Gustav D. Manskopf
Fotografie.
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 9400).
Manskopf, Gerhard Dominikus Gustav, gen. Gustav D. Weinhändler. Stifter.
* 25.4.1841 Ffm., † 26.3.1900 Ffm.
Sohn des Weingroßhändlers Wilhelm Heinrich M. (1812-1891) und dessen Ehefrau Leonore, geb. Behrends (1813-1871). Wilhelm M., durch die Heirat 1835 Teilhaber der Weinhandlung „Gebrüder Behrends“ an der Schönen Aussicht 12, gründete später (1875) mit seinen drei Söhnen Robert (1838-1897), Gustav und Wilhelm M. (1845-1921) die Weinhandlung „M. & Söhne“ hinter der Schönen Aussicht 16, die bald die europäischen Höfe belieferte, vor allem mit Geschäften in England erfolgreich war und damit „ihren Inhabern Millionen eintrug“ (so Alexander Dietz).
Als Teilhaber der Firma „M. & Söhne“ kam auch Gustav M. zu ansehnlichem Wohlstand.
Er stiftete verschiedentlich finanzielle Mittel zur Verschönerung des Ffter Stadtbilds, u. a. durch die Aufstellung von Kunstwerken im öffentlichen Raum. So finanzierte er die Renovierung des Gerechtigkeitsbrunnens mit der Neuausführung der Justitia in Bronze (von Friedrich Schierholz in Kopie des ursprünglich steinernen Brunnenstocks mit der Figur, 1887) und den neu geschaffenen Herkulesbrunnen im Römerhöfchen (von Josef Kowarzik, 1901, aufgestellt 1904). Anlässlich seines 25. Berufsjubiläums 1889 stiftete er das 13 Meter hohe „M.’sche Uhrtürmchen“ (nach einem Entwurf des Karlsruher Architekten und späteren Keramikers Max Laeuger, 1890/91, ausgeführt von der Firma Philipp Holzmann & Cie.), das 1895 auf der Kreuzung Kaiserstraße/Gallusanlage aufgestellt wurde (als Verkehrshindernis beseitigt 1925). Seine Vorschläge zur Errichtung von Denkmalen für Kaiser Wilhelm I. auf der 1891 eingeweihten Wilhelmsbrücke (heute: Friedensbrücke; 1885/86 und 1889/90) und für Königin Luise im Römerhöfchen (1896) wurden nicht verwirklicht. Zudem unterstützte M. soziale Zwecke mit großzügigen Spenden, u. a. ein Altersheim („Geheimrat-Wilhelm-und-Leonore-M.-Stiftung“ mit einem Anfangskapital von 250.000 Mark) und ein Kriegerheim (mit einem Betrag von 20.000 Mark).
M., der unverheiratet blieb, lebte in der „Villa Leonore“ in der Westendstraße 20 (nicht erhalten). Seine Sammlung von Kunstwerken und kunsthandwerklichen Objekten kam fast zwei Jahrzehnte nach seinem Tod zur Versteigerung (vgl. den 106-seitigen Auktionskatalog „Sammlung Gustav D. Manskopf. Kostbare Porzellane und Gläser, plastische Arbeiten in Silber, Bronze, Elfenbein, Wachs, Bernstein, gotische Holzreliefs, französische Standuhren, Kassetten, alte Möbel, Bücher, Gemälde, Miniaturen, echte Spitzen, Barock-Stickereien und Gobelins“, Kunsthandlung F. A. C. Prestel, Ffm. 1919).
Eine Bronzetafel am Gerechtigkeits- und ein Hinweisschild am Herkulesbrunnen erinnern an M. als Stifter dieser Brunnen.
Die von M. zum Andenken an seine Eltern testamentarisch errichtete Geheimrat-Wilhelm-und-Leonore-M.-Stiftung von 1901, die ein kleines Altersheim in der Schwarzwaldstraße 96 betrieb, ging 1938/39 in der Sondershausen von Gläsernthal’schen Stiftung auf.
Als Teilhaber der Firma „M. & Söhne“ kam auch Gustav M. zu ansehnlichem Wohlstand.
