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Karry, Heinz Herbert

Karry, Heinz Herbert. Kaufmann. Politiker. * 6.3.1920 Ffm., † 11.5.1981 Ffm.
Schüler der Helmholtz-Oberrealschule. Kaufmännische Lehre. In der NS-Zeit als „Halbjude“ zur Zwangsarbeit verpflichtet. Seit 1945 selbstständiger Vermögensverwalter, seit 1949 Importeur (Firma „Import – Export Großhandel Karry KG, Spitzen und Spitzenstoffe“). Seit 1970 Hessischer Minister für Wirtschaft und Technik sowie stellvertretender Ministerpräsident. Vertreter einer expansiven Wirtschaftspolitik und entschiedener Befürworter des Baus der Startbahn West am Ffter Flughafen.
Mitglied der Gesellschaft für Bürgerrechte, dann (seit 1949) der FDP. Kreisvorstandsmitglied der FDP Ffm., seit 1958 Landesvorstandsmitglied und Landesschatzmeister der FDP Hessen sowie Bundesvorstandsmitglied und Bundesschatzmeister der FDP. Von 1960 bis 1972 ehrenamtlicher Stadtrat in Ffm. (für Bornheim). Von 1960 bis 1977 und 1978 Mitglied des Hessischen Landtags (1975-77 „ruhendes“ Mandat), von 1963 bis 1968 als stellvertretender Vorsitzender, von 1968 bis 1970 als Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. 1969 Mitglied der 5., 1974 der 6., 1979 der 7. Bundesversammlung. Mitglied (1970-78), dann stellvertretendes Mitglied (1978-81) des Bundesrats.
Mitglied in Berufsorganisationen. Mitglied in zahlreichen Aufsichtsräten von Banken und Firmen, u. a. stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Messe- und Ausstellungs-GmbH in Ffm. In Ffm. setzte sich K. besonders für den Wiederaufbau der Alten Oper ein.
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband (1979), Ehrenplakette der Stadt Ffm. (1970) und Römerplakette in Silber (1973).
Am 11.5.1981 wurde K. in seinem Haus in Seckbach im Schlaf angeschossen und erlag eine halbe Stunde später seinen schweren Verletzungen. Die Motive für das Attentat blieben unklar, die Täter wurden nicht gefasst. K. war der erste Politiker der Bundesrepublik Deutschland, der einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Es wurde seiner in einem Staatsakt in der Paulskirche gedacht; anschließend gingen die Trauergäste, gefolgt von mehreren Tausend Menschen, in einem Schweigemarsch zum Gedenken K.s durch die Innenstadt. K. wurde mit einem Staatsbegräbnis auf dem Ffter Hauptfriedhof beigesetzt.
Heinz-Herbert-K.-Straße (vorher: Rotenburger Straße) in Seckbach. Die Heinz Herbert K.-Stiftung, gegründet 1982, verleiht den „Heinz Herbert K.-Preis“ an „Persönlichkeiten, die sich um das Gedeihen und den Ausbau des freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaats verdient gemacht haben“. „Heinz Herbert K. Youth Club“, Jugendzentrum in Nahariya in Israel (1986).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 387, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Lengemann: Hessen-Parlament, S. 293f.
Lengemann, Jochen: Das Hessen-Parlament 1946-1986. Biographisches Handbuch des Beratenden Landesausschusses, der Verfassungberatenden Landesversammlung Groß-Hessen und des Hessischen Landtags. 1.-11. Wahlperiode. Ffm. 1986. (Die Hessen-Bibliothek im Insel Verlag).
Literatur: Behr: 60 Jahre Heinz Herbert Karry 1980.
Behr, Alfred: 60 Jahre Heinz Herbert Karry. Eine Porträtskizze. Essen 1980.
| Berger/Setzepfandt: 103 Unorte 2013, S. 136f.
Berger, Frank/Setzepfandt, Christian: 103 Unorte in Fft. Bestseller Teil 3. Ffm. 2013.
| Sarkowicz: Hessen hat ein Gesicht 2013, S. 29-31.
Sarkowicz, Hans: Hessen hat ein Gesicht. Außergewöhnliche Persönlichkeiten gestern und heute. Ausgewählt von Klaus Eiler, Volker Mosbrugger, Hans Sarkowicz, Klaus Pohl, Bernd Loebe, Juliane Kuhlmann und Klaus Euteneuer. Ffm. 2013.
| Wer ist wer? 1962, S. 712; 1979, S. 598.
Wer ist’s? [Titel ab 1935 auch: Degeners Wer ist’s? Mit wechselnden Unter- bzw. Übertiteln, u. a.: Unsere Zeitgenossen. / Zeitgenossenlexikon. / Who’s Who in Germany?] Gründungsherausgeber: Hermann A. L. Degener. 1.-10. Ausgabe. Leipzig u. a. 1905-35. Fortgesetzt u. d. T.: Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 11.-52. Ausgabe. Berlin u. a. 1951-2015/16.
Quellen: Leppert, Norbert: Spuren ins Nichts. In: FR Geschichte 1 (2010): Fft. 1969 bis 1990, S. 74f.
Ffter Rundschau. Ffm. 1945-heute.
| ISG, S2/1. 444.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 12263814X ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Karry, Heinz Herbert. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/66.


Stand des Artikels: 4.5.1990

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