Münzenberg, Familie von.
Einflussreiches Reichsministerialengeschlecht des 12. und 13. Jahrhunderts, das sich bis zur Jahrtausendwende zurückverfolgen lässt. Unter Kuno (von M.) nahm die Familie 1166 den Namen M. – nach der unter ihm errichteten Burganlage in der Wetterau (als Ruine erhalten) – an.
Mit dem Tod Ulrichs (II.) von M. 1255 im Mannesstamm erloschen.
Mit dem Tod Ulrichs (II.) von M. 1255 im Mannesstamm erloschen.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 73, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet. GND: 119295091 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
2 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.
Münzenberg, Kuno von
Münzenberg, Kuno von. Reichsministerialer. Stifter.
* vor 1135, ▭ † um 1210.
Vater von Ulrich (I.) von M.
Mit dem Amt des Reichskämmerers, das er von 1162 bis 1166 bekleidete, oblag Kuno zeitweilig die Finanzverwaltung des Stauferreichs. In dieser Funktion früh zu Einfluss gekommen, diente der versierte Staatsmann unter vier deutschen Kaisern (Friedrich I., Heinrich VI., Philipp von Schwaben und Otto IV.) und war vermutlich Mitglied des kaiserlichen Rats.
Reich begütert, entwickelte Kuno von M. eine rege Bau- und Stiftungstätigkeit. Auf einem Gelände am linken Mainufer, das er vom Reich zu Lehen trug, stiftete er im Jahr 1193 ein Spital und eine Marienkirche, die von Hospitalbrüdern und einem eigens dafür bestallten Pfarrer betreut wurden. Eine kaiserliche Urkunde vom 29.3.1193 bezeugt erstmals die Existenz dieser Einrichtung und ist gleichzeitig der früheste Beleg für den Ortsnamen Sachsenhausen („Sassenhusen“). Zur M.’schen Stiftung gehörten weiterhin der Sandhof, eine Wasserburg und der Hainbachwald bei Heusenstamm.
Mit dem Amt des Reichskämmerers, das er von 1162 bis 1166 bekleidete, oblag Kuno zeitweilig die Finanzverwaltung des Stauferreichs. In dieser Funktion früh zu Einfluss gekommen, diente der versierte Staatsmann unter vier deutschen Kaisern (Friedrich I., Heinrich VI., Philipp von Schwaben und Otto IV.) und war vermutlich Mitglied des kaiserlichen Rats.
Reich begütert, entwickelte Kuno von M. eine rege Bau- und Stiftungstätigkeit. Auf einem Gelände am linken Mainufer, das er vom Reich zu Lehen trug, stiftete er im Jahr 1193 ein Spital und eine Marienkirche, die von Hospitalbrüdern und einem eigens dafür bestallten Pfarrer betreut wurden. Eine kaiserliche Urkunde vom 29.3.1193 bezeugt erstmals die Existenz dieser Einrichtung und ist gleichzeitig der früheste Beleg für den Ortsnamen Sachsenhausen („Sassenhusen“). Zur M.’schen Stiftung gehörten weiterhin der Sandhof, eine Wasserburg und der Hainbachwald bei Heusenstamm.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 73f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
Demel, Bernhard: Die Sachsenhäuser Deutschordens-Kommende von den Anfängen bis zum Verkauf an die katholische Gemeinde Ffm. im Jahre 1881. In: Archiv f. mittelrhein. Kirchengeschichte 23 (1971), S. 37-72.
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Keunecke: Die Münzenberger 1978.
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Mann: Der Deutsche Orden u. seine Kirche in Fft. -Sachsenhausen 1990, S. 34.
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Mohrhardt: Die Herren von Hagen-Münzenberg 1986.
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Schalles-Fischer: Pfalz u. Fiskus Fft. 1969, S. 380-385.
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Schwind: Landvogtei in der Wetterau 1972.
GND: 1076045359 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Münzenberg, Kuno von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/585.
Stand des Artikels: 20.9.1994
Münzenberg, Ulrich von
Münzenberg, Ulrich (I.) von. Reichsministerialer.
▭ † 1239/40.
