Direkt zum Inhalt
Zur Startseite
Startseite

Seitenmenü

Seitenmenü

  • Personensuche
  • Editorial
  • Neuerscheinungen
  • Aufnahmekriterien
  • Editionsprinzipien
  • Projektgeschichte
  • Technische Umsetzung
  • Autorinnen und Autoren
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Benutzeranmeldung

Pfadnavigation

  1. Startseite

Myller, Andreas

Myller (eigentl.: Müller), Andreas. Lehrer. Kantor. Komponist. * ca. 1575 Hammelburg/Unterfranken, ▭ 8.3.1608 Ffm.
M.s Geburtsdatum ist unbekannt. Nach eigenen Angaben stammte er aus Hammelburg („Hammelburgensis“), das damals zum Territorium der Reichsabtei Fulda gehörte. Zu M.s Abstammung und musikalischer Ausbildung ist ebenfalls nichts bekannt. Höchstwahrscheinlich hat er, wie sein älterer Landsmann, der Buchdrucker und Verleger Johannes Frobenius (um 1460 bis 1527), die Hammelburger Lateinschule (seit 1530 evangelische Ratsschule) besucht. Vor 1600 war M. vielleicht in der Grafschaft Hanau tätig: Seine Canzonetten von 1603 widmete er Johann Wildenberg, einem Hanau-Münzenbergischen Beamten („Keller“) auf der Burg Schwarzenfels in der heutigen Gemeinde Sinntal/Main-Kinzig-Kreis, wo die Kompositionen entstanden sein sollen. Sein erstes Werk, die „Teutsche(n) Balletten vnd Canzonette“, veröffentlichte M. 1600 bei Schönwetter in Ffm. Im Mai 1601 heiratete er als „Collega Vnd Cantor der lateinisch[en] Schuel allhie zue Barfüeß(ern)“ die Ffter Schulmeisterstochter Margaretha Lundorf (auch: Lundorp). Am 2.12.1601 bat er den Ffter Rat, seinen Schwiegervater Caspar Lundorf (auch: Lundorp; ?-1604), Lehrer am Gymnasium, unterstützen zu dürfen, „da er in der Music wohl erfahren sei“. Daraufhin erhielt er am 10.12.1601 die „Cantorey“ mit 16 Gulden Gehalt, dazu 64 Gulden vom Almosenkasten. Nach dem Tod von Jakob Hartmann, Kollaborant an der dritten Klasse des Gymnasiums, im Frühjahr 1602 bekam M. dessen Stelle. In seiner Canzonetten-Ausgabe von 1603 bezeichnet er sich als „Musicus ordinarius“ der Stadt Ffm. Als sein Schwiegervater Lundorf 1604 starb, wurde jedoch nicht M., sondern Daniel Schemichius dessen Nachfolger am Gymnasium. Laut Bürgermeisterbuch 1606 erhielt M. eine Extravergütung von 30 Gulden für die Vertretung zweier Lehrer.
Neben seiner Lehr- und Kantorentätigkeit war M. während der Messzeiten noch Schreiber am Leinwandhaus. Seit 1602 war er zudem als musikalischer Beirat und Korrektor der „Typographeia“ von Wolfgang Richter (?-1626) und Nicolaus Stein (?-1629) tätig. Außerdem scheint er ein „Musikkränzlein“ geleitet zu haben, einen Vorläufer des Collegium musicum. Den Mitgliedern des Kränzchens hat er seine Canzonetten-Ausgabe von 1608 gewidmet („der Music hochlöblichen Patronis und Moecenatibus tanquam jure haereditario und ererbtem Musik-Kräntzlein“): Johann Philipp Schade (Rechenschreiber), Jacob von Hayminsfeld gen. Güldenast („Hausmeister“; d. i. wahrscheinlich Melchior Goldast von Haiminsfeld), Gerhard Bi(e)n (Handelsmann, Ratsherr und Schöffe, ?-1622), Johann Martin Höcker und Bernhard Grawrock (Organist).
Werke: „Teutsche Balletten vnd Canzonette zu singen vnd auff Instrumenten zu gebrauchen, mit 4 Stimmen“ (erschienen bei Schönwetter in Ffm., 1600), „Newe Deutsche Weltliche Cantzonette, deren etliche auff ein besondere art der Italianischen Concerten gerichtet, vnd auff aller hand Musicalischen Instrumenten zu gebrauchen sindt, mit vier, fünff, sechs, sieben vnd acht Stimmen componirt (...)“ (gedruckt bei Wolfgang Richter und erschienen bei Nicolaus Stein in Ffm., 1603), ein achtzeiliges lateinisches Lobgedicht auf den mainzischen Kapellmeister Johann (auch: Jean, Jan) Le Febure († vor 1612) in dessen Motetten, die dem Mainzer Erzbischof Johann Schweikhardt von Cronberg (1553-1626) gewidmet waren (erschienen bei Wolfgang Richter in Ffm., 1607) und „Newe Teutsche Canzonetten mit dreyen Stimmen von den fürtrefflichsten Italianischen Componisten auff ihre Sprach componiret vnd hiebevor in Italia zusammen getruckt. An jetzo aber mit vnser Sprach den Teutschen Musicis, Instrumentisten vnd andern der Music Liebhabern zu Gefallen vnterlegt“ (posthum herausgegeben von M.s Schwager Michael Caspar Lundorf, gedruckt bei Wolfgang Richter und verlegt bei Nicolaus Stein in Ffm., 1608).

