Gesetzgeber Frankfurts.
Johann (von) Fichard
Ölporträt von unbekannter Hand, zugeschrieben an den „Ffter Meister (?) um 1566-70“ (um 1568/70; Städel Museum, Frankfurt am Main, Inventarnummer 1721).
© entfällt. Public Domain (PDM 1.0 Deed).
Johann (von) Fichard
Kupferstich von Robert Boissard (1598).
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 4338).
Fichard, Johann (seit 1541: von). J. U. D. [d. i. Juris Utriusque Doctor]. Jurist.
* 23.6.1512 Ffm., † 7.6.1581 Ffm.
Sohn des Gerichtsschreibers Johann Richard, gen. F. (1470-1530), und dessen Ehefrau Margretha, geb. Krotzenberger. Verheiratet (seit 1539) mit der Patriziertochter Elisabeth F., geb. Grünberger (1518-1574); dadurch Aufnahme in die Adelige Gesellschaft Alten-Limpurg.
Schüler des Ffter Gymnasiums unter Jacob Micyllus. Studium der Jurisprudenz seit 1528 in Heidelberg und seit 1530 in Freiburg als Schüler und Freund von Ulrich Zasius, zwischenzeitlich in Basel als Schüler von Amerbach. 1531 Promotion in Freiburg. Von 1531 bis 1533 Advokat und Prokurator am Reichskammergericht in Speyer. Von 1533 bis 1536 und ab 1538 Syndikus der Stadt Ffm. Von 1536 bis 1538 Aufenthalt in Italien in der Kanzlei Karls V.; Besuch oberitalienischer Universitäten, namentlich in Padua zwecks Studiums der klassischen Disziplinen.
Ratgeber von Fürsten und Städten in ganz Deutschland. Gesandter Fft.s an mehreren Höfen. Vertreter Fft.s auf den Reichstagen, u. a. in Speyer 1541, wo er zum Hofpfalzgrafen ernannt wurde. F. vermittelte geschickt und ausgleichend zwischen dem protestantischen Ffm. und dem Kaiser mit für die Stadt günstigen Ergebnissen. Er entwarf das Landrecht der Grafschaft Solms und fasste darauf aufbauend das Recht der Stadt Ffm. neu, das 1578 unter dem Titel „Der Statt Franckfurt am Mayn erneuerte Reformation“ erschien. F. verhalf damit dem römischen Recht in Ffm. zur Vorherrschaft, das drei Jahrhunderte gültig war.
Verfasser der „Juris consultorum vitae“ (Lebensbeschreibung bedeutender Juristen, 1557), einer „Ars Notariatus“ und der „Concilia“ (1590 posthum erschienen), ferner von Gedichten, Übersetzungen (Galen, Chrysostomos) und Rechtsgutachten.
Autobiographie: „Descriptio brevis cursus vitae meae Johannis Fichardi J. U. D., et patris mei“ (erschienen im Fft.ischen Archiv für ältere deutsche Litteratur, T. 2, 1812).
Ölbildnisse F.s und seiner Frau Elisabeth (von einem mittelrheinischen Meister) im Städelschen Kunstinstitut. Standbild (von Carl Rumpf, 1893; kriegszerstört 1944) an der Westseite auf dem Magazinflügel der alten Stadtbibliothek am Obermaintor.
Schüler des Ffter Gymnasiums unter Jacob Micyllus. Studium der Jurisprudenz seit 1528 in Heidelberg und seit 1530 in Freiburg als Schüler und Freund von Ulrich Zasius, zwischenzeitlich in Basel als Schüler von Amerbach. 1531 Promotion in Freiburg. Von 1531 bis 1533 Advokat und Prokurator am Reichskammergericht in Speyer. Von 1533 bis 1536 und ab 1538 Syndikus der Stadt Ffm. Von 1536 bis 1538 Aufenthalt in Italien in der Kanzlei Karls V.; Besuch oberitalienischer Universitäten, namentlich in Padua zwecks Studiums der klassischen Disziplinen.
