Ffter Patrizierfamilie.
Lersner, Familie (von).
Ursprünglicher Name: Lersenmecher (in der Bedeutung von Lederhosen-/Lederstiefelmacher). Auch: Lerssner, Lerssener, Lersener, Lersenner, Lerschner.
Seit der Erhebung in den Adelsstand durch Kaiser Leopold I. 1681: von L.; seit 1881: Freiherren von L.
Eine ebenso wie die Familie Günderrode in der landgräflich-hessischen Verwaltung aufgestiegene, seit dem 16. Jahrhundert in Ffm. ansässige und noch in jüngster Zeit in höchsten Verwaltungspositionen präsente ehemalige Ffter Patrizierfamilie. Erstmals in Felsberg/Hessen genannt, dann im 15. Jahrhundert aus der Marburger Führungsschicht über die hessische Verwaltung in die Kanzlei und die Kammer der Landgrafschaft Hessen aufgestiegen, als Professoren in die Juristische Fakultät der Universität Marburg und in das Marburger Hofgericht berufen, unterhielt die Familie von L. enge verwandtschaftliche Bindungen an die diese Ämter besetzenden Familien Feige, Heinzenberg, Nusspicker, Scheffer, Blankenheim, Meckbach sowie die auch in Ffm. angesessene Familie Schrendeisen, die schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Familien von Humbracht, zum Jungen und L. verknüpfte. Auf dem Hintergrund der die Landgrafschaft und Ffm. gemeinsam erfassenden Reformation und der infolge der Verrechtlichung der Reichverfassung sich gegenüber der gelehrten Jurisprudenz zunehmend öffnenden Haltung des städtischen Patriziats heiratete 1566 der Marburger Professor der Rechte und Richter am dortigen Hofgericht Hermann L. (1535-1613) über die aus Schlüchtern/Kinzig stammende und sowohl in Leipzig als auch in Ffm. tätige Kaufmannsfamilie Rauscher in das Ffter Patriziat ein. Damit war auch die Aufnahme in das Haus Alten-Limpurg verbunden. Die Familie Rauscher war zusammen mit der Ffter Patrizierfamilie Bromm im für die Finanzen der Reichsstadt ruinösen und deshalb noch während des Fettmilch-Aufstands nachwirkenden Mansfelder Saigerhandel aktiv. Ihrer Herkunft gemäß entwickelte sich innerhalb der Familie von L. über die Jahrhunderte eine Tradition im Verwaltungs- und insbesondere im Militärdienst. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts standen Familienmitglieder in dänischen, dann kaiserlich-österreichischen und großherzoglich-hessischen Diensten, mit der Angliederung der Stadt an Preußen und schließlich der Reichsgründung traten sie bevorzugt in die preußische und die deutsche Armee bis 1945 ein.
Im Unterschied zu anderen Ffter Patrizierfamilien suchte die Familie von L. ihre wirtschaftliche Basis nicht vornehmlich innerhalb der Stadt, sondern konnte sich ihrer Tradition entsprechend auf Lehen hessischer Provenienz und eigene Erwerbungen stützen. Der Senior des Hauses erhielt von Hessen-Kassel Lehen in Reizberg bei Marburg (seit 1534) und Grebenstein bei Hofgeismar (seit 1569). Zu den Eigenerwerbungen gehörten das Rittergut Nieder-Erlenbach (1648-1953) mit 360 Morgen Land um das Jahr 1720, das Gut Nordenstadt bei Wiesbaden, das aus dem Besitz einer Mainzer Familie (Gelthaus-Zum Jungen-Abend) durch Heirat im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts an die Familie Raiss und von dieser Ende des 16. Jahrhunderts über die Rauscher an die von L. kam, sowie das von Marie Antonie Löffler von Neidlingen, Ehefrau von Heinrich Ludwig von L. (1629-1696) geerbte Gut Hohenstein bei Besigheim (1658-78). Hermann L. kaufte im Jahr 1581 das Haus zum Rebstock, das zusammen mit den späteren Erwerbungen zum Weißen Haus, zum Alten Wedel, zum Baum und dem L.’schen Garten an der Windmühle von Johann Heinrich (1658-1713) und Johann Maximilian von L. (1648-1702) infolge der dem hessen-darmstädtischen Landgrafen gewährten und nicht zurückgezahlten Kredite schon seit den 1690er Jahren zwangsverkauft werden musste. Um 1760 besaß die Familie von L. noch fünf Liegenschaften im innerstädtischen Bereich: auf der Zeil, Hinter der Rose und in der Döppengasse nahe der Hauptwache sowie zwei Häuser neben dem Schweikardtshof in Sachsenhausen.
