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Morgenstern, Familie

Ffter Künstlerfamilie.

Morgenstern, Familie.
Die Ffter Familie M. geht zurück auf Johann Ludwig Ernst M., der sich 1775 in Ffm. niederließ. Er stammte aus Rudolstadt, wo sein Vater Johann Christoph M. (1697-1767) Kammerdiener und Hofmaler des Fürsten Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt gewesen war. Das Maltalent wurde jeweils vom Vater an den Sohn weitergegeben. Erst 1919 starb das letzte Mitglied der Familie M., das den Künstlerberuf ausgeübt hat.
Retrospektive Ausstellungen von Werken aller fünf Generationen der Künstlerfamilie M. im Ffter Kunstverein 1911, im Städelschen Kunstinstitut 1939 und im Ffter Goethe-Museum 1999/2000.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 63, verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Literatur:
Aura 2018/19, S. 40f., 2019/20, S. 47.
Aura. Jahresgabe [des Historischen Museums Fft.; mit wechselndem Untertitel.] Bisher 17 Ausgaben. Ffm. 2005/06-2021/22.
Die Ffter Malerfamilie Morgenstern 1982.
Die Ffter Malerfamilie Morgenstern in fünf Generationen. Hg. v. der Museumsgesellschaft Kronberg e. V. Ffm. 1982. (Dokumentation der Museumsgesellschaft Kronberg, Schriften 2).
Eichler/Maisak: Die Ffter Malerfamilie Morgenstern 1999.
Eichler, Inge/Maisak, Petra: Die Ffter Malerfamilie Morgenstern. [Katalog zur Ausstellung, Freies Deutsches Hochstift – Ffter Goethe-Museum, Ffm., 1.11.1999 bis 16.1.2000.] Ffm. 1999.
Helmolt: Das Morgenstern’sche Miniaturcabinet 1979.
Helmolt, Christa von: Das Morgenstern’sche Miniaturcabinet 1789-1830. Ffm. 1979. (Galerie Uwe Opper / Katalog 6).
Kat. Carl Morgenstern u. die Landschaftsmalerei 2011.
Museum Giersch (Hg.): Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit. Konzeption und Organisation: Christian Ring. Katalogred.: Sophia Dietrich u. a. Petersberg 2011.
GND: 118736906 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

4 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

Morgenstern, Carl

Morgenstern, Carl. Prof. Landschaftsmaler. * 25.10.1811 Ffm., † 10.1.1893 Ffm.
Aus der in Ffm. ansässigen Künstlerfamilie M. Einziger Sohn von Johann Friedrich M. (1777-1844) und dessen Ehefrau Maria Magdalena, geb. Bansa (1778-1865). Enkel von Johann Ludwig Ernst M. (1738-1819). Wie die Mutter stammte auch M.s Ehefrau aus der Familie Bansa: Er war seit 1845 verheiratet mit Louise (auch: Luise) Mariane Cleophea M., geb. Bansa (1824-1913). Von den vier Kindern des Ehepaars widmete sich der zweite Sohn Friedrich Ernst M. (1853-1919) der Malerei.
M. besuchte die Musterschule in Ffm. und erhielt seine künstlerische Ausbildung von 1826 bis 1829 in der Werkstatt seines Vaters. Die Naturbeobachtung bei Ausflügen in die Umgebung, wie nach Rödelheim, Schwanheim oder auch Königstein, und das Kopieren nach niederländischen Vorbildern im Atelier waren prägend in dieser Ausbildungsphase M.s. Davon zeugt sein erstes selbstständiges Ölgemälde „Der Kupferhammer bei Oberursel“ (1828; im Besitz des HMF). Früh wurden seine Werke von Kunstvereinen, etwa in Ffm., Hamburg und Braunschweig, sowie von Sammlern erworben. 1829 schuf M. die aquarellierte Zeichnung „Der Prehn’sche Bildersaal“ (1829; im Besitz des HMF), die die Kunstsammlung des Nachbarn und Konditors Johann Valentin Prehn zeigt.
1832 zog M. nach München, wo er im Kreis der außerakademischen Landschaftsmaler, der „Fächler“, tätig war. Unter deren Einfluss wandte er sich von seiner dunkeltonigen Farbigkeit ab und entwickelte eine natürlichere Farbgebung sowie eine realistische Darstellungsweise. Dank der Technik der Ölskizze konnte er vermehrt direkt in der Natur arbeiten. Der Austausch mit Carl Rottmann (1797-1850) und Christian Ernst Bernhard Morgenstern (1805-1867) förderte die Ablösung von bisherigen Vorbildern. Von München aus unternahm er Studienreisen, u. a. nach Österreich, Tirol und in die Schweiz.
Obwohl ein Studium an den Akademien in Dresden und Düsseldorf geplant war, nutzte M. 1834 die Gelegenheit, nach Italien zu reisen. Zu Beginn haderte er mit der Darstellung der italienischen Landschaft und des südlichen Lichts. Ein intensiver Briefwechsel mit dem Vater zeigt M.s Zweifel, während er aus der Heimat positiven Zuspruch und väterliche Ermahnungen, sich nicht zu sehr von Traditionen zu entfernen, erhielt. Ab 1835 reiste M. von Rom aus nach Tivoli, Neapel, Capri und Amalfi, bis nach Sizilien sowie in die Albaner und Sabiner Berge. Während dieser Reisen knüpfte er Bekanntschaften mit anderen Künstlern, u. a. mit Johann Georg Gmelin (1810-1854), Ernst Willers (1803-1880), Gustav von Haugk (1804-1861) und Friedrich Nerly (1807-1878), und nahm an den Cervara-Künstlerfesten in Rom teil. Unter diesen Eindrücken fand er den Zugang zu einer modernen Landschaftsauffassung und Farbigkeit.
