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Müller, Victor

Müller, Victor Christian. Maler. * 29.3.1830 Ffm., † 21.12.1871 München.
Von 1845 bis 1848 Besuch der Städelschule in Ffm. Weitere Ausbildung in Antwerpen und Paris. 1858 Rückkehr nach Ffm. In Paris war M. künstlerisch maßgeblich von Gustave Courbet beeinflusst, der sich ab 1858 ebenfalls für einige Zeit in Ffm. aufhielt. 1865 siedelte M. nach München über.
M. gehörte der romantischen Schule an und widmete sich – bei der für seine Werke charakteristischen intensiven Farbgebung – besonders der Historienmalerei. Ihm schwebte eine Synthese aus Poesie, Originalität und „frischer Naturauffassung“ vor. Seine Ffter Zeit war geprägt von dem Zwiespalt zwischen künstlerischer Autonomie und dem „Geschäftsleben“ in Form von Auftragsarbeiten für das Ffter Großbürgertum. Das breite Ffter Kunstpublikum konnte sich mit M.s „extremer“ Malerei nur schwer anfreunden, auch wenn er versuchte, mit „braven“ Arbeiten Fürsprecher zu gewinnen. Dennoch zählen die Ffter Jahre zu M.s schöpferischsten. Sein eigener Stil begann sich hier herauszubilden.
Zur Ffter Schillerfeier 1859 konzipierte M. den Mittelteil des Schiller-Triumphbogens. Für Friedrich Stoltzes Zeitschrift „Ffter Latern“ zeichnete M. zwei Titelblattentwürfe.
Das Städel besitzt von M. etwa 50 Ölbilder und -skizzen und über 500 Zeichnungen, u. a. „Brand in der Altstadt Fft.s bei Nacht“, „Alte Mainbrücke im Winter“, „Hamlet am Grabe Ophelias“, „Schneewittchen“, „Abschied des Ritters Hartmut von Kronberg“ sowie ein Ölporträt des mit M. verschwägerten Malers Otto Scholderer (um 1861).
Nachlass im Städel.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 72, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Friedrich Pecht in: ADB 22 (1885), S. 679-681.
Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.
| Dessoff, S. 100f.
Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im 19. Jahrhundert. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im 19. Jahrhundert. Ffm. 1909.
Literatur: Lehmann: Victor Müller 1976.
Lehmann, Evelyn: Der Ffter Maler Victor Müller 1830-1871. Ffm. 1976.
| Müller, Victor: Les lettres parisiennes 2015.
Les lettres parisiennes du peintre Victor Müller. Hg. v. Arlette Camion u. Simona Hurst. Paris [2015]. (Art’hist).
| Städelkat. d. Gemälde d. 19. Jh. s 1972, Textband, S. 239-255.
Holzinger, Ernst (Hg.)/Ziemke, Hans-Joachim (Bearb.): Die Gemälde des 19. Jahrhunderts. Text- und Bildband. Ffm. 1972. (Kataloge der Gemälde im Städel’schen Kunstinstitut I).
| Wiederspahn/Bode: Kronberger Malerkolonie 1982, S. 220f., 697f.
Wiederspahn, August/Bode, Helmut: Die Kronberger Malerkolonie. Ein Beitrag zur Ffter Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts. Mit dokumentarischen Beiträgen von Änne Rumpf-Demmer, Julius Neubronner und Philipp Franck. 3., erw. Aufl. Ffm. 1982.
Quellen: ISG, S2/3. 839.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 118585231 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Müller, Victor. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/578.


Stand des Artikels: 13.9.1993

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