Stars der Fernsehunterhaltung vom Hessischen Rundfunk: Heinz Schenk. Von 1966 bis 1987 moderierte der gebürtige Mainzer die beliebte Samstagssendung „Zum Blauen Bock“. Damit wurde er zum Botschafter der Frankfurter Apfelweinkultur in der Bundesrepublik und auch in der DDR. Zu seinen besten Fernsehzeiten kannten ihn 96 Prozent aller Deutschen, und bis heute blieb er vielen als „babbelnder“ und bembelverschenkender Gastgeber in seiner televisionären Äppelwoiwirtschaft in Erinnerung. Doch Heinz Schenk war mehr als das. Nur wenige wissen, dass er seine Shows nicht nur präsentierte, sondern auch wesentlich mitkonzipierte und die Drehbücher mit den Moderationstexten und Liedern dafür schrieb. Dass er die Leichtigkeit in seinen Fernsehsendungen hart erarbeitet hatte, merkten die Zuschauenden nicht, und sie sollten es auch gar nicht merken – was letztlich die hohe Kunst in der Unterhaltung ausmacht. Wohl gerade weil alles in seinem TV-Universum so perfekt einfach aussah, wurde Heinz Schenk oft unterschätzt. Dabei war er eine feste Größe im deutschen Showbusiness. Nicht umsonst wurde er von der Rockband „Rodgau Monotones“ in deren Hymne „Die Hesse komme“ 1983 zum hessischen David Bowie ernannt. Lesen Sie mehr >
Für das Frankfurter Personenlexikon wurde die Biographie von Heinz Schenk erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitet und dargestellt. Dabei erwies sich der prominente Schauspieler und Showmaster als gutes Beispiel für eine Person, die jeder und jede kennt – aber über deren Leben und Wirken man nichts wirklich weiß. Viele biographische Fakten und Details mussten erst anhand belastbarer Quellen recherchiert und geprüft werden. Trotzdem sind (noch) Lücken in Schenks Biographie geblieben, vor allem für die Zeit seiner Kindheit, Jugend und frühen Karriere bis in die 1960er Jahre. Die Quellenlage ist auch deshalb schwierig, weil der Nachlass mit den umfassenden Sammlungen von Heinz Schenk nach dessen Tod versteigert und dadurch in alle Winde verstreut wurde. In diesem Sinne versteht sich der Artikel im Frankfurter Personenlexikon auch als eine solide Basis für weitere Forschungen, denen sich zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht neue und bisher unzugängliche Quellen erschließen werden.
Weiterhin lege ich Ihnen die anderen Beiträge der aktuellen Monatslieferung ans Herz, mit denen Sie sich bereits die Wartezeit bis zum Erscheinen des Artikels des Monats vertreiben konnten. Falls Sie die Gelegenheit noch nicht genutzt haben, können Sie in den Novemberartikeln auch jetzt noch vier weitere interessante Persönlichkeiten kennenlernen: den Opern- und Operettensänger Erik Wirl, den Maler und Grafiker Matéo Cristiani, die Fürsorgerin und Kinderlobbyistin Liselotte Hulverscheidt sowie den Pfarrer und Kirchenhistoriker Werner Becher (in chronologischer Reihenfolge nach dem Geburtsjahr).
Ansonsten dürfen Sie sich auf die mittlerweile schon bald herauskommende neue Artikellieferung im Frankfurter Personenlexikon freuen.
Einstweilen herzliche Grüße
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons
P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Dezember 2024.