Guaita, Familie (von).
Seit 1813 geadelt: von G.
Aus dem Dorf Codogna oberhalb von Menaggio am Comersee in der Lombardei (Italien) stammend, kamen die G. als unternehmende Landleute, die vor allem mit Südfrüchten handelten, nach Deutschland. In Ffm. wird die Familie erstmals mit dem am 24.2.1660 hier beerdigten Pomeranzenjungen Francisco de G. erwähnt. Stammherr der Familie in Ffm. ist Innocentius G. († 1697). Er führte seit 1665 als Nachfolger seines Oheims Jacomo Cetti ein Handelsgeschäft im Nürnberger Hof, in das er seinen Bruder als Gesellschafter unter der Firma „Innocentio & Matthäo Guaita“ aufnahm. Wie auch die ebenfalls aus Italien stammende Familie Brentano entwickelten sich die G. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die einheimischen Spezerei- und Tabakhändler. Rat und Bürgerschaft versuchten nun verstärkt, die italienischen Kaufmannsfamilien zu unterdrücken, die als eine wirtschaftliche und religiöse Bedrohung angesehen wurden, solange sie ihre Gewinne nach Italien überführten und an ihrem katholischen Glauben festhielten. Erst als sie völlig in der Stadt sesshaft geworden waren und auch im Hinblick auf die Religion von beiden Seiten Zugeständnisse gemacht wurden, konnten die G. im 18. Jahrhundert das Bürgerrecht und uneingeschränkte Handelsfreiheit erlangen. So wurden Gottfried G. 1730 durch Übertritt zum Protestantismus und sein Vetter Anton Maria G. (1721-1808) 1744 durch Heirat mit der Bürgerstochter Johanna Claudia Monet (1727-1750) Ffter Bürger. Im 19. Jahrhundert gehörten die G. zu den angesehensten und einflussreichsten Kaufmannsfamilien der Stadt. Der letzte Kaufmann in der Familie war der Geheime Kommerzienrat Max von G. (1842-1903), in dessen Villa in Kronberg (erbaut 1893, abgerissen 1961) die Kaiserin Friedrich einst gerngesehener Gast war.
Zum Grundbesitz der Familie gehörten außerdem u. a. das Landhaus Mainlust, das der Fürstlich Löwenstein-Wertheimische Geheime Rat Anton Maria G. (1721-1808) erworben hatte, und der G.’sche Garten am Eschenheimer Tor. Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof.
Familiennachlass im ISG.
G.straße in Ginnheim.
Aus dem Dorf Codogna oberhalb von Menaggio am Comersee in der Lombardei (Italien) stammend, kamen die G. als unternehmende Landleute, die vor allem mit Südfrüchten handelten, nach Deutschland. In Ffm. wird die Familie erstmals mit dem am 24.2.1660 hier beerdigten Pomeranzenjungen Francisco de G. erwähnt. Stammherr der Familie in Ffm. ist Innocentius G. († 1697). Er führte seit 1665 als Nachfolger seines Oheims Jacomo Cetti ein Handelsgeschäft im Nürnberger Hof, in das er seinen Bruder als Gesellschafter unter der Firma „Innocentio & Matthäo Guaita“ aufnahm. Wie auch die ebenfalls aus Italien stammende Familie Brentano entwickelten sich die G. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die einheimischen Spezerei- und Tabakhändler. Rat und Bürgerschaft versuchten nun verstärkt, die italienischen Kaufmannsfamilien zu unterdrücken, die als eine wirtschaftliche und religiöse Bedrohung angesehen wurden, solange sie ihre Gewinne nach Italien überführten und an ihrem katholischen Glauben festhielten. Erst als sie völlig in der Stadt sesshaft geworden waren und auch im Hinblick auf die Religion von beiden Seiten Zugeständnisse gemacht wurden, konnten die G. im 18. Jahrhundert das Bürgerrecht und uneingeschränkte Handelsfreiheit erlangen. So wurden Gottfried G. 1730 durch Übertritt zum Protestantismus und sein Vetter Anton Maria G. (1721-1808) 1744 durch Heirat mit der Bürgerstochter Johanna Claudia Monet (1727-1750) Ffter Bürger. Im 19. Jahrhundert gehörten die G. zu den angesehensten und einflussreichsten Kaufmannsfamilien der Stadt. Der letzte Kaufmann in der Familie war der Geheime Kommerzienrat Max von G. (1842-1903), in dessen Villa in Kronberg (erbaut 1893, abgerissen 1961) die Kaiserin Friedrich einst gerngesehener Gast war.
