Matthias Beltz
Fotografie von Heinz Schlüter (1997).
© hr/Fotograf: Heinz Schlüter.
Beltz, Matthias. Kabarettist und Schriftsteller.
* 31.1.1945 (Ulrichstein-)Wohnfeld/Vogelsberg, † 27.3.2002 Ffm.
B. wuchs in Gießen auf und studierte seit 1964 in Marburg Jura. 1966 wechselte er nach Ffm.; hier schloss er sich dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) an, nach dessen Auflösung der „Spontiszene“. 1969 legte er das erste juristische Staatsexamen ab. Als Mitglied der Ffter Gruppe „Revolutionärer Kampf“, die die Revolution in die Betriebe tragen wollte, brach er 1971 das juristische Referendariat ab und wurde Arbeiter bei den Opel-Werken in Rüsselsheim, wo er zum Vertrauensmann der IG Metall gewählt wurde und bis 1977 Vorderachsen vom Förderband lud. Damals hatte er seine ersten Auftritte als Kabarettist, wobei er namentlich durch gekonnte Willy-Brandt-Parodien überzeugte.
Von 1976 bis 1981 Mitglied von „Karl Napps Chaos Theater“, aus dem 1982 das „Vorläufige Ffter Fronttheater“ (mit Hendrike von Sydow und Dieter Thomas) hervorging. Zudem trat B. seit 1984 an der Seite von Heinrich Pachl auf der Bühne und im Fernsehen auf. 1988 gehörte B. zu den Mitgründern des Ffter Varieté-Theaters „Tigerpalast“, wo er seitdem regelmäßig als Conférencier mitwirkte und am 12.1.1989 zusammen mit Anne Bärenz und Frank Wolff das Programm „Liberté, Égalité, Varieté“ herausbrachte. Seinem ersten großen Soloprogramm auf der Bühne, „Gnade für niemand – Freispruch für alle“ (erstmals am 26.9.1989), folgten „Füße im Feuer“ (erstmals am 17.10.1991), „Die paar Tage noch“ (erstmals am 20.1.1994) und „Notschlachten. Die 7 Weltverbrechen“ (erstmals 22.10.1997), die alle ihre Premiere im Künstlerhaus Mousonturm in Ffm. erlebten, bevor B. damit auf Tournee ging. Diese Kabarett-Programme, die sich durch zynische und hintergründige Texte auszeichneten, liefen in Aus- und Mitschnitten in Radio und Fernsehen. Auch darüber hinaus war B. als Kabarettist regelmäßig in den Medien präsent. Bekannte Reihen waren u. a. 1991/92 „Nachschlag“ zu den „Tagesthemen“ in der ARD, 1993/94 „Freispruch für alle. B.’ fröhliches Standgericht“ für das HR-Fernsehen und von 1995 bis 1998 die „Montagabendgesellschaft“ im TAT im Bockenheimer Depot, die in gekürzter Fassung im Radioprogramm des HR gesendet wurde. Für den HR moderierte B. auch die Hörfunksendereihen „Meridian“ (ab 1997), „Theatergespräche“ (ab 1999) und „Wer lacht hier über wen“ (ab 2000).
„Er entdeckte, nahezu im Alleingang, die Linke als Satiregegenstand.“ (Lorenz Jäger).
Werke (in Auswahl): „Schwarze Politik. Pamphlet gegen die öffentlichen Harmoniestifter“ (1987), „Links vom Main“ (1988), „Die deutsche Opposition“ (1989), „Gnade für niemand – Freispruch für alle“ (1990) und „Gute Nacht, Europa, wo immer Du auch bist“ (1998) sowie Artikel und Kolumnen in „Freibeuter“, Journal Fft., taz und „Kritische Justiz“. 2003 hatte B.’ Stück „Die Ffter Verlobung. Eine Untertreibungskomödie“ posthum im Ffter Schauspiel Premiere. Werkausgabe: „Gut / Böse. Gesammelte Untertreibungen in zwei Bänden“ (hg. v. Volker Kühn, 2004).
Zahlreiche Preise, u. a. Deutscher Kabarettpreis (1991), Adolf-Grimme-Preis in Gold (1993), Deutscher Kleinkunstpreis (1993) und Bayerischer Kabarettpreis „Der goldene Spaten“ (Ehrenpreis, 2003 posthum).
Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann XIII GG 48).
Nachlass im Archiv der Akademie der Künste in Berlin (in Datenbank erschlossen und online recherchierbar).
Gedenkzimmer „Gesammelte Untertreibungen – Mediathek Matthias B.“ mit einer Materialien- und Büchersammlung zu B.’ Schaffen (als Leihgabe der Witwe Christiane Meyer-Thoss) im Literaturhaus Fft., gestiftet von dem 2003 gegründeten „Matthias-B.-Verein e. V.“ und gestaltet von Tobias Rehberger und Michael Callies (2006). Gedenkveranstaltungen, u. a. im Schauspiel zum ersten Todestag 2003 und im Literaturhaus zum 60. Geburtstag 2005, sowie Fernsehporträt des HR zum 10. Todestag 2012.
Matthias-B.-Platz (bis 2014: Kleiner Friedberger Platz) im Nordend.
