Thamer, Theobald. Prof. Dr. theol. Theologe. Fachschriftsteller.
* nach 1500 Oberehnheim/Elsass, † 23.5.1569 Freiburg/Breisgau.
Ab 1534 Studium in Wittenberg, zunächst der Philosophie, später der Theologie unter Melanchthon und Luther. 1543 Pfarrer an der Marburger Elisabethkirche und Theologieprofessor an der evangelischen Landesuniversität Marburg. Aufgrund seiner stark von der Reformation abweichenden Auffassungen wurde T. vom Lehr- und Pfarramt zuerst beurlaubt und schließlich suspendiert. Zwischen 1550 und 1553 hielt er sich in Ffm. auf, wo er von den radikalen protestantischen Reformern um Hartmann Beyer heftig angegriffen wurde. Als Erwiderung schrieb er daraufhin den „Wahrhaftigen Bericht Theobaldi Thameri von den Injurien und Lästerungen, die ihm die Lutherischen deshalb falsch und unchristlich zugemessen, daß er in den Glauben mit guten Werken des Menschen Gerechtigkeit setzet und in St. Bartholomes Stiftskirche zu Ffm. diesen also bis ins dritte Jahr gepredigt und bekannt hat“. Im Anschluss an seinen Ffter Aufenthalt reiste T. nach Italien und trat dort zum katholischen Glauben über. Zuletzt als Theologieprofessor in Freiburg.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 469, verfasst von: Reinhard Frost.
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Lexika:
Franz Xaver Kraus in: ADB 37 (1894), S. 650.
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Thamer, Theobald. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1469.
Stand des Artikels: 24.4.1995