Bürgermeister der Stadt Ffm. von 1960 bis 1966.
Menzer, Rudolf. Kommunalpolitiker.
* 10.7.1904 Ffm., † 12.8.1991 Ffm.
Entstammte einer Bornheimer Handwerkerfamilie.
Nach der Volksschule absolvierte M. eine Lehre als Werkzeugmacher bei gleichzeitigem Besuch der Maschinenbauschule. Er trat 1920 zunächst in die Sozialistische Arbeiterjugend und wenig später auch in die SPD ein. Von 1923 bis 1937 arbeitete er als Schnittmacher in verschiedenen Ffter Betrieben (1932/33 vorübergehend arbeitslos). Seit 1937 war er Technischer Leiter in der Stahlgroßhandlung seines Bruders Heinrich M. 1943 wurde M. mit seiner Familie bei einem Luftangriff verschüttet und schwer verletzt. Nach langem Krankenhausaufenthalt und Evakuierung kehrte er 1945 nach Ffm. zurück. Als Vertreter der Sozialdemokratie gehörte M. dem im September 1945 auf Anregung der Amerikaner gegründeten Bürgerrat an. Bis zu den ersten Nachkriegswahlen zur Stadtverordnetenversammlung im Juli 1946 war er Angestellter bei der amerikanischen Militärregierung. Für kurze Zeit Fraktionsvorsitzender der Ffter SPD, leitete M. von 1946 bis 1960 als hauptamtliches Magistratsmitglied das Personaldezernat. Gleichzeitig mit dem Wiederaufbau einer demokratischen Verwaltung beschritt er neue Wege in Ausbildung und Betreuung des städtischen Personals. So schuf er mit der Einrichtung einer Lehrlingsausbildungswerkstatt eine neue Form der Handwerkerausbildung. Mit Nachdruck bemühte er sich um die Verbesserung der Altersversorgung und um die Beseitigung der Schlechterbezahlung weiblicher Angestellter im städtischen Dienst. Am 10.3.1960 wurde M. auf sechs Jahre zum Bürgermeister gewählt. Besonderes Engagement entwickelte er in diesem Amt für das ihm unterstellte Gründezernat. Von Jugend an im Naturschutz aktiv, betrieb er als Bürgermeister schrittweise die Umwandlung des Ffter Stadtwalds von einem Nutz- in einen Erholungswald. Nach Ablauf seiner Amtsperiode schied M. aus dem städtischen Dienst aus. Von 1966 bis 1970 gehörte er dem Hessischen Landtag an.
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Ehrenplakette der Stadt Ffm. (1954), Freiherr-vom-Stein-Plakette des Landes Hessen (1964), Großes Bundesverdienstkreuz (1966), Ernennung zum Stadtältesten (1977), Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen (1984), Ehrenplakette der Handwerkskammer Ffm. und Goldene Ehrennadel der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.
Ehrengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann D 452a).
Nachlass im ISG.
Rudolf-M.-Anlage in Niederrad. Bürgermeister-M.-Haus, ein Altenhilfezentrum der Arbeiterwohlfahrt, in Niederrad.
Nach der Volksschule absolvierte M. eine Lehre als Werkzeugmacher bei gleichzeitigem Besuch der Maschinenbauschule. Er trat 1920 zunächst in die Sozialistische Arbeiterjugend und wenig später auch in die SPD ein. Von 1923 bis 1937 arbeitete er als Schnittmacher in verschiedenen Ffter Betrieben (1932/33 vorübergehend arbeitslos). Seit 1937 war er Technischer Leiter in der Stahlgroßhandlung seines Bruders Heinrich M. 1943 wurde M. mit seiner Familie bei einem Luftangriff verschüttet und schwer verletzt. Nach langem Krankenhausaufenthalt und Evakuierung kehrte er 1945 nach Ffm. zurück. Als Vertreter der Sozialdemokratie gehörte M. dem im September 1945 auf Anregung der Amerikaner gegründeten Bürgerrat an. Bis zu den ersten Nachkriegswahlen zur Stadtverordnetenversammlung im Juli 1946 war er Angestellter bei der amerikanischen Militärregierung. Für kurze Zeit Fraktionsvorsitzender der Ffter SPD, leitete M. von 1946 bis 1960 als hauptamtliches Magistratsmitglied das Personaldezernat. Gleichzeitig mit dem Wiederaufbau einer demokratischen Verwaltung beschritt er neue Wege in Ausbildung und Betreuung des städtischen Personals. So schuf er mit der Einrichtung einer Lehrlingsausbildungswerkstatt eine neue Form der Handwerkerausbildung. Mit Nachdruck bemühte er sich um die Verbesserung der Altersversorgung und um die Beseitigung der Schlechterbezahlung weiblicher Angestellter im städtischen Dienst. Am 10.3.1960 wurde M. auf sechs Jahre zum Bürgermeister gewählt. Besonderes Engagement entwickelte er in diesem Amt für das ihm unterstellte Gründezernat. Von Jugend an im Naturschutz aktiv, betrieb er als Bürgermeister schrittweise die Umwandlung des Ffter Stadtwalds von einem Nutz- in einen Erholungswald. Nach Ablauf seiner Amtsperiode schied M. aus dem städtischen Dienst aus. Von 1966 bis 1970 gehörte er dem Hessischen Landtag an.
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Ehrenplakette der Stadt Ffm. (1954), Freiherr-vom-Stein-Plakette des Landes Hessen (1964), Großes Bundesverdienstkreuz (1966), Ernennung zum Stadtältesten (1977), Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen (1984), Ehrenplakette der Handwerkskammer Ffm. und Goldene Ehrennadel der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.
Ehrengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann D 452a).
Nachlass im ISG.
Rudolf-M.-Anlage in Niederrad. Bürgermeister-M.-Haus, ein Altenhilfezentrum der Arbeiterwohlfahrt, in Niederrad.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 34f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Lengemann: Hessen-Parlament, S. 331.
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Trägerinnen u. Träger d. Wilhelm-Leuschner-Medaille 2004, S. 147.
Literatur:
Beier: Arbeiterbewegung 1984, S. 495f.
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Porträts Ffter Senioren 1999, S. 93f.
Quellen:
ISG, S2/1. 474.
GND: 102649513X ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Menzer, Rudolf. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/496.
Stand des Artikels: 21.5.1993