Nach dem Ausbruch der Cholera in Rom reiste M. 1837 über Oberitalien zurück nach Ffm. Hier nahm er im väterlichen Haus seine Arbeit als Künstler auf und festigte er in seinen Atelierbildern den in Italien gefundenen Stil, der durch idealisierte, lichtdurchflutete Motive der südlichen Landschaft geprägt war. Die in Italien und kurz darauf im Ffter Atelier entstandenen Werke gelten heute als die bedeutendsten seines Schaffens. Mit seinem zunehmenden Erfolg und vermutlich als Erinnerung begann M., ein „Schattenkabinett der Meisterwerke“ mit kleinformatigen Kopien seiner bedeutendsten Werke anzufertigen. 1840 reisten Carl M. und sein Vater Johann Friedrich M. zu Studienzwecken in die Schweiz. Gemeinsam übernahmen sie in Karlsruhe Restaurierungsaufträge. Letztlich erfüllte M. jedoch nicht den Wunsch des Vaters, wie Johann Friedrich M. selbst und der Großvater Johann Ludwig Ernst M. neben der Malerei die Restaurierungswerkstatt weiterzuführen. Die erfolgreiche Malerkarriere ermöglichte M. die Unabhängigkeit von diesem Zuverdienst. 1841 setzte M. seine Reisen entlang der französischen Küste bis nach Italien fort. 1843 folgte eine Reise an den Rhein zusammen mit Jakob Fürchtegott Dielmann.
Nach dem Tod seines Vaters 1844 übernahm M. die Versorgung der Familie. 1844 reiste er in die Normandie, nach Paris und Belgien sowie in die Niederlande. Bei einer Venedigreise 1846 traf er erneut auf Friedrich Nerly und Carl Rottmann. Zu Beginn der 1850er Jahre zog M. aus dem Elternhaus auf der Zeil an den Brückenquai (heute: Mainkai) 1 mit Blick auf den Main. Er erweiterte sein Repertoire durch Stadtansichten von Ffm. und Mainz. Mehrfach variierte er beliebte Motive, beispielsweise „Blick auf Fft. von Westen her“ (1850; im Besitz des Städel Museums) und „Blick auf Fft. von Westen her mit Bleichwiesen“ (1870; im Besitz des HMF). Zudem schuf er Landschaftsdarstellungen aus dem Taunus und vom Rhein. Weitere Reisen führten M. in den 1850er Jahren in die Schweiz und nach München sowie in den 1860er Jahren an den Comer See, an den Rhein und ins Siebengebirge, u. a. in der Begleitung des Ffter Malers Johann Gerhard Malss. 1862 erwarb der Kunstsammler Adolf Friedrich (Graf) von Schack (1815-1894) mehrere Werke von M., darunter „Küste von Capri“ (1862) und „Ansicht von Villafranca bei Nizza“ (1861; beide im Besitz der Neuen Pinakothek München, Schack-Galerie).
Anlässlich der I. Internationalen Kunstausstellung reiste M. 1869 nach München und sah hier erstmals Werke der französischen Moderne. Ab 1872 war der Sohn Friedrich Ernst M. Schüler am Städelschen Kunstinstitut und wurde von M. in der Ausbildung intensiv begleitet. Bei seinen Reisen beschränkte sich M. nun auf die nähere Umgebung.
Als erfolgreichster Maler der Familie fand M. vor allem in der Gesellschaft außeruniversitärer Maler in München und der Malerkollegen in Italien zu seinem Stil. Sein größter Lehrmeister war die italienische Landschaft. M.s Italienbilder der 1830er und 1840er Jahre, angesiedelt zwischen Spätromantik und Realismus, brachten ihm große künstlerische Anerkennung. Sein Spätwerk ist geprägt von einer eher pastelligen Farbgebung. Zum Ende seines Schaffens zeigte sich der Maler von zeitgenössischen Strömungen unbeeindruckt, wodurch sein Werk an Relevanz einbüßte. Insbesondere seine bis zur Nachlassauktion kaum bekannten Ölskizzen und Studien gelten heute als wegweisend. Sie zeigen einen reduzierten, unmittelbaren Ausdruck, der eine Modernität vermittelt, die seinen Atelierbildern fehlt.
1866 Ernennung zum Professor durch Fürstin Caroline Reuß ältere Linie, geb. Prinzessin von Hessen-Homburg (1819-1872).
Beigesetzt in der Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann F 864).
1899 wurde der erste Teil von M.s Nachlass versteigert, wobei die Ölstudien erstmals eine große Rolle spielten. Nach dem Tod seiner Ehefrau Luise M. (1913) folgte 1918 eine erneute Versteigerung von Gemälden M.s.
1893 Gedächtnisausstellung im Städelschen Kunstinstitut. Zum 200. Geburtstag 2011/12 Retrospektive „Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit“ im Museum Giersch in Ffm.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sophia Dietrich-Häfner.
Artikel in: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 63f., verfasst von: Birgit Weyel.

