Walter Heyse in SS-Uniform
Fotografie (aus NS-Briefe 1934, S. 381).
Bildquelle: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Sign. R 4 Nr. 35354 D.
© unbekannt. In der Zeitschrift ist kein/-e Fotograf/-in genannt.
Heyse, Walter. Diplom-Volkswirt. Kommunalpolitiker.
* 17.6.1902 Paschkerwitz/Schlesien, † 6.1.1980 Ffm.
Sohn des evangelischen Pfarrers und Schulrats Bruno H. und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Stoermer. Verheiratet (seit 1935) mit Susanne H., geb. Gille. Eine Tochter: Karin.
Besuch des humanistischen Gymnasiums in Mühlhausen/Thüringen bis zum Abitur (1921). Daneben seit 1918 in der völkischen Jugendbewegung aktiv. Ausbildung an der Fachschule für Textilindustrie in Mühlhausen mit Meisterprüfung für Tuchweberei. Von Oktober 1921 bis 1924 kaufmännische Lehre im Garnhandel und in einer Strickwarenfabrik. Ab dem WS 1924/25 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Leipzig. Am 14.8.1925 Eintritt in die NSDAP und den NS-Studentenbund (NSDStB); später gehörte er auch der SS an. Ab dem SS 1925 Studium der Volks- und Betriebswirtschaft in Ffm. Seit dem WS 1925/26 Mitglied im völkischen Verein Deutscher Studenten (VDSt). Zuletzt NSDStB-Hochschulgruppenführer. 1928 Abschluss des Studiums mit dem Staatsexamen. Wie sein im ISG überlieferter Dienstkalender der Jahre 1927 bis 1936 zeigt, vernachlässigte H. ab dem SS 1927 den VDSt immer mehr (bis hin zum Austritt am 21.11.1929) und konzentrierte sich auf sein Fortkommen innerhalb der NS-Bewegung, zunächst (ab 1927) als Gaupressewart und Gauredner der NSDAP im Gau Hessen-Nassau-Süd in Ffm. Weitere Karriere in der NSDAP: seit 1.6.1929 hauptamtlicher Geschäftsführer des Gaus Hessen-Nassau und Gaupropagandaleiter des Gaus Hessen-Darmstadt; seit 1.7.1929 Gaugeschäftsführer, Propaganda- und Organisationsleiter I im Gau Hessen-Nassau-Süd; ab 1931 Gaukommissar und Leiter der Lehrabteilung; vom 16.8.1932 bis 31.12.1932 stellvertretender Leiter des Gaus Hessen-Darmstadt; vom 1.1.1933 bis 31.5.1933 stellvertretender Leiter des Gaus Hessen-Nassau. Vom 31.5.1932 bis 1933 Stadtrat in Ffm. Seit 13.4.1933 Mitglied des Hessischen Landtags bis zu dessen Auflösung. Ab 12.11.1933 Mitglied des Deutschen Reichstags. Am 22.6.1933 nahm H. seinen Dienst als persönlicher Adjutant von Jakob Sprenger, dem Gauleiter von Hessen-Nassau und Reichsstatthalter für Hessen, auf. Ab 1.4.1934 Vortragender Adjutant des Gauleiters von Hessen-Nassau und bis 1940 Leiter der Gauinspektion. Vom 1.10.1934 bis 1936 Leiter des sozialpolitischen Ausschusses im Ständischen Aufbau in Berlin. Daneben Mitglied des Reichsgruppenrats der Jungjuristen im Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz in Ffm., des Hessen-Kontors der Nordischen Gesellschaft Bremen und der Frauenschaft für Volkspflege. Mitte 1935 zweimonatiger Ausbildungskurs in der Reichswehr als Reserveoffiziersanwärter. Ab 1936 Personalamtsleiter des Gaus Hessen-Nassau. Seit Januar 1936 Reichsredner der NSDAP. Daneben Gauverbandsleiter Hessen-Nassau der NS-Studentenkampfhilfe. Ab September 1939 Kriegsdienst am Westwall als Ordonnanz- und Bauoffizier im Stab des Infanterie-Regiments 106. Seit Juni 1940 kommissarischer, seit 26.3.1941 ordentlicher Landrat von Usingen. Daneben ab 1941 Vertreter des Kreisleiters im Kreis Oberlahn-Usingen. Ab Juni 1941 Kriegsdienst in der Propagandakompagnie eines Panzerkorps an der Ostfront. Am 9.8.1941 Verletzung (Lungendurchschuss) bei einem Tieffliegerangriff. Anschließend Landrat in Bad Homburg v. d. H. Daneben (1942/43) als Kreisleiter der NSDAP in Bad Soden/Taunus. 1944/45 Kriegsdienst in einer Propagandakompagnie in Italien. H. war Träger des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, des Eisernen Kreuzes II. Klasse, des Kriegsverdienstkreuzes II. Klasse und des Verwundetenabzeichens in Schwarz.
