Emma Lübbecke-Job
Fotografie (1920).
© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 9212).
Emma Lübbecke-Job und Fried Lübbecke
Fotografie.
Bildquelle: Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. S7P Nr. 9207).
© unbekannt. Der/die Fotograf/-in ist auf der Bildvorlage nicht genannt.
Lübbecke-Job, Emma, geb. Job. Pianistin. Klavierlehrerin.
* 19.7.1888 Bonn, † 25.3.1982 Bad Homburg v. d. H.
Tochter des Bonner Stadtbaumeisters Philipp Job.
Von 1903 bis 1908 Studium am Kölner Konservatorium, zunächst bei Isidor Seiss (1840-1905), dann als Meisterschülerin von Elly Ney (1882-1968). 1905 Konzertexamen. 1906 Debüt als Konzertpianistin in der Bonner Beethovenhalle. Spätestens seit 1910 regelmäßige Auftritte in eigenen Klavier- und Kammermusikabenden. 1909 Heirat mit dem Kunsthistoriker Fried Lübbecke. 1911 erste Wohnung in Ffm. (Obermainanlage 21). 1915 Bekanntschaft mit Paul Hindemith; Emma L.-J., die von Anbeginn der langjährigen Freundschaft mit Hindemith musizierte und auch auftrat, wurde zur wichtigen Förderin und Interpretin seiner Musik. 1917 Umzug des Ehepaars L. in die Schöne Aussicht 16 (Schopenhauerhaus). Die dortige Wohnung war bald ein Treffpunkt bedeutender in- und ausländischer Komponisten, Musiker und Dirigenten, Schriftsteller, bildender Künstler und Kunsthändler. Seit 1920 war Emma L.-J. als Pianistin, besonders mit Werken zeitgenössischer Komponisten der Moderne (neben Hindemith u. a. Bartók, Casella, Malipiero, Milhaud, Schönberg und Strawinsky), erfolgreich. Zusammenarbeit mit prominenten Dirigenten (Abendroth, Furtwängler, Krauss, Mengelberg, Scherchen u. a.) und internationalen Solisten. Regelmäßige Berufung zu den Donaueschinger Musikfesten. Ur- und Erstaufführungen zahlreicher Hindemith’scher Klavierkompositionen und Kammermusikwerke. Konzertreisen in ganz Europa, nach Moskau, New York und Chicago. Von 1934 bis 1945 kein öffentliches Auftreten, da die von ihr interpretierte und geförderte Neue Musik als „unerwünscht“ und „undeutsch“ galt; Tätigkeit als Klavierlehrerin. Zu ihren Schülern gehörte der spätere Jazzpianist Hans Otto Jung. Bei den Luftangriffen auf Ffm. im März 1944 Verlust der Wohnung am Ffter Mainufer. Übersiedlung des Ehepaars L. nach Bad Homburg. Ab 1945 Wiederaufnahme der Konzerttätigkeit in West- und Ostdeutschland. Nach der langen Pause konnte die mittlerweile 57-jährige Pianistin jedoch nicht mehr an ihre früheren Erfolge auf großen Podien anknüpfen. Am 6.10.1945 spielte sie immerhin noch die deutsche Erstaufführung von Hindemiths Erster, Zweiter und Dritter Sonate für Klavier (1936) vor begeistertem Publikum im Saal der Erlöserkirche in Bad Homburg. Seit 1946 Mitglied der Darmstädter Sezession. Wahrscheinlich letztes öffentliches Konzert am 24.9.1949 in der Englischen Kirche in Bad Homburg. Bis ins hohe Alter Fortsetzung der Tätigkeit als Musikpädagogin.
Nach dem Tod ihres Ehemanns Fried Lübbecke (1965) übernahm Emma L.-J. 1966 vorübergehend den Vorsitz („Notvorstand“) des Bunds tätiger Altstadtfreunde, dessen Fortführung als Verein der „Freunde Fft.s“ (ab 15.10.1966) sie unterstützte und begleitete.