Lexika: Heinrich Weizsäcker in: ADB 52 (1906), S. 478-480 (unter Morgenstern, Karl).
Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.
| Boetticher: Malerwerke d. 19. Jh. s 2. 1 (1898), S. 78.
Boetticher, Friedrich von: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. 2 Bde. in 4 Teilen. Dresden 1895-1901.
| Dessoff, S. 98.
Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im 19. Jahrhundert. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im 19. Jahrhundert. Ffm. 1909.
| Kaulen, S. 147-151.
Kaulen, Wilhelm: Freud’ und Leid im Leben deutscher Künstler. Ffm. 1878.
| Ludwig u. a. (Bearb.): Münchner Maler im 19. Jh. 3 (1982), S. 172.
Ludwig, Horst u. a. (Bearb.): Münchner Maler im 19. Jahrhundert. Bd. 1-4. München 1981-83. Fortgesetzt u. d. T.: Münchner Maler im 19./20. Jahrhundert. Bd. 5-6. München 1993-94. (Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst).
| Inge Eichler in: NDB 18 (1997), S. 109.
Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 27 Bde. (bis Wettiner). Berlin 1953-2020.
| Richel, S. 394.
Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.
| Schrotzenberger, S. 169.
Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. 2., vermehrte u. verbesserte Aufl. Ffm. 1884.
| Thieme/Becker 25 (1931), S. 147f.
Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.
Literatur: Andreas: Carl Morgenstern (Kat.) 1993.
Carl Morgenstern. Katalog zur Ausstellung in der Kunsthandlung J. P. Schneider jr. (...). Texte: Christoph Andreas. Ffm. 1993.
| Bellinger u. a.: Out into Nature 2003, S. 50.
Bellinger, Katrin/Moesch, Hans-Jürgen/Theobald, Simon [für Colnaghi]: Out into Nature. The Dawn of Plein-Air Painting in Germany 1820-1850. [Ausstellungskatalog.] Katalogredaktion: Florian Härb, Tim Warner-Johnson. London 2003.
| Büttner/Rott (Hg.): Italienbilder d. Goethezeit 2005, S. 154, 200, 398f.
Büttner, Frank/Rott, Herbert W. (Hg.): Kennst du das Land. Italienbilder der Goethezeit. [Katalog zur Ausstellung in der Neuen Pinakothek, München, 4.5.-31.7.2005.] [Köln] 2005.
| Eichler: Carl Morgenstern 1976.
Eichler, Inge: Carl Morgenstern. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Schaffensphase von 1826-1846. Darmstadt 1976. (Auch als: Kunst in Hessen und am Mittelrhein 15/16).
| Eichler: Der frühe Ffter Morgenstern 1974; darin auch Werkverzeichnis der frühen Jahre 1826-46, S. 266-335.
Eichler, Inge: Der frühe Ffter Morgenstern 1826-1846. Ffm. 1974.
| Eichler/Maisak: Die Ffter Malerfamilie Morgenstern 1999.
Eichler, Inge/Maisak, Petra: Die Ffter Malerfamilie Morgenstern. [Katalog zur Ausstellung, Freies Deutsches Hochstift – Ffter Goethe-Museum, Ffm., 1.11.1999 bis 16.1.2000.] Ffm. 1999.
| Kat. Carl Morgenstern u. die Landschaftsmalerei 2011.
Museum Giersch (Hg.): Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit. Konzeption und Organisation: Christian Ring. Katalogred.: Sophia Dietrich u. a. Petersberg 2011.
| Kat. Romantik im Rhein-Main-Gebiet 2015, bes. S. 201, 246, 249, 272f.
Museum Giersch der Goethe-Universität (Hg.): Romantik im Rhein-Main-Gebiet. Katalogredaktion: Mareike Hennig, Manfred Großkinsky, Birgit Sander, Susanne Wartenberg, Linda Baumgartner. Petersberg 2015.
| Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 177f.
Maisak, Petra/Kölsch, Gerhard: Ffter Goethe-Museum. Die Gemälde. „... denn was wäre die Welt ohne Kunst?“ Bestandskatalog. Hg. v. Freien Deutschen Hochstift. Ffm. 2011.
| Riccardi: Olevano e i suoi pittori 2003, S. 152f., 258f., 282.
Riccardi, Domenico: Olevano e i suoi pittori. Rom 2003.
| Ruhmer: Schack-Galerie 1969, Textband, S. 256-260; Tafelband, Tafel 101-103, S. 34f.
Ruhmer, Eberhard: Schack-Galerie. Vollständiger Katalog. 2 Bde. (Text- und Tafelbd.). Bearb. mit Rosel Gollek, Christoph Heilmann, Hermann Kühn, Regina Löwe. München 1969. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Gemäldekataloge 2).
| Städelkat. d. Gemälde d. 19. Jh. s 1972, Textband, S. 227-236.
Holzinger, Ernst (Hg.)/Ziemke, Hans-Joachim (Bearb.): Die Gemälde des 19. Jahrhunderts. Text- und Bildband. Ffm. 1972. (Kataloge der Gemälde im Städel’schen Kunstinstitut I).
| Wiederspahn/Bode: Kronberger Malerkolonie 1982, S. 211-213, 696f.
Wiederspahn, August/Bode, Helmut: Die Kronberger Malerkolonie. Ein Beitrag zur Ffter Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts. Mit dokumentarischen Beiträgen von Änne Rumpf-Demmer, Julius Neubronner und Philipp Franck. 3., erw. Aufl. Ffm. 1982.
Quellen: Eintrag der Heirat mit Louise Mariane Cleophea Bansa, Ffm., 15. 5. 1845: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbuch 32 (1843-45), S. 438, Nr. 90.
ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbücher, Ffm., 1533-1848 bzw. 1849-1939.
| ISG, S2/7. 066.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
Internet: Hess. Biografie, 3.3.2025.
Hessische Biografie, Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Instituts für Landesgeschichte in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen.
https://www.lagis-hessen.de/pnd/118584057
| Städel, 3.3.2025.
Städel Museum / Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie, Ffm.
https://sammlung.staedelmuseum.de/de/person/morgenstern-carl
Hinweis: Eintrag zu Carl Morgenstern in der digitalen Sammlung.
| Wikipedia, 3.3.2025.
Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Hg.: Wikimedia Foundation Inc., San Francisco/Kalifornien (USA).
https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Morgenstern_(Maler)

