Wilhelm von Gwinner
Fotografie [aus Ffter Kirchen-Kalender für die evangelischen Stadt- und Landgemeinden des Konsistorialbezirks Ffm. 30 (1918), S. 20].
© Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Ffm. (Sign. Na 50, Spez. 15).
Gwinner, Wilhelm Robert Franz (seit 1908: von). Psd.: Natalis Victor. Geheimer Regierungsrat. Dr. jur. et phil. Jurist. Schriftsteller.
* 17.10.1825 Ffm., † 27.1.1917 Ffm.
Sohn von Philipp Friedrich G. und dessen Ehefrau Catharina Maria Christi(a)ne Friederike, geb. von Rolland (1800-1887). Vater von Arthur (von) G.
Besuch des Gymnasiums in Ffm. Seit 1844 Studium der Rechtswissenschaft in Jena und Heidelberg. 1847 Promotion. Zunächst zweijährige Tätigkeit als Advokat in Ffm. Seit 1849 erneutes Studium, jetzt der Philosophie und Theologie, wahrscheinlich in Tübingen, abgeschlossen mit der Promotion. Später Eintritt in den Dienst der Freien Stadt Ffm., zunächst als Sekretär des Appellationsgerichts, später als Stadtgerichtsrat (1865-66) und zuletzt als Landgerichtsdirektor. Befreundet mit Theodor Creizenach, Heinrich Hoffmann und Ludwig Braunfels.
Ehrenamtliche Tätigkeit für die evangelisch-lutherische Kirche, u. a. als Senior des Gemeindevorstands (1880-82) und Direktor des Konsistoriums (1882/83-Ende 1899) sowie als langjähriges Mitglied im Vorstand der Weißfrauengemeinde.
Daneben schriftstellerische Arbeit. Aus seiner Freundschaft mit Schopenhauer (seit 1854), der G. dann als seinen Testamentsvollstrecker einsetzte und ihm seine Bibliothek vermachte, entsprang G.s Hauptwerk, die Biographie „Arthur Schopenhauer aus persönlichem Umgange dargestellt. Ein Blick auf sein Leben, seinen Charakter und seine Lehre“ (1862, 2. Ausgabe 1878, 3. Ausgabe 1910, kritische, von der Enkelin Charlotte G. besorgte Ausgabe 1922, Neuausgabe 1963/87). Weitere Werke u. a.: „Diana und Endymion“ (Roman, veröffentlicht unter dem Pseudonym Natalis Victor, 1860) sowie „Goethes Faustidee nach der ursprünglichen Conception aufgedeckt und nachgewiesen (...)“, eine vor Auffindung der Handschrift angelegte Rekonstruktion des „Urfaust“, die jedoch erst 1892 erschien. Zehn handschriftliche Bände mit philosophischen Schriften, die G. erst 30 Jahre nach seinem Tod herausgegeben wissen wollte, gingen durch Kriegseinwirkung 1945 in Berlin verloren.
Bestattet in der Familiengrabstätte G. auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann E an der Mauer 398a).
Die G.straße in Seckbach ist nach seinem Vater Philipp Friedrich G. und ihm benannt.
Besuch des Gymnasiums in Ffm. Seit 1844 Studium der Rechtswissenschaft in Jena und Heidelberg. 1847 Promotion. Zunächst zweijährige Tätigkeit als Advokat in Ffm. Seit 1849 erneutes Studium, jetzt der Philosophie und Theologie, wahrscheinlich in Tübingen, abgeschlossen mit der Promotion. Später Eintritt in den Dienst der Freien Stadt Ffm., zunächst als Sekretär des Appellationsgerichts, später als Stadtgerichtsrat (1865-66) und zuletzt als Landgerichtsdirektor. Befreundet mit Theodor Creizenach, Heinrich Hoffmann und Ludwig Braunfels.
Ehrenamtliche Tätigkeit für die evangelisch-lutherische Kirche, u. a. als Senior des Gemeindevorstands (1880-82) und Direktor des Konsistoriums (1882/83-Ende 1899) sowie als langjähriges Mitglied im Vorstand der Weißfrauengemeinde.
Daneben schriftstellerische Arbeit. Aus seiner Freundschaft mit Schopenhauer (seit 1854), der G. dann als seinen Testamentsvollstrecker einsetzte und ihm seine Bibliothek vermachte, entsprang G.s Hauptwerk, die Biographie „Arthur Schopenhauer aus persönlichem Umgange dargestellt. Ein Blick auf sein Leben, seinen Charakter und seine Lehre“ (1862, 2. Ausgabe 1878, 3. Ausgabe 1910, kritische, von der Enkelin Charlotte G. besorgte Ausgabe 1922, Neuausgabe 1963/87). Weitere Werke u. a.: „Diana und Endymion“ (Roman, veröffentlicht unter dem Pseudonym Natalis Victor, 1860) sowie „Goethes Faustidee nach der ursprünglichen Conception aufgedeckt und nachgewiesen (...)“, eine vor Auffindung der Handschrift angelegte Rekonstruktion des „Urfaust“, die jedoch erst 1892 erschien. Zehn handschriftliche Bände mit philosophischen Schriften, die G. erst 30 Jahre nach seinem Tod herausgegeben wissen wollte, gingen durch Kriegseinwirkung 1945 in Berlin verloren.
Bestattet in der Familiengrabstätte G. auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann E an der Mauer 398a).
Die G.straße in Seckbach ist nach seinem Vater Philipp Friedrich G. und ihm benannt.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 292, verfasst von: Sabine Hock (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).
Lexika:
Brümmer 1913, Bd. 3, S. 22.
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Kürschner: Lit. 1917, Sp. 587.
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Richel, S. 218.
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Schrotzenberger, S. 98.
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Wahlig: Straßennamen, S. 63.
Literatur:
Althammer: Grabstätten, 3. Aufl. 1994, S. 25, Nr. 94.
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Nachruf von Dechent in: Ffter ev. Kirchen-Kal. 30 (1918), S. 19-21.
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Gwinner: Lebenserinnerungen 1975, S. 12f., 21, 106.
Quellen:
Haus-Chronik der Familie Gwinner, begonnen von Philipp Friedrich Gwinner, 1812: ISG, Chroniken, S5/526.
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ISG, S2/2. 027.
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ISG, S2/8. 909 (Familie Gwinner).
GND: 116937742 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Gwinner, Wilhelm (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2462.
Stand des Artikels: 9.10.2014
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 10.2014
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Oktober 2014.