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Nosbisch, Werner

Werner Nosbisch

Werner Nosbisch
Fotografie von „Photo-Palm“, Ffm. (1934).

© unbekannt. Mögliche Rechtsnachfolger des genannten Fotografen bzw. Ateliers ließen sich bisher nicht ermitteln.

Nosbisch, Werner. Oberbaurat. Architekt. * 25.5.1887 Köln, † 14.7.1974 Ffm.
Verheiratet (seit 1920) mit Paula N., geb. Jaeger (1891-1973).
Studium an den Technischen Hochschulen in Karlsruhe und Aachen (1907-12). Ausbildung im Staatsdienst (1912-17), unterbrochen durch Kriegseinsatz als Soldat in Russland (1915-16). Abschluss mit der Staatsprüfung als Regierungsbaumeister (1917). Von 1917 bis 1918 Kriegsbeschäftigung bei einer Luftschiffwerft. Von 1918 bis 1919 Leitung des Neubauamts im Militärbauamt Köln. Anschließend Projektentwicklung städtischer Siedlungen für die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach. Von 1919 bis 1920 Anstellung im Kölner Architektenbüro Moritz, Betten & Stahl für Entwurfsarbeiten zur Stadterweiterung von Gelsenkirchen. Von 1920 bis 1922 Leitung von Neubauten des Vermögensamts Bad Kreuznach. Danach Posten im Vorstand des Unternehmens der Schwiegereltern bis zur Bewerbung als Magistratsbaurat in Ffm. im Januar 1927.
Im Bewerbungsschreiben gab N. an, die Bauvorhaben der Stadt studiert zu haben und sich „restlos zu den neuen Bauideen“ zu bekennen. Der Bewerbung waren Entwürfe für Siedlungsanlagen bzw. Reihenhaustypen beigefügt, und nach einem persönlichen Gespräch mit Ernst May konnte N. am 21.3.1927 ohne Probezeit als Beamter auf Lebenszeit in den städtischen Dienst eintreten. Er wurde als technischer Referent mit dem Bau von Siedlungen betraut und unterzeichnete in verantwortlicher Position u. a. die Pläne für Westhausen. Als Stellvertreter von May arbeitete N. eher im Schatten des Stadtbaurats, gehörte aber zu dessen engstem Stab. 1931, zur Zeit der Amtsübergabe von May an den neuen Stadtbaurat Reinhold Niemeyer, warb N. in einem Aufsatz für die bisherige Ffter Wohnungs- und Siedlungsbaupolitik, die er als einen herausragenden Erfolg des Neuen Bauens darstellte. Am 1.4.1932 übernahm er kommissarisch die Leitung der Baupolizei. Diesen Posten verlor er 1935 wegen politischer Unzuverlässigkeit im Zuge der Anfeindungen und Verleumdungen durch den Amtsbaurat Carl Bilger, behielt aber alle anderen Funktionen. 1944 wurde gegen N. ein Parteigerichtsverfahren angeordnet. Im Juni 1945 wurde N. von der Militärregierung entlassen, aber nach entlastenden Zeugenaussagen von Ernst Balser, Ulrich Burmann, Adolf Miersch, Walter Schwagenscheidt, Karl Weberflun u. a. 1948 als Mitläufer eingestuft und bis zur Pensionierung am 1.7.1953 wieder eingestellt.
Seit 1931 Mitglied der SPD. Am 1.4.1933 Eintritt in die NSDAP; zudem Mitglied im Reichsbund der Deutschen Beamten (RDB; seit 1.10.1934), in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV; seit 6.10.1934) und im NS-Bund Deutscher Technik (NSBDT; seit 1.3.1934) sowie im Reichsluftschutzbund.
N. war Vorsitzender der „Oktobergruppe“, einer 1928 gegründeten lockeren Vereinigung von Architekten und Gestaltern des „Neuen Fft.“, die Vorträge und Diskussionsabende zu kulturellen Themen veranstalteten und – wie N. – zumeist auch im „bund das neue frankfurt“ aktiv waren. Mitglied im Ffter Architekten- und Ingenieur-Verein.
Veröffentlichungen: „Die neue Wohnung und ihr Innenausbau, der neuzeitliche Haushalt“ (in: Das Neue Fft., 1927), „Neuzeitliche Baustoffe und Bauweisen im Wohnungsbau“ (in: Die Baugilde, 1929), „Das Wohnungswesen der Stadt Ffm.“ (hg. v. Hochbauamt der Stadt Ffm., 1930), „Das Neue Bauen. Stadtentwicklung, Großbauten, Schulen, Kirchen, Geschäftshäuser, Siedlungen“ (in dem Band: Ffm. Einst und Jetzt, hg. v. Lehrerverein zu Ffm., 1931) u. a.
Aus der Ehe mit Paula N. gingen zwei Kinder, Dorothea (1921-2009) und Christoph (* 1923), hervor. Die Tochter Dorothea Fischer-N. war Grafikerin und Künstlerin in Ffm.; sie gestaltete Filmplakate sowie Briefmarken und arbeitete als Kunsterzieherin.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Jörg Schilling.

Literatur: Jörg Schilling in: AFGK 75 (2016): Akteure des Neuen Fft., S. 160f.
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 78 Bde. Ffm. 1839-2019.
Quellen: ISG, MA 6. 181.
ISG, Magistratsakten (Best. A.02.01), Serien 1868-1930 und 1930-69.
| ISG, PA 134. 752, 142. 327.
ISG, Personalakten der Stadtverwaltung (Best. A.11.02), ab ca. 1900.

GND: 127865950 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Schilling, Jörg: Nosbisch, Werner. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/9681.


Stand des Artikels: 8.9.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 09.2016
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. September 2016.
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