Keyrleber, Johann Georg. Pfarrer. Kirchenmusiker. Komponist.
* 27.11.1639 Nürtingen, ▭ † nicht vor März 1691.
Sohn eines Webers aus alteingesessener Nürtinger Familie.
Von 1657 bis 1660 Studium an der Universität Tübingen mit Abschluss als Magister. Danach Präzeptor (Lehrer) in mehreren württembergischen Oberamtssitzen, zuletzt (seit 1672) in Alpirsbach. Verließ 1674 Alpirsbach, um eine Pfarrstelle in Flehingen anzutreten, ist dort jedoch nicht nachzuweisen. Am 4.10.1677 bot K. als „exulirender Pfarrherr aus dem Würtenberger land“ in Ffm. seine Dienste „mit der Music bei dem Gymnasio“ an. Am 31.1.1678 wurde er als Vorsinger bei den Barfüßern angenommen. Außerdem war er Corrector supernumerarius bei dem Buchdrucker und Musikverleger Balthasar Christoph Wust (d. Ä., 1630-1704). 1679 bekam K. nach dem Tod des Kantors Christian Bornheimer die Kantorei und den Musikunterricht im Gymnasium zugeteilt. Nach dem Tod des Musikdirektors Daniel Lommer überreichte er am 23.1.1682 dem Ratsherrn und späteren Schöffen Jakob Bender von Bienenthal ausführliche Vorschläge zur Verbesserung der Kirchenmusik: Auf K.s Anregung wurde die Aufbewahrung der musikalischen Handschriften auf dem Kastenamt eingeführt, der wir deren Erhaltung verdanken. Nach einem Injurienprozess erhielt K. am 19.4.1683 einen unehrenhaften Abschied von Ffm. Weitere Bewerbungen, u. a. 1684 wieder in Ffm., blieben erfolglos. 1685/86 war er bei der Stifts- und Hospitalmusik in Stuttgart angestellt. Eine Bewerbung als Stiftsorganist in Stuttgart 1686 war wiederum erfolglos. Danach verliert sich die Spur von K. Die von ihm komponierte „Aggratulatio musico-poetica“ auf den Geburtstag von Kaiser Leopold I. und König Joseph I. vom 19.3.1691 ist sein letztes Lebenszeichen.
Weitere Werke: Widmungskantate für den Ffter Rat (1679), Choralbuch für die Stuttgarter Hofkapelle (1686).
Von 1657 bis 1660 Studium an der Universität Tübingen mit Abschluss als Magister. Danach Präzeptor (Lehrer) in mehreren württembergischen Oberamtssitzen, zuletzt (seit 1672) in Alpirsbach. Verließ 1674 Alpirsbach, um eine Pfarrstelle in Flehingen anzutreten, ist dort jedoch nicht nachzuweisen. Am 4.10.1677 bot K. als „exulirender Pfarrherr aus dem Würtenberger land“ in Ffm. seine Dienste „mit der Music bei dem Gymnasio“ an. Am 31.1.1678 wurde er als Vorsinger bei den Barfüßern angenommen. Außerdem war er Corrector supernumerarius bei dem Buchdrucker und Musikverleger Balthasar Christoph Wust (d. Ä., 1630-1704). 1679 bekam K. nach dem Tod des Kantors Christian Bornheimer die Kantorei und den Musikunterricht im Gymnasium zugeteilt. Nach dem Tod des Musikdirektors Daniel Lommer überreichte er am 23.1.1682 dem Ratsherrn und späteren Schöffen Jakob Bender von Bienenthal ausführliche Vorschläge zur Verbesserung der Kirchenmusik: Auf K.s Anregung wurde die Aufbewahrung der musikalischen Handschriften auf dem Kastenamt eingeführt, der wir deren Erhaltung verdanken. Nach einem Injurienprozess erhielt K. am 19.4.1683 einen unehrenhaften Abschied von Ffm. Weitere Bewerbungen, u. a. 1684 wieder in Ffm., blieben erfolglos. 1685/86 war er bei der Stifts- und Hospitalmusik in Stuttgart angestellt. Eine Bewerbung als Stiftsorganist in Stuttgart 1686 war wiederum erfolglos. Danach verliert sich die Spur von K. Die von ihm komponierte „Aggratulatio musico-poetica“ auf den Geburtstag von Kaiser Leopold I. und König Joseph I. vom 19.3.1691 ist sein letztes Lebenszeichen.
Weitere Werke: Widmungskantate für den Ffter Rat (1679), Choralbuch für die Stuttgarter Hofkapelle (1686).
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Roman Fischer.
Lexika:
Gerber: Neues hist. -biograph. Lex. d. Tonkünstler 3 (1813), Sp. 40f.
|
Ulrich Siegele in: MGG, 2. Aufl., Personenteil 10 (2003), Sp. 68f.
Literatur:
Willert, Paul: Ein Kanonblatt des 17. Jahrhunderts und sein Verfasser Johann Georg Keyrleber. In: FS Heinrich Besseler 1961, S. 317-322.
|
Schlichte: Themat. Katalog d. kirchl. Musikhandschriften d. 17. u. 18. Jh. s in der UB Ffm. 1979, S. 105.
|
Süss: Kirchl. Musikhandschriften 1926, S. 42, 214.
|
Valentin: Musik 1906, S. 188-192.
Quellen:
ISG, Criminalia 1. 590 (Klage des Zinserhebers im Liebfrauenstift, Johann Leonhard Honeker, gegen Johann Georg Keuerleber, Vorsänger in der Barfüßerkirche, wegen Beleidigung, 1683).
|
ISG, Dedikationen u. Invitationen 9, f. 193-209.
|
ISG, Ratsprot. 1682, f. 11, 22, 26, 31, 36, 51.
|
ISG, S1/165 (Nachlass Johann Peter Freiherr von Leonhardi), K. 27, S. 323.
GND: 1012278158 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Fischer, Roman: Keyrleber, Johann Georg. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/6981.
Stand des Artikels: 3.4.2020
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 04.2020
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. April 2020.