Herold, Karl Martin Gustav. Bildhauer.
* 23.2.1839 Liestal (Schweiz), † 4.2.1927 Ffm.
Sohn des Journalisten Dr. phil. Johann Caspar Georg H. (1803-1883), der in den 1830er Jahren aus politischen Gründen aus Ffm. geflohen war.
Ausbildung zum Elfenbeinschnitzer in Darmstadt. Schüler am Städel bei Zwerger (1858-60), dann an der Wiener Akademie (1862-66). H. lebte von 1867 bis 1872 abwechselnd in München und Ffm., ab 1872 ständig in Ffm. Sein erstes Ffter Atelier hatte er im Steinernen Haus; später betrieb er Ateliers im Deutschordenshaus in Sachsenhausen, in der Villa Hallgarten in der Bockenheimer Landstraße, bei dem Maler Rudolf Gudden im Kettenhofweg 84, am Rechneigraben 13 und in der Saalburgallee 64.
Von H. stammt der plastische Schmuck an zahlreichen bedeutenden Ffter Bauten. Bauplastiken von H. am Ffter Opernhaus (Alte Oper): Statue „Goethe“ in einer Bogenöffnung der Loggia, Statuen „Recha“ (aus Lessings „Nathan der Weise“) und „Isabella“ (aus Schillers „Braut von Messina“) auf den Eckpostamenten des Untergiebels, die fünf Nischenfiguren „Komödie“, „Tragödie“, „Tanz“, „Poesie“ und „Wahrheit“ unter dem südlichen Hauptgiebel sowie die Figuren „Zorn“ und „Mäßigung“ im Treppenhaus und ein „Genius mit Posaune“ im Proszenium (alle zwischen 1875 und 1880 entstanden). Weitere Bauplastiken von H.: die Kindergruppen „Elektrizität“ und „Telefon“ an der Börse (1878), die Gruppe „Das Lehramt“ an der Wöhlerschule (1879), die Gruppen „Bavaria“ am gleichnamigen Haus am Schillerplatz/Ecke Schillerstraße 6-8 (1883; eingegangen in die „Metallspende“ des Ersten Weltkriegs) und „Germania“ am gleichnamigen Haus am Roßmarkt 10 (1886; kriegszerstört), die Atlasgruppe auf dem Hauptbahnhof (1886/87), die Standbilder von Böhmer und Rüppell an der Ostfront auf dem angebauten Magazinflügel der alten Stadtbibliothek (1893; kriegszerstört 1944), die „Francofurtia“ am Schauspielhaus (1900), Portalaufsatz mit „Winzer“ und „Kellermeister“ zum Ratskellereingang sowie „Hellebardier“ in der Ratsdiele des Neuen Rathauses (1902); zudem dekorative Figuren für Privatgebäude (u. a. für die Villa Hallgarten). Grabdenkmäler (Danneberg u. a.) und Porträtbüsten (u. a. von Conrad Binding, Hermine Claar-Delia, Lazarus Geiger, Rudolf Gudden, Ernst Haeckel, Charles Hallgarten, Paul von Hindenburg, Thessa Klinkhammer, Ingo Krauß, Gustav Lucae, Ludwig II. von Bayern, Hannah Louise von Rothschild, Hermann Schramm, Heinrich Siesmayer, Adam Strohecker, Carl Vogt und Richard Wagner sowie von Friedrich Stoltze für das Treppenhaus der alten Stadtbibliothek, 1893, wohl kriegszerstört 1944, und als Entwurf für das Denkmal am Hühnermarkt, 1892, Gipsmodell seit 2018 im Besitz des Stoltze-Museums in Ffm.). Kunstgewerbliche Arbeiten, vor allem während der Münchener Jahre für König Ludwig II. von Bayern. Buffalo-Bill-Gruppe im Ffter Völkerkundemuseum (kriegszerstört). Alterswerke als Maler.
Porträtiert von Lino Salini.
Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann XII 79 [nach anderen Angaben: XII GG 80a]).
Ausbildung zum Elfenbeinschnitzer in Darmstadt. Schüler am Städel bei Zwerger (1858-60), dann an der Wiener Akademie (1862-66). H. lebte von 1867 bis 1872 abwechselnd in München und Ffm., ab 1872 ständig in Ffm. Sein erstes Ffter Atelier hatte er im Steinernen Haus; später betrieb er Ateliers im Deutschordenshaus in Sachsenhausen, in der Villa Hallgarten in der Bockenheimer Landstraße, bei dem Maler Rudolf Gudden im Kettenhofweg 84, am Rechneigraben 13 und in der Saalburgallee 64.
