Michel, Ernst. Prof. Dr. phil. Sozialpsychologe.
* 8.4.1889 (Seligenstadt-)Klein-Welzheim/Main, † 28.2.1964 Ffm.
Besuch der Volksschule und des humanistischen Gymnasiums in Bensheim. Studium der Germanistik, Geschichte und Kulturgeografie in Heidelberg und München. 1914 Promotion. 1921 wurde M. als Dozent und turnusmäßiger Direktor an die neugegründete Akademie der Arbeit in Ffm. berufen. 1931 Ernennung zum Honorarprofessor für Arbeitswissenschaft und soziale Betriebspolitik an der Ffter Universität. Als Vertreter des politischen Katholizismus (Linkskatholizismus) in Ffm. publizierte M. eine Reihe von Aufsätzen in der Rhein-Mainischen Volkszeitung. 1933 musste er seine Honorarprofessur aufgeben, 1938 wurden seine Schriften verboten. M. begann daraufhin ein Psychologie- und Medizinstudium und eröffnete 1940 eine psychotherapeutische Praxis in Ffm. Daneben schrieb er für die FZ literatur- und kulturgeschichtliche Beiträge. 1946 nahm er seine Vorlesungen als Honorarprofessor an der Universität wieder auf und vertrat bis 1957 das Gebiet der Betriebspsychologie und Betriebssoziologie.
M., dessen Veröffentlichungen von der katholischen Kirche mehrfach auf den Index gesetzt wurden, entwarf in seinem Buch über die „Ehe“ (im Untertitel: „Eine Anthropologie der Geschlechtsgemeinschaft“, 1948, 2., erw. Aufl. 1950) zukunftsweisende Perspektiven für eine von mitmenschlicher Verantwortung getragene Soziologie der Geschlechterbeziehungen. Als kompetenter Beobachter der modernen Industriegesellschaft erwies M. sich in seiner „Sozialgeschichte der industriellen Arbeitswelt“ (1947, 4. Aufl. 1960). Sein letztes Werk, „Das christliche Weltamt“ (1962), ist ein Appell an die Laien in der Kirche, aktiv an der Verbreitung der christlichen Botschaft mitzuwirken.
Nachlass in der Ffter Universität.
M., dessen Veröffentlichungen von der katholischen Kirche mehrfach auf den Index gesetzt wurden, entwarf in seinem Buch über die „Ehe“ (im Untertitel: „Eine Anthropologie der Geschlechtsgemeinschaft“, 1948, 2., erw. Aufl. 1950) zukunftsweisende Perspektiven für eine von mitmenschlicher Verantwortung getragene Soziologie der Geschlechterbeziehungen. Als kompetenter Beobachter der modernen Industriegesellschaft erwies M. sich in seiner „Sozialgeschichte der industriellen Arbeitswelt“ (1947, 4. Aufl. 1960). Sein letztes Werk, „Das christliche Weltamt“ (1962), ist ein Appell an die Laien in der Kirche, aktiv an der Verbreitung der christlichen Botschaft mitzuwirken.
Nachlass in der Ffter Universität.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 53, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Bergmann: Ffter Gelehrten-Hdb. 1930, S. 108f.
Literatur:
Beier: Arbeiterbewegung 1984, S. 498f.
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Groß u. a. (Hg.): Weltverantwortung des Christen 1996.
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Heuer/Wolf (Hg.): Juden d. Ffter Univ. 1997, S. 459-461.
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Zeitgeschichte in Lebensbildern aus dem dt. Katholizismus 5 (1982), S. 223-238.
Quellen:
ISG, S2/2. 594.
GND: 118733699 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Michel, Ernst. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/530.
Stand des Artikels: 15.6.1993