Spiegel, Magda. Opernsängerin.
* 3.11.1887 Prag, ▭ † nach 19.10.1944 KZ Auschwitz.
S. stammte aus einer Prager jüdischen Familie.
Seit 1913 am Düsseldorfer Opernhaus engagiert, wurde sie im August 1917 als erste Altistin an die Ffter Oper verpflichtet, der sie bis zu ihrem zwangsweisen Rückzug von der Bühne im September 1935 angehörte. S. war ein Star des Ffter Ensembles, sowohl im deutschen und italienischen Opernfach als auch im Konzert- und Liedgesang. Namentlich als Interpretin der großen Wagner-Altpartien genoss sie besondere Wertschätzung, die ihr auch auf zahlreichen Gastspielreisen zuteilwurde. Am 26.6.1935 nahm S. mit der Ortrud aus Wagners „Lohengrin” ihren Abschied von der Bühne. Ihr Vertrag war im August 1933 noch einmal um zwei Jahre verlängert worden, aufgrund ihrer jahrzehntelangen Zugehörigkeit zur deutschen Bühne und vor allem der Tatsache, dass sie durch eine gleichwertige Kraft künstlerisch nicht zu ersetzen war. Trotzdem musste die Sängerin schon in diesen beiden Jahren zahlreiche persönliche und berufliche Erniedrigungen hinnehmen, sei es durch haltlose Verleumdungen oder dadurch, dass man sie mehrmals zwang, kleinste Anfängerrollen zu übernehmen. Nach 1935 konnte sie zwar noch eine Teilrente erstreiten, doch verschlechterten sich ihre Lebensumstände zusehends. Die drohende Deportation vor Augen, konvertierte sie Anfang 1942 zum Katholizismus, obwohl sie bereits seit 1904 evangelisch getauft war. Im September 1942 wurde sie in das Lager Theresienstadt eingeliefert, von wo sie im Oktober 1944 nach Auschwitz transportiert wurde. Ihr genaues Todesdatum ist unbekannt.
Porträtbüste (wahrscheinlich von Emil Hub; aus dem Nachlass S.s) im Foyer der Ffter Oper.
Auf der Gedenktafel (von Clemens M. Strugalla, 2005) der Städtischen Bühnen für ihre Angehörigen, die der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime zum Opfer fielen, ist auch der Name von Magda S. genannt.
2024 „Ein Abend für Magda Spiegel” im Rahmen des Festivals „Mitten am Rand” in der Alten Oper.
Magda-S.-Weg in der Siedlung Altkönigblick auf dem Riedberg.
Seit 1913 am Düsseldorfer Opernhaus engagiert, wurde sie im August 1917 als erste Altistin an die Ffter Oper verpflichtet, der sie bis zu ihrem zwangsweisen Rückzug von der Bühne im September 1935 angehörte. S. war ein Star des Ffter Ensembles, sowohl im deutschen und italienischen Opernfach als auch im Konzert- und Liedgesang. Namentlich als Interpretin der großen Wagner-Altpartien genoss sie besondere Wertschätzung, die ihr auch auf zahlreichen Gastspielreisen zuteilwurde. Am 26.6.1935 nahm S. mit der Ortrud aus Wagners „Lohengrin” ihren Abschied von der Bühne. Ihr Vertrag war im August 1933 noch einmal um zwei Jahre verlängert worden, aufgrund ihrer jahrzehntelangen Zugehörigkeit zur deutschen Bühne und vor allem der Tatsache, dass sie durch eine gleichwertige Kraft künstlerisch nicht zu ersetzen war. Trotzdem musste die Sängerin schon in diesen beiden Jahren zahlreiche persönliche und berufliche Erniedrigungen hinnehmen, sei es durch haltlose Verleumdungen oder dadurch, dass man sie mehrmals zwang, kleinste Anfängerrollen zu übernehmen. Nach 1935 konnte sie zwar noch eine Teilrente erstreiten, doch verschlechterten sich ihre Lebensumstände zusehends. Die drohende Deportation vor Augen, konvertierte sie Anfang 1942 zum Katholizismus, obwohl sie bereits seit 1904 evangelisch getauft war. Im September 1942 wurde sie in das Lager Theresienstadt eingeliefert, von wo sie im Oktober 1944 nach Auschwitz transportiert wurde. Ihr genaues Todesdatum ist unbekannt.
Porträtbüste (wahrscheinlich von Emil Hub; aus dem Nachlass S.s) im Foyer der Ffter Oper.
Auf der Gedenktafel (von Clemens M. Strugalla, 2005) der Städtischen Bühnen für ihre Angehörigen, die der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime zum Opfer fielen, ist auch der Name von Magda S. genannt.
2024 „Ein Abend für Magda Spiegel” im Rahmen des Festivals „Mitten am Rand” in der Alten Oper.
Magda-S.-Weg in der Siedlung Altkönigblick auf dem Riedberg.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 408, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Martini, Bd. 1, S. 246f., 288.
Literatur:
Becker, Claudia: in: Magda Spiegel Titelzusatz: Ausgrenzung und Verfolgung einer Opernsängerin im nationalsozialistischen Frankfurt Verfasserangaben: Claudia Becker 1. Verfasser: Becker, Claudia Umfang: S. 167-181
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Becker, Claudia: Magda Spiegel. Ausgrenzung und Verfolgung einer Opernsängerin im nationalsozialistischen Fft. In: AFGK 65 (1999), S. 167-181.
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Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 453.
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Becker: Magda Spiegel 2003.
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Bromberger/Mausbach: Frauen u. Fft. 1997, S. 71.
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Häfner: Abgelichtet! Stars in Fft. 2021, S. 16.
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Kasper/Schubert: Nach Frauen benannt 2013, S. 87.
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Sarkowicz: Hessen hat ein Gesicht 2013, S. 203-205.
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Schültke: Städt. Bühnen 1997, S. 78-80, 101f.
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Verstummte Stimmen 2011, S. 383-385.
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Wenzel/Kößling/Backhaus (Hg.): Jüd. Fft. 2020, S. 120.
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Zibell: Hessinnen 2019, S. 37-41, 367.
Quellen:
Zur Aufstellung der Magda-Spiegel-Büste im Foyer des Großen Hauses der Städtischen Bühnen, 20. 10. 1955: ISG, Kulturamt 1. 462, bes. f. 89, 92-94, 96, 99.
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ISG, PA 40. 895 u. 40. 896.
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ISG, S2/308.
GND: 122050584 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Spiegel, Magda. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1281.
Stand des Artikels: 6.9.1994