Gründer der Ffter Freien Gemeinde (1845).
Rau, Heribert Marquard Philipp Joseph. Kaufmann. Pfarrer. Theologe. Schriftsteller.
* 11.2.1813 Ffm., † 26.9.1876 Ffm.
Besuch der Ffter Musterschule. Trotz frühentwickeltem Interesse an Theologie, Philosophie, Geschichte und den Naturwissenschaften absolvierte R. auf väterlichen Wunsch eine kaufmännische Lehre. Auch als Kaufmann ging er seinen wissenschaftlichen Neigungen nach. Seit 1841 veröffentlichte er Gedichte, Novellen und historische Romane. Aufsehen erregte seine 1844 entstandene Erzählung „Freuden und Leiden eines commis voyageur“. In dieser Zeit schloss sich R. der freireligiösen (deutsch-katholischen) Bewegung an und gründete am 1.6.1845 die Ffter Freie Gemeinde (seit 1948: Unitarische Freie Religionsgemeinde). Versammlungort war das ehemalige Palais Mülhens in der Großen Eschenheimer Straße. Erster Gemeindepfarrer wurde Karl Kerbler. R. hatte zwar die freireligiöse Bewegung in Ffm. begründet, konnte als Laie aber nicht selbst den Gottesdienst versehen. Er hielt jedoch in der Gemeinde zahlreiche religiöse und kirchengeschichtliche Vorlesungen. 1846 begann R. schließlich ein Theologiestudium in Heidelberg, konnte nach Abschluss seines Studiums aber nicht in Ffm. wirken, da das deutsch-katholische Pfarramt bereits von Friedrich Wilhelm Flos besetzt war. R. betreute daraufhin als Pfarrer die deutsch-katholischen Gemeinden in Stuttgart (1847-50) und Mannheim (1850-56). Er kehrte 1856 nach Ffm. zurück und widmete sich ganz der schriftstellerischen Tätigkeit. Von 1868 bis 1874 übernahm er die Predigerstelle an der deutsch-katholischen Gemeinde in Offenbach.
1846 Mitglied der Ffter Gesetzgebenden Versammlung.
Zu R.s 100. Geburtstag 1913 wurde an seinem Wohnhaus im Gärtnerweg 57 eine Gedenktafel (nicht erhalten) angebracht.
1846 Mitglied der Ffter Gesetzgebenden Versammlung.
Zu R.s 100. Geburtstag 1913 wurde an seinem Wohnhaus im Gärtnerweg 57 eine Gedenktafel (nicht erhalten) angebracht.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 173, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
Gedenkbll. für Heribert Rau 1963.
Quellen:
ISG, S2/1. 509.
GND: 116362979 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Rau, Heribert. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/835.
Stand des Artikels: 12.1.1995