L.straße im Nordend. Bis 1933 L.schule, eine Volksschule, in Bornheim (dann umbenannt in Günthersburgschule, in deren früheres Gebäude die L.schule zugleich verlegt worden war).
Seit der Erhebung in den Adelsstand durch Kaiser Leopold I. 1681: von L.; seit 1881: Freiherren von L.
Eine ebenso wie die Familie Günderrode in der landgräflich-hessischen Verwaltung aufgestiegene, seit dem 16. Jahrhundert in Ffm. ansässige und noch in jüngster Zeit in höchsten Verwaltungspositionen präsente ehemalige Ffter Patrizierfamilie. Erstmals in Felsberg/Hessen genannt, dann im 15. Jahrhundert aus der Marburger Führungsschicht über die hessische Verwaltung in die Kanzlei und die Kammer der Landgrafschaft Hessen aufgestiegen, als Professoren in die Juristische Fakultät der Universität Marburg und in das Marburger Hofgericht berufen, unterhielt die Familie von L. enge verwandtschaftliche Bindungen an die diese Ämter besetzenden Familien Feige, Heinzenberg, Nusspicker, Scheffer, Blankenheim, Meckbach sowie die auch in Ffm. angesessene Familie Schrendeisen, die schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Familien von Humbracht, zum Jungen und L. verknüpfte. Auf dem Hintergrund der die Landgrafschaft und Ffm. gemeinsam erfassenden Reformation und der infolge der Verrechtlichung der Reichverfassung sich gegenüber der gelehrten Jurisprudenz zunehmend öffnenden Haltung des städtischen Patriziats heiratete 1566 der Marburger Professor der Rechte und Richter am dortigen Hofgericht Hermann L. (1535-1613) über die aus Schlüchtern/Kinzig stammende und sowohl in Leipzig als auch in Ffm. tätige Kaufmannsfamilie Rauscher in das Ffter Patriziat ein. Damit war auch die Aufnahme in das Haus Alten-Limpurg verbunden. Die Familie Rauscher war zusammen mit der Ffter Patrizierfamilie Bromm im für die Finanzen der Reichsstadt ruinösen und deshalb noch während des Fettmilch-Aufstands nachwirkenden Mansfelder Saigerhandel aktiv. Ihrer Herkunft gemäß entwickelte sich innerhalb der Familie von L. über die Jahrhunderte eine Tradition im Verwaltungs- und insbesondere im Militärdienst. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts standen Familienmitglieder in dänischen, dann kaiserlich-österreichischen und großherzoglich-hessischen Diensten, mit der Angliederung der Stadt an Preußen und schließlich der Reichsgründung traten sie bevorzugt in die preußische und die deutsche Armee bis 1945 ein.
Im Unterschied zu anderen Ffter Patrizierfamilien suchte die Familie von L. ihre wirtschaftliche Basis nicht vornehmlich innerhalb der Stadt, sondern konnte sich ihrer Tradition entsprechend auf Lehen hessischer Provenienz und eigene Erwerbungen stützen. Der Senior des Hauses erhielt von Hessen-Kassel Lehen in Reizberg bei Marburg (seit 1534) und Grebenstein bei Hofgeismar (seit 1569). Zu den Eigenerwerbungen gehörten das Rittergut Nieder-Erlenbach (1648-1953) mit 360 Morgen Land um das Jahr 1720, das Gut Nordenstadt bei Wiesbaden, das aus dem Besitz einer Mainzer Familie (Gelthaus-Zum Jungen-Abend) durch Heirat im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts an die Familie Raiss und von dieser Ende des 16. Jahrhunderts über die Rauscher an die von L. kam, sowie das von Marie Antonie Löffler von Neidlingen, Ehefrau von Heinrich Ludwig von L. (1629-1696) geerbte Gut Hohenstein bei Besigheim (1658-78). Hermann L. kaufte im Jahr 1581 das Haus zum Rebstock, das zusammen mit den späteren Erwerbungen zum Weißen Haus, zum Alten Wedel, zum Baum und dem L.’schen Garten an der Windmühle von Johann Heinrich (1658-1713) und Johann Maximilian von L. (1648-1702) infolge der dem hessen-darmstädtischen Landgrafen gewährten und nicht zurückgezahlten Kredite schon seit den 1690er Jahren zwangsverkauft werden musste. Um 1760 besaß die Familie von L. noch fünf Liegenschaften im innerstädtischen Bereich: auf der Zeil, Hinter der Rose und in der Döppengasse nahe der Hauptwache sowie zwei Häuser neben dem Schweikardtshof in Sachsenhausen.
