Wilhelm Pfeiffer(-Belli)
Porträtgemälde von Ottilie W. Roederstein (1911; im Besitz des HMF).
Foto: Horst Ziegenfusz.
© Historisches Museum Frankfurt (Inv.-Nr. B.1969.10).
Pfeiffer(-Belli), Wilhelm. Eigentl. Nachname (bis mindestens 1920): Pfeiffer. Prof. Dr. jur. Dr. phil. Theater- und Literaturhistoriker. Schriftsteller.
* 11.4.1870 Ffm., † 28.7.1938 Ffm.
Sohn von Christian Pfeiffer (1843-1916), Direktor der Schweizerischen Versicherungsanstalt in Ffm., und dessen Ehefrau Caroline Emilie, geb. Belli (1843-1908). Enkel von Georg Friedrich Bernhard Belli (1811-1882) und dessen Ehefrau Louise Franziska, geb. Seufferheld (1817-1893), Tochter des Kaufmanns und Mäzens Marquard Georg Seufferheld (1781-1848). Urenkel der Schriftstellerin Maria Belli-Gontard (1788-1883).
Besuch des Ffter Gymnasiums. Einjährig-freiwilliger Militärdienst in Straßburg. Studium von Jura und Philosophie in Straßburg, Heidelberg und Erlangen, zunächst abgeschlossen mit der Promotion zum Dr. jur. in Erlangen (1898). Um 1900 kurzzeitige kaufmännische Tätigkeit bei der Schweizerischen Versicherungsanstalt in Zürich. Fortsetzung des Studiums, nun mit dem Schwerpunkt der Literaturgeschichte, in Heidelberg, möglicherweise auch in Leipzig und Berlin, beendet mit der Promotion zum Dr. phil. in Heidelberg aufgrund einer Arbeit über Fouqués „Undine“ (1902). Aufgrund seiner Herkunft aus wohlhabenden Verhältnissen konnte sich P.(-B.) seitdem ganz seiner Neigung für Theater und Literatur widmen. Sein eigentlicher Berufswunsch, einmal Intendant einer großen Schauspielbühne zu werden, blieb jedoch unerfüllt. Zunächst hatte P.(-B.) als Schauspielervolontär am Hoftheater in Karlsruhe und als Regisseur am Stadttheater in Heidelberg begonnen. Im Frühjahr 1908 mit der Familie von Heidelberg nach Ffm. zurückgekehrt, lebte er hier als Privatgelehrter, zumal sich seine Hoffnung auf eine Anstellung als Direktor am Schauspielhaus zerschlug. Von 1911 bis 1914 und in den Zwanzigerjahren (1920, 1925/26) wirkte P.(-B.) als Dramaturg und Regisseur am Neuen Theater unter Arthur Hellmer. Zeitweise unterrichtete er an der Ffter Schauspielschule, nachweislich 1925/26 als Lehrer für Ensemblespiel. Außerdem hatte er seit den 1920er Jahren einen Lehrauftrag für Literaturgeschichte und Dramaturgie am Germanischen Seminar der Ffter Universität, wo er, zuletzt als außerordentlicher Honorarprofessor, bis etwa 1933 die theaterwissenschaftliche Abteilung leitete.
Seit 1906 Mitglied der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger.
Veröffentlichungen, insbesondere zum Ffter Theaterleben und zur Goetheforschung, u. a. „Dramaturgische Aufsätze“ (1912), „Schillers Beziehungen zum Ffter Theater“ (Aufsatz, 1916), „Die Dramen Goethes auf dem Theater seiner Vaterstadt 1775 bis 1832. Ein Beitrag zur Goethe-Dramaturgie“ (1929), „Die erste Ffter Faust-Aufführung. Zur Erinnerung an den 27. August 1829“ (1929) und „Ffter Goethestätten“ (1932).
Außerdem gab P.-B. die Erinnerungen „Das Puppenhaus, ein Erbstück in der Gontard’schen Familie“ von Carl Jügel neu heraus (1921).
Verheiratet (seit 1898) mit Olga P.(-B.), geb. Bender (1871-1959). Aus der Ehe stammten zwei Söhne, der Literaturhistoriker Wolfgang P.-B. (1900-1980) und der Journalist Erich P.-B. (1901-1989), und eine Tochter, Margit P.(-B., später verh. Taufkirch, 1904-?). Großvater der Schriftstellerin Silvia Tennenbaum (1928-2016).
Der ältere Sohn Wolfgang P.-B. (1900-1980), der in Ffm. Literaturwissenschaft studierte, über Thomas Murner promovierte (1927) und forschte, lebte als Privatgelehrter zunächst in Ffm., seit 1944 in Laubach. Er wurde mit seinen Arbeiten über die Barockliteratur und vor allem durch seine „Geschichte der deutschen Dichtung“ (1954) bekannt. Auch veröffentlichte er Studien zur Romantik, u. a. über Clemens Brentano (1948), und gab die Tagebücher des Grafen Kessler heraus.