Werke von Paul Hindemith, die Emma L.-J. als Interpretin zur Uraufführung brachte: Quintett e-Moll, op. 7 (Ffm., 6.3.1918, mit dem Rebner-Quartett); Sonate für Bratsche und Klavier, op. 11 Nr. 4 (Ffm., 2.6.1919, Viola: Paul Hindemith); Sonate in Es für Klavier und Violine, op. 11 Nr. 1, „Doktor Lübbecke’s gewidmet“ (Ffm., 2.6.1919, Violine: Adolf Rebner); Sonate für Violoncello und Klavier, op. 11 Nr. 3, 1. Fassung (Ffm., 27.10.1919, Violoncello: Maurits Frank); Soloklavier „In einer Nacht... Träume und Erlebnisse“, op. 15 (Stuttgart, 28.2.1920); Kleine Sonate für Viola d’amore und Klavier, op. 25 Nr. 2 (Heidelberg, Juni 1922, Viola d’amore: Paul Hindemith); Sonate für Bratsche und Klavier, op. 25 Nr. 4 (Elberfeld-Barmen, 10.1.1923, Viola: Paul Hindemith); „Das Marienleben“, op. 27, „Für Sopran und Klavier komponiert und Frau Emma Lübbecke geschenkt“, endgültige Fassung (Ffm., 15.10.1923, Sopran: Beatrice Lauer-Kottlar); Kammermusik Nr. 2, op. 36 Nr. 1, „Für Emma L.-Job“ (Ffm., 31.10.1924, mit dem Ffter Museumsorchester unter der Leitung von Clemens Krauss); Trio für Klavier, Bratsche und Heckelphon, op. 47 (Wiesbaden, 15.3.1928, Bratsche: Paul Hindemith, Heckelphon: Theodor Dieckmann); Konzertmusik für Klavier, Blechbläser und Harfen, op. 49 (Chicago, 12.10.1930, mit dem Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von Hugo Kortschak).
Ölporträt (von Hanna Bekker vom Rath, 1936) im Besitz des HMF. Porträtmedaille (von Richard Petraschke, 1926).
Von 1903 bis 1908 Studium am Kölner Konservatorium, zunächst bei Isidor Seiss (1840-1905), dann als Meisterschülerin von Elly Ney (1882-1968). 1905 Konzertexamen. 1906 Debüt als Konzertpianistin in der Bonner Beethovenhalle. Spätestens seit 1910 regelmäßige Auftritte in eigenen Klavier- und Kammermusikabenden. 1909 Heirat mit dem Kunsthistoriker Fried Lübbecke. 1911 erste Wohnung in Ffm. (Obermainanlage 21). 1915 Bekanntschaft mit Paul Hindemith; Emma L.-J., die von Anbeginn der langjährigen Freundschaft mit Hindemith musizierte und auch auftrat, wurde zur wichtigen Förderin und Interpretin seiner Musik. 1917 Umzug des Ehepaars L. in die Schöne Aussicht 16 (Schopenhauerhaus). Die dortige Wohnung war bald ein Treffpunkt bedeutender in- und ausländischer Komponisten, Musiker und Dirigenten, Schriftsteller, bildender Künstler und Kunsthändler. Seit 1920 war Emma L.-J. als Pianistin, besonders mit Werken zeitgenössischer Komponisten der Moderne (neben Hindemith u. a. Bartók, Casella, Malipiero, Milhaud, Schönberg und Strawinsky), erfolgreich. Zusammenarbeit mit prominenten Dirigenten (Abendroth, Furtwängler, Krauss, Mengelberg, Scherchen u. a.) und internationalen Solisten. Regelmäßige Berufung zu den Donaueschinger Musikfesten. Ur- und Erstaufführungen zahlreicher Hindemith’scher Klavierkompositionen und Kammermusikwerke. Konzertreisen in ganz Europa, nach Moskau, New York und Chicago. Von 1934 bis 1945 kein öffentliches Auftreten, da die von ihr interpretierte und geförderte Neue Musik als „unerwünscht“ und „undeutsch“ galt; Tätigkeit als Klavierlehrerin. Zu ihren Schülern gehörte der spätere Jazzpianist Hans Otto Jung. Bei den Luftangriffen auf Ffm. im März 1944 Verlust der Wohnung am Ffter Mainufer. Übersiedlung des Ehepaars L. nach Bad Homburg. Ab 1945 Wiederaufnahme der Konzerttätigkeit in West- und Ostdeutschland. Nach der langen Pause konnte die mittlerweile 57-jährige Pianistin jedoch nicht mehr an ihre früheren Erfolge auf großen Podien anknüpfen. Am 6.10.1945 spielte sie immerhin noch die deutsche Erstaufführung von Hindemiths Erster, Zweiter und Dritter Sonate für Klavier (1936) vor begeistertem Publikum im Saal der Erlöserkirche in Bad Homburg. Seit 1946 Mitglied der Darmstädter Sezession. Wahrscheinlich letztes öffentliches Konzert am 24.9.1949 in der Englischen Kirche in Bad Homburg. Bis ins hohe Alter Fortsetzung der Tätigkeit als Musikpädagogin.
