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Schlosser, Peter

Schlosser, Hieronymus Peter. Dr. jur. utr. Advokat. Gelegenheitsdichter. * 4.3.1735 Ffm., † 11.9.1797 Ffm.
Sohn von Erasmus Carl Sch. und dessen Ehefrau Susanna Maria, geb. Orth (1703-1789). Bruder von Johann Georg Sch. Vater von Johann Friedrich Heinrich, gen. Fritz, und Christian Friedrich Sch. (1782-1829).
Seit 1757 Advokat in Ffm. Goethes Eltern hielten ihrem Sohn Sch. und dessen jüngeren Bruder Johann Georg als Vorbilder in Studium und Karriereaussichten vor. Als Goethe, der Sch. als „einen gründlichen und eleganten Rechtsgelehrten” schätzte, sich 1771 als Advokat in Ffm. niederließ, freundeten sich Sch. und sein Bruder mit ihm an und standen ihrem jungen Kollegen mit Rat und Hilfe zur Seite. Sch., der ein geistreicher Gelegenheitsdichter in lateinischer Sprache („Poemata”, 1775) war, schickte auch Goethe einmal lateinische Verse als Dank für ein Bild, möglicherweise ein von Goethe gezeichnetes Porträt Sch.s (vor 1775; in der Goethe-Sammlung von Johann Friedrich Heinrich, gen. Fritz, Sch.). Goethe antwortete ihm mit den Versen „Du dem die Musen von den Akten Stöcken...” („An Sch., als dieser in lateinischen Versen dem Dichter für ein Gemälde gedankt hatte”, 1774, erstmals veröffentlicht in Sch.s „Poemata” 1775; Originalhandschrift in der Goethe-Sammlung von Johann Friedrich Heinrich, gen. Fritz, Sch.). Sch.s ausgezeichnete Francofurtensiensammlung konnte Goethe später als Quelle für „Dichtung und Wahrheit” nutzen. Bei seinem Fft.-Aufenthalt 1814 wohnte Goethe im Hause von Sch.s Witwe Margaretha Rebecca Elisabeth, geb. Steitz (1749-1819).
Seit 1777 Ratsherr. 1786 und 1789 Jüngerer Bürgermeister. Seit 1792 Schöffe.
Als im Zuge der Besetzung Fft.s durch französische Revolutionstruppen die Leonhardskirche als Vorratsmagazin genutzt wurde und die um 1430 für die Kirche gefertigten Glasmalereien veräußert wurden, erwarb Sch. für seine umfangreichen Sammlungen 1792 fünf Scheiben aus den Fensterzyklen. Nach Sch.s Tod gelangten die fünf Kirchenfenster in den Besitz seines Sohnes Fritz Sch., der sie in dem von ihm 1825 als Sommersitz erworbenen Stift Neuburg in Heidelberg einbauen ließ. Aus dem Besitz des Stifts, das seit 1926 der Erzabtei Beuron gehört, wurden die Scheiben durch die Stadt Ffm., das Bistum Limburg und die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung 2016 zurückgekauft. Die fünf historischen Fenster („Verkündigung an Anna“, „Geburtshilfe des hl. Leonhard“, „Besuch der hl. Katharina beim Eremiten“, „Ehem. Standfigur der hl. Barbara“ und „Hl. Hieronymus mit dem Wappen der Ffter Patrizierfamilie Schwarzenberg“), ergänzt um ein weiteres aus dem Historischen Museum und eines aus dem Besitz des Bistums Limburg, sollten in der Leonhardskirche zum Abschluss der denkmalgerechten Sanierung (bis 2019) wieder eingesetzt werden.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 295, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Rudolf Jung in: ADB 31 (1890), S. 543f.
Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.
| Schrotzenberger, S. 219.
Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. 2., vermehrte u. verbesserte Aufl. Ffm. 1884.
Literatur: Jung: Stadtarchiv 1909, S. 204.
Jung, Rudolf: Das Ffter Stadtarchiv. Seine Bestände und seine Geschichte. Ffm. 1909. (Personen- und Sachindex im ISG vorhanden.)
Quellen: Frese, J.: Goethe und Hier. Pet. Schlosser. In: Mitteilungen d. Geschichtsvereins 5 (1879), H. 2 (Juli 1875), S. 281f.
Mittheilungen an die Mitglieder des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in Ffm. 7 Bde. Ffm. 1858-85.

GND: 117330205 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Schlosser, Peter. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1075.


Stand des Artikels: 31.5.1995

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Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Stiftung Niederländische Gemeinde Augsburger Confession

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Projektleitung: Sabine Hock
Herausgeber: Clemens Greve, Sabine Hock
Datenbankprogrammierung: Andreas Bombel
Gestaltung: Anja Müller-Ries

Bildnachweis für die Kopfleiste (v. l. n. r.): Hamman von Holzhausen (Hans Happ nach Conrad Faber von Creuznach/UB Ffm.), Arthur Schopenhauer (ISG), Friedrich Stoltze (ISG), Johann Wolfgang Goethe (Johann Heinrich Lips/FDH-FGM), Max Beckmann (ISG), Bertha Pappenheim (ISG), Eduard Rüppell (Pompeo Marchesi/Archiv der SGN als Dauerleihgabe im HMF/Foto: Sven Tränkner), Paul Ehrlich (ISG), Christian Egenolff (Johann Friedrich Schmidt nach dem Monogrammisten „M“/ISG), Karl der Große (Andreas Artur Hoferick nach Karl Eduard Wendelstadt/Foto: Wolfgang Faust), Franz Adickes (ISG), Liesel Christ (hr-Archiv/Foto: Kurt Bethke), Ernst May (ISG), Georg Philipp Telemann (Valentin Daniel Preisler nach Ludwig Michael Schneider/ISG).

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