Ratgeber von Fürsten und Städten in ganz Deutschland. Gesandter Fft.s an mehreren Höfen. Vertreter Fft.s auf den Reichstagen, u. a. in Speyer 1541, wo er zum Hofpfalzgrafen ernannt wurde. F. vermittelte geschickt und ausgleichend zwischen dem protestantischen Ffm. und dem Kaiser mit für die Stadt günstigen Ergebnissen. Er entwarf das Landrecht der Grafschaft Solms und fasste darauf aufbauend das Recht der Stadt Ffm. neu, das 1578 unter dem Titel „Der Statt Franckfurt am Mayn erneuerte Reformation“ erschien. F. verhalf damit dem römischen Recht in Ffm. zur Vorherrschaft, das drei Jahrhunderte gültig war.
Verfasser der „Juris consultorum vitae“ (Lebensbeschreibung bedeutender Juristen, 1557), einer „Ars Notariatus“ und der „Concilia“ (1590 posthum erschienen), ferner von Gedichten, Übersetzungen (Galen, Chrysostomos) und Rechtsgutachten.
Autobiographie: „Descriptio brevis cursus vitae meae Johannis Fichardi J. U. D., et patris mei“ (erschienen im Fft.ischen Archiv für ältere deutsche Litteratur, T. 2, 1812).
Ölbildnisse F.s und seiner Frau Elisabeth (von einem mittelrheinischen Meister) im Städelschen Kunstinstitut. Standbild (von Carl Rumpf, 1893; kriegszerstört 1944) an der Westseite auf dem Magazinflügel der alten Stadtbibliothek am Obermaintor.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 203, verfasst von: Hans-Otto Schembs (redigierte Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon).
Lexika:
Roderich von Stintzing in: ADB 6 (1877), S. 757-759.
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Heyden, S. 425-430.
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Andreas Karg in: HRG, 2. Aufl., Bd. 1 (2008), Sp. 1570-1572.
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Heinz F. Friederichs in: NDB 5 (1961), S. 120f.
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Richel, S. 146f.
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Schrotzenberger, S. 67.
Literatur:
Jung, Rudolf: Zur Enststehung der Ffter Artikel von 1525/Dr. Johann Fichard. Zwei Abhandlungen. In: AFGK III, 2 (1889).
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Sünderhauf, Esther Sophia: Von der Wahrnehmung zur Beschreibung. Johann Fichards „Italia“ (1536/37). In: Böhme u. a. (Hg.): Übersetzung u. Transformation 2007, S. 425-453.
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Ebrard: Stadtbibliothek 1896, S. 111.
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Fft. isches Archiv für ältere dt. Litteratur 2 (1812), S. 1-53.
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Wagner, August: Johann Fichard (1512-1581). Syndicus und Rechtsgelehrter in Fft. In: FLS 1964, H. 2, S. 32-35, 45 u. 47.
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Horne: Denkmäler 1904, S. 31-33.
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Dr. Johann Fichards Annalen. In: Jung: Ffter Chroniken d. Reformationszeit 1888, S. XX-XXII, 231-278.
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Hagen Hof in: Kleinheyer/Schröder: Juristen 2008, S. 139-143.
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Pollmer-Schmidt: Dt. Gemälde 1550-1725 im Städel 2021, T. 2, S. 588-599; vgl. auch S. 604.
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Dudde, Daniel: Der Ffter Stadtsyndikus Johann v. Fichard im Bildnis. Zugl. ein Beitrag zur Rekonstruktion des aus Holzhausen-Besitz stammenden Porträt-Albums v. Joachim Andreas Sauer. Unter Mitarb. v. Susanne Olms, Lena Schömann u. Lisa Chalco Bock. In: Sander (Hg.): Die Welt im Bildnis 2020, S. 64-71.
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Lersner, Heinrich von: Dr. Johann Fichard, der Gesetzgeber Fft. s. In: Vaterland auf dem Römerberg u. Roßmarkt 1975, S. 67-71.
Quellen:
ISG, S2/500.
Internet:
Ffter Patriziat, 19.3.2024.
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Städel, 31.1.2025.
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Wikipedia, 7.11.2014.
GND: 116489286 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Schembs, Hans-Otto: Fichard, Johann (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2592.
Stand des Artikels: 18.8.2017
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 11.2014
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. November 2014.