Er stiftete verschiedentlich finanzielle Mittel zur Verschönerung des Ffter Stadtbilds, u. a. durch die Aufstellung von Kunstwerken im öffentlichen Raum. So finanzierte er die Renovierung des Gerechtigkeitsbrunnens mit der Neuausführung der Justitia in Bronze (von Friedrich Schierholz in Kopie des ursprünglich steinernen Brunnenstocks mit der Figur, 1887) und den neu geschaffenen Herkulesbrunnen im Römerhöfchen (von Josef Kowarzik, 1901, aufgestellt 1904). Anlässlich seines 25. Berufsjubiläums 1889 stiftete er das 13 Meter hohe „M.’sche Uhrtürmchen“ (nach einem Entwurf des Karlsruher Architekten und späteren Keramikers Max Laeuger, 1890/91, ausgeführt von der Firma Philipp Holzmann & Cie.), das 1895 auf der Kreuzung Kaiserstraße/Gallusanlage aufgestellt wurde (als Verkehrshindernis beseitigt 1925). Seine Vorschläge zur Errichtung von Denkmalen für Kaiser Wilhelm I. auf der 1891 eingeweihten Wilhelmsbrücke (heute: Friedensbrücke; 1885/86 und 1889/90) und für Königin Luise im Römerhöfchen (1896) wurden nicht verwirklicht. Zudem unterstützte M. soziale Zwecke mit großzügigen Spenden, u. a. ein Altersheim („Geheimrat-Wilhelm-und-Leonore-M.-Stiftung“ mit einem Anfangskapital von 250.000 Mark) und ein Kriegerheim (mit einem Betrag von 20.000 Mark).
M., der unverheiratet blieb, lebte in der „Villa Leonore“ in der Westendstraße 20 (nicht erhalten). Seine Sammlung von Kunstwerken und kunsthandwerklichen Objekten kam fast zwei Jahrzehnte nach seinem Tod zur Versteigerung (vgl. den 106-seitigen Auktionskatalog „Sammlung Gustav D. Manskopf. Kostbare Porzellane und Gläser, plastische Arbeiten in Silber, Bronze, Elfenbein, Wachs, Bernstein, gotische Holzreliefs, französische Standuhren, Kassetten, alte Möbel, Bücher, Gemälde, Miniaturen, echte Spitzen, Barock-Stickereien und Gobelins“, Kunsthandlung F. A. C. Prestel, Ffm. 1919).
Eine Bronzetafel am Gerechtigkeits- und ein Hinweisschild am Herkulesbrunnen erinnern an M. als Stifter dieser Brunnen.
Die von M. zum Andenken an seine Eltern testamentarisch errichtete Geheimrat-Wilhelm-und-Leonore-M.-Stiftung von 1901, die ein kleines Altersheim in der Schwarzwaldstraße 96 betrieb, ging 1938/39 in der Sondershausen von Gläsernthal’schen Stiftung auf.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 14, verfasst von: Reinhard Frost.
Lexika:
Müller: Stiftungen 1958, S. 34f., 79.
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Müller/Schembs: Stiftungen 2006, S. 42, 91, 93, 121.
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Lerner, Franz: Manskopf, Ffter Weinhändler und Mäzene. In: NDB 16 (1990), S. 82.
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Richel, S. 366.
Literatur:
Dietz, Alexander: Die Weinhändlerfamilie Manskopf 1728-1928. In: Alt-Fft. NF 1 (1928), H. 7, S. 98f.
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Horne: Denkmäler 1904, S. 28f.
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Koch: Justitia-Brunnen auf dem Römerberg 1887.
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Schomann: Ffter Brunnen 1981, S. 26-39, 147-151.
Quellen:
Adr. 1910, T. II, S. 192.
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ISG, MA S 2. 657 (Beantragtes Standbild von Kaiser Wilhelm I. durch Gustav Manskopf, 1885-90).
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ISG, MA S 2. 678 (Geplantes Denkmal für Königin Luise in Ffm. durch Gustav Manskopf, 1896).
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ISG, MA T 857 (Aufstellung [und Entfernung] des Uhrtürmchens an der Kreuzung Kaiserstraße/Gallusanlage, 1889-95 u. 1924-30).
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ISG, S1/409 (Familiennachlass Manskopf), Nr. 13 [Testament von Gustav D. Manskopf (in zwei Fassungen), 1897/98].
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ISG, S2/11. 620.
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ISG, S2/86 (Familie Manskopf).
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Nachruf in: KP, 28. 3. 1900.
Internet:
Hess. Biografie, 7.12.2018.
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Kunst im öffentl. Raum Fft., 8.12.2018.
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Wikipedia, 7.12.2018.
GND: 141829648 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard/Hock, Sabine: Manskopf, Gustav D.. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/442.
Stand des Artikels: 11.2.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 12.2018
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Dezember 2018.