Sachs, Jacob. Lehrer. Schulbesitzer und -leiter.
* 27.11.1769 oder 1773 Guttentag/Oberschlesien, † 14.3.1843 Ffm.
Talmudstudium in Glogau. Aus Berlin, wo er seine Studien fortgesetzt hatte, kam S. 1789 nach Ffm. Seit 1793 war er Lehrer im Hause Baruch, wo er Juda Löb Baruch, den späteren Publizisten Ludwig Börne, und dessen beide Brüder unterrichtete. S., der als Schüler von Moses Mendelssohn und David Friedländer eher fortschrittlich gesinnt war, musste sich verpflichten, die Geschwister Baruch streng orthodox zu erziehen; der Lehrstoff war größtenteils hebräisch, und die Jungen erhielten nur mangelhaften Deutschunterricht.
1804 gründete S. eine der ersten israelitischen Schulen in Ffm. Das Institut, das zur gleichen Zeit wie das Philanthropin entstand, konnte zunächst nur von Knaben, seit 1806 auch von Mädchen besucht werden. Seit seiner Heirat mit Friederike St. Goar (1777/78-1840) im Jahr 1807 leitete S. die Schule gemeinsam mit seiner Frau. Trotz anfänglicher Widerstände aus orthodoxen Kreisen war die „Jacob S.ische Bildungs- und Erziehungs-Anstalt für die israelitische Jugend” bald erfolgreich und angesehen. Wegen des hohen Schulgelds blieb der Besuch der Privatschule allerdings Kindern wohlhabender Eltern vorbehalten. 1810 erwarb S. das Anwesen in der Fischerfeldstraße 13 als Sitz des Instituts. Bekanntester Schüler war der spätere Komponist Ferdinand Hiller, der die S.’sche Bildungsanstalt von 1817 bis 1819 besuchte. Nach 1815 zunehmend behördlichen Schwierigkeiten ausgesetzt, wollte S. es nicht dulden, als sein Institut auf die Anzahl von 100 Zöglingen beschränkt werden sollte. Infolgedessen schloss er im Frühjahr 1823 die Schule. Ein Gesuch S.’ beim Senat um Aufnahme einer Tätigkeit als Handelsmann wurde 1825 abschlägig beschieden.
1804 gründete S. eine der ersten israelitischen Schulen in Ffm. Das Institut, das zur gleichen Zeit wie das Philanthropin entstand, konnte zunächst nur von Knaben, seit 1806 auch von Mädchen besucht werden. Seit seiner Heirat mit Friederike St. Goar (1777/78-1840) im Jahr 1807 leitete S. die Schule gemeinsam mit seiner Frau. Trotz anfänglicher Widerstände aus orthodoxen Kreisen war die „Jacob S.ische Bildungs- und Erziehungs-Anstalt für die israelitische Jugend” bald erfolgreich und angesehen. Wegen des hohen Schulgelds blieb der Besuch der Privatschule allerdings Kindern wohlhabender Eltern vorbehalten. 1810 erwarb S. das Anwesen in der Fischerfeldstraße 13 als Sitz des Instituts. Bekanntester Schüler war der spätere Komponist Ferdinand Hiller, der die S.’sche Bildungsanstalt von 1817 bis 1819 besuchte. Nach 1815 zunehmend behördlichen Schwierigkeiten ausgesetzt, wollte S. es nicht dulden, als sein Institut auf die Anzahl von 100 Zöglingen beschränkt werden sollte. Infolgedessen schloss er im Frühjahr 1823 die Schule. Ein Gesuch S.’ beim Senat um Aufnahme einer Tätigkeit als Handelsmann wurde 1825 abschlägig beschieden.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 231, verfasst von: Sabine Hock (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).
Lexika:
Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 301f., 591.
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Meidinger 1 (1845), S. 361f.
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Richel, S. 494.
Literatur:
Erinnerungen des Schülers Elias Ullmann zit. bei Reinhold Sietz: Ferdinand Hiller und Fft. In: AFGK 56 (1978), S. 56.
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Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. I, S. 208, 218, 250, 642 (nach Memorbuch, S. 1037, Nr. 94), 672 (nach ISG, Senatssuppl. 205/780 und Memorbuch, S. 1037, Nr. 94), 382; Bd. II, S. 83 (auch Anm. 84); Bd. III, S. 49 Anm. 38, 189, 340, 506.
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Dietz: Stammbuch d. Ffter Juden 1907, S. 251.
Quellen:
Didaskalia, Nr. 76, 17. 3. 1843, [S. 4].
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Nachruf in: Ffter Konversationsblatt, Nr. 86, 27. 3. 1843, S. 342-344; Nr. 87, 28. 3. 1843, S. 348.
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Sterbeeintrag von Friederike Sachs in: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Toten-/Sterbebuch 1840, S. 317, Nr. 580 vom 26. 6. 1840.
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ISG, Nachlassakten 1843/6. 878 (Sachs, Jacob, Partikulier [d. i. hier wahrsch. Rentner]).
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ISG, Ratssuppl. 1804, Bd. IV (Gesuch von Jacob Sachs, Arithmeticus aus Schlesien, um Erlaubnis zur Erteilung von Privatunterricht in der Rechenkunst, 1804).
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ISG, Ratssuppl. 1805, Bd. VI (Gesuch von Jacob Sachs aus Schlesien um Erlaubnis zum Aufenthalt und zur Erteilung von Unterricht in der Rechenkunst, 1805).
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ISG, Ratssuppl. 1806, Bd. IV (Gesuch von Jacob Sachs aus Schlesien um Erlaubnis zur Errichtung einer Lehranstalt für jüdische Kinder in seiner Wohnung, 1806).
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ISG, S2/9. 604.
Internet:
Hess. Biografie, 16.1.2018.
GND: 1032341823 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Sachs, Jacob. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/975.
Stand des Artikels: 29.1.2018
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 02.2018
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Februar 2018.