L.straße im Nordend. Bis 1933 L.schule, eine Volksschule, in Bornheim (dann umbenannt in Günthersburgschule, in deren früheres Gebäude die L.schule zugleich verlegt worden war).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 453, verfasst von: Wilhelm Bingsohn.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Körner: Ffter Patrizier 1971, S. 169-207.
Körner, Hans: Ffter Patrizier. Historisch-Genealogisches Handbuch der Adeligen Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg zu Ffm. München 1971.
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NDB 14 (1985), S. 322f.
Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 27 Bde. (bis Wettiner). Berlin 1953-2020.
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Strieder 7 (1787), S. 490-509.
Strieder, Friedrich Wilhelm: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte. Fortgef. v. Karl Wilhelm Justi u. Otto Gerland. 21 Bde. Göttingen u. a. 1781-1868.
Literatur:
Battonn: Oertliche Beschreibung.
Battonn, Johann Georg: Oertliche Beschreibung der Stadt Ffm. Hg. v. Verein für Geschichte und Alterthumskunde zu Ffm. durch L[udwig] H[einrich] Euler. 7 Hefte (in 3 Bden.). Ffm. 1861-75.
Besson: Württemberg u. die dt. Staatskrise 1959.
Besson, Waldemar: Württemberg und die deutsche Staatskrise 1928-1933. Stuttgart 1959.
Dietz: Handelsgesch.
Dietz, Alexander: Ffter Handelsgeschichte. 4 Bde. Ffm. 1910-25, Neudr. 1970-74.
Stammbaum der Familie Lersner – v. Lersner – Freiherrn v. Lersner. In: Ffter Bll. f. Familiengesch. 4 (1911), H. 1, S. 7-10.
Ffter Blätter für Familiengeschichte. Hg. v. Karl Kiefer. 7 Jahrgänge. Ffm. 1908-14.
Fischer: Leipziger Handelsgeschichte 1929.
Fischer, Gerhard: Aus zwei Jahrhunderten Leipziger Handelsgeschichte 1470-1650. Hg. v. Rat der Stadt Leipzig und der Industrie- und Handwerkskammer Leipzig. Leipzig 1929.
Gundlach: Die hess. Zentralbehörden 3 (1930).
Gundlach, Franz: Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604. 3 Bde. Marburg 1930-32. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 16).
Zum Gut mit dem Schlösschen in Nieder-Erlenbach: Hansert: Justina Catharina Steffan von Cronstetten 2016, S. 30-32.
Hansert, Andreas: Justina Catharina Steffan von Cronstetten (1677-1766). Patrizierin – Pietistin – Stifterin. Ffm. [Copyright 2016]. („Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, Schriften der Ffter Bürgerstiftung, hg. v. Clemens Greve, Bd. 13).
Demandt, Karl E.: Amt und Familie. Eine soziologisch-genealogische Studie zur hessischen Verwaltungsgeschichte des 16. Jahrhunderts. In: Hess. Jb. f. Landesgeschichte 2 (1952), S. 79-133.
Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Hg. v. Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg und von der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Kommissionen in Hessen in Darmstadt, Ffm., Marburg und Wiesbaden. Bisher 62 Jahrgänge. Marburg 1951-2012.
Lenhardt: Landwirtschaft der Reichsstadt Ffm. 1933.
Lenhardt, Heinz: Die Landwirtschaft der Reichsstadt Ffm. Betrieb und Regelung der Landwirtschaft in der Gemarkung der Reichsstadt Ffm. Gelnhausen 1933.
Lerner: Alten-Limpurg 1952, bes. S. 161.
Lerner, Franz: Die Ffter Patriziergesellschaft Alten-Limpurg und ihre Stiftungen. Ffm. 1952.
Lersner: Lersner’sche Familiengeschichte 2004.
Lersner, Heinrich von: Lersner’sche Familiengeschichte. Ffm. 2004.
Mühleisen: Kurt Freiherr von Lersner 1988.
Mühleisen, Horst: Kurt Freiherr von Lersner. Diplomat im Umbruch der Zeiten 1918-1920. Eine Biographie. Göttingen/Zürich 1988.
Quellen:
ISG, S2/1.774.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
5 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.