GND: 118584057 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit/Dietrich-Häfner, Sophia: Morgenstern, Carl. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/553.


Stand des Artikels: 6.3.2025
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2025
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. März 2025.

Morgenstern, Johann Ludwig Ernst

Morgenstern, Johann Ludwig Ernst. Maler und Restaurator. * 23.9.1738 Rudolstadt, † 13.11.1819 Ffm.
Sohn und Schüler des Rudolstädter Hofmalers Johann Christoph M. (1697-1767) und dessen Ehefrau Eleonora Maria, geb. Kirchner (1698-1788). Verheiratet (seit 1776) mit Anna Maria M., geb. Alleintz (1749-1816), aus Ffm. Der Sohn Johann Friedrich M. (1777-1844), der Enkel Carl M. (1811-1893) und der Urenkel Friedrich Ernst M. (1853-1919) waren ebenfalls als Maler (und Restauratoren) in Ffm. tätig.
Seine erste Ausbildung erhielt M. in der väterlichen Werkstatt in Rudolstadt zusammen mit seinem älteren Bruder Friedrich Wilhelm Christoph M. (1736-1798). In dieser Zeit schuf er erste Gemälde mit Schlachten und Landschaften, Stillleben und Viehstücke. In der Residenzstadt Rudolstadt war M. nicht an zünftige Vorschriften gebunden. Gleichwohl ging er 1766 auf eine späte Wanderschaft. Seine erste Station war von 1766 bis 1768 Schloss Salzdahlum, wo der Maler Ludwig Wilhelm Busch (1703-1772) an der Gemäldegalerie von Herzog Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (1713-1780) eine informelle Akademie für angehende Künstler unterhielt. Auch dort pflegte M. sein besonderes Interesse für Pferdedarstellungen und Schlachtenbilder, meist in Kopien nach Georg Philipp Rugendas (1666-1742) und Philips Wouwerman (1619-1668). Von 1768 bis 1769 betätigte sich M. in Hamburg bei einem Bilderhändler als Restaurator. Es folgte ein mehrmonatiger Aufenthalt in Ffm., wo er in der Werkstatt des Landschaftsmalers Christian Georg Schütz d. Ä., einem der großen künstlerischen Ausbildungsbetriebe der Mainstadt, arbeitete. Im Frühjahr 1770 wechselte M. nach Darmstadt, in die Werkstatt der Witwe des Hofmalers Johann Conrad Seekatz, für die er vermutlich Kopien der gefragten Genrestücke des Malers und Werke in dessen Stil fertigte.
Im Juli 1772 kehrte M. nach Ffm. zurück und verdingte sich in der Tapetenmanufaktur von Johann Andreas Benjamin Nothnagel, die u. a. für ihre Landschaftspanoramen bekannt war. Aus diesen Jahren stammen auch zahlreiche Rötelzeichnungen und Radierungen von M. (u. a. im Besitz des Städel Museums und des HMF). Dass sich M. 1774 ein „Führungszeugnis“ durch den Rudolstädter Rat ausstellen ließ, kann als Indiz für den Entschluss gewertet werden, sich in Ffm. selbstständig zu machen. Als er den Rat der Stadt Ffm. 1776 um das Bürger- und Meisterrecht und damit um die Aufnahme in die Malerzunft anging, erfüllte er alle in der Zunftordnung vorgeschriebenen Voraussetzungen: M. war lutherischer Konfession, ehelich gezeugt und geboren, war als Geselle gewandert, hatte in der Werkstatt Ffter Künstler gearbeitet und sich mit einer Ffter Bürgertochter verlobt. Als Meisterstück lieferte er ein Kircheninterieur nach der Phantasie auf den Römer (heute im Besitz des HMF). Die Anregung für die Wahl des Bildsujets für das Meisterstück dürfte auf drei Künstler und einen Sammler zurückgehen: auf Christian Georg Schütz d. Ä., der in den 1750er Jahren erste Ffter Kircheninterieurs geschaffen hatte, auf Christian Stöcklin (1741-1795), dessen spätestens seit 1772 entstandene Kircheninterieurs M. gelegentlich mit Figuren staffierte, und auf den Zürcher Zimmermann Johann Vögelin (1754-1784), der während seines Aufenthalts in Ffm. verschiedene Kircheninterieurs fertigte und M. in die Perspektivlehre einführte, sowie auf den Sammler Friedrich Wilhelm Hoynck (1738-1799), der schon 1775 ein erstes Kircheninterieur bei M. in Auftrag gab und einer seiner Hauptkunden blieb. Künftig spezialisierte sich M. ganz auf die Gattung des Kircheninterieurs nach dem niederländischen Vorbild des späten 16. und 17. Jahrhunderts, was als marktstrategische Entscheidung im Umfeld der Ffter Künstler- und Sammlerszene verstanden werden kann. M. knüpfte damit einerseits an eine erste kurze, durch Hendrick van Steenwijk und dessen gleichnamigen Sohn ab 1586 in Ffm. hervorgerufene Hochzeit des Genres an, andererseits befriedigte er einen Bedarf des Sammlermarkts und schürte ihn zugleich. Zusammen mit Künstlern wie Schütz, Stöcklin, Andreas Herrlein (1723-1796) und Jean François Gout (1748-1812) löste er eine nur in Ffm. und im Rhein-Main-Gebiet von den 1770er Jahren bis etwa 1820 blühende Retromode des Kircheninterieurs aus. Gelegentlich fertigte M. auch Werke anderer Gemäldegattungen wie Genre- und Tierstücke.
M. führte ein (von seinem Sohn Johann Friedrich M. ergänztes) Werkverzeichnis seiner Architekturbilder, zu denen auch eine kleine Gruppe von Kerkerdarstellungen gehört. Das Verzeichnis informiert über Auftrags- bzw. Herstellungsdatum, Sujet, Material, Größe, Preis und Auftraggeber bzw. Käufer der Arbeiten. Im Ganzen schuf M. über 120 Kircheninterieurs auf Kupfer, Holz und Papier in unterschiedlichen Formaten, häufig als Pendants für die symmetrische Hängung in bürgerlichen Gemäldekabinetten. M. war insbesondere für eine wohlhabende Sammlerkundschaft tätig, die sich vornehmlich aus Ffter Händlern, Ärzten, Juristen und hohen Verwaltungsbeamten zusammensetzte. Die Mehrzahl der Gemälde zeigt gotische, Renaissance- und Barockkirchen nach der Phantasie als Tag- oder Nachtstücke; eine kleinere Anzahl bildet Ffter Kirchen (Dom, Liebfrauenkirche, St. Leonhard, Dominikanerkirche, Deutschordenskirche) ab. Diese „Porträts“ besitzen angesichts der zahlreichen Umbauten des 19. Jahrhunderts und der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs hohen Quellenwert als Bilddokumente.
