Scharp, Heinrich. Dr. phil. Publizist. Kommunalpolitiker.
* 15.2.1899 (Ffm.-)Höchst, † 25.12.1977 Ffm.
Sohn eines Ingenieurs der Farbwerke Hoechst.
Schüler des Humanistischen Gymnasiums in Höchst. Kriegsdienst. Studium der Philosophie, Geschichte und deutschen Sprachwissenschaft in Ffm. (seit 1919). Hauptamtlicher Sekretär der Zentrumspartei in Ffm. Mitarbeiter der Ffter Volkszeitung. Bei deren Umwandlung in die Rhein-Mainische Volkszeitung (RMV) 1924 wurde Sch. durch Friedrich Dessauer zum Chefredakteur der RMV berufen. Mit Hilfe seines Redaktionsstabs, zu dem u. a. Eberhard Beckmann, Walter Dirks, Karl Holzamer, Karl Heinz Knappstein, Elisabeth Langgässer, Ernst Michel und Werner Thormann gehörten, und des Verlegers Josef Knecht baute Sch. das katholisch geprägte und republikanisch orientierte Blatt zu einer politischen Tageszeitung von Rang aus, von der neben der Ffter, der Höchster und der Offenbacher Lokalausgabe auch eine Reichsausgabe erschien. 1933 wurde die RMV wegen ihrer offenen Opposition gegen den Nationalsozialismus mehrfach verboten, u. a. zur Zeit der Märzwahlen 1933 aufgrund der von Sch. verfassten Artikel „Untergang des Rechtsstaates?” und „Zurück zu Potsdam?”. Schutzhaft (3.-26.7.1933) im Zusammenhang mit dem Vorgehen des NS-Staats gegen den Friedensbund Deutscher Katholiken, dessen Ffter Ortsgruppe Sch. vorstand. Am 14.12.1933 musste sich Sch. einem Verhör im nationalsozialistischen Schauprozess gegen Dessauer in München Gladbach (heute: Mönchengladbach) stellen. Obwohl der Prozess mit einem Freispruch für Dessauer endete, wurde die RMV zu Jahresbeginn 1934 „gleichgeschaltet“, und Sch. wurde als deren Chefredakteur sofort beurlaubt und im Februar 1934 entlassen. Herausgeber eines Nachrichtendienstes für Kirchenblätter und Regionalzeitungen in Rom. Dann (1936-39) Korrespondent der FZ in Prag, schließlich von 1939 bis zum Verbot der FZ 1943 Leiter von deren politischer Redaktion in Berlin. Nach Kriegsende 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht in Berlin verhaftet. Internierung im Lager Landsberg/Warthe und im KZ Buchenwald, nach einem Schauprozess Haft im Zuchthaus Waldheim/Sachsen. 1952 auf Initiative des früheren Reichskanzlers Joseph Wirth befreit. Seit 1952 Cheflektor des an die Tradition der RMV anknüpfenden Verlags Josef Knecht in Ffm. Innenpolitischer Kommentator des Südwestfunks sowie gelegentlicher Mitarbeiter verschiedener Zeitungen, u. a. der FNP und von „Der Sonntag”.
Von 1929 bis 1933 Stadtverordneter (Zentrum) in Ffm.
Tätig in katholischen Organisationen, u. a. im katholischen Studentenverband CV (Cartellverband) und in der Katholischen Aktion des Bistums Limburg.
1975 Georgsplakette.
Schüler des Humanistischen Gymnasiums in Höchst. Kriegsdienst. Studium der Philosophie, Geschichte und deutschen Sprachwissenschaft in Ffm. (seit 1919). Hauptamtlicher Sekretär der Zentrumspartei in Ffm. Mitarbeiter der Ffter Volkszeitung. Bei deren Umwandlung in die Rhein-Mainische Volkszeitung (RMV) 1924 wurde Sch. durch Friedrich Dessauer zum Chefredakteur der RMV berufen. Mit Hilfe seines Redaktionsstabs, zu dem u. a. Eberhard Beckmann, Walter Dirks, Karl Holzamer, Karl Heinz Knappstein, Elisabeth Langgässer, Ernst Michel und Werner Thormann gehörten, und des Verlegers Josef Knecht baute Sch. das katholisch geprägte und republikanisch orientierte Blatt zu einer politischen Tageszeitung von Rang aus, von der neben der Ffter, der Höchster und der Offenbacher Lokalausgabe auch eine Reichsausgabe erschien. 1933 wurde die RMV wegen ihrer offenen Opposition gegen den Nationalsozialismus mehrfach verboten, u. a. zur Zeit der Märzwahlen 1933 aufgrund der von Sch. verfassten Artikel „Untergang des Rechtsstaates?” und „Zurück zu Potsdam?”. Schutzhaft (3.-26.7.1933) im Zusammenhang mit dem Vorgehen des NS-Staats gegen den Friedensbund Deutscher Katholiken, dessen Ffter Ortsgruppe Sch. vorstand. Am 14.12.1933 musste sich Sch. einem Verhör im nationalsozialistischen Schauprozess gegen Dessauer in München Gladbach (heute: Mönchengladbach) stellen. Obwohl der Prozess mit einem Freispruch für Dessauer endete, wurde die RMV zu Jahresbeginn 1934 „gleichgeschaltet“, und Sch. wurde als deren Chefredakteur sofort beurlaubt und im Februar 1934 entlassen. Herausgeber eines Nachrichtendienstes für Kirchenblätter und Regionalzeitungen in Rom. Dann (1936-39) Korrespondent der FZ in Prag, schließlich von 1939 bis zum Verbot der FZ 1943 Leiter von deren politischer Redaktion in Berlin. Nach Kriegsende 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht in Berlin verhaftet. Internierung im Lager Landsberg/Warthe und im KZ Buchenwald, nach einem Schauprozess Haft im Zuchthaus Waldheim/Sachsen. 1952 auf Initiative des früheren Reichskanzlers Joseph Wirth befreit. Seit 1952 Cheflektor des an die Tradition der RMV anknüpfenden Verlags Josef Knecht in Ffm. Innenpolitischer Kommentator des Südwestfunks sowie gelegentlicher Mitarbeiter verschiedener Zeitungen, u. a. der FNP und von „Der Sonntag”.
Von 1929 bis 1933 Stadtverordneter (Zentrum) in Ffm.
Tätig in katholischen Organisationen, u. a. im katholischen Studentenverband CV (Cartellverband) und in der Katholischen Aktion des Bistums Limburg.
1975 Georgsplakette.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 262f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Bergmann: Ffter Gelehrten-Hdb. 1930, S. 128.
|
Bermejo: Ffter Stadtverordnete u. Magistratsmitglieder als Verfolgte d. NS-Staates 2006, S. 308-315.
|
Kürschner: Lit. 1926, Sp. 852.
Literatur:
Lowitsch: Rhein-Mainische Volkszeitung 1980, S. 23-25.
|
Maly: Stvv. II 1995.
|
Zeitungsstadt Ffm. 1994, S. 260, 267, 271, 275.
Quellen:
Der Wink, Nr. 8, April 1926, S. 4 (mit Porträtfoto).
|
ISG, S2/2. 645.
GND: 1025785932 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Scharp, Heinrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1022.
Stand des Artikels: 20.1.1995