Zum Grundbesitz der Familie gehörten außerdem u. a. das Landhaus Mainlust, das der Fürstlich Löwenstein-Wertheimische Geheime Rat Anton Maria G. (1721-1808) erworben hatte, und der G.’sche Garten am Eschenheimer Tor. Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof.
Familiennachlass im ISG.
G.straße in Ginnheim.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 282f., verfasst von: Sabine Hock.
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Lexika:
Müller: Stiftungen 1958, S. 58, 64f.
Müller, Bruno: Stiftungen für Ffm. Ffm. 1958.
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Richel, S. 207.
Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.
Literatur:
Berger/Setzepfandt: 103 Unorte 2013, S. 186f.
Berger, Frank/Setzepfandt, Christian: 103 Unorte in Fft. Bestseller Teil 3. Ffm. 2013.
Dietz: Handelsgesch. II, S. 202; IV.1, S. 149, 151, 164, 240-246, 253-258, 286, 376; IV.2, S. 484, 523, 524, 548, 601, 697, 745, 751, 757.
Dietz, Alexander: Ffter Handelsgeschichte. 4 Bde. Ffm. 1910-25, Neudr. 1970-74.
Die Familie von Guaita (mit Stammbaum). In: Ffter Bll. f. Familiengesch. 1 (1908), H. 7, S. 104-106., 1 (1908), H. 8, 118f.
Ffter Blätter für Familiengeschichte. Hg. v. Karl Kiefer. 7 Jahrgänge. Ffm. 1908-14.
Über Georg Clemens Philipp Maximilian, gen. Max, von Guaita (1842-1903): Gesch. d. Handelskammer 1908, S. 1073.
Geschichte der Handelskammer zu Ffm. 1707-1908. Beiträge zur Ffter Handelsgeschichte. Hg. v. der Handelskammer zu Ffm. Ffm. 1908.
Quellen:
ISG, S2/89.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
ISG, Stiftungsabt. ; dazu Rep. Neubauer 33.
ISG, Bestand von Akten u. a. der Stiftungsabteilung beim städtischen Rechtsamt (Best. A.30.02), 1875-2002.
Familiennachlass: ISG, S1/518.
ISG, Bestand Nachlässe (S1).
5 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.
Guaita, Carl (von)
Guaita, Franz Georg Carl (seit 1813: von). Dr. jur. Advokat.
* 12.12.1810 Ffm., † 7.1.1868 Ffm.
Sohn von Georg Johann Friedrich (von) G. (1772-1851) und dessen Ehefrau Magdalena Maria Francisca Carolina, gen. Meline, geb. Brentano (1788-1861). Verheiratet mit Maria Anna Francisca von G., geb. Forsboom (1825-1855).
Von 1842 bis 1848 und von 1857 bis 1861 Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung. 1848/49 Mitglied der Verfassungebenden Versammlung der Stadt Ffm.
Von 1858 bis zu seinem Tod Präsident des Engeren Ausschusses der Ffter Theater-Actien-Gesellschaft.
Von 1842 bis 1848 und von 1857 bis 1861 Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung. 1848/49 Mitglied der Verfassungebenden Versammlung der Stadt Ffm.
Von 1858 bis zu seinem Tod Präsident des Engeren Ausschusses der Ffter Theater-Actien-Gesellschaft.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 283, verfasst von: Sabine Hock.
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Lexika:
Lengemann: MdL, S. 156.
|
Richel, S. 208.
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Schrotzenberger, S. 94.
Literatur:
Ffter Theater-Almanach 1867, S. 23-25; 1869, S. 25f.
GND: 116906758 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Guaita, Carl (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2675.
Stand des Artikels: 3.3.1989
Guaita, Georg Friedrich (von)
Guaita, Georg Johann Friedrich (seit 1813: von). Kaufmann. Stadtpolitiker.
* 2.7.1772 Ffm., † 30.3.1851 Ffm.
Sohn des Geheimen Finanzrats Johann Baptist G. (1731-1783) und dessen Ehefrau Maria Elisabeth, geb. Belli (1737-1806). Verheiratet (seit 1810) mit Magdalena Maria Carolina Francisca, gen. Meline, G., geb. Brentano (1788-1861), einer Schwester von Clemens und Bettine Brentano. Zwei Söhne: Franz Georg Carl (von) G. (1810-1868) und Anton Friedrich Leberecht von G. (1814-1875), Kaufmann und niederländischer Konsul in Ffm. Drei Töchter.
Studium der Rechte in Mainz (seit 1790) und Göttingen (seit 1793).
Führte ein kultiviertes Haus, in dem auch Goethe gern zu Gast war.