Besuch des Ffter Gymnasiums. Einjährig-freiwilliger Militärdienst in Straßburg. Studium von Jura und Philosophie in Straßburg, Heidelberg und Erlangen, zunächst abgeschlossen mit der Promotion zum Dr. jur. in Erlangen (1898). Um 1900 kurzzeitige kaufmännische Tätigkeit bei der Schweizerischen Versicherungsanstalt in Zürich. Fortsetzung des Studiums, nun mit dem Schwerpunkt der Literaturgeschichte, in Heidelberg, möglicherweise auch in Leipzig und Berlin, beendet mit der Promotion zum Dr. phil. in Heidelberg aufgrund einer Arbeit über Fouqués „Undine“ (1902). Aufgrund seiner Herkunft aus wohlhabenden Verhältnissen konnte sich P.(-B.) seitdem ganz seiner Neigung für Theater und Literatur widmen. Sein eigentlicher Berufswunsch, einmal Intendant einer großen Schauspielbühne zu werden, blieb jedoch unerfüllt. Zunächst hatte P.(-B.) als Schauspielervolontär am Hoftheater in Karlsruhe und als Regisseur am Stadttheater in Heidelberg begonnen. Im Frühjahr 1908 mit der Familie von Heidelberg nach Ffm. zurückgekehrt, lebte er hier als Privatgelehrter, zumal sich seine Hoffnung auf eine Anstellung als Direktor am Schauspielhaus zerschlug. Von 1911 bis 1914 und in den Zwanzigerjahren (1920, 1925/26) wirkte P.(-B.) als Dramaturg und Regisseur am Neuen Theater unter Arthur Hellmer. Zeitweise unterrichtete er an der Ffter Schauspielschule, nachweislich 1925/26 als Lehrer für Ensemblespiel. Außerdem hatte er seit den 1920er Jahren einen Lehrauftrag für Literaturgeschichte und Dramaturgie am Germanischen Seminar der Ffter Universität, wo er, zuletzt als außerordentlicher Honorarprofessor, bis etwa 1933 die theaterwissenschaftliche Abteilung leitete.
Seit 1906 Mitglied der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger.
Veröffentlichungen, insbesondere zum Ffter Theaterleben und zur Goetheforschung, u. a. „Dramaturgische Aufsätze“ (1912), „Schillers Beziehungen zum Ffter Theater“ (Aufsatz, 1916), „Die Dramen Goethes auf dem Theater seiner Vaterstadt 1775 bis 1832. Ein Beitrag zur Goethe-Dramaturgie“ (1929), „Die erste Ffter Faust-Aufführung. Zur Erinnerung an den 27. August 1829“ (1929) und „Ffter Goethestätten“ (1932).
Außerdem gab P.-B. die Erinnerungen „Das Puppenhaus, ein Erbstück in der Gontard’schen Familie“ von Carl Jügel neu heraus (1921).
Verheiratet (seit 1898) mit Olga P.(-B.), geb. Bender (1871-1959). Aus der Ehe stammten zwei Söhne, der Literaturhistoriker Wolfgang P.-B. (1900-1980) und der Journalist Erich P.-B. (1901-1989), und eine Tochter, Margit P.(-B., später verh. Taufkirch, 1904-?). Großvater der Schriftstellerin Silvia Tennenbaum (1928-2016).
Der ältere Sohn Wolfgang P.-B. (1900-1980), der in Ffm. Literaturwissenschaft studierte, über Thomas Murner promovierte (1927) und forschte, lebte als Privatgelehrter zunächst in Ffm., seit 1944 in Laubach. Er wurde mit seinen Arbeiten über die Barockliteratur und vor allem durch seine „Geschichte der deutschen Dichtung“ (1954) bekannt. Auch veröffentlichte er Studien zur Romantik, u. a. über Clemens Brentano (1948), und gab die Tagebücher des Grafen Kessler heraus.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 135, verfasst von: Reinhard Frost.
Lexika:
Bergmann: Ffter Gelehrten-Hdb. 1930, S. 119.
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Kürschner: Lit. 1908, Sp. 1233 (unter Pfeiffer, Wilhelm); 1926, Sp. 744; 1937/38, Sp. 591.
Literatur:
Bader: Exlibris d. UB Gießen 2007, S. 180-188.
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Beckmann (Hg.): Ffter Schauspielschule 1930, S. 37.
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Nachruf in: Dt. Bühnen-Jb. 1939, S. 121.
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Pfeiffer-Belli: Junge Jahre im alten Fft. 1986, bes. S. 111-156.
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Siedhoff: Neues Theater 1985, S. 17, 92, 118 u. 132 sowie Nachweise einzelner Inszenierungen von Wilhelm Pfeiffer(-Belli) lt. Register, S. 485.
Quellen:
Nachlass des Sohnes Wolfgang Pfeiffer-Belli: ISG, S1/129.
Internet:
Hess. Biografie, 8.7.2016.
GND: 116140844 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard/Hock, Sabine: Pfeiffer(-Belli), Wilhelm. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/757.
Stand des Artikels: 29.7.2023
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 07.2016
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Juli 2016.