Von 1976 bis 1981 Mitglied von „Karl Napps Chaos Theater“, aus dem 1982 das „Vorläufige Ffter Fronttheater“ (mit Hendrike von Sydow und Dieter Thomas) hervorging. Zudem trat B. seit 1984 an der Seite von Heinrich Pachl auf der Bühne und im Fernsehen auf. 1988 gehörte B. zu den Mitgründern des Ffter Varieté-Theaters „Tigerpalast“, wo er seitdem regelmäßig als Conférencier mitwirkte und am 12.1.1989 zusammen mit Anne Bärenz und Frank Wolff das Programm „Liberté, Égalité, Varieté“ herausbrachte. Seinem ersten großen Soloprogramm auf der Bühne, „Gnade für niemand – Freispruch für alle“ (erstmals am 26.9.1989), folgten „Füße im Feuer“ (erstmals am 17.10.1991), „Die paar Tage noch“ (erstmals am 20.1.1994) und „Notschlachten. Die 7 Weltverbrechen“ (erstmals 22.10.1997), die alle ihre Premiere im Künstlerhaus Mousonturm in Ffm. erlebten, bevor B. damit auf Tournee ging. Diese Kabarett-Programme, die sich durch zynische und hintergründige Texte auszeichneten, liefen in Aus- und Mitschnitten in Radio und Fernsehen. Auch darüber hinaus war B. als Kabarettist regelmäßig in den Medien präsent. Bekannte Reihen waren u. a. 1991/92 „Nachschlag“ zu den „Tagesthemen“ in der ARD, 1993/94 „Freispruch für alle. B.’ fröhliches Standgericht“ für das HR-Fernsehen und von 1995 bis 1998 die „Montagabendgesellschaft“ im TAT im Bockenheimer Depot, die in gekürzter Fassung im Radioprogramm des HR gesendet wurde. Für den HR moderierte B. auch die Hörfunksendereihen „Meridian“ (ab 1997), „Theatergespräche“ (ab 1999) und „Wer lacht hier über wen“ (ab 2000).
„Er entdeckte, nahezu im Alleingang, die Linke als Satiregegenstand.“ (Lorenz Jäger).
Werke (in Auswahl): „Schwarze Politik. Pamphlet gegen die öffentlichen Harmoniestifter“ (1987), „Links vom Main“ (1988), „Die deutsche Opposition“ (1989), „Gnade für niemand – Freispruch für alle“ (1990) und „Gute Nacht, Europa, wo immer Du auch bist“ (1998) sowie Artikel und Kolumnen in „Freibeuter“, Journal Fft., taz und „Kritische Justiz“. 2003 hatte B.’ Stück „Die Ffter Verlobung. Eine Untertreibungskomödie“ posthum im Ffter Schauspiel Premiere. Werkausgabe: „Gut / Böse. Gesammelte Untertreibungen in zwei Bänden“ (hg. v. Volker Kühn, 2004).
Zahlreiche Preise, u. a. Deutscher Kabarettpreis (1991), Adolf-Grimme-Preis in Gold (1993), Deutscher Kleinkunstpreis (1993) und Bayerischer Kabarettpreis „Der goldene Spaten“ (Ehrenpreis, 2003 posthum).
Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann XIII GG 48).
Nachlass im Archiv der Akademie der Künste in Berlin (in Datenbank erschlossen und online recherchierbar).
Gedenkzimmer „Gesammelte Untertreibungen – Mediathek Matthias B.“ mit einer Materialien- und Büchersammlung zu B.’ Schaffen (als Leihgabe der Witwe Christiane Meyer-Thoss) im Literaturhaus Fft., gestiftet von dem 2003 gegründeten „Matthias-B.-Verein e. V.“ und gestaltet von Tobias Rehberger und Michael Callies (2006). Gedenkveranstaltungen, u. a. im Schauspiel zum ersten Todestag 2003 und im Literaturhaus zum 60. Geburtstag 2005, sowie Fernsehporträt des HR zum 10. Todestag 2012.
Matthias-B.-Platz (bis 2014: Kleiner Friedberger Platz) im Nordend.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Roman Fischer.
Literatur:
Boehncke/Sarkowicz: Ffter Literaturgeschichte 2012, S. 314f.
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Börchers: Tigerpalast 2014, S. 28-31 u. ö.
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Gazzetti (Hg.): Lit. Spaziergänge 2005, S. 44, 87f.
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Häfner: Abgelichtet! Stars in Fft. 2021, S. 79.
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Kulturelle Entdeckungen: Literaturland Hessen 2009, S. 99f.
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Wolters: Wer wo lebte 2009, S. 18f.; Neuaufl. 2012, S. 23-25.
Quellen:
Jäger, Lorenz: Angewandte Dialektik. Zum Tode von Matthias Beltz. In: FAZ, 30. 3. 2002, S. 42.
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Zur Benennung des Matthias-Beltz-Platzes im Nordend: FR, 31. 5. 2014.
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ISG, S2/13. 826.
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ISG, S3/34. 128 (Matthias-Beltz-Platz).
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Munzinger, Internationales Biographisches Archiv 36/2002 vom 26. 8. 2002 (ergänzt bis Kalenderwoche 3/2004).
Internet:
Hess. Biografie, 2.3.2018.
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Matthias Beltz zum Gedenken, 5.3.2018.
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Matthias Beltz zum Gedenken, 5.3.2018.
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Matthias Beltz zum Gedenken, 5.3.2018.
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Matthias Beltz zum Gedenken, 5.3.2018.
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Wikipedia, 2.3.2018.
GND: 118164147 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Fischer, Roman: Beltz, Matthias. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3205.
Stand des Artikels: 5.3.2018
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2018
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. März 2018.