Bei seinen Kirchenbildern orientierte sich M. fast durchgängig an dem in Antwerpen entwickelten Modell der zentralen Sichtachse auf den Chorbereich und nicht an dem nordniederländischen Modell des Blickes quer durch die Schiffe mit Betonung des Predigtstuhls, wie es etwa von Hendrick van Vliet (1611/12-1675) und Emanuel de Witte (um 1617 bis 1692) gepflegt wurde. Auffällig ist die Gruppe von Darstellungen gotischer Kapellen aus den napoleonischen Jahren zwischen 1805 und 1812, die vielleicht auf die verstärkte Wahrnehmung der mittelalterlichen Architektur und die sich entwickelnde Vorstellung von der Gotik als deutschem Nationalstil zurückzuführen ist. Gesteigert wurde die Nachfrage wahrscheinlich durch Goethes stark rezipierten Roman „Die Wahlverwandtschaften“ (1809), in dem die Restaurierung und die Wiedereinrichtung einer gotischen Kapelle als Grablege eine bedeutsame Rolle für die Handlung spielen. Die Frage, ob der durch die Französische Revolution, die Säkularisierung der Kirchen und Klöster, das Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation und die Hinwendung zum Mittelalter markierte Epochenumbruch auch die Sichtweise M.s auf die Gemälde gotischer Kircheninterieurs veränderte, muss angesichts des Fehlens von entsprechenden Selbstzeugnissen unbeantwortet bleiben.
Ein zweites berufliches Standbein bildete für M. seine umfangreiche Tätigkeit als Restaurator. Ein Arbeitsbuch (in Privatbesitz) dokumentiert die von ihm und seinem Sohn Johann Friedrich M. zwischen 1806 und 1844 ausgeführten Gemälderestaurierungen. Die Werke stammten von Sammlern vor allem aus Ffm. und Umgebung ebenso wie aus anderen deutschen und europäischen Städten. Im Austausch mit seinem Nachbarn an der Zeil, dem Konditor und Sammler Johann Valentin Prehn, der seit 1799 ein umfangreiches Kabinett mit kleinformatigen Gemälden anlegte, entwickelte M. die Idee zu einem eigenen Miniaturkabinett mit Kopien von ihm restaurierter Werke. Das Kabinett umfasst 205 zwischen 1796/98 und 1843 gemalte Kopien in drei „Flügelaltären“. Den Hauptanteil der kopierten Werke machen die von M. besonders geschätzten niederländischen Künstler aus, gefolgt von deutschen, flämischen und italienischen Malern; Kopien nach Werken der Gotik fehlen, obwohl in Ffter Sammlungen vorhanden und vermutlich auch von Johann Ludwig Ernst oder Johann Friedrich M. restauriert. Diese Gemäldegalerie en miniature mit mehr als 150 von ihm selbst gefertigten Kopien bildete den Kanon des Künstlers ab und konnte als Ausweis des eigenen Könnens und des Einfühlungsvermögens in die Malweise anderer Künstler die Kundenakquise unterstützen.
M. wurde 1780 zu einem der Vorsteher der Ffter Malergesellschaft gewählt. 1815 ernannte die Hanauer Zeichenakademie ihn und seinen Sohn Johann Friedrich M. zu Mitgliedern.
M. hat sich durch sein Werk, aber auch durch die bereits früh einsetzende Überlieferung in die Ffter Kunstgeschichte eingeschrieben. Besonderen Anteil hieran hat der Ffter Kunstschriftsteller, Kunstsammler und -händler Henrich Sebastian Hüsgen, der M. längere Artikel in „Nachrichten von Franckfurter Künstlern und Kunstsachen“ (1780) und in seinem „Artistischen Magazin“ (1790) widmete. Auch der Umstand, dass M. für kurze Zeit den jungen Johann Wolfgang Goethe und dessen Schwester Cornelia in der Kunst des Zeichnens unterwies (vgl. „Dichtung und Wahrheit“ II,8) und dass Goethe ihn 1815 auf seiner Reise durch die Rheinprovinz besuchte und das Miniaturkabinett in „Ueber Kunst und Alterthum in den Rhein- und Mayn-Gegenden“ (1. Heft, 1816) als museumswürdigen „Hausaltar“ beschrieb, trug zum Nachruhm des Künstlers bei.
Eine große Zahl von Werken M.s hat sich in den Ffter Museen (Städel Museum, Historisches Museum, Freies Deutsches Hochstift / Ffter Goethe-Museum) erhalten, wohin sie über Legate und Schenkungen ortsansässiger Sammler (Daems, Grambs, Neufville, Prehn) und – direkt und indirekt – über den Familiennachlass gelangten. Die Miniaturkabinette wurden 1857 vom Enkel Carl M. an den Ffter Kunsthändler Anton Baer verkauft und gelangten nach England, von wo sie erst 1979/80 wieder nach Ffm. zurückerworben werden konnten (heute im HMF und im FDH / Ffter Goethe-Museum).
Ein Selbstporträt von 1784 gilt als zweifelhaft. Porträt (von Ursula Magdalena Reinheimer, 1806) im HMF.
M., der in dem 1785 von ihm und seiner Frau erworbenen Haus an der Zeil Lit. D 203 (später Nr. 49) wohnte, wurde 1819 vermutlich auf dem Peterskirchhof bestattet; erst die Nachfahren Johann Friedrich M., Carl M. und Friedrich Ernst M. liegen auf dem (seit 1828 bestehenden) Hauptfriedhof begraben (Gewann A 101 und F 864).
Der schriftliche Nachlass (Briefe, Arbeitsbücher) von M. befindet sich in Privatbesitz.
Ausstellungen der Werke M.s fanden im Kontext der Malerfamilie M. statt, etwa 1911 im Ffter Kunstverein, 1938/39 im Städel, 1982 durch die Museumsgesellschaft Kronberg und 1999/2000 im Freien Deutschen Hochstift / Ffter Goethe-Museum. Zwei der Kästen des M.’schen Miniaturkabinetts sind seit 1988 im HMF zu sehen, zunächst in der Dauerausstellung „Bürgerliche Sammlungen“, seit 2012 in der Dauerausstellung „Ffter Sammler und Stifter“; das dritte Kabinett gehört als Dauerleihgabe der Bethmann Bank zur Gemäldesammlung des FDH / Ffter Goethe-Museums und wird heute in der Goethe-Galerie des Deutschen Romantik-Museums gezeigt.
M.straße in Sachsenhausen.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Wolfgang P. Cilleßen.
Artikel in: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 65, verfasst von: Birgit Weyel.