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Roman Fischer.

Lexika: Kersting-Meuleman, Ann/Cahn, Peter: Ffm. In: MGG Online, Juli 2021 (https://www. mgg-online. com/mgg/stable/401190, abgerufen am 3. 1. 2022).
Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. Unter Mitarb. zahlreicher Musikforscher (...) hg. v. Friedrich Blume. 17 Bde. Kassel/Basel 1949-86. Neuausgabe (2., völlig überarb. Aufl.): Hg. v. Ludwig Finscher. 10 Bde. (Sachteil), 18 Bde. (Personenteil) und ein Supplementband. Kassel/Stuttgart 1994-2008. Erschlossen, fortgesetzt, aktualisiert und erweitert als Online-Datenbank: MGG Online (unter: www.mgg-online.com). Kassel u. a. ab 2016.
| Richel, S. 408.
Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.
| Zedler: Universal-Lexicon 22 (1739), Sp. 197.
Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. 64 Bde. und 4 Supplementbde. Halle/Leipzig 1732-54.
Literatur: Berz: Notendrucker u. ihre Verleger in Ffm. von den Anfängen bis etwa 1630.
Berz, Ernst-Ludwig: Die Notendrucker und ihre Verleger in Ffm. von den Anfängen bis etwa 1630. Eine bibliographische und drucktechnische Studie zur Musikpublikation. Kassel 1970. (Catalogus musicus 5).
| Lübbecke: Buch u. Druck 1948, S. 149f.
Lübbecke, Fried: Fünfhundert Jahre Buch und Druck in Ffm. Ffm. 1948.
| Valentin: Musik 1906, S. 98-109, 197, 260.
Valentin, Caroline: Geschichte der Musik in Ffm. vom Anfange des XIV. bis zum Anfange des XVIII. Jahrhunderts. Ffm. 1906.
Quellen: Eintrag der Heirat mit Margaretha Lundorf, 25. 5. 1601: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbuch 3 (1574-1613), Bl. 256v.
ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbücher, Ffm., 1533-1848 bzw. 1849-1939.
Internet: Musik u. Musiker am Mittelrhein (MMM), 9.1.2022.
Musik und Musiker am Mittelrhein (MMM) 2, biografisches, orts- und landesgeschichtliches Nachschlagewerk, begr. v. Hubert Unverricht, zweite, völlig überarbeitete Ausgabe, hg. im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte v. Axel Beer, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz.
http://mmm2.mugemir.de/doku.php?id=myller
Hinweis: Artikel über Andreas Myller von Axel Beer.
| RISM, 9.1.2022.
Répertoire International des Sources Musicales (RISM; Internationales Quellenlexikon der Musik – International Inventory of Musical Sources), Zentralredaktion: Johann Wolfgang Goethe-Universität, Ffm.

GND: 122196708 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Fischer, Roman: Myller, Andreas. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/12585.


Stand des Artikels: 4.2.2022
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2022
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Januar 2022.
  • Startseite
  • Impressum

Ein Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung

Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Stiftung Niederländische Gemeinde Augsburger Confession

Kooperationspartner: Frankfurter Historische Kommission
Projektleitung: Sabine Hock
Herausgeber: Clemens Greve, Sabine Hock
Datenbankprogrammierung: Andreas Bombel
Gestaltung: Anja Müller-Ries

Bildnachweis für die Kopfleiste (v. l. n. r.): Hamman von Holzhausen (Hans Happ nach Conrad Faber von Creuznach/UB Ffm.), Arthur Schopenhauer (ISG), Friedrich Stoltze (ISG), Johann Wolfgang Goethe (Johann Heinrich Lips/FDH-FGM), Max Beckmann (ISG), Bertha Pappenheim (ISG), Eduard Rüppell (Pompeo Marchesi/Archiv der SGN als Dauerleihgabe im HMF/Foto: Sven Tränkner), Paul Ehrlich (ISG), Christian Egenolff (Johann Friedrich Schmidt nach dem Monogrammisten „M“/ISG), Karl der Große (Andreas Artur Hoferick nach Karl Eduard Wendelstadt/Foto: Wolfgang Faust), Franz Adickes (ISG), Liesel Christ (hr-Archiv/Foto: Kurt Bethke), Ernst May (ISG), Georg Philipp Telemann (Valentin Daniel Preisler nach Ludwig Michael Schneider/ISG).

© ab 2014 Frankfurter Bürgerstiftung und für die einzelnen Artikel bei den Autoren und/oder Institutionen.

Menü