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Langenschwarz, Maximilian Leopold

Langenschwarz, Maximilian Leopold. Eigentl.: Meyer Hoffmann. Pseudonyme: N. Z. Charleswang, Carl Zwengsahn, Longonero, „Von Ääm, der schont lang schwarz is!“ u. a. Vortragskünstler und Improvisator. Schriftsteller. Naturheilarzt. * 23.3.1808 (Ffm.-)Rödelheim, ▭ † nach 1867.
Sohn verarmter jüdischer Eltern.
Schüler der Gymnasien in Ffm. und Darmstadt. 1825 Aushilfslehrer in Hamburg. 1827 Buchhandlungsgehilfe in Wien. 1828 Konversion zum Katholizismus und Namensänderung (Annahme des Namens L., eines früheren Namens des Vaters). 1830 erster Auftritt als Improvisator und Deklamator in Pressburg. Seitdem Wanderleben durch Europa als Stegreifdichter und Vortragskünstler. 1837 Wettstreit mit den Improvisatoren Eugène de Pradel und Luigi Cicconi in Paris. 1842 unter dem Namen L.-Rubini Wasserdoktor in Paris. 1848 nach Deutschland zurückgekehrt, dann nach Amerika ausgewandert. Zuletzt 1867 in New York bezeugt.
Die besten von L.’ Improvisationen erschienen später im Druck (u. a. „Satirische Brille für alle Nasen“, Zeitschrift, 1830; „Die Weiber und die Badereisen“, 1835; „Die Männer und die Badereisen“, 1836; „Die europäischen Lieder“, 1839, Neuausgabe u. d. T. „Poetische Bilder“, 1841; „Die berühmtesten Calembourgs und Witzmomente“, 1841). Außerdem verfasste L. Romane (am bekanntesten: „Schneider Kitz. Das Buch des Jahrhunderts“, 4 Bde., 1842), Dramen (u. a. „Die Geschlossenen“, Lustspiel, 1847; „Tiphonia“, Tragödie, 1848; „Peter im Frack“, Lustspiel, 1849; „Dschingiskhan“, Trauerspiel, 1849; „Drei Fragmente aus Moses“, Völkertragödie, 1849; „Glück und Talent“, Schauspiel, 1850; „Thomas Morus“, Schauspiel, 1850) und Werke in allen deutschen Mundarten. Im Ffter Dialekt erschienen von ihm u. a. „Berjerliche Häämlichkeite aus der Umgegend odder: Verbott’ne Blicke in unverbott’ne Familjesticker“ (4 Lieferungen, 1839-41), fortgesetzt durch „Pariser Haamlichkeite odder: Die Sachsehäuser in Paris“ (1846). L. glossiert darin treffend Milieu und Stimmungen im Fft. der 1830er Jahre.
Selbstbiographie (Manuskript von 1839; UB Ffm.).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 442, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 515f.
Bibliographie zur Geschichte der Ffter Juden 1781-1945. Hg. v. der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Bearb. v. Hans-Otto Schembs mit Verwendung der Vorarbeiten von Ernst Loewy u. Rosel Andernacht. Ffm. 1978.
| Brümmer 1913, Bd. 4, S. 182.
Brümmer, Franz (Bearb.): Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. 8 Bde. 6. Aufl. Leipzig [1913]. (Reclams Universal-Bibliothek 1986-1990).
| Kosch: Theater 2 (1960), S. 1164.
Kosch, Wilhelm: Deutsches Theaterlexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Fortgef. v. Ingrid Bigler-Marschall. 7 Bde. Klagenfurt, ab 4 (1998) Bern/München, ab 5 (2004) Zürich, ab 7 (2012) Berlin 1953-2012. Bisher 6 Nachtragsbände (bis Sr). Berlin 2013-18.
| Richel, S. 332.
Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.
Literatur: Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. II, S. 578.
Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.
| Askenasy: Ffter Mundart 1904, S. 260-262.
Askenasy, A[lexander]: Die Ffter Mundart und ihre Literatur. Ffm. 1904.
| Kohut: Berühmte israelit. Männer u. Frauen 2, S. 115.
Kohut, Adolph: Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit. Lebens- und Charakterbilder aus Vergangenheit und Gegenwart. 2 Bde. Leipzig o. J.
| Kramer: Mundart 1966, S. 225-254.
Kramer, Waldemar (Hg.): Ausgewählte Ffter Mundart-Dichtung. Ffm. 1966.
| Langenschwarz: Berjerliche Häämlichkeite 1 [1839].
[Langenschwarz, Maximilian Leopold:] Berjerliche Häämlichkeite aus der Umgegend odder: Verbott’ne Blicke in unverbott’ne Familjesticker. Erstes Heft. Von Ääm der schont lang schwarz is! Offenbach/Main o. J.
Quellen: ISG, S2/8. 448.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 100300359 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Langenschwarz, Maximilian Leopold. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3025.


Stand des Artikels: 23.8.1990

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