Sachsenhäuser Original („Quetsche-Lilli“).
Mühl, Lilli, verh. Müller-Mühl, gen. „Quetsche-Lilli“. Marktfrau.
* 24.5.1904 Ffm., † 30.1.1988 Ffm.
Die Sachsenhäuser Marktfrau erwarb sich ihren Beinamen „Quetsche-Lilli“ vermutlich in der frühen Nachkriegszeit, als sie die Sachsenhäuser Gastwirtschaften mit frischen Zwetschgen, Kräutern, Tomaten und Rettich aus eigenem Anbau belieferte und auf der Straße selbstgebackenen Zwetschgenkuchen feilbot. Ob ihres losen Mundwerks als Sachsenhäuser Original ebenso berühmt wie berüchtigt, galt die „Quetsche-Lilli“ als Attraktion auf dem seit 1953 wieder gefeierten Sachsenhäuser Brunnenfest, wobei es obligatorisch war, dass der amtierende Oberbürgermeister sie auf die Wange küssen musste. Nachdem sie sich stets für die Erhaltung der Sachsenhäuser Tradition eingesetzt hatte, verfolgte die „Quetsche-Lilli“ in ihren letzten Lebensjahrzehnten mit Bitterkeit die Kommerzialisierung und Verflachung Alt-Sachsenhausens zum reinen Amüsierviertel.
Seit ihrem vierten Lebensjahr wohnte M. in der Großen Rittergasse 61. Das kleine Haus aus dem 18. Jahrhundert versah sie stets, besonders aber während des Sachsenhäuser Brunnenfests, mit reichem Blumenschmuck.
Seit ihrem vierten Lebensjahr wohnte M. in der Großen Rittergasse 61. Das kleine Haus aus dem 18. Jahrhundert versah sie stets, besonders aber während des Sachsenhäuser Brunnenfests, mit reichem Blumenschmuck.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 160, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
Bast/Rieß: Ffter Geheimnisse 2017, S. 31-33.
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Porträts Ffter Senioren 1999, S. 39f.
Quellen:
ISG, S2/8. 179.
GND: 1202746918 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Mühl, Lilli. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/810.
Stand des Artikels: 20.12.1994