Lexika: Wilhelm Stricker in: ADB 22 (1885), S. 230 (im Familienartikel Morgenstern).
Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.
| AKL 90 (2016), S. 486f.
Allgemeines Künstlerlexikon (AKL). Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. 119 Bde. (zuzüglich Index-, Register- und Nachtragsbände). Leipzig u. a. 1983/92-2023.
| Dessoff, S. 97.
Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im 19. Jahrhundert. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im 19. Jahrhundert. Ffm. 1909.
| Gwinner, S. 389-396; Nachtr. (1867), S. 125.
Gwinner, Philipp Friedrich: Kunst und Künstler in Ffm. vom 13. Jahrhundert bis zur Eröffnung des Städel’schen Kunstinstituts. Ffm. 1862. Ergänzungsbd. Ffm. 1867.
| Heyden, S. 581-584.
Heyden, Eduard: Gallerie berühmter und merkwürdiger Ffter. Ffm. 1861.
| Hüsgen: Artist. Magazin 1790, S. 407-410.
Hüsgen, Henrich Sebastian: Artistisches Magazin. Enthaltend Das Leben und die Verzeichnisse der Werke hiesiger und anderer Künstler. (...) Ffm. 1790.
| Hüsgen: Nachrichten 1780, S. 198-201.
Hüsgen, Henrich Sebastian: Nachrichten von Franckfurter Künstlern und Kunst-Sachen enthaltend das Leben und die Wercke aller hiesigen Mahler, Bildhauer, Kupfer- und Pettschier-Stecher, Edelstein-Schneider und Kunst-Gieser. Nebst einem Anhang von allem was in öffentlichen und Privat-Gebäuden merckwürdiges von Kunst-Sachen zu sehen ist. Ffm. 1780.
| Richel, S. 394.
Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.
| Schrotzenberger, S. 169.
Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. 2., vermehrte u. verbesserte Aufl. Ffm. 1884.
| Thieme/Becker 25 (1931), S. 149f.
Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.
Literatur: Aura 2014/15, S. 45; 2017/18, S. 49; 2019/20, S. 47.
Aura. Jahresgabe [des Historischen Museums Fft.; mit wechselndem Untertitel.] Bisher 17 Ausgaben. Ffm. 2005/06-2021/22.
| Baer: Das Morgenstern’sche Miniaturcabinet 1857.
Baer, Anton: Das Morgenstern’sche Miniaturcabinet. 205 kleine Oelgemälde. [Ffm. 1857].
| Cilleßen u. a. (Hg.): Prehns Bilderparadies 2021, S. 254f., 270f., 326-329.
Prehns Bilderparadies. Die einzigartige Gemäldesammlung eines Ffter Konditors der Goethezeit. Für das Historische Museum Fft. hg. v. Wolfgang P. Cilleßen, Anja Damaschke, Julia Ellinghaus u. Gerhard Kölsch. Ffm. [2021]. (Schriften des HMF 41).
| Cilleßen u. a. (Hg.): Raumwunder 2024.
Cilleßen, Wolfgang P./Kölsch, Gerhard/Pollmer-Schmidt, Almut/Schmitt, Bettina (Hg.): Raumwunder. Ffter Maler entdecken das Kircheninterieur 1750-1850. [Katalog zur Ausstellung im Ffter Dommuseum.] Regensburg 2024.
| Cilleßen, Wolfgang P.: Höfisch, zünftig, akademisch, freischaffend? Künstlerkarrieren im 18. und 19. Jahrhundert am Beispiel der Malerfamilie Morgenstern. In: Cilleßen/Tacke (Hg.): Meisterstücke 2019, S. 23-37.
Cilleßen, Wolfgang P./Tacke, Andreas (Hg.): Meisterstücke. Vom Handwerk der Maler. Ffm. 2019. (Schriften des HMF 38).
| Eichler, Inge: Die Malerfamilie Morgenstern. In: Die Ffter Malerfamilie Morgenstern 1982, S. 9-32, hier S. 10-15.
Die Ffter Malerfamilie Morgenstern in fünf Generationen. Hg. v. der Museumsgesellschaft Kronberg e. V. Ffm. 1982. (Dokumentation der Museumsgesellschaft Kronberg, Schriften 2).
| Eichler/Maisak: Die Ffter Malerfamilie Morgenstern 1999, S. 10-51.
Eichler, Inge/Maisak, Petra: Die Ffter Malerfamilie Morgenstern. [Katalog zur Ausstellung, Freies Deutsches Hochstift – Ffter Goethe-Museum, Ffm., 1.11.1999 bis 16.1.2000.] Ffm. 1999.
| Kirchner, Anton: Johann Ludwig Ernst Morgenstern als Künstler und Mensch. In: Erinnerung an Anton Kirchner 1835, S. 39-49.
Erinnerung an Anton Kirchner / Consistorial-Rath, Prediger an der Paulskirche zu Ffm. Ffm. [1835].
| Cilleßen, Wolfgang P.: Kleine Kopien. „Das Morgenstern’sche Miniaturcabinet“ (1796-1843). In: Ffter Sammler u. Stifter 2012, S. 99-117.
Ffter Sammler und Stifter. Eine Dauerausstellung des HMF (...). Ffm. 2012. (Schriften des HMF 32).
| Cilleßen, Wolfgang P.: Von Morgenstern zu Bott. Ffter Künstler als Sammler. In: Gesser/Cilleßen: Gleiche Vielfache – Karsten Bott 2015, S. 16-29, hier S. 18-20.
Gleiche Vielfache – Karsten Bott. [Ausstellungsbroschüre des HMF.] Text: Susanne Gesser, Wolfgang P. Cilleßen. Ffm. 2015.
| Helmolt: Das Morgenstern’sche Miniaturcabinet 1979.
Helmolt, Christa von: Das Morgenstern’sche Miniaturcabinet 1789-1830. Ffm. 1979. (Galerie Uwe Opper / Katalog 6).
| Hoffmann/Koppe (Bearb.): Gemäldekat. Martin von Wagner Museum d. Univ. Würzburg 1986, S. 134.
Gemäldekatalog / Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg. Bearb. v. Volker Hoffmann m. Konrad Koppe. Würzburg 1986.
| Kölsch, Gerhard: Die Malerfamilie Morgenstern und die frühen Jahre von Carl Morgenstern in Ffm. In: Kat. Carl Morgenstern u. die Landschaftsmalerei 2011, S. 8-25, hier S. 11-13.
Museum Giersch (Hg.): Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit. Konzeption und Organisation: Christian Ring. Katalogred.: Sophia Dietrich u. a. Petersberg 2011.
| Kat. Die Morgenstern 1911.
Die Morgenstern. Eine Ffter Künstlerfamilie in fünf Generationen. Führer durch die Morgenstern-Ausstellung im Ffter Kunstverein [vom 10. bis zum 30.10.1911]. Ffm. 1911.
| Dietrich-Häfner, Sophia: Im Netz des Ffter Kunstmarkts im ausgehenden 18. Jahrhundert: Johann Ludwig Ernst Morgenstern. In: Kirch u. a. (Hg.): Crossroads 2019, S. 256-279.
Kirch, Miriam Hall/Münch, Birgit Ulrike/Stewart, Alison G. (Hg.): Crossroads. Ffm. as Market for Northern Art 1500-1850. Petersberg [Copyright 2019].
| Kirchner: Ansichten 1818, Teil I, S. 308-310.
Kirchner, Anton: Ansichten von Ffm., der umliegenden Gegend und den benachbarten Heilquellen. [Titel auch: Ansichten von Ffm. und seiner Umgegend.] 2 Teile. Ffm. 1818, Nachdr. 1982.
| Ludwig: Aus Passion zur Kunst 2024, S. 136-139.
Ludwig, Heidrun: Aus Passion zur Kunst. Darmstädter Malerei in Barock, Rokoko und Klassizismus. Werke aus der Sammlung Sander. Hg. v. Hans-Joachim u. Gisa Sander. Unter Mitarbeit v. Ruth Oberhand. München [2024].
| Ludwig: Gemälde d. 18. Jh. s im Hess. Landesmuseum Darmstadt 1997, S. 135-138.
Ludwig, Heidrun: Die Gemälde des 18. Jahrhunderts im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Bestandskatalog. Zustandsberichte von Adelheid Wiesmann-Emmerling. Eurasburg 1997. (Kataloge des Hessischen Landesmuseums 18).
| Frankhäuser, Gernot: Vier Gemälde aus Privatbesitz als Dauerleihgabe im Landesmuseum Mainz. In: Mainzer Zs. 106/107 (2011/12), S. 373-379.