Nach dem Tod ihres Ehemanns Fried Lübbecke (1965) übernahm Emma L.-J. 1966 vorübergehend den Vorsitz („Notvorstand“) des Bunds tätiger Altstadtfreunde, dessen Fortführung als Verein der „Freunde Fft.s“ (ab 15.10.1966) sie unterstützte und begleitete.
Werke von Paul Hindemith, die Emma L.-J. als Interpretin zur Uraufführung brachte: Quintett e-Moll, op. 7 (Ffm., 6.3.1918, mit dem Rebner-Quartett); Sonate für Bratsche und Klavier, op. 11 Nr. 4 (Ffm., 2.6.1919, Viola: Paul Hindemith); Sonate in Es für Klavier und Violine, op. 11 Nr. 1, „Doktor Lübbecke’s gewidmet“ (Ffm., 2.6.1919, Violine: Adolf Rebner); Sonate für Violoncello und Klavier, op. 11 Nr. 3, 1. Fassung (Ffm., 27.10.1919, Violoncello: Maurits Frank); Soloklavier „In einer Nacht... Träume und Erlebnisse“, op. 15 (Stuttgart, 28.2.1920); Kleine Sonate für Viola d’amore und Klavier, op. 25 Nr. 2 (Heidelberg, Juni 1922, Viola d’amore: Paul Hindemith); Sonate für Bratsche und Klavier, op. 25 Nr. 4 (Elberfeld-Barmen, 10.1.1923, Viola: Paul Hindemith); „Das Marienleben“, op. 27, „Für Sopran und Klavier komponiert und Frau Emma Lübbecke geschenkt“, endgültige Fassung (Ffm., 15.10.1923, Sopran: Beatrice Lauer-Kottlar); Kammermusik Nr. 2, op. 36 Nr. 1, „Für Emma L.-Job“ (Ffm., 31.10.1924, mit dem Ffter Museumsorchester unter der Leitung von Clemens Krauss); Trio für Klavier, Bratsche und Heckelphon, op. 47 (Wiesbaden, 15.3.1928, Bratsche: Paul Hindemith, Heckelphon: Theodor Dieckmann); Konzertmusik für Klavier, Blechbläser und Harfen, op. 49 (Chicago, 12.10.1930, mit dem Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von Hugo Kortschak).
Ölporträt (von Hanna Bekker vom Rath, 1936) im Besitz des HMF. Porträtmedaille (von Richard Petraschke, 1926).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 475, verfasst von: Kurt Schäfer (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).
Lexika:
Frank/Altmann: Tonkünstler-Lex. 2. 2 (1978), S. 48.
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Richel, S. 356.
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Riemann: Musik, Personenteil L-Z (1961), S. 107.
Literatur:
Schäfer, Kurt: Die Hindemiths und die Lübbeckes. In: AFGK 62 (1993), S. 307-339.
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Wolfgang P. Cilleßen in: Aura 2017/18, S. 44.
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Walsh, Gerta: Pianistin und Bannerträgerin der Moderne: Emma Lübbecke-Job 1888-1982. In: Aus dem Stadtarchiv Bad Homburg 3 (1992/93), S. 14-20.
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Briner/Rexroth/Schubert: Paul Hindemith 1988.
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FS Freunde Fft. s 1998, S. 39-42.
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Dölemeyer, Barbara: Fried Lübbecke und Emma Lübbecke-Job. Kulturelles Engagement in Fft. und Bad Homburg. In: Jb. Hochtaunuskreis 17 (2009), S. 163-169.
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Lübbecke: Muschelsaal 1960.
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Walsh: Frauen in Homburg 1995, S. 87f.
Quellen:
Nachlass von Fried Lübbecke: ISG, S1/172.
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ISG, S2/1. 664.
Internet:
Hindemith, 11.12.2016.
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Wikipedia, 11.12.2016.
GND: 1078958386 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Schäfer, Kurt/Hock, Sabine: Lübbecke-Job, Emma. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3126.
Stand des Artikels: 13.4.2020
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 12.2016
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Dezember 2016.