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Hirtzwig, Heinrich

Hirtzwig, Heinrich. Pädagoge. Dramatiker. * um 1587 Langenhain(-Ziegenberg) bei (Bad) Nauheim, † 18.8.1635 Butzbach.
Auf Gießener Empfehlung wurde H., der damals Konrektor in Speyer war, 1615 als Rektor des Gymnasiums nach Ffm. berufen. Er trat hier die Nachfolge von Adelarius Cravelius an, der wegen der unhaltbaren Zustände an der Schule abgesetzt worden war. Am 6.11.1615 berichtete H. in einem Sendschreiben an seinen Lehrer, den Gießener Theologen Balthasar Mentzer, über die vorgefundenen Zustände und seine Reformpläne am Gymnasium. H. gehörte zu der Kommission, die die Vorschläge des Schulreformers Wolfgang Ratichius, der in den Jahren von 1610 bis 1616 mehrfach in Ffm. war, begutachtete. Doch lehnte H. die Reformpläne von Ratichius größtenteils ab, und der damals berühmte Pädagoge Ratichius musste infolgedessen die Stadt verlassen, wenn auch H. einige seiner Anregungen aufnahm. H. ist der neuerliche Aufschwung des Ffter Gymnasiums zu verdanken. Zu seinen Reformen gehörte u. a. die Einführung der „Sexta“ als einer weiteren Klasse (1616) und der „Exemptenklasse“ zur Vorbereitung des Übergangs an die Universitäten (1623). In dieser „Exemptenklasse“ wurde ein Lehrer mit dem Titel „Professor“ eingesetzt. Zudem engagierte sich H. für Gehaltsverbesserungen im Lehrerstand. Er vertrat eine Mäßigung der Prügelstrafen für Schüler und eine Neueinführung der Zeugnisse. Um eine Unterrichtsreform durchsetzen zu können, verfasste er zahlreiche neue Lehrbücher, darunter ein lateinisches Wörterbuch für die unteren Klassen und eine neue Bearbeitung des Katechismus. Im Lauf der Zeit schuf sich H. Feinde unter den Scholaren, zumal er seine Neuerungen teilweise einführte, ohne die Scholaren als vom Rat eingesetzte Schulbehörde zu befragen. Infolge der Klagen gegen H. stellte der Rat 1626 eine neue Schulordnung auf, die zwar einige der Reformen H.s beibehielt, im Grunde aber auf die alte Schulordnung des Jahres 1607 zurückging. Auch H.s Schulbücher wurden verboten. 1627 wurde H. in Ffm. entlassen. Er folgte einem Ruf als Hofprediger nach Butzbach, wo er einige Jahre später an der Pest starb.
Überregionale Bedeutung erlangte H. als Verfasser vorbarocker lateinischer Dramen (u. a. „Balsasar“, 1609; „Jesulus“, Weihnachtsspiel, 1613; „Lutherus“, 1617).
Fast zwei Jahrzehnte nach H.s Tod begann man, seine Verdienste in Ffm. wieder zu würdigen. So wurde sein Sendbrief an Mentzer von 1615 in der neuen Schulordnung des Jahres 1654 wieder abgedruckt.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 336, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Wilhelm Scherer in: ADB 12 (1880), S. 482f.
Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.
| Hans-Gert Roloff in: NDB 9 (1972), S. 243.
Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 27 Bde. (bis Wettiner). Berlin 1953-2020.
Literatur: Vömel: Ffter Gymnasium unter Hirtzwig 1829.
Vömel, Johann Theodor: Das Ffter Gymnasium unter dem Rector Hirtzwig. Ffm. 1829.
Quellen: ISG, S2/978.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
| Reinhardt, Karl: M. Henrici Hirtzwigii rectoris de gymnasii Moeno-Francofurtani ratione et statu ad Balthasarem Mentzerum epistola. [Sendschreiben an den verehrungswürdigen Herrn Doktor Balthasar Mentzer, den hochberühmten Theologen, über die gegenwärtigen Zustände des Gymnasiums zu Ffm. Mit Einleitung und Übersetzung.] In: Progr. Gymnasium 1891, S. 1-45.
Einladungsschrift zu den Prüfungen bzw. Programm des Städtischen Gymnasiums in Ffm. Ffm. ca. 1805-71 bzw. 1872-96.

GND: 128734353 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Hirtzwig, Heinrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2691.


Stand des Artikels: 10.8.1989

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