Seit 1807 Senator. Wortführer der Katholiken im Senat, wobei er jedoch stets auf Vermittlung und ruhigen Geschäftsgang bedacht war. 1812 Großherzoglich Fft.ischer Präfekturrat. Seit 1817 Schöffe. Von 1817 bis 1820, von 1835 bis 1837, von 1840 bis 1843 und 1846 Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung. 1826 und 1835 deren Präsident. 1822, 1824, 1826, 1831, 1833, 1837 und 1838 Älterer Bürgermeister. G. war damit seit der Reformation der erste katholische Bürgermeister in Ffm.
Porträt (Lithografie von Heinrich Hasselhorst).
Studium der Rechte in Mainz (seit 1790) und Göttingen (seit 1793).
Führte ein kultiviertes Haus, in dem auch Goethe gern zu Gast war.
Seit 1807 Senator. Wortführer der Katholiken im Senat, wobei er jedoch stets auf Vermittlung und ruhigen Geschäftsgang bedacht war. 1812 Großherzoglich Fft.ischer Präfekturrat. Seit 1817 Schöffe. Von 1817 bis 1820, von 1835 bis 1837, von 1840 bis 1843 und 1846 Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung. 1826 und 1835 deren Präsident. 1822, 1824, 1826, 1831, 1833, 1837 und 1838 Älterer Bürgermeister. G. war damit seit der Reformation der erste katholische Bürgermeister in Ffm.
Porträt (Lithografie von Heinrich Hasselhorst).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 283, verfasst von: Sabine Hock.
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Lexika:
Dölemeyer: Juristen, S. 68f., Nr. 227.
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Lengemann: MdL, S. 156f.
|
Schrotzenberger, S. 94.
Literatur:
Dietz: Handelsgesch. IV. 1, S. 257f.
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Schwemer: Gesch. d. Freien Stadt Ffm.
Quellen:
ISG, S2/1. 242.
Internet:
Hess. Biografie, 17.10.2023.
GND: 116906650 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Guaita, Georg Friedrich (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2676.
Stand des Artikels: 3.3.1989
Guaita, Gottfried
Guaita, Johann Gottfried. Dominikanermönch. Schriftsteller. Leichenbitter.
~ 26.6.1710 Ffm., ▭ 10.3.1775 Ffm.
Sohn des Handelsmanns Georg Liborius G.
Seit 1727 Dominikanermönch. Wegen Misshandlungen im Kloster floh G. 1738 daraus und konvertierte zum Luthertum. 1739 verfasste er eine anklagende Schrift über sein Klosterleben, die kurz darauf verboten wurde. Als er über seine Erlebnisse im Kloster 1740 erneut ein Traktat veröffentlichte, das jedoch auch verboten wurde, versuchte man von katholischer Seite, ihn in ein entferntes Kloster zu verbringen und so mundtot zu machen, um weiteres Aufsehen zu vermeiden, was jedoch misslang. Seitdem war G. als Privatlehrer und Verfasser von Streitschriften tätig. Seit 1749 übte er das Amt des Leichenbitters aus.
Seit 1727 Dominikanermönch. Wegen Misshandlungen im Kloster floh G. 1738 daraus und konvertierte zum Luthertum. 1739 verfasste er eine anklagende Schrift über sein Klosterleben, die kurz darauf verboten wurde. Als er über seine Erlebnisse im Kloster 1740 erneut ein Traktat veröffentlichte, das jedoch auch verboten wurde, versuchte man von katholischer Seite, ihn in ein entferntes Kloster zu verbringen und so mundtot zu machen, um weiteres Aufsehen zu vermeiden, was jedoch misslang. Seitdem war G. als Privatlehrer und Verfasser von Streitschriften tätig. Seit 1749 übte er das Amt des Leichenbitters aus.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 283, verfasst von: Sabine Hock.
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Literatur:
Kriegk: Kulturbilder 1874, S. 80-90.
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Kurtzer Bericht des Verfahrens gegen Godfried Guaitta 1739.
Quellen:
ISG, S2/503.
GND: 13777866X ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Guaita, Gottfried. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2678.
Stand des Artikels: 3.3.1989
Guaita, Maria von
Guaita, Maria Anna Francisca von, geb. Forsboom. Malerin.
* 2.11.1825 Ffm., † 11.4.1855 Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 283, verfasst von: Sabine Hock.
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Lexika:
Dessoff, S. 48.
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Gwinner, S. 545.
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Thieme/Becker 15 (1922), S. 162.
GND: 116906898 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Guaita, Maria von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2679.
Stand des Artikels: 3.3.1989
Guaita, Stephan (von)
Guaita, Peter Stephan Anton (seit 1813: von). Kaufmann. Stifter.
* 8.5.1772 Ffm., † 15.5.1848 Ffm.