Lersner, Achilles August von
Lersner, Achilles August von. Stadtpolitiker. Chronist.
~ 29.4.1662 Ffm., † 29.12.1732 Ffm.
Sohn des Stadtschultheißen Heinrich Ludwig von L. (1629-1696) und dessen Ehefrau Marie Antonie, geb. Löffler von Neidlingen (1636-1666).
Studium in Tübingen und Gießen.
1715 Ratsherr. 1721 Jüngerer Bürgermeister. 1723 Schöffe. 1727, 1728 und 1730 Älterer Bürgermeister.
L. setzte das von Gebhard Florian begonnene Werk „Der Weitberühmten Freyen Reichs-Wahl und Handels-Stadt Frankfurt am Mayn Chronica“ fort, das er 1706 im eigenen Verlag herausgab.
Standbild (von Franz Krüger, 1893; kriegszerstört 1944) an der Ostfront auf dem Magazinflügel der alten Stadtbibliothek am Obermaintor. Standbild (von Heinrich Petry, vor 1904) im Osthof des Neuen Rathauses.
Studium in Tübingen und Gießen.
1715 Ratsherr. 1721 Jüngerer Bürgermeister. 1723 Schöffe. 1727, 1728 und 1730 Älterer Bürgermeister.
L. setzte das von Gebhard Florian begonnene Werk „Der Weitberühmten Freyen Reichs-Wahl und Handels-Stadt Frankfurt am Mayn Chronica“ fort, das er 1706 im eigenen Verlag herausgab.
Standbild (von Franz Krüger, 1893; kriegszerstört 1944) an der Ostfront auf dem Magazinflügel der alten Stadtbibliothek am Obermaintor. Standbild (von Heinrich Petry, vor 1904) im Osthof des Neuen Rathauses.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 453, verfasst von: Wilhelm Bingsohn.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
Ebrard: Stadtbibliothek 1896, S. 110.
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Horne: Denkmäler 1904, S. 31f.
Quellen:
ISG, S2/811.
GND: 118857452 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Bingsohn, Wilhelm: Lersner, Achilles August von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3062.
Stand des Artikels: 30.9.1994
Lersner, Friedrich Maximilian von
Lersner, Friedrich Maximilian von. Kaiserlicher Rat. Jurist. Staatsmann. Dichter. Übersetzer.
* 1697, ▭ † 1753.
Neffe des Ffter Chronisten Achilles August von L.
L.s Altdorfer Dissertation (1716) über die Bewirtung des Kaisers auf seinen Reisen war für die Kaiserwahlstadt Ffm. wichtig. Ging 1720 nach Dänemark. Sekretär des Großkanzlers Graf Holstein. Textdichter von Reinhard Keisers Oper „Ulysses“ (1722). 1723 königlicher Kanzleisekretär. 1726 dänischer Kanzleirat. Von 1726 bis 1728 mit den Söhnen des Großkanzlers auf Kavaliersreise. 1730 dänischer Legationssekretär in Paris. Frankophiler. Justizrat. 1733 in den Ffter Rat gewählt. 1734 Heirat mit Sophia Magdalena von Syvertes in Ffm. 1739 Jüngerer Bürgermeister. 1740 Schöffe. Von 1742 bis 1745 kaiserlicher Resident von Karl VII. in Ffm. 1745 kurbayerischer Resident in Ffm. 1747 und 1751 Älterer Bürgermeister.
Dichter von Kantaten Telemanns.
L.s Sohn Friedrich Maximilian von L. wurde Taufpate von Klinger, dessen Vater Diener bei dem Schöffen L. war.
L.s Altdorfer Dissertation (1716) über die Bewirtung des Kaisers auf seinen Reisen war für die Kaiserwahlstadt Ffm. wichtig. Ging 1720 nach Dänemark. Sekretär des Großkanzlers Graf Holstein. Textdichter von Reinhard Keisers Oper „Ulysses“ (1722). 1723 königlicher Kanzleisekretär. 1726 dänischer Kanzleirat. Von 1726 bis 1728 mit den Söhnen des Großkanzlers auf Kavaliersreise. 1730 dänischer Legationssekretär in Paris. Frankophiler. Justizrat. 1733 in den Ffter Rat gewählt. 1734 Heirat mit Sophia Magdalena von Syvertes in Ffm. 1739 Jüngerer Bürgermeister. 1740 Schöffe. Von 1742 bis 1745 kaiserlicher Resident von Karl VII. in Ffm. 1745 kurbayerischer Resident in Ffm. 1747 und 1751 Älterer Bürgermeister.