Mainzer Zeitschrift. Mittelrheinisches Jahrbuch für Archäologie, Kunst und Geschichte. Hg. v. Altertumsverein in Verbindung mit dem Landesmuseum, der Landesarchäologie, dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek Mainz. Bisher 112 Jahrgänge. Mainz 1906-2017.
| Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 179-190.
Maisak, Petra/Kölsch, Gerhard: Ffter Goethe-Museum. Die Gemälde. „... denn was wäre die Welt ohne Kunst?“ Bestandskatalog. Hg. v. Freien Deutschen Hochstift. Ffm. 2011.
| North, Michael: Kunstsammlungen und Geschmack im ausgehenden 18. Jahrhundert: Fft. und Hamburg im Vergleich. In: North (Hg.): Kunstsammeln u. Geschmack im 18. Jh. 2002, S. 85-103.
North, Michael (Hg.): Kunstsammeln und Geschmack im 18. Jahrhundert. Berlin 2002. (Aufklärung und Europa 8).
| Sander/Brinkmann: Dt. Gemälde vor 1800 im Städel 1999, S. 44 (m. Tafel 82-83 u. Abb. 35).
Sander, Jochen/Brinkmann, Bodo: Deutsche Gemälde vor 1800 im Städel. Ffm. 1999. (Deutsche Gemälde vor 1800 in bedeutenden Sammlungen 1).
| Schapire: Johann Ludwig Ernst Morgenstern 1904.
Schapire, Rosa: Johann Ludwig Ernst Morgenstern. Ein Beitrag zu Fft.s Kunstgeschichte im 18. Jahrhundert. Straßburg 1904. (Studien zur deutschen Kunstgeschichte 57).
| Schmidt-Linsenhoff/Wettengl: Bürgerliche Sammlungen in Fft. 1988, S. 123-145.
Bürgerliche Sammlungen in Fft. 1700-1830. [Titel auch: Katalog zu der Abteilung Bürgerliche Sammlungen in Fft. 1700-1830. Katalog des HMF.] Ausstellung u. Katalog: Viktoria Schmidt-Linsenhoff, Kurt Wettengl. Ffm. 1988.
| Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009, S. 154 Anm. 122, 156 Anm. 131, 364.
Seng, Joachim: Goethe-Enthusiasmus und Bürgersinn. Das Freie Deutsche Hochstift – Ffter Goethe-Museum 1881-1960. Göttingen 2009.
| Kölsch, Gerhard: Schöpfer der Innenansichten von St. Leonhard. Zu Johann Ludwig Ernst Morgenstern und Johann Friedrich Morgenstern. In: Smit/Schmitt (Hg.): Schätze aus dem Schutt. St. Leonhard in Ffm. 2019, S. 50-59.
Smit, Verena/Schmitt, Bettina (Hg.): Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard in Ffm. Regensburg 2019.
| Dietrich-Häfner, Sophia: „Sehr eingehende Aufzeichnungen [...] befinden sich in Morgensterns großem Notizbuch [...]“. Die Auftragsbücher dreier Ffter Künstler- und Restauratoren-Generationen (...) Morgenstern (...). In: Tacke u. a. (Hg.): Der Künstler als Buchhalter 2024, S. 123-132.
Tacke, Andreas/Gräf, Holger Th./Wenzel, Michael (Hg.): Der Künstler als Buchhalter. Serielle Aufzeichnungen zu Leben und Werk. Petersberg [2024]. (Hainhoferiana 3; Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 31).
| Versteigerungskat. Nachlass Carl Morgenstern 1899, S. 57-60.
Catalog über den künstlerischen Nachlass des zu Ffm. verstorbenen Kunstmalers Prof. Carl Morgenstern, (...) bestehend aus Ölgemälden, Aquarellen und Handzeichnungen von des Meisters eigener Hand, sowie aus Arbeiten von dessen Vater Joh. Friedr. Morgenstern (...) und Grossvater Joh. Ludw. Ernst Morgenstern (...). [Katalog zur Versteigerung durch die Kunsthandlung F. A. C. Prestel am 9.5.1899.] Ffm. [1899].
| Cilleßen, Wolfgang P.: Morgensterns Melancholie. In: Wagner u. a. (Hg.): Das Werk im Zentrum 2023, S. 288-297.
Wagner, Berit/Pollmer-Schmidt, Almut/Lange-Krach, Heidrun (Hg.): Das Werk im Zentrum. Kunstgeschichte mit Objekten aus dem Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Festschrift für Jochen Sander zum 65. Geburtstag. Berlin [2023].
Quellen: Schwarzweller, Kurt: Die Künstlerfamilie Morgenstern. Zu einer Ausstellung im Städelschen Kunstinstitut. In: Ffter Wochenschau 1939, H. 3, S. 28-33.
Ffter Wochenschau. Titel auch: Südwestdeutsche Wochenschau. Ffm. 1924-41 u. 1949-83.
| ISG, Hist. Museum 59 (Erwerb des Miniaturenkabinetts des Johann Ludwig Ernst Morgenstern und Aufstellung als Leihgabe im Goethehaus, 1974-86).
ISG, Bestand Historisches Museum (Best. A.45.02), 1944-2001.
| Eintrag der Heirat mit Anna Maria Alleintz, Ffm., 17. 9. 1776: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbuch 19 (1775-87), S. 89.
ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbücher, Ffm., 1533-1848 bzw. 1849-1939.
| ISG, Ratssuppl. 1776, Bd. III, Bl. 29-32.
ISG, Bestand Ratssupplikationen (Best. H.02.14), 1601-1810.
| ISG, Ratssuppl. 1780, Bd. IV, Bl. 86f. (Wahl zum neuen Vorsteher der Malergesellschaft, 1780).
ISG, Bestand Ratssupplikationen (Best. H.02.14), 1601-1810.
| ISG, Ratssuppl. 1789, Bd. II, Bl. 69f.
ISG, Bestand Ratssupplikationen (Best. H.02.14), 1601-1810.
| ISG, S1/447 (Nachlass Inge Eichler).
ISG, Bestand Nachlässe (S1).
| ISG, S2/9. 707.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
| Lassmann, Michael: Die Maler-Dynastie Morgenstern. Johann Ludwig Ernst, Johann Friedrich, Carl und Friedrich Ernst – die Ffter Linie. In: Kunst u. Auktionen 40 (2012), Nr. 10 (15. 6. 2012), S. 38-42.
Kunst und Auktionen. Die Kunstmarktzeitung der ZEIT. [Früherer Untertitel: Zeitung für den internationalen Markt.] Bisher Jg. 36-53. München u. a. 2008-25.
Internet: Bestandskatalog Prehn, 2.4.2025.
Wissenschaftlicher Bestandskatalog zur Bildersammlung Prehn, Projektleitung: Wolfgang P. Cilleßen/Anja Damaschke, kunsthistorische Analyse: Julia Ellinghaus/Gerhard Kölsch, Historisches Museum, Ffm.
bildersammlung-prehn.de
| Hess. Biografie, 2.4.2025.
Hessische Biografie, Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Instituts für Landesgeschichte in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen.
https://www.lagis-hessen.de/pnd/116916249
| museum-digital, 2.4.2025.
museum-digital deutschland, Datenbank für Museen zur Präsentation von Objekten und Sammlungen, betreut von Stefan Rohde-Enslin, Berlin.
https://goethehaus.museum-digital.de/people/71626
Hinweis: Personeneintrag zu Johann Ludwig Ernst Morgenstern im digitalen Katalog des Freien Deutschen Hochstifts / Ffter Goethe-Museums.
| Städel, 2.4.2025.
Städel Museum / Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie, Ffm.
https://sammlung.staedelmuseum.de/de/person/morgenstern-johann-ludwig-ernst
Hinweis: Eintrag zu Johann Ludwig Ernst Morgenstern in der digitalen Sammlung.
| Wikipedia, 2.4.2025.
Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Hg.: Wikimedia Foundation Inc., San Francisco/Kalifornien (USA).
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Ludwig_Ernst_Morgenstern

