Hessemer (auch: Heßemer), Friedrich August Wilhelm Maximilian. Prof. Architekt. Dichter.
* 24.2.1800 Darmstadt, † 1.12.1860 Ffm.
Jugendfreund von Gervinus. Studium in Gießen (1817-19); während dieser Zeit Burschenschafter, zumal die Brüder Follen, die Anführer der Gießener Schwarzen, seine Vettern waren. Von 1820 bis 1822 Ausbildung zum Architekten bei seinem Onkel, dem Oberbaurat Georg Moller (1786-1852), in Darmstadt. Dann Distriktsbaumeister in Oberhessen. Während eines Aufenthalts in Rom (seit 1827) erreichte H. der Ruf an das Ffter Städel. Nach einer Ägyptenreise trat er 1830, also etwa gleichzeitig mit Philipp Veit, seine Stellung dort an. Bis zu seinem Tod wirkte H. als Professor für Baukunst am Städelschen Kunstinstitut in Ffm. Einen ehrenvollen Ruf nach Dresden schlug er aus. Zu seinen Schülern zählten u. a. Otto Cornill und Franz von Hoven.
1848 Mitglied der Ffter Constituante.
Freimaurer, u. a. Meister vom Stuhl der Loge zur Einigkeit. Mitglied der „Tutti Frutti“ und Mitbegründer der „Katakomben“ als künstlerisch-literarisch orientierter Männergesellschaften. Hier wie überall trat H. als begeisterter Redner und Vortragskünstler mit eigenen Dichtungen auf, so dass bei Tisch der Spruch zum geflügelten Wort wurde: „Erst esse mer, dann Hessemer!“
Als Vertreter eines romantischen Baustils konnte sich H. nicht gegen Stadtbaumeister Friedrich Hess durchsetzen, und so stammen nur wenige, dem sanktionierten Architekturstil angepasste Bauten in Ffm. von H., etwa der Erweiterungsbau des Städelschen Kunstinstituts in der Neuen Mainzer Straße (1833), das Haus der Gräfin Bose in der Neuen Mainzer Straße 54, das Haus Hochstraße 42 und der Umbau des Hofes Goldstein. Zur vollen Entfaltung kam H.s individuelle Auffassung von Baukunst lediglich in dem 1842 errichteten Mausoleum für die Gräfin von Reichenbach-Lessonitz auf dem Ffter Hauptfriedhof. Nicht verwirklicht wurden seine Entwürfe zum Ausbau des Domturms und der Alten Börse (Entwürfe im Städel erhalten). Mit Hilfe von H.s Veröffentlichungen zur Architektur (u. a. „Arabische und altitalienische Bauverzierungen“, 1842; „Neue Arabesken“, 1854) konnten sich jedoch seine Nachfolger seinen Baustil zueigen machen und zur Ausführung bringen. Aufsätze zur Ffter Architekturgeschichte, u. a. im „Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst“. Zudem versuchte sich H. als vaterländischer Dichter (u. a. „Deutsch-christliche Sonette“, 1845, zur deutsch-katholischen Frage mit einem Widmungssonett an Gervinus).
Porträtiert von seinem Schwiegersohn Julius Hamel.
Grabdenkmal mit einem Porträtmedaillon (von Johann Nepomuk Zwerger, 1863) auf dem Ffter Hauptfriedhof.
Im Städel befinden sich H.s mit architektonischen Zeichnungen versehene Berichte von seinen Reisen nach Italien und Ägypten (501 Blatt). Seinen dichterischen Nachlass veröffentlichte seine Witwe (1891).
1848 Mitglied der Ffter Constituante.
Freimaurer, u. a. Meister vom Stuhl der Loge zur Einigkeit. Mitglied der „Tutti Frutti“ und Mitbegründer der „Katakomben“ als künstlerisch-literarisch orientierter Männergesellschaften. Hier wie überall trat H. als begeisterter Redner und Vortragskünstler mit eigenen Dichtungen auf, so dass bei Tisch der Spruch zum geflügelten Wort wurde: „Erst esse mer, dann Hessemer!“
Als Vertreter eines romantischen Baustils konnte sich H. nicht gegen Stadtbaumeister Friedrich Hess durchsetzen, und so stammen nur wenige, dem sanktionierten Architekturstil angepasste Bauten in Ffm. von H., etwa der Erweiterungsbau des Städelschen Kunstinstituts in der Neuen Mainzer Straße (1833), das Haus der Gräfin Bose in der Neuen Mainzer Straße 54, das Haus Hochstraße 42 und der Umbau des Hofes Goldstein. Zur vollen Entfaltung kam H.s individuelle Auffassung von Baukunst lediglich in dem 1842 errichteten Mausoleum für die Gräfin von Reichenbach-Lessonitz auf dem Ffter Hauptfriedhof. Nicht verwirklicht wurden seine Entwürfe zum Ausbau des Domturms und der Alten Börse (Entwürfe im Städel erhalten). Mit Hilfe von H.s Veröffentlichungen zur Architektur (u. a. „Arabische und altitalienische Bauverzierungen“, 1842; „Neue Arabesken“, 1854) konnten sich jedoch seine Nachfolger seinen Baustil zueigen machen und zur Ausführung bringen. Aufsätze zur Ffter Architekturgeschichte, u. a. im „Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst“. Zudem versuchte sich H. als vaterländischer Dichter (u. a. „Deutsch-christliche Sonette“, 1845, zur deutsch-katholischen Frage mit einem Widmungssonett an Gervinus).
Porträtiert von seinem Schwiegersohn Julius Hamel.
Grabdenkmal mit einem Porträtmedaillon (von Johann Nepomuk Zwerger, 1863) auf dem Ffter Hauptfriedhof.
Im Städel befinden sich H.s mit architektonischen Zeichnungen versehene Berichte von seinen Reisen nach Italien und Ägypten (501 Blatt). Seinen dichterischen Nachlass veröffentlichte seine Witwe (1891).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 326f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
W. Stricker in: ADB 50 (1905), S. 281f.
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Brümmer 1913, Bd. 3, S. 191f.
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Dessoff, S. 58f.
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Schrotzenberger, S. 108.
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Thieme/Becker 16 (1923), S. 596.
Literatur:
Friedrich Maximilian Hessemer. Ein Ffter Baumeister in Ägypten 2001.
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Grolman: Friedrich Maximilian Heßemer 1920.
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Adolf von Grolman in: Hess. Biographien 2 (1927), S. 335-338.
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Kat. Romantik im Rhein-Main-Gebiet 2015, bes. S. 121, 260f., 270f.
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Rehbaum: Sog der Ferne 2020, S. 122-128.
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Vogt: Bürgerhäuser 1970, S. 74-76.
Quellen:
ISG, S2/2. 059.
GND: 119309378 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Hessemer, Friedrich Maximilian. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2580.
Stand des Artikels: 2.8.1989