Fresenius, Johann Philipp. Konsistorialrat. Prof. Dr. theol. Theologe.
* 22.10.1705 Nieder-Wiesen/Rheinhessen, † 4.7.1761 Ffm.
Stammvater der weitverzweigten Pfarrer-, Lehrer- und Gelehrtenfamilie F. in Ffm.
Sonntagsprediger seit 1743 an der Ffter Peterskirche, seit 1747 an der Katharinenkirche. Seit 1748 Konsistorialrat, Senior des lutherischen Predigerministeriums und Hauptprediger an der Barfüßerkirche. Lutheraner. Vertreter einer gemäßigten Orthodoxie mit Hinneigung zum Pietismus August Hermann Franckes und Philipp Jakob Speners. Wie schon in der 1738 in Darmstadt von ihm begründeten Proselytenanstalt zur Bekehrung von Unglauben, Irrglauben und Juden wirkte F. in Ffm. weiterhin als Missionar und Erwecker und bekämpfte die Freigeisterei. Bei seinen Glaubensanhängern in der Stadt hochgeachtet und geliebt, vermehrte sein Erfolg als Bekehrer seinen Ruhm noch. Goethe berichtet von der Bekehrung des sächsischen Generals Georg Carl von Dyhern, Senckenberg von der des Grafen von Waldeck durch F. Scharfer Gegner der Herrnhuter Brüdergemeine; deshalb Zwist mit Graf Zinzendorf, der sich sogar in einem Beschwerdebrief an den Rat gegen F.’ Übereifer im Kampf gegen ihn wehrte (1748). Unnachgiebiger Gegner der Reformierten in Ffm., weniger aus dogmatischen Gründen, sondern weil er eine Machtstellung der Reformierten in der Stadt fürchtete. Trat deshalb energisch gegen die Bemühungen der Reformierten, die Erlaubnis zu Kirchengründungen innerhalb der Stadt zu erlangen, auf. Mitbegründer der Oberländischen Gemeinde in Ffm.
F. war befreundet mit der Familie Textor. Goethes Eltern waren kurz vor ihrer Hochzeit Pate seines achten Kindes. Am 20.8.1748 traute er Johann Caspar Goethe und Catharina Elisabeth Textor im Hause des Schriftstellers Johann Michael von Loёn, des Schwagers der Brautmutter. Des Ehepaars ersten Sohn Johann Wolfgang taufte er am 29.8.1749. Goethe schildert den Prediger und Seelsorger in „Dichtung und Wahrheit“: „ein sanfter Mann von schönem, gefälligen Ansehen, welcher von seiner Gemeinde, ja von der ganzen Stadt als ein exemplarischer Geistlicher und guter Kanzelredner verehrt ward“ (I,4). Zudem erwähnt er F. als „Oberhofprediger“ in den „Bekenntnissen einer schöner Seele“ („Wilhelm Meisters Lehrjahre“, 6. Buch). Susanna Katharina von Klettenberg, die „schöne Seele“, war einst ein Beichtkind von F. gewesen, bevor sie sich den Herrnhutern anschloss. Die Brüder Senckenberg standen F. feindlich gesinnt gegenüber.
Verfasser zahlreicher Streitschriften (u. a. „Antiweislingerus“, 1731) und Erbauungsbücher. Sein „Beicht- und Kommunionbuch“ (1746) ist noch in Hannover und in Teilen Schwedens im Gebrauch.
Herausgeber der „Pastoralsammlungen“ (24 Teile, 1748-60).
Ölporträt (von Franz Lippold, um 1749) im Besitz des Ffter Goethe-Museums.
