Marchand, Theobald. Kurpfälzischer Hofschauspieler (seit 1773). Theaterdirektor.
* 1741 Straßburg, † 22.10.1800 München.
Nach frühen Theaterauftritten übernahm M. 1770 in Mainz eine kurpfälzische Theatertruppe, mit der er sich von 1771 bis 1777 in Ffm. aufhielt. Spielstätte war das 1756 erbaute Theater im Junghof. M. gelang es, das Ansehen des damals auch in Ffm. noch weitgehend verachteten Schauspielgewerbes wesentlich zu verbessern, nicht zuletzt durch sorgfältige Bühnen- und Kostümausstattung seiner Aufführungen. Durch längerfristige Verpflichtung der Künstler konnte M. die Ensembleleistung steigern. Waren die ersten Auftritte der „M.’schen Theatergesellschaft“ anlässlich der Ffter Frühjahrsmesse 1771 noch schwach besucht, fanden die qualitätvollen Inszenierungen bald ein großes Publikum. Unter den deutschen und französischen Opern und Theaterstücken befand sich auf M.s Ffter Spielplan auch „Erwin und Elmire“, ein Frühwerk Goethes, der sich in „Dichtung und Wahrheit“ anerkennend über M.s Bühnenleistungen äußerte. Nach dem Weggang aus Ffm. war M. Theaterdirektor in Mannheim und später am Nationaltheater in München.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 15f., verfasst von: Reinhard Frost.
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Lexika:
Kosch: Theater 2 (1960), S. 1352.
Literatur:
Mohr: Ffter Theaterleben im 18. Jh. 1940, S. 66ff.
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Pies: Prinzipale 1973, S. 235f.
Quellen:
ISG, S2/13. 591.
GND: 104342358 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Marchand, Theobald. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/447.
Stand des Artikels: 27.1.1993