Ffter Kaufmanns- und Gelehrtenfamilie.
Die Familie des Weinhändlers Johann Daniel Valentin (1800-1847)
Reproduktion eines Ölgemäldes (um 1838/39; Original zuletzt in Familienbesitz, nach 1945 verloren).
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 14672).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 498f., verfasst von: Silvia Stenger (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Silvia Stenger).
3 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.
Valentin, Caroline
Caroline Valentin
Fotografie von Otto Fiebig.
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 14673).
Musikstudium am Hoch’schen Konservatorium.
Mitglied des Ffter Bildungsvereins, im Verein für Volkskindergärten (bis 1883) und des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins.
Im Auftrag des Vereins für Geschichte und Altertumskunde veröffentlichte V. ihr Hauptwerk „Geschichte der Musik in Ffm. vom Anfange des XIV. Jahrhunderts bis zum Anfange des XVIII. Jahrhunderts” (1906). Mitarbeiterin bei verschiedenen Fachzeitschriften, u. a. den von der Gesellschaft für Musikforschung herausgegebenen „Monatsheften für Musikgeschichte“. Verfasserin von kultur- und musikhistorischen Aufsätzen, u. a. für die FZ, sowie Beiträgen für die „Allgemeine Deutsche Biographie“ (ADB). Beteiligt an der Planung für eine „Ffter Biographie“ im Auftrag der Ffter Historischen Kommission.
Nachlass im ISG.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 499, verfasst von: Silvia Stenger (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Silvia Stenger).
GND: 117340006 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 31.3.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 04.2015
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. April 2015.
Valentin, Veit (1842-1900)
Veit Valentin
Fotografie (aus dem Nachlass der Familie Valentin im ISG, Sign. S1/1).
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 14679).
Studium in Göttingen. Promotion mit einer Abhandlung über „Die Bildung des koptischen Nomens”. Von 1863 bis 1865 wissenschaftlicher Gehilfe bei dem Archäologen Eduard Gebhardt in Berlin. Anschließend ein Jahr lang Hauslehrer bei einer Arztfamilie in Paris. 1866 Rückkehr nach Ffm. und Tätigkeit als Privatlehrer bei verschiedenen Ffter Familien. Trotz fehlenden Examens 1871 Anstellung als Lehrer an der Wöhler-Realschule. 1888 Habilitation mit einer Arbeit über die „Große Feuerspritze”.
Seit 1885 Vorsitzender des Akademischen Gesamtausschusses beim Freien Deutschen Hochstift. Durch Neuorganisation (regelmäßige Mitgliedersitzungen, Festvorträge zu Jubiläen, Anwerben von Lehrkräften aus den umliegenden Universitäten für Vorträge u. a.) verhalf V. dem Hochstift zu neuem Ansehen. Seit 1890 Mitglied im Vorstand der Goethegesellschaft.
Zahlreiche Veröffentlichungen in diversen Fachzeitschriften zur Goetheforschung sowie über Kunst, Ästhetik, Poetik u. a. Als V.s bedeutendstes Werk gilt „Goethes Faustdichtung in ihrer künstlerischen Einheit dargestellt” (1894). Sein populärstes Buch ist „Kunst, Künstler und Kunstwerke in Ffm.” (1889). Ferner erschienen von V.: „Venus von Milo” (Monographie, 1872), „Die Städelsche Galerie zu Ffm. in ihren Meisterwerken” (1877), „Die klassische Walpurgisnacht” (1891), „Goethes Faustdichtung in ihrer künstlerischen Einheit dargestellt” (1894), „Erläuterungen zu Goethes Faust” (1897) u. a.
Seit 1893 Mitherausgeber der neuen „Deutschen Schulausgaben” (Anleitungen für die Behandlung klassischer Literaturwerke im Schulunterricht).
1899 Falkenorden I. Klasse, verliehen durch den Großherzog von Weimar.
Nachlass im ISG. Materialsammlungen, Manuskripte und Vorträge in der UB Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 499, verfasst von: Silvia Stenger (redigierte Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon).
GND: 117442445 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 2.4.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 04.2015
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. April 2015.
Valentin, Veit (1885-1947)
Veit Valentin
Fotografie (aus dem Nachlass der Familie Valentin im ISG, Sign. S1/1).
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 14684).