Sonntagsprediger seit 1743 an der Ffter Peterskirche, seit 1747 an der Katharinenkirche. Seit 1748 Konsistorialrat, Senior des lutherischen Predigerministeriums und Hauptprediger an der Barfüßerkirche. Lutheraner. Vertreter einer gemäßigten Orthodoxie mit Hinneigung zum Pietismus August Hermann Franckes und Philipp Jakob Speners. Wie schon in der 1738 in Darmstadt von ihm begründeten Proselytenanstalt zur Bekehrung von Unglauben, Irrglauben und Juden wirkte F. in Ffm. weiterhin als Missionar und Erwecker und bekämpfte die Freigeisterei. Bei seinen Glaubensanhängern in der Stadt hochgeachtet und geliebt, vermehrte sein Erfolg als Bekehrer seinen Ruhm noch. Goethe berichtet von der Bekehrung des sächsischen Generals Georg Carl von Dyhern, Senckenberg von der des Grafen von Waldeck durch F. Scharfer Gegner der Herrnhuter Brüdergemeine; deshalb Zwist mit Graf Zinzendorf, der sich sogar in einem Beschwerdebrief an den Rat gegen F.’ Übereifer im Kampf gegen ihn wehrte (1748). Unnachgiebiger Gegner der Reformierten in Ffm., weniger aus dogmatischen Gründen, sondern weil er eine Machtstellung der Reformierten in der Stadt fürchtete. Trat deshalb energisch gegen die Bemühungen der Reformierten, die Erlaubnis zu Kirchengründungen innerhalb der Stadt zu erlangen, auf. Mitbegründer der Oberländischen Gemeinde in Ffm.
F. war befreundet mit der Familie Textor. Goethes Eltern waren kurz vor ihrer Hochzeit Pate seines achten Kindes. Am 20.8.1748 traute er Johann Caspar Goethe und Catharina Elisabeth Textor im Hause des Schriftstellers Johann Michael von Loёn, des Schwagers der Brautmutter. Des Ehepaars ersten Sohn Johann Wolfgang taufte er am 29.8.1749. Goethe schildert den Prediger und Seelsorger in „Dichtung und Wahrheit“: „ein sanfter Mann von schönem, gefälligen Ansehen, welcher von seiner Gemeinde, ja von der ganzen Stadt als ein exemplarischer Geistlicher und guter Kanzelredner verehrt ward“ (I,4). Zudem erwähnt er F. als „Oberhofprediger“ in den „Bekenntnissen einer schöner Seele“ („Wilhelm Meisters Lehrjahre“, 6. Buch). Susanna Katharina von Klettenberg, die „schöne Seele“, war einst ein Beichtkind von F. gewesen, bevor sie sich den Herrnhutern anschloss. Die Brüder Senckenberg standen F. feindlich gesinnt gegenüber.
Verfasser zahlreicher Streitschriften (u. a. „Antiweislingerus“, 1731) und Erbauungsbücher. Sein „Beicht- und Kommunionbuch“ (1746) ist noch in Hannover und in Teilen Schwedens im Gebrauch.
Herausgeber der „Pastoralsammlungen“ (24 Teile, 1748-60).
Ölporträt (von Franz Lippold, um 1749) im Besitz des Ffter Goethe-Museums.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 218f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Steitz in: ADB 7 (1878), S. 353f.
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Heyden, S. 362-367.
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Wilhelm Fresenius in: NDB 5 (1961), S. 405f.
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Schrotzenberger, S. 73f.
Literatur:
Dechent: Kirchengeschichte II, S. 166-172.
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Lenz: Leichenpredigten in Bibliotheken u. Archiven d. Vogelsbergregion 1987, S. 66.
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Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 162f.
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Steiger/Reimann: Goethes Leben von Tag zu Tag I (1749-1775), S. 17f.
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Hering, Robert: Das Elternhaus Goethes und das Leben in der Familie. In: Voelcker (Hg.): Die Stadt Goethes 1932, S. 382f.
Quellen:
Taufeintrag Goethes: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Tauf-/Geburtsbuch, Dublette des Taufbuchs 1745-50, S. 1026.
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ISG, S2/502.
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Fresenius, Wilhelm: Mittheilungen zur Ffter Familiengeschichte. III. In: Mitteilungen d. Geschichtsvereins 4 (1873), H. 1 (Nov./Dez. 1869), S. 199-204, hier S. 200f.
GND: 11869314X ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Fresenius, Johann Philipp. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2289.
Stand des Artikels: 14.4.1988