Protokolle der Erinnerungsbefragungen, die der Historiker Dieter Rebentisch 1979 mit H. über den Aufstieg und die Zeit des Nationalsozialismus in Hessen-Nassau führte, im ISG.
Besuch des humanistischen Gymnasiums in Mühlhausen/Thüringen bis zum Abitur (1921). Daneben seit 1918 in der völkischen Jugendbewegung aktiv. Ausbildung an der Fachschule für Textilindustrie in Mühlhausen mit Meisterprüfung für Tuchweberei. Von Oktober 1921 bis 1924 kaufmännische Lehre im Garnhandel und in einer Strickwarenfabrik. Ab dem WS 1924/25 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Leipzig. Am 14.8.1925 Eintritt in die NSDAP und den NS-Studentenbund (NSDStB); später gehörte er auch der SS an. Ab dem SS 1925 Studium der Volks- und Betriebswirtschaft in Ffm. Seit dem WS 1925/26 Mitglied im völkischen Verein Deutscher Studenten (VDSt). Zuletzt NSDStB-Hochschulgruppenführer. 1928 Abschluss des Studiums mit dem Staatsexamen. Wie sein im ISG überlieferter Dienstkalender der Jahre 1927 bis 1936 zeigt, vernachlässigte H. ab dem SS 1927 den VDSt immer mehr (bis hin zum Austritt am 21.11.1929) und konzentrierte sich auf sein Fortkommen innerhalb der NS-Bewegung, zunächst (ab 1927) als Gaupressewart und Gauredner der NSDAP im Gau Hessen-Nassau-Süd in Ffm. Weitere Karriere in der NSDAP: seit 1.6.1929 hauptamtlicher Geschäftsführer des Gaus Hessen-Nassau und Gaupropagandaleiter des Gaus Hessen-Darmstadt; seit 1.7.1929 Gaugeschäftsführer, Propaganda- und Organisationsleiter I im Gau Hessen-Nassau-Süd; ab 1931 Gaukommissar und Leiter der Lehrabteilung; vom 16.8.1932 bis 31.12.1932 stellvertretender Leiter des Gaus Hessen-Darmstadt; vom 1.1.1933 bis 31.5.1933 stellvertretender Leiter des Gaus Hessen-Nassau. Vom 31.5.1932 bis 1933 Stadtrat in Ffm. Seit 13.4.1933 Mitglied des Hessischen Landtags bis zu dessen Auflösung. Ab 12.11.1933 Mitglied des Deutschen Reichstags. Am 22.6.1933 nahm H. seinen Dienst als persönlicher Adjutant von Jakob Sprenger, dem Gauleiter von Hessen-Nassau und Reichsstatthalter für Hessen, auf. Ab 1.4.1934 Vortragender Adjutant des Gauleiters von Hessen-Nassau und bis 1940 Leiter der Gauinspektion. Vom 1.10.1934 bis 1936 Leiter des sozialpolitischen Ausschusses im Ständischen Aufbau in Berlin. Daneben Mitglied des Reichsgruppenrats der Jungjuristen im Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz in Ffm., des Hessen-Kontors der Nordischen Gesellschaft Bremen und der Frauenschaft für Volkspflege. Mitte 1935 zweimonatiger Ausbildungskurs in der Reichswehr als Reserveoffiziersanwärter. Ab 1936 Personalamtsleiter des Gaus Hessen-Nassau. Seit Januar 1936 Reichsredner der NSDAP. Daneben Gauverbandsleiter Hessen-Nassau der NS-Studentenkampfhilfe. Ab September 1939 Kriegsdienst am Westwall als Ordonnanz- und Bauoffizier im Stab des Infanterie-Regiments 106. Seit Juni 1940 kommissarischer, seit 26.3.1941 ordentlicher Landrat von Usingen. Daneben ab 1941 Vertreter des Kreisleiters im Kreis Oberlahn-Usingen. Ab Juni 1941 Kriegsdienst in der Propagandakompagnie eines Panzerkorps an der Ostfront. Am 9.8.1941 Verletzung (Lungendurchschuss) bei einem Tieffliegerangriff. Anschließend Landrat in Bad Homburg v. d. H. Daneben (1942/43) als Kreisleiter der NSDAP in Bad Soden/Taunus. 1944/45 Kriegsdienst in einer Propagandakompagnie in Italien. H. war Träger des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, des Eisernen Kreuzes II. Klasse, des Kriegsverdienstkreuzes II. Klasse und des Verwundetenabzeichens in Schwarz.
