Direkt zum Inhalt
Zur Startseite
Startseite

Seitenmenü

Seitenmenü

  • Personensuche
  • Editorial
  • Neuerscheinungen
  • Aufnahmekriterien
  • Editionsprinzipien
  • Projektgeschichte
  • Technische Umsetzung
  • Autorinnen und Autoren
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Benutzeranmeldung

Pfadnavigation

  1. Startseite

Naumann, Friedrich

Naumann, Friedrich. Sozialpolitiker. Pfarrer. * 25.3.1860 (Großpösna-)Störmthal bei Leipzig, † 24.8.1919 Lübeck-Travemünde.
Theologie- und Philosophiestudium in Leipzig und Erlangen. Von 1883 bis 1885 Oberlehrer am „Rauhen Hause“ in Hamburg. Dann Geistlicher an verschiedenen Gemeinden in Sachsen. 1890 wurde N. durch Conrad Kayser, Pfarrer an der Ffter Weißfrauenkirche, als Vereinsgeistlicher zum „Evangelischen Verein für Innere Mission“ nach Ffm. berufen. Er arbeitete hier intensiv auf christlich-sozialem Gebiet, woraus sich immer mehr eine politische Tätigkeit entwickelte. 1891 gründete N. den Evangelischen Arbeiterverein. Auf Initiative N.s und des Arbeitervereins wurden in Ffm. mehrere Hundert Kleinwohnungen und ein Arbeiterwohnheim in Niederrad gebaut. In seiner Ffter Zeit redigierte N. den „Sonntagsgruß“ und gab ab 1894 die Wochenzeitschrift „Die Hilfe“ heraus, die er 1897 nach Berlin verlegte. Um die Mitte der 1890er Jahre erschienen seine Schriften „Was heißt christlich-sozial?“ (2 Bände, 1894/96) und „Soziale Briefe an reiche Leute“ (1895). Als Aufgabe der Christlich-Sozialen sah N. den Angriff auf den Bestand der großen Vermögen. Mit dieser Vorstellung stieß er in weiten kirchlichen Kreisen auf Ablehnung. Die obersten Kirchenbehörden warfen ihm vor, Klassenkampf zu lehren, eine Behauptung, der N. heftig widersprach. Wegen dieser Auseinandersetzungen gab N. bereits 1894 seine Stelle als Vereinsgeistlicher bei der Inneren Mission auf, behielt aber einen Auftrag als Pfarrer für Predigten und Vorträge. Im sozialen Bereich pflegte er in Ffm. den Kontakt mit den jüdischen Sozialreformern Karl Flesch und Charles Hallgarten. Antisemitischen Strömungen, auch in der evangelischen Kirche, stand er ablehnend gegenüber. 1897 verließ N. Ffm.
Von 1907 bis 1919 gehörte N. dem Reichstag an. 1918 Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), deren Vorsitzender er in seinen letzten Lebensmonaten war.
Bronzerelief (von Hans Adam, 1979) in der Halle des „Philipp-Jakob-Spener-Hauses“, des Gästehauses und Tagungszentrums des Evangelischen Regionalverbands, in der Dominikanergasse 5.
Friedrich-N.-Straße in der Kuhwaldsiedlung.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 83, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Literatur: Haag, P.: Erinnerungen an Naumanns Ffter Zeit. In: Ffter Schulzeitung 1912, Nr. 23.
Ffter Schulzeitung. Organ des Ffter Lehrervereins und des Mittelrheinischen Lehrerbundes. 51 Jahrgänge. Ffm. 1884-1934.
| Telschow (Hg.): 100 Jahre ev. Gemeindeverband 1999, S. 71.
Telschow, Jürgen (Hg.) in Zusammenarb. m. Wendland, Gerhard/Müller, Helmut/Euring, Bernd: Alles hat seine Zeit. 100 Jahre evangelische Kirchengemeinden im alten Ffter Stadtgebiet. 100 Jahre evangelischer Gemeindeverband. Ffm. 1999. (Schriftenreihe des Evangelischen Regionalverbandes Ffm. 23).
Quellen: ISG, S2/3. 055.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
| ISG, S3/14. 861 (Philipp-Jakob-Spener-Haus).
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).

GND: 118738178 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Naumann, Friedrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/604.


Stand des Artikels: 15.10.1993

  • Startseite
  • Impressum

Ein Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung

Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Stiftung Niederländische Gemeinde Augsburger Confession

Kooperationspartner: Frankfurter Historische Kommission
Projektleitung: Sabine Hock
Herausgeber: Clemens Greve, Sabine Hock
Datenbankprogrammierung: Andreas Bombel
Gestaltung: Anja Müller-Ries

Bildnachweis für die Kopfleiste (v. l. n. r.): Hamman von Holzhausen (Hans Happ nach Conrad Faber von Creuznach/UB Ffm.), Arthur Schopenhauer (ISG), Friedrich Stoltze (ISG), Johann Wolfgang Goethe (Johann Heinrich Lips/FDH-FGM), Max Beckmann (ISG), Bertha Pappenheim (ISG), Eduard Rüppell (Pompeo Marchesi/Archiv der SGN als Dauerleihgabe im HMF/Foto: Sven Tränkner), Paul Ehrlich (ISG), Christian Egenolff (Johann Friedrich Schmidt nach dem Monogrammisten „M“/ISG), Karl der Große (Andreas Artur Hoferick nach Karl Eduard Wendelstadt/Foto: Wolfgang Faust), Franz Adickes (ISG), Liesel Christ (hr-Archiv/Foto: Kurt Bethke), Ernst May (ISG), Georg Philipp Telemann (Valentin Daniel Preisler nach Ludwig Michael Schneider/ISG).

© ab 2014 Frankfurter Bürgerstiftung und für die einzelnen Artikel bei den Autoren und/oder Institutionen.

Menü