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Livingston, Rose

Livingston, Rose. Stifterin und Kunstmäzenin. * 25.9.1860 San Francisco, † 18.12.1914 Ffm.
Die Eltern, der Kaufmann Marx (Markus) L. (urspr.: Löwenstein; 1824-1889) und seine Ehefrau Francis (Franziska), geb. Marks (1831-1909), stammten aus Deutschland und kehrten, in Amerika vermögend geworden, 1866 in ihre Heimat zurück. Sie ließen sich in Ffm. nieder, wo heute noch der zu ihrem Besitz gehörende Pferdestall an der Ecke Ulmenstraße/Kettenhofweg (Architekt: Christian Ludwig Schmidt, 1882; im Volksmund fälschlich „Rothschild’scher Pferdestall“ genannt) an sie erinnert.
Die unverheiratet gebliebene Tochter Rose L. lebte als Philanthropin in Ffm. Sie war seit 1883 mit Wilhelm Steinhausen und seiner Familie befreundet, deren Tochter Rose Steinhausen (1891-1983) ihr Patenkind war. L. förderte den Künstler sehr; sie besaß zahlreiche Werke von ihm und wurde zum Dank für ihre Unterstützung mehrfach von Steinhausen porträtiert. Für die Lukaskirche in Sachsenhausen stiftete L. die von Steinhausen geschaffenen Wandgemälde (21 Bilder, 1913-18; zerstört im Zweiten Weltkrieg), auf denen der Maler die Stifterin als die Magd darstellte, die Petrus aus dem Gefängnis freilässt.
Förderin des Vereins für Volkskindergärten. Mit einer Millionenspende gründete L. die „Rose-L.-Stiftung“ zur Errichtung eines Altersheims für unverheiratete Damen gebildeter Stände auf dem Gelände der Diakonissenanstalt in der Cronstettenstraße, das als „Nellinistift“ (benannt nach Mina, gen. Nelli, Noll, 1845-1909, der Gouvernante und lebenslangen Freundin L.s) am 28.5.1913 eingeweiht wurde.
Ölporträt (von Wilhelm Steinhausen, 1910) im Steinhausen-Haus.
Das Nellinistift ging nach L.s Tod gemäß ihrer testamentarischen Bestimmungen an die Diakonissenanstalt über und besteht noch heute; das ursprüngliche Stiftsgebäude (Architekt: Bruno Paul, 1913) dient dem Ffter Diakonissenhaus mittlerweile als Wohnhaus für Diakonissen, während das Pflegeheim seit 2009 in einem Neubau im Innenhof des Geländes untergebracht ist. Im Vestibül des alten Stiftshauses wurde 1965 eine von Wilhelm Steinhausen geschaffene Büste der Stifterin Rose L. aufgestellt. Das Gipsmodell für diese Porträtbüste befindet sich im Steinhausen-Haus.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 464f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Müller: Stiftungen 1958, S. 85, 91.
Müller, Bruno: Stiftungen für Ffm. Ffm. 1958.
| Schiebler, S. 188.
Schiebler, Gerhard: Jüdische Stiftungen in Ffm. Stiftungen, Schenkungen, Organisationen und Vereine mit Kurzbiographien jüdischer Bürger (...). Hg. v. Arno Lustiger im Auftrag der M. J. Kirchheim’schen Stiftung in Ffm. Ffm. 1988, Nachdr. Sigmaringen 1994.
Literatur: Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 276-278.
Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.
| Zum 150. Geburtstag von Rose Livingston, Stifterin des Nelli-Stifts. In: Ffter Diakonissenhaus 447 (2010), S. 3-7.
Ffter Diakonissenhaus. [Titel auch: Blätter aus dem Ffter Diakonissenhaus.] Nr. 397-451. Ffm. 1998-2011.
| Jenner, Harald: Rose Livingston und das Nellinistift in Ffm. In: FS Ffter Diakonissenhaus 2020, S. 125-166.
Fleiter, Michael (Red.): Unter der Haube. Festschrift 150 Jahre Diakonissen Fft. Hg. v. Ffter Diakonissenhaus. Ffm. [2020].
| Jenner: Die Familie Livingston u. das Nellinistift in Ffm. 2015.
Jenner, Harald: Die Familie Livingston und das Nellinistift in Ffm. Ffm. [2015]. (Mäzene, Stifter, Stadtkultur 12).
| Lachenmann, Hanna: Rose Livingston. In: Kat. Ffm. – USA 1994, S. 102-108.
[Ohm, Annaliese:] Ffm. – USA. Influence and Change – Wechselbeziehungen. Ffm. 1994.
| Kat. Wilhelm Steinhausen-Museum [2008], S. 12, Nr. 10 u. 11; S. 42, Nr. 40.
Wilhelm Steinhausen-Museum Ffm. Katalog der ausgestellten Werke. Hg. v. d. Steinhausen-Stiftung. Bearb. v. Wilhelm Dieter Vogel und Edith Valdivieso. Ffm. [um 2008].
| Paquet: Die Ffterin 1947, Neuaufl. 1970, Abb. Nr. 77 m. Erläuterungen auf S. 138f.
Paquet, Alfons: Die Ffterin. Ffm. 1947, Neuaufl. 1970.
| Schembs: Jüd. Mäzene u. Stifter 2007, S. 93f.
Schembs, Hans-Otto: Jüdische Mäzene und Stifter in Ffm. Hg. v. d. Moses Jachiel Kirchheim’schen Stiftung. Mit einer Einführung von Hilmar Hoffmann. Ffm. [Copyright 2007].
Quellen: ISG, S2/4. 343.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
| ISG, S2/9. 601 (Familie Livingston).
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 1072471760 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Livingston, Rose. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3104.


Stand des Artikels: 14.3.1991

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