Eduard Fucker
Fotografie (aus Reichshdb. 1930, S. 506).
© Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Ffm.
Fucker, Eduard Heinrich. Dr.-Ing. Architekt.
* 29.9.1888 Ffm., † 29.8.1950 Ffm.
Sohn des Kaufmanns und Immobilienmaklers Jacob (auch: Jakob) Heinrich F. (1852-1934) und dessen Ehefrau Auguste Franziska, geb. Mundt (1863-1929). Bruder von Otto F.
Von 1895 bis 1907 Besuch der Grundschule und des Goethe-Gymnasiums in Ffm. Von 1907 bis 1910 Studium an der TH Dresden. Anschließend Tätigkeit als Regierungsbauführer für das Landbauamt Leipzig und das Finanzministerium Dresden. 1910 Ankauf eines gemeinsam mit dem älteren Bruder Otto F. eingereichten Wettbewerbsentwurfs zur Gestaltung eines Molenkopfs mit terrassierter Anlage und Uhrturm im Ffter Osthafen für ein Honorar von 300 Mark. Nach F.s Plänen entstand 1916 das heute denkmalgeschützte Grabmal der Familie auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann II 201). Bereits 1915 erhielt F. den Titel eines Regierungsbaumeisters und führte im besetzten Belgien die Bauaufnahme und baugeschichtliche Untersuchung des Zisterzienserklosters Orval durch. Hieraus resultierte 1917 seine Promotion (vgl. seine Dissertation „Abtei Orval“, erschienen in: „Die Klosterbauten der Cistercienser in Belgien“, im Auftrag des Kaiserlichen Deutschen Generalgouvernements in Belgien hg. v. Paul Clemen u. Cornelius Gurlitt, 1916). Von 1917 bis 1920 Abteilungsleiter bei Wayss & Freytag in Neustadt/Haardt (heute Neustadt/Weinstraße). Von 1920 bis 1922 Vorstand der ostpreußischen Gräberbauämter Allenstein und Neidenburg zum Ausbau von Kriegerfriedhöfen in Frankenau, Skottau, Modlken, Schwedrich und Sanden. Anschließend Architekt und Bauleiter beim Reichsbankbaubüro in Berlin und Ffm. 1920 beteiligte sich F. mit Architekturzeichnungen und einem Modell an einer Ausstellung des Ffter Künstlerbunds. 1924 ließ er sich als selbstständiger Architekt in Ffm. nieder, wo 1925 sein Wettbewerbsentwurf für die Philippuskirche in der Siedlung Riederwald angekauft wurde.
In den folgenden Jahren arbeitete F. eng mit seinem älteren Bruder Otto zusammen, dessen städtische Atelierwohnung im Karmeliterkloster beiden als Büro diente. Sie beteiligten sich im Mai 1925 an einer Ausstellung Ffter Künstler im Kunstverein mit „architektonisch Neuland suchenden Zeichnungen“ (Robert Diehl). Für den Neubau des Klubhauses der renommierten Ffter Rudergesellschaft „Germania“ lieferten sie 1926, wahrscheinlich im Auftrag der Bauberatungsstelle des Hochbauamts, einen Entwurf. Auch außerhalb von Ffm. beteiligten sich an Wettbewerben, wie 1925/26 für den Neubau des „Dresdner Anzeigers“, wobei der mit dem Ffter Architekten Wilhelm Kreß eingereichte Entwurf in die engste Wahl kam. Außerdem wirkte F. häufig an der architektonischen Gestaltung von Veranstaltungen mit, u. a. dem „Fest der Farbe“ (1925) oder, gemeinsam mit seinem Bruder und Hans Leistikow, als künstlerischer Leiter des Schiffsfestzugs zur Brückenweihe der neuen Alten Brücke (1926) in Ffm. Für die große internationale Ausstellung „Musik im Leben der Völker“ (1927) schuf er die Innenräume des Weinrestaurants und konzipierte den Vergnügungspark. Zu seinem Repertoire gehörte auch die Raumgestaltung von Architekturausstellungen, etwa für „Das flache Dach“ (1928), oder die Konstruktion eines Kleinhauses mit raumteilenden Möbeln als Beitrag des Bunds Deutscher Architekten BDA zur Ausstellung „Die neue Wohnung und ihr Innenausbau“ auf der Ffter Frühjahrsmesse 1927 (mit Otto F. und Ludwig Bernoully). Das Hauptwerk der Brüder F. stellen die Wohnbauten im nördlichen Teil der Siedlung Riederwald zwischen Am Erlenbruch 102-128 und der Lassallestraße (1926/27) dar, die zum Siedlungsbauprogramm des Neuen Fft. unter Ernst May gehörten. 1927 schufen sie ein Doppelhaus in Eschersheim, Am Kirchberg 25/27, dessen eine Hälfte der Maler Hanns Ludwig Katz und seine Ehefrau, die Pianistin Franziska, geb. Ehrenreich, bewohnten. Aus Ablehnung der unklaren Haltung des Bunds Deutscher Architekten Ffm. gegenüber dem Hochbauamt bildeten die Brüder F. 1928 mit anderen Architekten zunächst „Die Gruppe“, traten aber bald ganz aus dem Ortsverband des BDA aus. Nach eigener Aussage wurde F. im Februar 1945 noch zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Begründern der neuen Ortsgruppe des Bunds Deutscher Architekten Ffm.