Sohn von Kuno (von M.).
Seit 1212 Reichskämmerer unter Otto IV. Dem folgenden Kaiser Friedrich II. gelang es erst nach langen Verhandlungen, das Lehen mit der darauf befindlichen M.’schen Stiftung von dem selbstbewussten Ulrich von M. zurückzuerlangen, um es mit allen bestehenden Einrichtungen dem noch jungen Deutschen Orden als Schenkung zu übergeben. Wahrscheinlich trat Ulrich die Sachsenhäuser Stiftung seines Vaters mündlich auf dem Fuldaer Hoftag 1218 ab, nicht ohne sich jedoch einige Grundstücksteile einzubehalten. Darunter fiel vermutlich der „Ulrichstein“, ein Befestigungsturm am Sachsenhäuser Ufer, der aber auch nach dem späteren Schultheißen Ulrich von Hanau benannt sein könnte. Die Reste des Turms mussten 1930 dem Durchgangsverkehr am Schaumainkai weichen. Heute ist die Lage des Ulrichsteins durch einen Steinring im Straßenpflaster markiert.
Nachdem Ulrich die M.’sche Stiftung abgetreten hatte, übernahm, durch eine Kaiserurkunde vom 10.4.1221 verbrieft, der Deutsche Orden die Nutzung des Geländes. Das ehemalige Stift des Kuno von M., dessen Geschlecht schon in seiner Enkelgeneration ausstarb, wird nach einigen Unterbrechungen bis heute vom Deutschen Orden genutzt und wurde im Lauf der Jahrhunderte großzügig erweitert (u. a. Deutschordenskirche und -haus).
Seit 1212 Reichskämmerer unter Otto IV. Dem folgenden Kaiser Friedrich II. gelang es erst nach langen Verhandlungen, das Lehen mit der darauf befindlichen M.’schen Stiftung von dem selbstbewussten Ulrich von M. zurückzuerlangen, um es mit allen bestehenden Einrichtungen dem noch jungen Deutschen Orden als Schenkung zu übergeben. Wahrscheinlich trat Ulrich die Sachsenhäuser Stiftung seines Vaters mündlich auf dem Fuldaer Hoftag 1218 ab, nicht ohne sich jedoch einige Grundstücksteile einzubehalten. Darunter fiel vermutlich der „Ulrichstein“, ein Befestigungsturm am Sachsenhäuser Ufer, der aber auch nach dem späteren Schultheißen Ulrich von Hanau benannt sein könnte. Die Reste des Turms mussten 1930 dem Durchgangsverkehr am Schaumainkai weichen. Heute ist die Lage des Ulrichsteins durch einen Steinring im Straßenpflaster markiert.
Nachdem Ulrich die M.’sche Stiftung abgetreten hatte, übernahm, durch eine Kaiserurkunde vom 10.4.1221 verbrieft, der Deutsche Orden die Nutzung des Geländes. Das ehemalige Stift des Kuno von M., dessen Geschlecht schon in seiner Enkelgeneration ausstarb, wird nach einigen Unterbrechungen bis heute vom Deutschen Orden genutzt und wurde im Lauf der Jahrhunderte großzügig erweitert (u. a. Deutschordenskirche und -haus).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 74, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
Demel, Bernhard: Die Sachsenhäuser Deutschordens-Kommende von den Anfängen bis zum Verkauf an die katholische Gemeinde Ffm. im Jahre 1881. In: Archiv f. mittelrhein. Kirchengeschichte 23 (1971), S. 37-72.
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Keunecke: Die Münzenberger 1978.
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Mann: Der Deutsche Orden u. seine Kirche in Fft. -Sachsenhausen 1990, S. 34.
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Schalles-Fischer: Pfalz u. Fiskus Fft. 1969, S. 380-385.
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Schwind: Landvogtei in der Wetterau 1972.
Quellen:
ISG, S3/569 (Ulrichstein).
GND: 137900732 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Münzenberg, Ulrich von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/586.
Stand des Artikels: 20.9.1994
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Münzenberg, Familie von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/584.
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Stand des Artikels: 20.9.1994