Dichter von Kantaten Telemanns.
L.s Sohn Friedrich Maximilian von L. wurde Taufpate von Klinger, dessen Vater Diener bei dem Schöffen L. war.
Literatur:
Feder: Friedrich Maximilian von Lersner, der Textdichter von Reinhard Keisers Oper „Ulysses“ 1997.
Empfohlene Zitierweise: Unbekannter Autor: Lersner, Friedrich Maximilian von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3685.
Lersner, Georg August von
Lersner, Georg August von. Hofrat. Chronist.
~ 29.6.1701 Ffm., ▭ 17.9.1749 Ffm.
Sohn von Achilles August von L. und dessen Ehefrau Anna Rosina, geb. Steffan von Cronstetten (1675-1698).
Studium in Straßburg und Altdorf. Hofrat des Grafen von Kirchberg und von Wied-Neuwied in Ffm. Erbe eines Müller’schen Weinguts in Hochheim (im Wert von 6.000 Gulden).
Herausgeber des von seinem Vater verfassten zweiten Bands der Ffter Chronik (1734).
Studium in Straßburg und Altdorf. Hofrat des Grafen von Kirchberg und von Wied-Neuwied in Ffm. Erbe eines Müller’schen Weinguts in Hochheim (im Wert von 6.000 Gulden).
Herausgeber des von seinem Vater verfassten zweiten Bands der Ffter Chronik (1734).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 453, verfasst von: Wilhelm Bingsohn.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
GND: 118893351 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Bingsohn, Wilhelm: Lersner, Georg August von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3063.
Stand des Artikels: 30.9.1994
Lersner, Heinrich Ludwig von
Lersner, Heinrich Ludwig von. Diplomat.
~ 22.5.1703 Ffm., ▭ 20.6.1785 Ffm.
Sohn von Friedrich Maximilian von L. (1671-1739) und dessen Ehefrau Susanna Catharina, geb. Baur von Eysseneck (1677-1741).
Hofmeister der Prinzen Friedrich Christian und Emil August, der Söhne von Herzog Christian August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Dann Königlich Dänischer Legationssekretär in Berlin und Kammerherr.
Von Justina Catharina Steffan von Cronstetten 1753 als Testamentsvollstrecker und Administrator des Cronstettenstifts eingesetzt, als dessen erster Administrator er von 1767 bis 1785 amtierte.
Ölporträt (von Johann Georg Ziesenis, 1758) als Leihgabe aus Privatbesitz im Ffter Goethe-Museum.
Hofmeister der Prinzen Friedrich Christian und Emil August, der Söhne von Herzog Christian August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Dann Königlich Dänischer Legationssekretär in Berlin und Kammerherr.
Von Justina Catharina Steffan von Cronstetten 1753 als Testamentsvollstrecker und Administrator des Cronstettenstifts eingesetzt, als dessen erster Administrator er von 1767 bis 1785 amtierte.
Ölporträt (von Johann Georg Ziesenis, 1758) als Leihgabe aus Privatbesitz im Ffter Goethe-Museum.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 454, verfasst von: Wilhelm Bingsohn.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
Hansert: Justina Catharina Steffan von Cronstetten 2016, S. 120f.
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Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 348f., 361.
GND: 136659276 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Bingsohn, Wilhelm: Lersner, Heinrich Ludwig von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3064.
Stand des Artikels: 30.9.1994
Lersner, Kurt von
Lersner, Kurt Rudolf Richard Eduard Freiherr von. Dr. jur. Diplomat und Politiker.
* 12.12.1883 Saarburg, † 7.6.1954 Düsseldorf.
Sohn von Alphons Heinrich Eduard Achilles Freiherr von L. (1850-1929) und dessen Ehefrau Emmy, geb. Jacobson.