Mitglied des Bunds Deutscher Architekten BDA und des Ffter Künstlerbunds.
Kohle- und Kreidezeichnung „Bildnis E. Fucker“ (von Hanns Ludwig Katz, um 1930) im Besitz der Städtischen Galerie im Städelschen Kunstinstitut in Ffm.
Beigesetzt in der einst von ihm entworfenen Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann II 201).
Von 1895 bis 1907 Besuch der Grundschule und des Goethe-Gymnasiums in Ffm. Von 1907 bis 1910 Studium an der TH Dresden. Anschließend Tätigkeit als Regierungsbauführer für das Landbauamt Leipzig und das Finanzministerium Dresden. 1910 Ankauf eines gemeinsam mit dem älteren Bruder Otto F. eingereichten Wettbewerbsentwurfs zur Gestaltung eines Molenkopfs mit terrassierter Anlage und Uhrturm im Ffter Osthafen für ein Honorar von 300 Mark. Nach F.s Plänen entstand 1916 das heute denkmalgeschützte Grabmal der Familie auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann II 201). Bereits 1915 erhielt F. den Titel eines Regierungsbaumeisters und führte im besetzten Belgien die Bauaufnahme und baugeschichtliche Untersuchung des Zisterzienserklosters Orval durch. Hieraus resultierte 1917 seine Promotion (vgl. seine Dissertation „Abtei Orval“, erschienen in: „Die Klosterbauten der Cistercienser in Belgien“, im Auftrag des Kaiserlichen Deutschen Generalgouvernements in Belgien hg. v. Paul Clemen u. Cornelius Gurlitt, 1916). Von 1917 bis 1920 Abteilungsleiter bei Wayss & Freytag in Neustadt/Haardt (heute Neustadt/Weinstraße). Von 1920 bis 1922 Vorstand der ostpreußischen Gräberbauämter Allenstein und Neidenburg zum Ausbau von Kriegerfriedhöfen in Frankenau, Skottau, Modlken, Schwedrich und Sanden. Anschließend Architekt und Bauleiter beim Reichsbankbaubüro in Berlin und Ffm. 1920 beteiligte sich F. mit Architekturzeichnungen und einem Modell an einer Ausstellung des Ffter Künstlerbunds. 1924 ließ er sich als selbstständiger Architekt in Ffm. nieder, wo 1925 sein Wettbewerbsentwurf für die Philippuskirche in der Siedlung Riederwald angekauft wurde.
