Schnitzler, Georg August Eduard (seit 1913: von). Dr. jur. Wirtschaftsführer.
* 29.10.1884 Köln, † 24.5.1962 Basel.
Verheiratet mit Lilly von Sch., geb. von Mallinckrodt.
Jurastudium in Bonn, Leipzig und Berlin, abgeschlossen mit der Promotion in Leipzig (1907). Weltreise. Bankausbildung in Köln. 1912 Eintritt in die Höchster Farbwerke. Während des Ersten Weltkriegs Tätigkeit in deren Münchener Verkaufsbüro. Seit 1919 Prokurist der Farbwerke wieder in Höchst. Seit 1920 Leiter des Farbstoffverkaufs und stellvertretendes, seit 1924 ordentliches Vorstandsmitglied. Nachdem Sch. bereits 1920 die Leitung der Kaufmännischen Kommission in dem noch lockeren Zusammenschluss der größten deutschen Chemieunternehmen übernommen hatte, gestaltete er 1925 die Fusionsverträge zur IG Farbenindustrie AG mit. Er wurde 1926 ordentliches Vorstandsmitglied und 1927 Vorsitzender des Farbenausschusses der IG Farben. Das 1929 gegründete internationale Farbstoffkartell initiierte er seitens der IG Farben maßgeblich mit. Seit 1930 gehörte Sch. zum neu eingerichteten Zentralausschuss des IG-Vorstands. Er leitete die Baukommission für das neue Verwaltungsgebäude der IG Farben am Grüneburgpark, wo er dann seit 1931 seinen Amtssitz hatte. Seit 1930 SA-Hauptsturmführer. Am 20.2.1933 nahm Sch. an dem geheimen Treffen deutscher Industrieller und Finanziers im Hause Göring teil und überreichte dort einen Scheck über 400.000 Reichsmark zur Unterstützung von Hitlers Wahlkampf durch die IG Farben. Im Rahmen der „Arisierung” des IG-Aufsichtsrats 1937 trat Sch. in die NSDAP ein. Im Zweiten Weltkrieg betrieb er die Einverleibung der polnischen Chemiewerke (seit 1939) und die Übernahme der Aktienmehrheit an der französischen Farbenindustrie (1940-41) durch die IG Farben. 1942 Wehrwirtschaftsführer. 1945 Verhaftung durch die amerikanische Besatzungsmacht. In den Nürnberger Prozessen wurde Sch. im Juli 1948 nach dem Anklagepunkt „Raub und Plünderung” für schuldig befunden und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Bereits 1949 Haftentlassung. Seine letzten Lebensjahre widmete Sch. der Arbeit für die Deutsch-Ibero-Amerikanische Gesellschaft, als deren Präsident er 1962 starb.
1929 Deutscher Generalkommissar für die Weltausstellung in Barcelona.
Jurastudium in Bonn, Leipzig und Berlin, abgeschlossen mit der Promotion in Leipzig (1907). Weltreise. Bankausbildung in Köln. 1912 Eintritt in die Höchster Farbwerke. Während des Ersten Weltkriegs Tätigkeit in deren Münchener Verkaufsbüro. Seit 1919 Prokurist der Farbwerke wieder in Höchst. Seit 1920 Leiter des Farbstoffverkaufs und stellvertretendes, seit 1924 ordentliches Vorstandsmitglied. Nachdem Sch. bereits 1920 die Leitung der Kaufmännischen Kommission in dem noch lockeren Zusammenschluss der größten deutschen Chemieunternehmen übernommen hatte, gestaltete er 1925 die Fusionsverträge zur IG Farbenindustrie AG mit. Er wurde 1926 ordentliches Vorstandsmitglied und 1927 Vorsitzender des Farbenausschusses der IG Farben. Das 1929 gegründete internationale Farbstoffkartell initiierte er seitens der IG Farben maßgeblich mit. Seit 1930 gehörte Sch. zum neu eingerichteten Zentralausschuss des IG-Vorstands. Er leitete die Baukommission für das neue Verwaltungsgebäude der IG Farben am Grüneburgpark, wo er dann seit 1931 seinen Amtssitz hatte. Seit 1930 SA-Hauptsturmführer. Am 20.2.1933 nahm Sch. an dem geheimen Treffen deutscher Industrieller und Finanziers im Hause Göring teil und überreichte dort einen Scheck über 400.000 Reichsmark zur Unterstützung von Hitlers Wahlkampf durch die IG Farben. Im Rahmen der „Arisierung” des IG-Aufsichtsrats 1937 trat Sch. in die NSDAP ein. Im Zweiten Weltkrieg betrieb er die Einverleibung der polnischen Chemiewerke (seit 1939) und die Übernahme der Aktienmehrheit an der französischen Farbenindustrie (1940-41) durch die IG Farben. 1942 Wehrwirtschaftsführer. 1945 Verhaftung durch die amerikanische Besatzungsmacht. In den Nürnberger Prozessen wurde Sch. im Juli 1948 nach dem Anklagepunkt „Raub und Plünderung” für schuldig befunden und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Bereits 1949 Haftentlassung. Seine letzten Lebensjahre widmete Sch. der Arbeit für die Deutsch-Ibero-Amerikanische Gesellschaft, als deren Präsident er 1962 starb.
1929 Deutscher Generalkommissar für die Weltausstellung in Barcelona.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 320, verfasst von: Felix Blömeke.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Heine: IG Farben, S. 133-136.
Literatur:
Jörg Schilling in: AFGK 75 (2016): Akteure des Neuen Fft., S. 172f.
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Borkin: I. G. Farben 1978.
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Schreier/Wex: Hoechst AG 1990, S. 148.
Quellen:
ISG, S2/715.
GND: 129391662 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Blömeke, Felix: Schnitzler, Georg (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1114.
Stand des Artikels: 28.2.1995