Sohn des Fürstlich Löwenstein-Wertheimischen Geheimen Rats Anton Maria G. (1721-1808) und dessen Ehefrau Catharina Clara, geb. Boesel.
Nach dem Tod seiner Frau Louise Caroline Christiane G., geb. von Abel, in erster Ehe verh. Barthel (1781-1846), errichtete G. die von G.’sche Stiftung (18.5.1846) mit einem Kapital von 200.000 Gulden zur Unterstützung würdiger und bedürftiger Frauen und Töchter römisch-katholischen Bekenntnisses, wobei ein Teil der Kapitalzinsen auch zur Ausstattung „braver“ unbemittelter Mädchen bei deren Verheiratung sowie zur Unterstützung von verschämten Armen der Ffter katholischen Gemeinde verwendet werden konnte. Zudem gründete er die Louise und Stephan von G.-Stiftung (18.5.1846) mit ebenfalls 200.000 Gulden Kapital zur Errichtung einer Versorgungsanstalt für hilfsbedürftige unverheiratete oder verwitwete Männer über 60 Jahre, wobei die Hälfte der Pfründer katholisch sein musste. Dieses Altersheim eröffnete nach G.s Tod in dessen Haus an der Neuen Mainzer Straße (17.12.1850, Neubau eröffnet 19.11.1870). Zur Krankenhauspflege der Pfründer stiftete G. zusätzlich ein Legat von 4.000 Gulden für das Bürgerhospital und ein Legat von 5.000 Gulden für das Heiliggeisthospital.
Die Versorgungsanstalt der Stiftung wurde 1900 aufgelöst, als das Haus verkauft werden musste, weil an seiner Stelle das Bismarckdenkmal errichtet werden sollte. Seitdem gewährt die Louise und Stephan von G.-Stiftung nur noch Geldrenten. Beide G.’schen Stiftungen, die ohnehin stets einem Pflegamt unterstanden, wurden 1934 zu einer Stiftung vereinigt. Diese Louise und Stephan von G.-Stiftung besteht heute noch.
Nach dem Tod seiner Frau Louise Caroline Christiane G., geb. von Abel, in erster Ehe verh. Barthel (1781-1846), errichtete G. die von G.’sche Stiftung (18.5.1846) mit einem Kapital von 200.000 Gulden zur Unterstützung würdiger und bedürftiger Frauen und Töchter römisch-katholischen Bekenntnisses, wobei ein Teil der Kapitalzinsen auch zur Ausstattung „braver“ unbemittelter Mädchen bei deren Verheiratung sowie zur Unterstützung von verschämten Armen der Ffter katholischen Gemeinde verwendet werden konnte. Zudem gründete er die Louise und Stephan von G.-Stiftung (18.5.1846) mit ebenfalls 200.000 Gulden Kapital zur Errichtung einer Versorgungsanstalt für hilfsbedürftige unverheiratete oder verwitwete Männer über 60 Jahre, wobei die Hälfte der Pfründer katholisch sein musste. Dieses Altersheim eröffnete nach G.s Tod in dessen Haus an der Neuen Mainzer Straße (17.12.1850, Neubau eröffnet 19.11.1870). Zur Krankenhauspflege der Pfründer stiftete G. zusätzlich ein Legat von 4.000 Gulden für das Bürgerhospital und ein Legat von 5.000 Gulden für das Heiliggeisthospital.
Die Versorgungsanstalt der Stiftung wurde 1900 aufgelöst, als das Haus verkauft werden musste, weil an seiner Stelle das Bismarckdenkmal errichtet werden sollte. Seitdem gewährt die Louise und Stephan von G.-Stiftung nur noch Geldrenten. Beide G.’schen Stiftungen, die ohnehin stets einem Pflegamt unterstanden, wurden 1934 zu einer Stiftung vereinigt. Diese Louise und Stephan von G.-Stiftung besteht heute noch.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 283f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Müller: Stiftungen 1958, S. 58, 64f.
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Über die Louise und Stephan von Guaita’schen Stiftungen: Schrotzenberger, S. 94f.
Quellen:
Sterbeeintrag der Ehefrau Louise Caroline Christiane Guaita, geb. von Abel, gest. am 2. 2. 1846: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Toten-/Sterbebuch 76 (1846), S. 67, Nr. 115.
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ISG, Stiftungsabt.; dazu Rep. Neubauer 33.
GND: 116907002 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Guaita, Stephan (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2680.
Stand des Artikels: 3.3.1989
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Guaita, Familie (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2681.
Die Autorenangabe bezieht sich auf den Artikel über die Familie. Die Angaben zu Autoren der hier ebenfalls dargestellten Personenartikel finden Sie, indem Sie auf die Namen der einzelnen Personen klicken.
Stand des Artikels: 03.3.1989