Protokolle der Erinnerungsbefragungen, die der Historiker Dieter Rebentisch 1979 mit H. über den Aufstieg und die Zeit des Nationalsozialismus in Hessen-Nassau führte, im ISG.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Marc Zirlewagen.
Lexika:
Klein: Beamte, S. 144.
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Kosch: Staatshdb., Bd. 1, S. 526.
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Lengemann: MdL, S. 185.
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Lilla: Statisten in Uniform 2004, S. 419.
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NB 1992, S. 322, Nr. 1802.
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Reichstags-Hdb. (IX. Wahlperiode 1933), S. 206.
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Ruppel/Groß: Hess. Abgeordnete, S. 135.
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Stockhorst: Wer war was im Dritten Reich 1967, S. 525.
Literatur:
Hennig (Hg.): Hessen unterm Hakenkreuz 1983.
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Rebentisch, Dieter: Persönlichkeitsprofil und Karriereverlauf der nationalsozialistischen Führungskader in Hessen 1928-1945. In: Hess. Jb. f. Landesgeschichte 33 (1983), S. 293-331, hier S. 318f.
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Maier, Gregor: Zwischen Verwaltung und Politik. Die Landräte des Kreises Usingen 1886-1932 und 1933-1972. In: Jb. Hochtaunuskreis 17 (2009), S. 82f.
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Tüffers: Der Braune Magistrat 2004.
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Zibell: Jakob Sprenger 1999.
Quellen:
Weiße Flecken in der Bildergalerie der Landräte. Hochtaunuskreis ist 40 und sein Vorläufer 145 Jahre alt. In: FAZ, Nr. 66, 17. 3. 2013, S. 57.
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HLA, Hess. Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Spruchkammerakten, Best. 520/16 Nr. 19221.
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HLA, Hess. Staatsarchiv Darmstadt, Bestand G 12 A in Nr. 19/7-8 (Rednerakte 1930 der Landespolizei).
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HLA, Hess. Staatsarchiv Darmstadt, Bestand O 61 BDC Nr. 11 (Materialsammlung Berlin Document Center).
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Rebentisch, Dieter: Erinnerungsbefragungen Walter Heyse am 2. 5., 28. 5. und 1. 8. 1979 in Ffm. ISG, Chroniken, S5/392.
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Nachlass: ISG, S1/126.
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ISG, S2/10. 454.
Internet:
Hess. Biografie, 8.7.2019.
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Wikipedia, 8.7.2019.
GND: 130490946 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Zirlewagen, Marc: Heyse, Walter. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/6787.
Stand des Artikels: 8.7.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 07.2019
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Juli 2019.