Kantorowicz, Ernst Hartwig. Prof. Dr. phil. Historiker.
* 3.5.1895 Posen, † 9.9.1963 Princeton/New Jersey (USA).
Universitätspräsident Kurt Riezler und Oberbürgermeister Ludwig Landmann setzten sich dafür ein, dass K., der zum Stefan-George-Kreis gehörte und durch sein Werk „Kaiser Friedrich der Zweite“ (2 Bde., 1927/31) bekannt wurde, an die Ffter Universität berufen wurde. Seit 1930 Honorarprofessor, seit 1932 ordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Geschichte sowie Direktor des Historischen Seminars in Ffm. 1933 wurden K.s Vorlesungen mutwillig gestört, weil er Jude war. Daraufhin ließ er sich vom Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung beurlauben. Am 1.11.1934 wurde er dann vollends „entpflichtet“. Nach einer Gastprofessur in Oxford (1934) lebte K. in Berlin und emigrierte 1938 über Oxford in die USA. Er lehrte zunächst (1939-50) in Berkeley, dann (seit 1951) in Princeton. 1945 von der Ffter Universität rehabilitiert und seitdem als emeritierter Professor im Ffter Vorlesungsverzeichnis geführt.
Fachveröffentlichungen, u. a. zum Wesen des theokratischen Königtums als Hauptgebiet seiner Forschungen in Amerika („Laudes Regiae“, 1946; „The King’s Two Bodies“, 1956, dt. 1990).
Porträtbüste (angeblich von Alexander Zschokke, möglicherweise von Max Fueter, 1926) im Historischen Seminar auf dem Campus Westend der Ffter Universität.
1964 Gedächtnisfeier in der Aula der Ffter Universität.
Fachveröffentlichungen, u. a. zum Wesen des theokratischen Königtums als Hauptgebiet seiner Forschungen in Amerika („Laudes Regiae“, 1946; „The King’s Two Bodies“, 1956, dt. 1990).
Porträtbüste (angeblich von Alexander Zschokke, möglicherweise von Max Fueter, 1926) im Historischen Seminar auf dem Campus Westend der Ffter Universität.
1964 Gedächtnisfeier in der Aula der Ffter Universität.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 383, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Bergmann: Ffter Gelehrten-Hdb. 1930, S. 83.
|
Emigrantenlex. II. 1, S. 593f.
|
Hans Martin Schaller in: NDB 11 (1977), S. 126f.
Literatur:
Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 237.
|
Gudian, Janus: Geschichtsschreibung zur Gegenwartsorientierung. Zum Wissenschaftsverständnis des Ernst Kantorowicz. In: Brockhoff/Heidenreich/Maaser (Hg.): Ffter Historiker 2016, S. 121-144.
|
Hammerstein, Notker: Das Historische Seminar der Ffter Universität. In: Brockhoff/Heidenreich/Maaser (Hg.): Ffter Historiker 2016, S. 30-32.
|
Lerner, Robert E.: Ernst Kantorowicz’s Decision. In: Epple u. a. (Hg.): Jüd. Wissenschaftler u. ihre Gegner an der Univ. Ffm. 2016, S. 173-191.
|
Gudian: Ernst Kantorowicz 2014.
|
Hammerstein: JWGU I 1989, bes. S. 100-104.
|
Heuer/Wolf (Hg.): Juden d. Ffter Univ. 1997, S. 209-213.
|
Keval: Widerstand 1988, S. 87f.
Quellen:
ISG, S2/2. 081.
Internet:
Universitätsarchiv Ffm., 22.2.2024.
GND: 118559826 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Kantorowicz, Ernst. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/64.
Stand des Artikels: 2.5.1990