GND: 116916249 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit/Cilleßen, Wolfgang P.: Morgenstern, Johann Ludwig Ernst. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/556.


Stand des Artikels: 9.4.2025
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 04.2025
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. April 2025.

Morgenstern, Friedrich Ernst

Morgenstern, Friedrich Ernst. Maler. * 17.1.1853 Ffm., † 26.5.1919 Ffm.
Sohn und Schüler von Carl M.
Da M. nach dem Wunsch des Vaters eigentlich Kaufmann werden sollte, begann er zunächst eine Lehre in einer Knopfhandlung. Diese brach er jedoch bald ab und flüchtete nach Paris, wo er im Atelier von Freunden seines Vaters sein künstlerisches Talent unter Beweis stellte. Carl M. holte ihn daraufhin nach Ffm. zurück und unterrichtete ihn im Zeichnen und in der Malerei. Später (1872-78) studierte M. an der Städelschule bei Johann Heinrich Hasselhorst, Gustav Kaupert und Edward von Steinle. Studienreisen nach Frankreich, Holland und Belgien schlossen sich an.
Sehr zum Entsetzen des Vaters zeigte sich M. der neuen Kunstströmung der Zeit, dem Impressionismus, gegenüber äußerst aufgeschlossen. Wegen der Mitarbeit im Atelier des Vaters und dessen ständiger Gängeleien gelang es M. erst nach dessen Tod, seinen eigenen Stil zu finden. Die impressionistische Pleinair-Malerei wurde zu seinem Fach. Neben zahlreichen Ansichten der Stadt Ffm. malte er immer wieder kühle, der Farbpalette seines Vaters diametral entgegengesetzte Ansichten des nördlichen Meeres. Diese entstanden auf zahlreichen Studienreisen nach England, Holland, in die Normandie und an die Ostseeküste. Auch die Lagunen Venedigs boten ihm immer wieder Motive für seine Bilder. Als „Marinemaler” ging M. in die Kunstgeschichte ein.
Arbeiten M.s im Besitz des Städelschen Kunstinstituts, der Städtischen Galerie und des HMF.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 64, verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Dessoff, S. 96f.
Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im 19. Jahrhundert. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im 19. Jahrhundert. Ffm. 1909.
Literatur: Städelkat. d. Gemälde d. 19. Jh. s 1972, Textband, S. 237f.
Holzinger, Ernst (Hg.)/Ziemke, Hans-Joachim (Bearb.): Die Gemälde des 19. Jahrhunderts. Text- und Bildband. Ffm. 1972. (Kataloge der Gemälde im Städel’schen Kunstinstitut I).
| Wiederspahn/Bode: Kronberger Malerkolonie 1982, S. 211-213, 697.
Wiederspahn, August/Bode, Helmut: Die Kronberger Malerkolonie. Ein Beitrag zur Ffter Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts. Mit dokumentarischen Beiträgen von Änne Rumpf-Demmer, Julius Neubronner und Philipp Franck. 3., erw. Aufl. Ffm. 1982.

GND: 116916184 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Morgenstern, Friedrich Ernst. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/554.


Stand des Artikels: 24.1.1995

Morgenstern, Johann Friedrich

Morgenstern, Johann Friedrich. Maler. Radierer. Gemälderestaurator. * 8.10.1777 Ffm., † 21.1.1844 Ffm.
Sohn und Schüler von Johann Ludwig Ernst M. Verheiratet (seit 1806) mit der Ffter Bürgers- und Goldarbeiterstochter Maria Magdalena M., geb. Bansa (1778-1865). Den einzigen Sohn Carl M. unterrichtete M. in der Malkunst.
Nachdem M. die Grundbegriffe des Malerhandwerks in der Werkstatt seines Vaters erlernt hatte, bildete er sich 1797/98 bei dem Landschaftsmaler Johann Christian Klengel in Dresden weiter. In der Königlich Sächsischen Gemäldegalerie studierte er die Werke der niederländischen Landschaftsmaler des 17. Jahrhunderts. Seit 1799 weilte er wieder in Ffm. Nach dem Tod des Vaters Johann Ludwig Ernst führte M. dessen Restaurierungswerkstatt und auch dessen Miniaturenkabinett fort.
Seine Vaterstadt und deren Umgebung bildeten die bevorzugten Objekte seiner Landschaftsdarstellungen und Veduten. M. lieferte zahlreiche Ansichten des „modernen“, klassizistischen Ffm. Aber auch den Römer, den Liebfrauenberg und die Gegend um den Dom, belebt mit dem geschäftigen Treiben der Ffter Bürger, stellte er dar. Von 1808 bis 1810 fertigte er ein großes Panoramagemälde Fft.s an (verbrannt in Forchheim 1817). Mit der „Malerischen Wanderung auf den Altkönig und einen Teil der umliegenden Gegend im Sommer 1802”, einer Folge von 29 Radierungen mit Taunusansichten, schuf er einen frühen Wanderführer durch einen Teil des Taunus (Reprint 1976). Die „Erinnerungsblätter an Ffm.”, 36 kleine Kupferstiche mit den Sehenswürdigkeiten der Kaiserstadt, waren für den Verkauf an Fremde bestimmt, aber auch bei Einheimischen sehr beliebt.
Arbeiten M.s im Städelschen Kunstinstitut und im HMF. Eine Zeichnung M.s, die ein Konzert des „Museums“ im Gasthaus Weidenbusch im Steinweg zeigt, fand sich 2012 im Besitz der Ffter Museums-Gesellschaft wieder.
Sammlerraum für Johann Ludwig Ernst und Johann Friedrich M. in der 2012 eröffneten Dauerausstellung „Ffter Sammler und Stifter“ des HMF.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 64f., verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Dessoff, S. 97.
Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im 19. Jahrhundert. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im 19. Jahrhundert. Ffm. 1909.
Literatur: Wolfgang P. Cilleßen in: Aura 2017/18, S. 49.
Aura. Jahresgabe [des Historischen Museums Fft.; mit wechselndem Untertitel.] Bisher 17 Ausgaben. Ffm. 2005/06-2021/22.
| Cilleßen, Wolfgang P.: Kleine Kopien. „Das Morgenstern’sche Miniaturcabinet“ (1796-1843). In: Ffter Sammler u. Stifter 2012, S. 99-117.
Ffter Sammler und Stifter. Eine Dauerausstellung des HMF (...). Ffm. 2012. (Schriften des HMF 32).
| Cilleßen, Wolfgang P.: Von Morgenstern zu Bott. Ffter Künstler als Sammler. In: Gesser/Cilleßen: Gleiche Vielfache – Karsten Bott 2015, S. 18-20.
Gleiche Vielfache – Karsten Bott. [Ausstellungsbroschüre des HMF.] Text: Susanne Gesser, Wolfgang P. Cilleßen. Ffm. 2015.
| Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 178.
Maisak, Petra/Kölsch, Gerhard: Ffter Goethe-Museum. Die Gemälde. „... denn was wäre die Welt ohne Kunst?“ Bestandskatalog. Hg. v. Freien Deutschen Hochstift. Ffm. 2011.
| Wiederspahn/Bode: Kronberger Malerkolonie 1982, S. 697.
Wiederspahn, August/Bode, Helmut: Die Kronberger Malerkolonie. Ein Beitrag zur Ffter Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts. Mit dokumentarischen Beiträgen von Änne Rumpf-Demmer, Julius Neubronner und Philipp Franck. 3., erw. Aufl. Ffm. 1982.
Quellen: Eintrag der Heirat mit Maria Magdalena Bansa, 16. 7. 1806: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbuch 22 (1804-08), S. 368.
ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbücher, Ffm., 1533-1848 bzw. 1849-1939.

GND: 117601624 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Morgenstern, Johann Friedrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/555.


Stand des Artikels: 24.1.1995


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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Morgenstern, Familie. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/552.

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Stand des Artikels: 24.1.1995

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