Seit 1903 Geschichtsstudium in Heidelberg bei dem Neurankeaner Erich Marcks. 1906 Promotion mit einer Arbeit über Ffm. vor der Revolution von 1848 (erweitert zu „Ffm. und die Revolution von 1848/49“, 1908). 1910 Habilitation an der Freiburger Universität mit einer biographischen Studie über Karl von Leiningen, den ersten Präsidenten des Ffter Reichsministeriums von 1848. Privatdozent, seit 1916 außerordentlicher Professor an der Universität Freiburg. Ab 1912 für zwei Jahre beurlaubt zu Archivstudien im Geheimen Staatsarchiv in Berlin. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs als „nicht kriegsverwendungsfähig” gemustert. Einsatz bei der Postzensur und im Pressebüro der Armee, später im Auftrag des Auswärtigen Amts in Berlin für eine Darstellung der deutschen Außenpolitik vor 1914. V.s kritische Haltung zu den deutschen Expansionsplänen brachte ihn in Opposition zum Alldeutschen Verband, dessen Vorstandsmitglied der Prorektor der Freiburger Universität Georg von Below war. Unbedachte Äußerungen V.s über Großadmiral Tirpitz und den uneingeschränkten U-Bootkrieg gegenüber dem Herausgeber der Süddeutschen Monatshefte, Paul Cossmann, beschworen den sogenannten „Fall V.” herauf: Der von Cossmann angestrengte Prozess endete mit einem Vergleich. V., inzwischen zermürbt durch öffentliche Hetzkampagnen, gab schließlich der Forderung der Alldeutschen nach einem freiwilligem Verzicht auf seine Venia Legendi nach. Hinwendung zum Linksliberalismus: seit 1918 Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei, Mitwirkung bei der „Liga für Menschenrechte”, von 1926 bis 1933 Mitherausgeber der pazifistischen „Friedens-Warte”. Seit 1920 Archivrat im Reichsarchiv in Potsdam. Daneben Vorlesungen an der Berliner Handelshochschule und an der Hochschule für Politik. 1933 Entlassung aus dem Reichsdienst aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. 1935 Emigration nach London, wo V. ein zeitlich befristeter Lehrstuhl am University College angeboten worden war. Bei Beginn des Zweiten Weltkriegs Beendigung der Lehrerlaubnis. Auswanderung nach Amerika. Vortragsreisen im Auftrag des Institute of International Education und Stipendium der Fletcher School of Law and Diplomacy für eine Studie über Bismarck, Bleichröder und die Rothschilds während der Bismarck-Ära. Später wissenschaftlicher Mitarbeiter der Library of Congress in Washington zur Erforschung der Schicksale deutscher Emigranten in Amerika. 1945 Aktenstudium der NS-Verbrechen in deutschen und englischen Archiven zur Vorbereitung der Nürnberger Prozesse im Auftrag des amerikanischen Kriegsministeriums; während dieser Zeit auch Besuch bei der Schwester Klara in Ffm. 1946 Veröffentlichung eines Aufrufs zu Lebensmittelspenden an deutsche Pazifisten in mehreren amerikanischen Zeitungen im Auftrag der Liga für Menschenrechte.
Zahlreiche Publikationen. V.s bedeutendstes Werk ist die „Geschichte der deutschen Revolution von 1848/49” (2 Bände, 1930/31), ein erstmaliger Versuch, neben den personenbezogenen und politisch-diplomatischen Bedingungen auch die soziologischen und kulturgeschichtlichen Hintergründe der Deutschen Nationalversammlung zu untersuchen. Weitere Werke: „Fürst Leiningen und das deutsche Einheitsproblem” (1910) und die „Geschichte der Deutschen” (2 Bände, 1947).
Nachlass im ISG. Teilnachlass, bestehend aus Briefen des Historikers Erich Marcks und des Juristen Herbert Kraus, im Bundesarchiv in Berlin.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 499-501, verfasst von: Silvia Stenger (redigierte Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon).
GND: 118803735 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Stand des Artikels: 2.4.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 04.2015
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. April 2015.
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Die Autorenangabe bezieht sich auf den Artikel über die Familie. Die Angaben zu Autoren der hier ebenfalls dargestellten Personenartikel finden Sie, indem Sie auf die Namen der einzelnen Personen klicken.
Stand des Artikels: 28.9.2020
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 4.2015
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. April 2015.