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Ritter, Matthias

Ritter, Matthias (II.). Evangelischer Prediger. Theologe. Übersetzer. * 1526 (Angelbachtal-)Eichtersheim/Kraichgau, † 14.3.1588 Ffm.
Sohn von Matthias R. (I.; 1485-1536), der mit seiner Berufung zum Prediger am Heiliggeisthospital (u. a. auf Empfehlung Martin Luthers) die Tradition der R. als Ffter Pfarrersfamilie begründete.
R. wurde nach dem Tod seines Vaters von den Ffter Patriziern Philipp Fürstenberger und Justinian von Holzhausen gefördert. Letzterer ermöglichte ihm den Besuch der Ffter Lateinschule unter Jacob Micyllus und, ab 1542, der Universität Wittenberg. Dort Schüler Luthers und Melanchthons. Als Erzieher der Söhne seines Gönners Justinian von Holzhausen ging R. mit diesen 1545 zunächst nach Straßburg, wo er die Bekanntschaft mit dem Reformator Martin Bucer machte. Von 1549 bis 1551 Reisen durch ganz Frankreich. Weitere Studien an den Universitäten in Poitiers und Paris. 1552 wurde R. als Hilfsgeistlicher nach Ffm. berufen. Im April 1554 trat er in das lutherische Predigerministerium ein. Er predigte zunächst an der Katharinenkirche, später (bis zu seinem Tod) an der Barfüßerkirche.
Als entschiedener Befürworter der Reformation gehörte R., gemeinsam mit dem Prediger Hartmann Beyer, zu den Wortführern in den Auseinandersetzungen mit den Calvinisten und Zwinglianern in Ffm. Er verfasste in diesem Zusammenhang eine Reihe von Streitschriften, auch gegen die Jesuiten. 1554 übersetzte er eine von Melanchthon in Latein verfasste Luther-Biographie ins Deutsche („Vom Leben und Sterben des Ehrwürdigen Martini Lutheri“) und widmete diese Übersetzung Margaretha von Holzhausen. Die neue Ffter Kirchenordnung gab R. in deutscher und französischer Sprache heraus. Weiterhin veröffentlichte er „Sieben und zwanzig Predigten von dem Abendmahl und Testament unsers Herrn und Heilands Jesu Christi“ (1584), die anlässlich einer Pestepidemie in Ffm. 1582 entstanden waren. Eine Quellen- und Urkundensammlung aus R.s Nachlass diente seinem Nachfahren Johann Balthasar R. anderthalb Jahrhunderte später als Grundlage für dessen Kirchengeschichte.
Silberne Porträtmedaille (Vorderseite von 1578, Rückseite von 1588) im HMF. Im 17. Jahrhundert wurde diese Medaille als Vorlage für einen Kupferstich verwendet, der ebenfalls in der Grafischen Sammlung des HMF erhalten ist.
Im Predigeramt folgten Matthias R. (II.) seine Nachkommen Sebastian R. (1579-1609), Johann Balthasar R. (I.; 1607-1683), Johann Balthasar R. (II.; 1645-1719), Lucas Sebastian R. (1648-1709) und Johann Balthasar R. (III.; 1674-1743).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 201, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Literatur: Dechent: Kirchengeschichte I, S. 183, 186, 200, 204, 228, 230f., 233, 236, 239, 241, 243f., 245f., 251, 260, 263, 267, 270; II, S. 38, 140.
Dechent, Hermann: Kirchengeschichte von Ffm. seit der Reformation. 2 Bde. Leipzig/Ffm. 1913/21.
Quellen: ISG, S2/8. 836.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 11657321X ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Ritter, Matthias. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/899.


Stand des Artikels: 2.3.1995

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Herausgeber: Clemens Greve, Sabine Hock
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