Kowarzik, Josef. Medailleur. Bildhauer.
* 1.3.1860 Wien, † 13.3.1911 Cannes.
Von 1893 bis 1897 Leiter der Ziseleurklasse an der Kunstgewerbeschule in Ffm. Dann freischaffender Medailleur und Bildhauer in Ffm. Von 1905 bis 1908 Leiter der Bildhauerklasse am Städel.
K. war einer der hervorragendsten Medailleure seiner Zeit und schuf zahlreiche Porträtmedaillen von Ffter Persönlichkeiten (u. a. von Adickes, Bettine von Arnim, Ebrard, Ehrlich, Goethe, Familie Guaita, Lucius, Heinrich von Mumm, Sonnemann, Städel, Steinhausen, Stockhausen, Friedrich Stoltze, Hans Thoma, Varrentrapp und Weigert sowie mit einem Selbstbildnis). Frühe kunstgewerbliche Arbeiten (u. a. Silberjardiniere für die Familie von Mumm, 1894). Porträtbüsten, u. a. von Hans Thoma sowie als Doppelbildnis von sich selbst und seiner Frau. Gedenktafel für Johann Conrad Beyerbach (Marmor und Erz, um 1893; wohl kriegszerstört 1944) im Treppenhaus der alten Stadtbibliothek am Obermaintor. Grabdenkmäler, u. a. für Leopold Sonnemann und für die Fabrikantenfamilie Rau (mit Architekt Maus) in Ffm. Für den Schmuck der Römerfassade schuf K. die Figuren von Friedrich I. Barbarossa und Ludwig IV. dem Bayern (um 1896/1900). Von K. stammen der Herkulesbrunnen im Römerhöfchen (1901, aufgestellt 1904) und eine Figurengruppe „Kunst“, „Wissenschaft“, „Handel“ und „Gewerbe“ am Bürgersaalbau des Neuen Rathauses (um 1904). Entwurf für das Denkmal der Frau Aja, ihrem Sohn Märchen erzählend, im Palmengarten.
Ausgezeichnet auf den Weltausstellungen in Paris (1900) und Brüssel (1910).
Seine Frau Pauline K., geb. Fellner, verw. Guaita (1852-1929), errichtete nach K.s Tod eine Stiftung zur Förderung der Gegenwartskunst, die aber der Inflation zum Opfer fiel. Ihre Sammlung moderner Kunst (mit Werken von Gauguin, Heckel, Klee, Lehmbruck, Nolde, Maillol u. a.) verkaufte Pauline K. gegen eine Leibrente und die Befreiung von städtischen Abgaben 1926 an die Städtische Galerie, wo Teile der Sammlung 1938 als „entartete Kunst“ beschlagnahmt wurden und deshalb verloren sind.
K. war einer der hervorragendsten Medailleure seiner Zeit und schuf zahlreiche Porträtmedaillen von Ffter Persönlichkeiten (u. a. von Adickes, Bettine von Arnim, Ebrard, Ehrlich, Goethe, Familie Guaita, Lucius, Heinrich von Mumm, Sonnemann, Städel, Steinhausen, Stockhausen, Friedrich Stoltze, Hans Thoma, Varrentrapp und Weigert sowie mit einem Selbstbildnis). Frühe kunstgewerbliche Arbeiten (u. a. Silberjardiniere für die Familie von Mumm, 1894). Porträtbüsten, u. a. von Hans Thoma sowie als Doppelbildnis von sich selbst und seiner Frau. Gedenktafel für Johann Conrad Beyerbach (Marmor und Erz, um 1893; wohl kriegszerstört 1944) im Treppenhaus der alten Stadtbibliothek am Obermaintor. Grabdenkmäler, u. a. für Leopold Sonnemann und für die Fabrikantenfamilie Rau (mit Architekt Maus) in Ffm. Für den Schmuck der Römerfassade schuf K. die Figuren von Friedrich I. Barbarossa und Ludwig IV. dem Bayern (um 1896/1900). Von K. stammen der Herkulesbrunnen im Römerhöfchen (1901, aufgestellt 1904) und eine Figurengruppe „Kunst“, „Wissenschaft“, „Handel“ und „Gewerbe“ am Bürgersaalbau des Neuen Rathauses (um 1904). Entwurf für das Denkmal der Frau Aja, ihrem Sohn Märchen erzählend, im Palmengarten.
Ausgezeichnet auf den Weltausstellungen in Paris (1900) und Brüssel (1910).
Seine Frau Pauline K., geb. Fellner, verw. Guaita (1852-1929), errichtete nach K.s Tod eine Stiftung zur Förderung der Gegenwartskunst, die aber der Inflation zum Opfer fiel. Ihre Sammlung moderner Kunst (mit Werken von Gauguin, Heckel, Klee, Lehmbruck, Nolde, Maillol u. a.) verkaufte Pauline K. gegen eine Leibrente und die Befreiung von städtischen Abgaben 1926 an die Städtische Galerie, wo Teile der Sammlung 1938 als „entartete Kunst“ beschlagnahmt wurden und deshalb verloren sind.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 420, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Dessoff, S. 78f.
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Thieme/Becker 21 (1927), S. 366f.
Literatur:
Großkinsky, Manfred: Der Fft. -Cronberger Künstlerbund. In: AFGK 69 (2003): Kunst und Künstler in Ffm. im 19. und 20. Jahrhundert, S. 11-38, hier bes. S. 23-25.
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Dessoff, Felix: Josef Kowarzik als Medailleur. In: Alt-Fft. 3 (1911), H. 2, S. 33-42.
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Ebrard: Stadtbibliothek 1896, S. 111f.
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Ffter Bildhauerei 2006, S. 133-135.
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Stubenvoll: Rathaus 1977, S. 55.
Quellen:
ISG, S2/2. 096.
GND: 126520356 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Kowarzik, Josef. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2975.
Stand des Artikels: 23.7.1990