Studium in Bonn, Heidelberg und Paris. 1906 Promotion in Heidelberg. Während des Studiums in Bonn Bekanntschaft mit dem Kronprinzen und dem späteren Reichskanzler Franz von Papen. Herr auf dem Familiengut in Nieder-Erlenbach (verkauft 1953). Von 1907 bis 1910 Attaché der deutschen Botschaft in Paris. 1910 Vertreter auf der Kongo-Konferenz in Brüssel. Von 1911 bis 1912 Botschaftssekretär in Paris. Von 1913 bis 1914 Zweiter Legationssekretär in Washington. Dienst als Rittmeister der Reserve beim Husaren-Regiment König Wilhelm I. (1. Rhein.) Nr. 7. Im Oktober 1914 entsandt zum Generalstab des Feldheeres (u. a. Mission nach Griechenland zur Entgegennahme der Neutralitätserklärung, 1916). 1917/18 als Legationsrat Vertreter des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amts im Großen Hauptquartier. Von November 1918 bis April 1919 Vertreter der Reichsregierung bei den Waffenstillstandsverhandlungen in Spa. Vom 28.6.1919 bis 4.2.1920 Präsident der deutschen Friedensdelegation in Versailles und 1919/20 erster Geschäftsträger in Paris. Am 3.2.1920 Ablehnung der Entgegennahme der Auslieferungsliste der von französischer Seite nominierten Kriegsverbrecher und Abschied aus dem Reichsdienst. Von 1920 bis 1924 Mitglied (Deutsche Volkspartei) des Reichstags, dessen Auswärtigem Ausschuss er angehörte. Als persönlicher Freund und Mitarbeiter des Reichskanzlers Franz von Papen von Juli 1932 bis April 1933 Reichsgesandter in Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen. 1934 Reichsbevollmächtigter für die Saarverhandlungen in Genf. Von 1939 bis 1946 Aufenthalt in der Türkei (Friedensvermittlungsversuche). Nach 1946 Bemühungen um die Entflechtung der Schwerindustrie und um die deutsch-französische Verständigungspolitik.
Studium in Bonn, Heidelberg und Paris. 1906 Promotion in Heidelberg. Während des Studiums in Bonn Bekanntschaft mit dem Kronprinzen und dem späteren Reichskanzler Franz von Papen. Herr auf dem Familiengut in Nieder-Erlenbach (verkauft 1953). Von 1907 bis 1910 Attaché der deutschen Botschaft in Paris. 1910 Vertreter auf der Kongo-Konferenz in Brüssel. Von 1911 bis 1912 Botschaftssekretär in Paris. Von 1913 bis 1914 Zweiter Legationssekretär in Washington. Dienst als Rittmeister der Reserve beim Husaren-Regiment König Wilhelm I. (1. Rhein.) Nr. 7. Im Oktober 1914 entsandt zum Generalstab des Feldheeres (u. a. Mission nach Griechenland zur Entgegennahme der Neutralitätserklärung, 1916). 1917/18 als Legationsrat Vertreter des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amts im Großen Hauptquartier. Von November 1918 bis April 1919 Vertreter der Reichsregierung bei den Waffenstillstandsverhandlungen in Spa. Vom 28.6.1919 bis 4.2.1920 Präsident der deutschen Friedensdelegation in Versailles und 1919/20 erster Geschäftsträger in Paris. Am 3.2.1920 Ablehnung der Entgegennahme der Auslieferungsliste der von französischer Seite nominierten Kriegsverbrecher und Abschied aus dem Reichsdienst. Von 1920 bis 1924 Mitglied (Deutsche Volkspartei) des Reichstags, dessen Auswärtigem Ausschuss er angehörte. Als persönlicher Freund und Mitarbeiter des Reichskanzlers Franz von Papen von Juli 1932 bis April 1933 Reichsgesandter in Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen. 1934 Reichsbevollmächtigter für die Saarverhandlungen in Genf. Von 1939 bis 1946 Aufenthalt in der Türkei (Friedensvermittlungsversuche). Nach 1946 Bemühungen um die Entflechtung der Schwerindustrie und um die deutsch-französische Verständigungspolitik.
Literatur:
Besson: Württemberg u. die dt. Staatskrise 1959.
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Mühleisen: Kurt Freiherr von Lersner 1988.
Empfohlene Zitierweise: Bingsohn, Wilhelm: Lersner, Kurt von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/5247.
Angaben zur Weglassung:
Person weggelassen von: Wolfgang Klötzer .
Begründung: Der Autor Wilhelm Bingsohn hatte einen Artikel über L. für die Buchausgabe (innerhalb des Familienartikels Lersner) geliefert. Wegen des geringen Fft.bezugs von L. wurde der Artikel jedoch gestrichen.
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Empfohlene Zitierweise: Bingsohn, Wilhelm: Lersner, Familie (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3061.
Die Autorenangabe bezieht sich auf den Artikel über die Familie. Die Angaben zu Autoren der hier ebenfalls dargestellten Personenartikel finden Sie, indem Sie auf die Namen der einzelnen Personen klicken.
Stand des Artikels: 30.9.1994