In den folgenden Jahren arbeitete F. eng mit seinem älteren Bruder Otto zusammen, dessen städtische Atelierwohnung im Karmeliterkloster beiden als Büro diente. Sie beteiligten sich im Mai 1925 an einer Ausstellung Ffter Künstler im Kunstverein mit „architektonisch Neuland suchenden Zeichnungen“ (Robert Diehl). Für den Neubau des Klubhauses der renommierten Ffter Rudergesellschaft „Germania“ lieferten sie 1926, wahrscheinlich im Auftrag der Bauberatungsstelle des Hochbauamts, einen Entwurf. Auch außerhalb von Ffm. beteiligten sich an Wettbewerben, wie 1925/26 für den Neubau des „Dresdner Anzeigers“, wobei der mit dem Ffter Architekten Wilhelm Kreß eingereichte Entwurf in die engste Wahl kam. Außerdem wirkte F. häufig an der architektonischen Gestaltung von Veranstaltungen mit, u. a. dem „Fest der Farbe“ (1925) oder, gemeinsam mit seinem Bruder und Hans Leistikow, als künstlerischer Leiter des Schiffsfestzugs zur Brückenweihe der neuen Alten Brücke (1926) in Ffm. Für die große internationale Ausstellung „Musik im Leben der Völker“ (1927) schuf er die Innenräume des Weinrestaurants und konzipierte den Vergnügungspark. Zu seinem Repertoire gehörte auch die Raumgestaltung von Architekturausstellungen, etwa für „Das flache Dach“ (1928), oder die Konstruktion eines Kleinhauses mit raumteilenden Möbeln als Beitrag des Bunds Deutscher Architekten BDA zur Ausstellung „Die neue Wohnung und ihr Innenausbau“ auf der Ffter Frühjahrsmesse 1927 (mit Otto F. und Ludwig Bernoully). Das Hauptwerk der Brüder F. stellen die Wohnbauten im nördlichen Teil der Siedlung Riederwald zwischen Am Erlenbruch 102-128 und der Lassallestraße (1926/27) dar, die zum Siedlungsbauprogramm des Neuen Fft. unter Ernst May gehörten. 1927 schufen sie ein Doppelhaus in Eschersheim, Am Kirchberg 25/27, dessen eine Hälfte der Maler Hanns Ludwig Katz und seine Ehefrau, die Pianistin Franziska, geb. Ehrenreich, bewohnten. Aus Ablehnung der unklaren Haltung des Bunds Deutscher Architekten Ffm. gegenüber dem Hochbauamt bildeten die Brüder F. 1928 mit anderen Architekten zunächst „Die Gruppe“, traten aber bald ganz aus dem Ortsverband des BDA aus. Nach eigener Aussage wurde F. im Februar 1945 noch zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Begründern der neuen Ortsgruppe des Bunds Deutscher Architekten Ffm.
Mitglied des Bunds Deutscher Architekten BDA und des Ffter Künstlerbunds.
Kohle- und Kreidezeichnung „Bildnis E. Fucker“ (von Hanns Ludwig Katz, um 1930) im Besitz der Städtischen Galerie im Städelschen Kunstinstitut in Ffm.
Beigesetzt in der einst von ihm entworfenen Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann II 201).
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Ulrike May.
Lexika:
AKL 46 (2005), S. 80f.
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Denkmaltop. Hauptfriedhof, S. 399, Nr. 201.
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Reichshdb. 1930/31, S. 506.
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Vollmer 2 (1955), S. 174.
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Zeller, S. 101.
Literatur:
Ulrike May in: AFGK 75 (2016): Akteure des Neuen Fft., S. 106f.
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Centralblatt der Bauverwaltung 35 (1915), Nr. 57, S. 374; 37 (1917), Nr. 68, S. 432.
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Das Neue Fft. 1 (1926/27), H. 4, S. 91; H. 7, S. 149 u. 179; 4 (1930), H. 4/5, S. 106.
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Margold (Hg.): Bauten d. Volkserziehung u. Volksgesundheit 1931, Nachdr. 1999, S. 306f.
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Mohr/Müller: Funktionalität u. Moderne 1984, S. 244.
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Risse: Frühe Moderne 1984, S. 196, 214, 248, 250.
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Rödel: Ing. 1983, S. 212.
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Schiedermair/Setzepfandt: Die Wiese auf dem Ffter Hauptfriedhof 2018, S. 30f.
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Ein Doppelhaus in Ffm. Architekten: O. und E. Fucker, Ffm. In: Stein, Holz, Eisen 43 (1929), Woche 24, 13. 6. 1929, S. 379-383.
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Der Wettbewerb des „Dresdner Anzeigers“. In: Wasmuths Monatshefte f. Baukunst 10 (1926), H. 6, S. 169.
Quellen:
BDA Hessen, Personalbogen.
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Diehl, Robert: Ausstellung der Ffter Künstlerschaft im Kunstverein. In: FN, 9. 5. 1925.
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HLA, Hess. Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Spruchkammerakten, Best. 520/F NB Nr. 315. 871 R. 4. 709 K. 3. 534.
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ISG, Bauaufsicht, Be- und Entwässerungspläne/Installationskammer Wasser, Sign. BA 2. 118 (Am Kirchberg 25/27).
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ISG, MA S 1. 765, Bd. 4.
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Landesmuseum Oldenburg, Nachlass Walter Müller-Wulckow, Sign. LMO-MW 45, 52.
GND: 125956207 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: May, Ulrike: Fucker, Eduard. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/10240.
Stand des Artikels: 24.7.2018
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2018
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Januar 2018.