Mendel Hirsch
Fotografie.
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 6528).
Hirsch, Mendel. Dr. phil. Pädagoge. Schriftsteller.
* 3.2.1833 Oldenburg, † 28.3.1900 Ffm.
Ältester Sohn von Samson Raphael H. Vater von Rahel H.
Von 1841 bis 1851 Besuch des Gymnasiums in Emden, dann in Nikolsburg und schließlich in Hamburg. Studium der Philosophie, Psychologie, Literatur und Geschichte in Bonn (1851) und Berlin (1851-54). Pädagogische und didaktische Ausbildung am Königlichen Seminar für Stadtschulen in Berlin. 1854 Promotion in Tübingen. 1855 begann H. als Lehrer an der von seinem Vater initiierten, seit zwei Jahren bestehenden Realschule und Höheren Töchterschule der Israelitischen Religionsgesellschaft in Ffm. Seit 1876 stellvertretender Direktor, von 1877 bis zu seinem Tod Direktor dieser Schule. Während H.s Amtszeit wurde das neue Schulgebäude am Tiergarten 8, im früheren Militärlazarett, eingeweiht (21.12.1881), das mit Hilfe einer Stiftung von Wilhelm Carl von Rothschild und dessen Frau finanziert werden konnte. Seit 1893 leitete H. außerdem unentgeltlich die Israelitische Volksschule.
H., der sein Rabbiner-Diplom, die Semicha, im März 1859 von seinem Vater Samson Raphael H. und im April 1859 von Rabbiner Gerson Adler, Prenzlau, erhalten hatte, war dem Tod des Vaters als dessen Nachfolger im Gespräch. Letztlich kam jedoch Salomon Breuer, H.s Schwager, 1890 als neuer Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft nach Ffm.
H. verfasste zahlreiche Aufsätze zur jüdischen Religion und Pädagogik, die insbesondere in der von seinem Vater herausgegebenen Zeitschrift „Jeschurun“ erschienen, einem „Monatsblatt zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule“, sowie eine Monographie über „Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschaft zu Ffm.“ (1897), Bibelübersetzungen und -kommentare (u. a. der Haftaroth, 1896, und der Megilloth Echa, Neuausgabe u. d. T. „Die Klagelieder“, 1988) und literarische Arbeiten (u. a. einen Band „Gedichte“, 2. Aufl. 1903).
Am 8.5.1900 wurde eine Trauerfeier für H. in der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft abgehalten.
Von 1841 bis 1851 Besuch des Gymnasiums in Emden, dann in Nikolsburg und schließlich in Hamburg. Studium der Philosophie, Psychologie, Literatur und Geschichte in Bonn (1851) und Berlin (1851-54). Pädagogische und didaktische Ausbildung am Königlichen Seminar für Stadtschulen in Berlin. 1854 Promotion in Tübingen. 1855 begann H. als Lehrer an der von seinem Vater initiierten, seit zwei Jahren bestehenden Realschule und Höheren Töchterschule der Israelitischen Religionsgesellschaft in Ffm. Seit 1876 stellvertretender Direktor, von 1877 bis zu seinem Tod Direktor dieser Schule. Während H.s Amtszeit wurde das neue Schulgebäude am Tiergarten 8, im früheren Militärlazarett, eingeweiht (21.12.1881), das mit Hilfe einer Stiftung von Wilhelm Carl von Rothschild und dessen Frau finanziert werden konnte. Seit 1893 leitete H. außerdem unentgeltlich die Israelitische Volksschule.
H., der sein Rabbiner-Diplom, die Semicha, im März 1859 von seinem Vater Samson Raphael H. und im April 1859 von Rabbiner Gerson Adler, Prenzlau, erhalten hatte, war dem Tod des Vaters als dessen Nachfolger im Gespräch. Letztlich kam jedoch Salomon Breuer, H.s Schwager, 1890 als neuer Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft nach Ffm.
H. verfasste zahlreiche Aufsätze zur jüdischen Religion und Pädagogik, die insbesondere in der von seinem Vater herausgegebenen Zeitschrift „Jeschurun“ erschienen, einem „Monatsblatt zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule“, sowie eine Monographie über „Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschaft zu Ffm.“ (1897), Bibelübersetzungen und -kommentare (u. a. der Haftaroth, 1896, und der Megilloth Echa, Neuausgabe u. d. T. „Die Klagelieder“, 1988) und literarische Arbeiten (u. a. einen Band „Gedichte“, 2. Aufl. 1903).
Am 8.5.1900 wurde eine Trauerfeier für H. in der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft abgehalten.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Simon Götz.
Lexika:
Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 487f.
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Richel, S. 253.
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Schrotzenberger, S. 110.
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Wininger 3 (1928), S. 116.
Literatur:
Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 193.
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Weyl: Gedächtnisrede für Mendel Hirsch 1900.
Quellen:
ISG, Nullkartei.
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ISG, S2/6. 186.
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ISG, Senatssuppl. 537/14.
Internet:
Wikipedia, 9.3.2015.
GND: 137580525 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Götz, Simon: Hirsch, Mendel. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/8422.
Stand des Artikels: 10.3.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2015
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. März 2015.