Von H. stammt der plastische Schmuck an zahlreichen bedeutenden Ffter Bauten. Bauplastiken von H. am Ffter Opernhaus (Alte Oper): Statue „Goethe“ in einer Bogenöffnung der Loggia, Statuen „Recha“ (aus Lessings „Nathan der Weise“) und „Isabella“ (aus Schillers „Braut von Messina“) auf den Eckpostamenten des Untergiebels, die fünf Nischenfiguren „Komödie“, „Tragödie“, „Tanz“, „Poesie“ und „Wahrheit“ unter dem südlichen Hauptgiebel sowie die Figuren „Zorn“ und „Mäßigung“ im Treppenhaus und ein „Genius mit Posaune“ im Proszenium (alle zwischen 1875 und 1880 entstanden). Weitere Bauplastiken von H.: die Kindergruppen „Elektrizität“ und „Telefon“ an der Börse (1878), die Gruppe „Das Lehramt“ an der Wöhlerschule (1879), die Gruppen „Bavaria“ am gleichnamigen Haus am Schillerplatz/Ecke Schillerstraße 6-8 (1883; eingegangen in die „Metallspende“ des Ersten Weltkriegs) und „Germania“ am gleichnamigen Haus am Roßmarkt 10 (1886; kriegszerstört), die Atlasgruppe auf dem Hauptbahnhof (1886/87), die Standbilder von Böhmer und Rüppell an der Ostfront auf dem angebauten Magazinflügel der alten Stadtbibliothek (1893; kriegszerstört 1944), die „Francofurtia“ am Schauspielhaus (1900), Portalaufsatz mit „Winzer“ und „Kellermeister“ zum Ratskellereingang sowie „Hellebardier“ in der Ratsdiele des Neuen Rathauses (1902); zudem dekorative Figuren für Privatgebäude (u. a. für die Villa Hallgarten). Grabdenkmäler (Danneberg u. a.) und Porträtbüsten (u. a. von Conrad Binding, Hermine Claar-Delia, Lazarus Geiger, Rudolf Gudden, Ernst Haeckel, Charles Hallgarten, Paul von Hindenburg, Thessa Klinkhammer, Ingo Krauß, Gustav Lucae, Ludwig II. von Bayern, Hannah Louise von Rothschild, Hermann Schramm, Heinrich Siesmayer, Adam Strohecker, Carl Vogt und Richard Wagner sowie von Friedrich Stoltze für das Treppenhaus der alten Stadtbibliothek, 1893, wohl kriegszerstört 1944, und als Entwurf für das Denkmal am Hühnermarkt, 1892, Gipsmodell seit 2018 im Besitz des Stoltze-Museums in Ffm.). Kunstgewerbliche Arbeiten, vor allem während der Münchener Jahre für König Ludwig II. von Bayern. Buffalo-Bill-Gruppe im Ffter Völkerkundemuseum (kriegszerstört). Alterswerke als Maler.
Porträtiert von Lino Salini.
Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann XII 79 [nach anderen Angaben: XII GG 80a]).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 321, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Denkmaltop. Hauptfriedhof, S. 418.
|
Dessoff, S. 56f.
|
Schrotzenberger, S. 107.
|
Thieme/Becker 16 (1923), S. 524.
Literatur:
Über die von Gustav Herold geschaffene Atlasgruppe auf dem Hauptbahnhof (1889): Denkmalpflege in Ffm. 4 (2014-16), S. 16f.
|
Ebrard: Stadtbibliothek 1896, S. 110f.
|
Ffter Bildhauerei 2006, S. 116f.
|
Horne: Denkmäler 1904, S. 31f.
|
Stubenvoll: Rathaus 1977, S. 57f.
|
Wolf Di Cecca: Die Ffter „Alte Oper“ 1997, S. 41, 43f., 47, 52, 60, 182-184, 189.
Quellen:
ISG, Ffter Künstlergesellschaft, V2/263 (biografische Mappe mit Fotos).
|
ISG, S2/2. 539.
GND: 1037227409 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Herold, Gustav. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2566.
Stand des Artikels: 11.12.1989